Atheismus 2

Es ist ja nicht so, dass die Führer des Kommunismus und National-Sozialismus gesagt haben: Wir morden im Namen des Atheismus. Das wird als Verteidigung des Atheismus häufig genannt. Atheismus ist ja eine abstrakte Größe, in dessen Namen kann man nicht morden. Aber im Namen der Klasse, der Rasse – unchristliche Vorstellungen. Leichter geht es natürlich im Namen eines Gottes zu töten, da er in den Vorstellungen nicht abstrakt ist. Nur: Wann wurde im Namen eines Gottes getötet und eine Gottheit nicht nur vorgeschoben, um die Menschen zu mobilisieren – Religion nur als Mittel zum Zweck? Das ist immer recht schwer einzuschätzen. Da können zum Teil sogar die Kreuzzüge genannt werden: Es gab für sie innenpolitische Gründe – zum Beispiel: Die Horden an jungen Männern, die nicht mehr zu disziplinieren waren (die zum Teil ja auch nicht heiraten durften, wenn sie nicht zu den Erstgeborenen gehörten), mussten irgendwie außer Landes geschafft werden. Die alten Griechen schafften das, indem sie diese in fremde Länder schickten, um griechische Kolonien zu errichten. Es gab Abenteurertum: Es ist schöner, in die fremde Welt zu ziehen, als zu Hause den Pflug zu halten. Es lagen auch außenpolitische Gründe vor: Aggressiver Islam breitete sich nicht gerade freundlich in aller Welt aus. Im Gegenteil – auch wenn die militärischen Führer in dieser Zeit eher ruhiger gewesen sein sollten – militärisch waren sie dennoch eine ständige Bedrohung für Byzanz – und wurde dann letztlich auch überrannt. Das bedeutet: Es ist alles viel komplizierter als Vereinfacher es einem weis machen wollen.

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