Vorwurf 2

(Fortsetzung vom: 23.11.) Der Vorwurf gilt den Religionen. Und man nimmt ihnen übel, wenn sie sich wehren, indem sie sagen: Die Atheisten waren auch nicht besser, s. National-Sozialismus / Kommunismus. Sofort werden sie dann den Christen und Juden in die Schuhe geschoben, weil Führer des Kommunismus jüdisch-christlich sozialisiert waren bzw. die Führer des Nationalsozialismus christlich. Aber sie selbst sahen sich als solche an, die mit Juden und Christen und auch mit deren Gott nichts zu tun haben wollten, waren also Atheisten. Wie viele gegenwärtige Atheisten auch. Nun: Auch Atheisten sind Menschen, die sich in Gruppen zusammenfinden und sich wie andere Gruppen gebärden. Man denke nur an die großen Vorbilder der französischen Revolution, wie sie ein Tempel der Vernunft – mit der Vernunft als Göttin -bildeten – und andere mordeten. Eine Episode, sicherlich, aber immerhin: die Vernunft wird zur Göttin. Und das bedeutet: Ihr muss man Opfer bringen, sie will keine Götter neben sich, Menschen müssen sich ihr unterwerfen. Aber da nur Menschen Vertreter solcher „Vernunft“ sind, muss man sich dem „Vernünftigsten“ unterwerfen. Schön wärs (ironisch!). Auch hier: Die Vernunftmasse zählt sich als Elite an Stelle der Göttin. Liebe Vernünftigere: Auch ihr seid ganz normale Menschen.     

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de