Demut

Demut ist Folge der Selbsterkenntnis. Der Mensch, der weiß, dass er endlich ist, dass all seine großartigen Fähigkeiten vergessen sind – und wenn sie eine Weile bleiben, so doch der eigentliche Mensch vergessen wird – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der um seine Kleinheit weiß angesichts der Zeit, im Vergleich mit anderen Menschen, mit Blick auf die Natur, angesichts Gottes – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der weiß, dass er ständig seinem Ideal nicht gerecht werden kann, dass er vor anderen Menschen den Kasperle spielt, gerade dann, wenn er meint, stolz und hervorragend zu sein, der wird demütig. Demütig wird er – doch nicht kleinmütig, doch nicht resigniert, doch nicht zum Jammerlappen und zu einem, mit dem jeder machen kann, was er will. Demütig wird, wer die geballte Macht Gottes über sich spürt – und er erfährt diese geballte Macht Gottes als Liebe, die ihn aufrichtet, stärkt und sendet – und trotz allem das Herz fröhlich macht.

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