Glaube und Gesundheit 6

Glaube kann auch belasten, wenn er als Gesetz angesehen wird. In dem Sinne, dass man durch den Glauben ständig angetrieben wird, ständig meint, dies und jenes tun zu müssen, ständig ein guter, lieber Mensch sein muss, ständig für andere da sein – „schafft mit Furcht und Zittern, dass ihr selig werdet“, ist so ein Ausdruck. Aber dieser Satz des Paulus darf nicht isoliert betrachtet werden: Wer in der Liebe Gottes lebt, wirkt Gutes – auch in Verantwortung vor sich selbst. Er kann in der Gelassenheit Jesu sein Leben vor Gott leben – und erst einmal, wie die Maria (ich meine die Schwester von Martha), sich vor Jesu Füße setzen und zuhören, statt ständig herumzurasen. Oder wer so aufgedreht ist, sollte sich das „Sorget nicht“ Jesu zu Gemüte führen, im Herzen bewegen. Auch wir müssen uns nicht um die Sache Gottes sorgen. Wenn Gott durch Jesus schon sagt: „Sorget nicht!“, dann kann er ja nicht wollen, dass wir uns kranksorgen. Das heißt auch hier: Der christliche Glaube ist Motor für Handeln, fürsorgliches, ständiges Handeln. Aber man muss auch hier weitergehen, darf dabei nicht stehenbleiben. All unser Handeln ist einzubetten in die Liebe Gottes.  

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