Glaube an Geister

Der Glaube an Gott, den Schöpfer, den Herrscher des Himmels und der Erde – ist zu abstrakt. Da sind dem Menschen vielfach die vielen kleinen Geister näher: Elfen zum Beispiel oder die Geister der Toten, die aufgeweckte Jungs „spirits“ nennen. Nun, das wird ja auch massiv gefördert durch Kinderfime (Bärenbrüder zum Beispiel) oder DS- und andere Spiele. Auch die Sterne leuchten in der Nacht so schön, wenn man sie denn vor lauter Straßenlampen sehen kann – und sie leuchten bestimmt auch in meinem Leben und führen es – nicht als einzelne Sterne, sondern sogar als Sternbilder. Und unsere Retter sind die Aliens, die Lebewesen auf den anderen Planeten, die uns mit ihren UFOs besuchen – nur den Eingeweihten sichtbar. Die haben vielerorts den Glauben an den edlen Wilden abgelöst. Die Engel – ja, die Engel. Die mächtigen Boten Gottes machen sich selbständig. Sie werden zu kleinen putzigen Putten – die mich aber retten sollen in schweren Zeiten. Und weil sie es einzeln wohl nicht so tun, muss man viele heranziehen. Vielleicht wissen es auch die Indianer besser, mit ihren Traumfängern, die so konstruiert werden müssen, dass sie böse Träume fernhalten. Übrigens: Die Totengeister dürfen nicht in die Häuser kommen, die auf einen ehemaligen Friedhof gebaut werden. Damit sie auch wirklich fernbleiben, muss ein ausgeklügeltes System angewendet werden – so sehr ausgeklügelt, dass eine Fachfrau gerufen wird: Die bösen Geister müssen draußen bleiben, aber die guten Geister dürfen nicht hinaus.

Geht der Glaube an Gott flöten, dann kommt die Geisterangst. / Geht der Frieden Gottes dem Herzen verloren, kommen die Albträume. / Sicher: Alb und Angst trifft jedes Herz. / Doch der Glaubende ruft: Herr, hilf!

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