Sprachgewalt

Gewalt an Sprache auszuüben, scheint beliebt zu sein – oder besser: Gewalt an überlieferte Texte. Bei Kewil fand ich einen Hinweis auf diese interessante Seite: http://www.ship-of-fools.com/features/2008/car_crash_carols.html?ubb=forum;f=74. Hier werden ein paar Beispiele genannt, die zeigen, wie in England christliche Lieder umformuliert werden, weil manche die Worte für unangemessen halten. Sicher: Es wurden schon immer alte Lieder der jeweiligen Gegenwart angepasst. Der Unterschied besteht darin, dass Lieder aus weltanschaulichen Gründen umformuliert werden – und das kennt man von den Deutschen Christen, den Anhängern Hitlers. Ideologen formulieren aus ideologischen Gründen um und führen auf diese Weise zu Gemeindespaltungen. In unseren Zeiten und Bereichen kennen wir das daher, dass Gott nicht mehr als „Vater“ in Erscheinung treten darf oder Jesus als „Herr“. Irre ich mich – oder ist diese Vergewaltigung christlicher Traditionen schon überholt, trotz massiver Anstrengungen mancher Kreise? Das Problem ist, dass es keinen adäquaten Ersatz für die unliebsamen Worte gibt. Übrigens ertappte ich mich: Ich sang nicht, wie es im Text von O du fröhliche heißt: Himmlische Heere jauchzen dir Ehre – sondern: Himmlische Chöre jauchzen dir Ehre. Sicher passt das – und ich stehe auch zu meiner Intuition. Aber was für eine Abschwächung – sie passt zur Verniedlichung Gottes!

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