Glaube an Wissenschaft

Jeder Wissenschaftler, der sich zu Recht so nennt, kann nicht Glaube an seine Wissenschaft fordern. Er kann Glaube der Religionen nicht als Konkurrenz ansehen, denn es sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Er kann auch Wissenschaft nicht gegen Glauben ausspielen wollen. Denn Wissenschaft als Glaubensobjekt muss versagen – ganz schlicht und ergreifend darum, weil die Wissenschaft in jedem Fach ständig in Bewegung ist. Sicher gibt es Wissenschaftler-Schulen – aber jeder weiß, dass diese Schulen, die sich um einen genialen Menschen gruppieren, irgendwann überleben und neue entstehen. Wissenschaft ist ständig in Bewegung, darum gibt es soviel unterschiedliche Ergebnisse und Interpretationen – auch in den Naturwissenschaften. Und da, wo die Wissenschaft als monolithischer Block dargestellt wird, da dient die Darstellungsweise nur dazu, dem Laien ein wenig die bisherigen Ergebnisse verständlich vorzustellen – von Menschen, die in der Lage sind, die Vielfalt zusammenzufassen. Aber das ist nicht „die“ Wissenschaft – auch wenn es immer mal wieder Wissenschaftler gibt, die ihre persönliche Forschung in den Himmel heben. Das hat psychologisch zu erklärende Gründe. 

Manche Menschen, die ihr Tun nicht verabsolutieren, haben Schwierigkeiten mit der Frage: Warum das alles, die großen Mühen und Entbehrungen, wenn das doch nur vergänglich ist. Aber das gibt es in jedem Beruf: der Glaube an seinem Tun, die Verabsolutierung des eigenen Tuns, um dieser Verzweiflung zu entgehen. Um so schöner ist es für einen Wissenschaftler, wenn er glaubend an sich viele um sich scharen kann. So in der Frage nach der Zukunft des Weltklimas – ein paar Genies können sogar Politiker um sich scharen. So werden Gelder frei gemacht, so sieht man, dass das eigene Tun sinnvoll ist: Menschen, ganze Völker werden erzogen. Ich, Super-Batman, leiste was zur Rettung der Welt: Leute verbietet CO2!

Und die Forscherkollegen, die nicht so sehr an das Ergebnis dieses Genies glauben wollen, haben schlechte Karten. Bis sich ein anderes Genie durchsetzt.  

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de