Neue Weltordnung

In letzter Zeit liest man gehäuft von Bestrebungen, eine neue Weltordnung einzuführen, eine neue Weltwirtschaft, sogar von Weltregierung ist die Rede – und vom Weltretter. Dass in einer Zeit, in der alles am Wanken ist, diese Träume so sehr sprießen, ist verständlich. Vor allem, wenn man selbst die kleinsten wichtigen Dinge nicht mehr hinbekommt. Aber kommen diese Herrschaften nicht mal auf die Idee, dass sowas auch ein Albtraum sein kann? Sicher wäre es schön, wenn das Recht in aller Welt an unserem Rechtsverstädnis angeglichen werden könnte (hallo, Scharia-Freunde, seid gegrüßt!) – aber sieht da irgendein vernünftig denkender Politiker eine Chance? Wenn selbst die grundlegensten Menschenrechte ständig ausgehebelt werden? Nun, man möchte sagen: träumt weiter – aber diese Träume sind teuer, sehr teuer. Vor allem werden sie teuer, weil sich keiner mehr irgendwelchen diktatorischen Spinnern entziehen kann. Alles wird verkabelt, wird durchleuchtet, wird fotographiert, PC-gerecht gepresst, jeder bekommt eine Nummer, ist überprüfbar, jede Bewegung, jede Handlung – noch kann man sich dem entziehen – aber kann das wirklich ein schöner Traum sein, sowas weltweit durchzusetzen? Insofern ist das einzig Schöne – wie gehabt: die Arroganz-Babel-Türme werden immer zum Einsturz gebracht. Und was sagen wir zu Obama, der vor der Wahl gesagt hat: Lasst uns die Welt verändern! – Hoffen wir, es war Wahlkampfgetöse (frei nach Müntefering: Man darf Politiker nach der Wahl nicht an dem messen, was sie vor der Wahl gesagt haben) und nicht Allmachtsphantasie.  

Nachtrag: Ein Bericht über Sklaverei in der Gegenwart – selbst das konnte noch nicht verändert werden:

www.cicero.de/97.php?ress_id=15&item=3124