Halal-haram

Nicht alles, was dem Moslem halal (= rein, erlaubt) ist, ist auch der europäischen Tradition halal. Nicht alles, was dem Moslem haram (unbedingt zu vermeiden/unrein) ist, ist der europäischen Tradition haram.

Was bedeutet das nun? Da die europäische Tradition nicht religiös gebunden ist, muss sie angesichts moslemischer „Anfragen“ immer wieder neu entscheiden, was für sie unverzichtbar ist – nennen wir es „halal“: Ist moslemisches Schächten halal – oder aufgrund unser mühsam erworbenes Wissen um die „Würde“ des Tieres haram? Ist der in moslemischen Staaten übliche Umgang mit Frauen, der auch im Koran seinen Ausdruck findet, halal – oder aufgrund der mühsam durchgesetzten Erkenntnis, dass alle Menschen gleich sind, haram? Ist überhaupt diese moslemische Gesetzlichkeit (z.B. das Meiden von Ungläubigen = Nichtmoslems) halal oder haram? Ich habe hier nur die weltlichen Dinge angesprochen. Aus christlicher Sicht gibt es noch eine Fülle mehr an Dingen bei den Moslems, die in unseren Augen nicht halal sind, sondern haram. Das bedeutet: Hier treffen kulturelle Eigenheiten zusammen, die nicht in Einklang zu bringen sind. Das Problem besteht freilich nur da, wo zugereiste Mitbürger nicht bereit sind, das Recht und die Kultur des Staates, in den sie gereist sind, zu akzeptieren, sondern dagegen angehen, um ihr halal-haram-Recht durchzusetzen. An dieser Stelle muss sich Europa überlegen: Welche Werte sind es wert, verteidigt zu werden und worauf könnten wir guter Dinge verzichten? Wir sind lernfähig. Sind es Moslems auch? Und da habe ich – zumindest bei den religiös orientierten doch einige Zweifel, weil sie an Koran und Hadithen kleben. Gibt es einen europäischen Islam? Nur: wenn es einen geben sollte, würde diese Rechtsgruppe dann auch von den Millionen anderen anerkannt werden? Aber: Muss sie anerkannt werden? Denn bekanntlich gibt es zwischen Schiiten und Sunniten auch nicht überbrückbare Unterschiede. 

PS: Dem Westen ist es auch nicht halal, sondern äußerst haram, die Geschichte umzuschreiben: Kein Völkermord an den Armeniern? Keine Vertreibungen von Christen (und Buddhisten) in von Moslems eroberten Staaten – durch die moslemische Geschichte hindurch bis heute? Kein Holocaust in Deutschland – wie es nicht nur Hitleristen sondern angeblich auch muslimische Leugner – bzw. diejenigen, die es gar nicht so schlimm finden – gibt (was ist die iranische Führung doch für ein Trauerspiel). Auch die moslemische Geschichte hat so manches, was wir als haram bezeichnen würden – auch in der Zeit der Kreuzzüge. Natürlich, die europäische und christliche Geschichte auch – aber die wird ja auch Schritt für Schritt aufgearbeitet. Ehrlichkeit sollte halal sein, Taqquiya und Geschichtsklitterung haram.    

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