Scharia

Angeblich wird in Deutschland in gewisser Weise schon die Scharia angewendet. Wie sieht es aber aus, wenn ein moslemisches Paar heiraten will – einer der beiden gemäß der Scharia und die andere nicht? Äh – die Frau würde nach „Schariarecht“ wahrscheinlich gar nicht erst gefragt werden, oder? Wie sieht es aus, wenn das Paar aus ihrem Land geflüchtet ist – darf es dann wählen, nach welchem Recht sie heiraten dürfen? Oder wenn sie liberale Moslems oder zum Christentum konvertiert sind, dürfen sie dann ebenso wählen? Ist das noch Recht, wenn man zwischen Rechtssystemen wählen darf? Ich bin kein Jurist – aber ich stelle mir vor, dass solch ein Recht, in dem manche wählen dürfen und andere nicht, nicht gerade dazu geeignet ist, gesellschaftspolitischen Frieden herzustellen. Doch wir sind ja inzwischen viel gewöhnt, so dass Recht und Gerechtigkeit juristisch gesehen ein unterschiedliches Paar Schuhe sind: Vor Gericht geht es um Recht – nicht um Gerechtigkeit. Man kann froh sein, wenn beide zusammenfallen. (Diese Worte sind nicht meinem hyperkritischen Geist zu verdanken, sondern ich habe das mal im Kontext eines Urteils irgendwo gelesen. Bei mir sind Erinnerungsvermögen und Vergesslichkeit leider keine zwei Paar Schuhe.) Wir sind viel gewöhnt, warum sollten wir uns nicht schon mal daran gewöhnen, dass Recht und Recht in unserem Land auch zwei Paar Schuhe sind? Ich habe den Eindruck, dass einige fleißig daran arbeiten.