Weltanschauung

Weltanschauungen – ich las mal in einem Buch über Jesus, und der Verfasser war den Wundern, die Jesus zugeordnet werden, gegenüber sehr skeptisch. Jesus hat keine Wunder gewirkt, alles nur Legende. Nur ein Wunder akzeptiert er: den Seewandel. Dass Jesus auf dem See Genezaret geht, ist eines der Wunder, das in unseren Breiten am meisten Stirnrunzeln hervorruft. Und der Autor hält das für real – wie das? Weil er meint, dass indische Gurus auch auf dem Wasser gehen könnten. 

Weltanschauungen – ich versuche, meine Weltanschauung, die von der Aufklärung geprägt ist, für Erfahrungen, die Menschen machen und die außerhalb meiner starren Weltanschauung stehen, offen zu halten. Auch Erfahrungen, die ich im Leben gemacht habe, Erfahrungen der Bewahrung, der Korrektur usw. für den offen zu halten, von dem die neutestamentlichen Zeugen – und bei weitem nicht nur die – berichten. Anders gesagt: Für mich ist die Weltanschauung ein Netz, das die Seele fängt. Mein Netz hat Löcher bekommen – die Seele wird frei. Nur am Rand: In einer Fernsehsendung über das Verhältnis von Mensch und Hund berichtete ein Eingeborener eines Urwaldes, dass der Hund auch vor böse Geister warne. Wenn der Hund mit eingezogenem Schwanz von einer Stelle des Urwaldes zurückkehre, dann weiß sein Herrchen, da gibt es böse Geister. In der Zusammenfassung, in der noch mal dargestellt wurde, inwiefern der Hund dem Menschen nützt, wurde diese „Fähigkeit“ nicht mehr genannt. Auch hier: Weltanschauung selektiert, ist nicht offen für Erfahrungen anderer – was auch immer hinter diesen stecken mag. Aber es sind Erfahrungen von Menschen.

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