Esoterik 4

(Fortsetzung vom 28.1.) Im 19. Jahrhundert wurde dieses Denken wieder stärker betont. Es schlummerte überall in Europa noch im Untergrund – zumindest soweit wir es, die wir von schriftlichen Zeugnissen abhängig sind, wissen. Ich vermute jedoch, dass die Dörfer und Dörfchen viel stärker von diesem Geisterglauben, dem so genannten Aberglauben (Talismanen, Mächten, Energien in Pflanzen, Steinen, Worten, Sternbilder) geprägt waren, als man so gemeinhin annimmt. Und durch die Technisierung und dem Glauben, dass der Mensch alles in der Hand hält – nicht durch das Christentum – ging diese Frömmigkeit zurück. Bekannt wurde sie im 19. Jahrhundert vor allem wieder durch den Boom, den Spiritisten (Mitte des 19. Jh.) ausgelöst haben: Kontaktaufnahme mit den Seelen der Verstorbenen. Das durchrauschte schon damals den Blätterwald und ergriff die gelangweilte Elite. Dann ist als wichtige Person Helena Blavatsky (geb. Hahn) zu nennen. Eine Deutsch-Russin, die die Theosophische Gesellschaft mitbegründet hat. Blavatsky wollte eine Art Urreligion entdecken, die aus einer Mischung aus Hinduismus, Buddhismus, Magnetismus, Spiritismus, Gnosis und, und, und bestanden haben soll. Alles, was spirituell klang, emotional berührte, gehörte dazu. Und diese Entdeckungen veröffentlichte sie in zahlreichen Schriften. Die philosophische Stimmung der Zeit hat in Teilen des Idealismus diesem auch Vorschub geleistet: Es gibt keinen Person-Gott, sondern einen, der als Macht alles durchströmt. Und nicht zu vergessen: schon vorher die Romantik mit ihrem Suchen des Geheimnisvollen bestimmte. (Fortsetzung folgt.)

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