Glaube an sich selbst

An sich selbst glauben? Manche Menschen tun sich sehr schwer damit. Und die, die sich sehr schwer damit tun, die tun es zu Unrecht.

Manche glauben an sich selbst – und sie sind sehr überzeugt von sich. Nun, ihre Mitmenschen wissen sie zu nehmen, auch wenn sie heimlich über sie kichern, um keinen Ärger zu bekommen. Sie sind wie die Jugendlichen, die mutig mitten auf der Straße gehen, cool und lässig, mit gerade aktueller Kleidung, schlampig oder gegeelt mit Goldkettchen, manchmal mit lauter Musik … – alle „bewundern“ sie, ihr lächerliches Gehabe. Solche von sich selbst überzeugte Menschen gibt es nur in anderer Weise in jedem Beruf, in jeder Familie.  

Auch hier, wie immer: Es geht um ein Mittelmaß – nicht um Mittelmäßigkeit. Und das Mittelmaß lautet: Ich bin ich – ich bin bedeutsam – ich habe Rechte – ich darf meine Meinungen mitteilen – ich darf versuchen, mich durchzusetzen – ich darf meine Entscheidungen treffen. Und ich habe das Recht, jedem, der mich zurückdrängen und zum Nichts machen will,  zu widerstehen. Und hier beginnt das Problem: Ich weiß, dass ich Recht habe, aber ich komme mit den Argumenten nicht weiter; ich weiß, dass ich Recht habe, aber ich komme mit meiner Kraft nicht weiter; ich weiß, dass ich Recht habe, aber ich bin vom anderen abhängig. Was dann? a) Weiter an sich selbst glauben, sich erst einmal nicht in Gedanken unterkriegen lassen; b) mit anderen Menschen, die helfen können, reden; c) mit Hilfe der anderen Menschen konkrete Schritte gehen. Aber vor allem eines, sich selbst nicht auch noch in Gedanken klein machen!