Jesus – Sohn Gottes

Was bedeutet das, wenn Christen sagen, dass Jesus Gottes Sohn ist? Im Neuen Testament (NT) gibt es dazu unterschiedliche Vorstellungen. Diese haben aber eines gemeinsam: Das NT zeigt, dass Gott sich in Jesus von Nazareth wiederfindet, sich mit ihm identifiziert, durch ihn spricht und handelt. Und zwar in einer unzertrennbaren Einheit, in einer einmaligen Einheit. Das hat mit Zeugung nichts zu tun. Jesus ist also nicht Sohn Gottes in der Weise, wie Zeus Söhne und Töchter hatte, gezeugt mit Menschentöchtern. Auch die handfesten hinduistischen Vorstellungen stehen nicht dahinter. Sondern: Gott, der Schöpfer, erschafft sich durch seinen Heiligen Geist in Maria als den Menschen Jesus von Nazareth. Nun, man mag das glauben oder nicht. Da sind sich Mohammed und so genannte Aufgeklärte einig – wenn man so will: mit Mohammeds Allah einig. Das abzulehnen bedeutet jedoch nicht größere Objektivität und Klugheit, sondern dahinter steht nur ein anderes Menschen- und Weltbild. Wenn Jesus Christus in dieser Weise hervorzuheben ist, dann hat auch er das letzte Wort, ist er Maßstab und Vorbild. Mohammed konnte das nicht stehen lassen, da ja sonst sein Wort nicht über alles stehen würde; der so genannte Aufgeklärte kann das nicht stehen lassen, weil er sich ja sonst an einem außer ihm liegenden Maßstab orientieren müsste. Hier stoßen Weltbilder aufeinander. Es geht nicht nur um die eigenartigen Vorstellungen der Christen. Man könnte ja sagen: Sollen die glauben, was sie wollen und wir Moslems und Aufgeklärte glauben, was wir wollen. An dieser Frage entscheidet sich eben alles – bis hin zur Ethik, der Einsatz für Menschen usw.