Beten für

Ja, ich bete für andere. Bete ich auch für Menschen, die ich nicht kenne? Das ist schon etwas schwerer zu beantworten. Beten ist für mich kein magischer Akt, sondern ein Tun, das aus dem Vertrauensverhältnis zu Gott kommt. Gebet ist mit dem Glauben an Gott verbunden. Nicht verbunden mit irgendeinem Gott, nicht mit undefinierbaren kosmischen Mächten, sondern mit dem Gott, den Jesus Christus „Vater“ nennt und den wir „Vater“ nennen dürfen. Das Gebet ist somit ein Ausdruck der Beziehung. Wenn ich für Menschen bete, die auch an Gott in dem genannten Sinn glauben, dann weiß ich, dass sie alles entsprechend einordnen können. Wenn ich jemanden oder mich im Gebet in die Hand Gottes lege, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass es dem anderen danach besser geht, Wünsche erfüllt werden, dass man körperlich und geistig unversehrt bleibt – das kann alles sein – doch es kann auch sein, dass Gott mich/uns dann recht schmerzhaft korrigiert. Das kann nur im Glauben verstanden werden. Menschen, die nicht in dieser Beziehung zu Gott leben und durch das Gebet keine spürbare Hilfe bekommen, mögen sagen: Das Gebet hilft ja doch nichts. Das Gebet als solches muss auch nicht helfen, weil es nicht magische Worte sind, die Götter zwingen, sondern, wie gesagt: Das christliche Gebet ist Ausdruck der Beziehung, das auch schwere Erlebnisse aus Gottes Hand zu nehmen lehrt. – Und es lehrt, trotz widerstrebender Ereignisse dankbar zu sein. – Und es lehrt, in widerstrebenden Ereignissen dankbar zu sein. – Und es lehrt, widerstrebende Ereignisse aus der Dankbarkeit heraus zu betrachten. Warum? Weil es als Ausdruck der Beziehung zu Gott Gott und Mensch näher zusammenführt.

Kurz: Wer möchte, dass ich für ihn bzw. sie bete, darf sich nicht darüber wundern, wenn ich beginne, vom Glauben zu sprechen.  

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