Acclamation – Bashing

Etwas, das ich nicht mag, ist, wenn alle über einen herfallen – oder alle vor einem niederfallen und ihm die Füße küssen. Und das gilt für alle Menschen. Es fehlt mir im Augenblick bei vielen zu sehr die politische Distanz. Der Kopf ist ausgeschaltet und das Gefühl regiert. Da, wo allein das Gefühl regiert, ist auch ein irrationaler Umschlag möglich, nicht korrigiert durch den Kopf. (Schnell werden „Hosianna-Rufe“ von „Kreuzigt-ihn-Rufen“ verdrängt.) Und Gefühl ist schnell zum Klingen zu bringen. Rhetoriker wissen wie das geht – auf Knopfdruck. Nur dann, wenn man den Kopf einschaltet, kann man klar genug sein, der puren Rhetorik nicht auf den Leim zu gehen. God bless America. Übrigens: Die Freude über einen neuen Herrscher steckt in uns Menschen wohl drin. Denn das kennt man schon aus der Antike.   

PS: Neulich wurde im Fernsehen gesagt, dass die USA nie weniger Ansehen in der Welt hatten als unter Bush. Wie schnell ist Carter vergessen und das Gelächter und Kopfschütteln über Clinton. Heute sprechen sie alle nur noch in Ehrfurcht von ihnen. Da hat Bush also in ein paar Jahren auch noch Chancen.