Glaube und Gesundheit 4

(Fortsetzung vom 31.10.) Ähnliches ist zum Gebet zu sagen. Ist Gebet Selbsthypnose? Ich kann mich selbst hypnotisieren – und ich kann beten. Selbsthypnose ist mit Hilfe von Techniken zu erreichen. Aber Gebet ist nach Außen gerichtet – und lässt diesem Gegenüber (Gott) die Möglichkeit, anders zu entscheiden als ich es selbst will. Darum auch hier: Zwischen Gebet und Selbsthypnose liegt ein himmelweiter unterschied. Wobei nicht geleugnet werden soll, dass es auch ekstatische „Gebete“ gibt, die wiederum mit Hilfe von bestimmten Techniken erreicht werden können. Aber das ist nicht mehr als Gebet im engen Sinn zu bezeichnen, als Gespräch mit Gott – und als eine Hineinnahme des Beters in Gott durch Gott. Das sind auch ganz andere Gefühlsebenen. Wobei das Beten „aus dem Heiligen Geist“ noch mal davon zu unterscheiden ist. Es sollte nicht mit dem ekstatischen „Gebet“ verwechselt werden, das man in sich hervorrufen kann. Denn der Geist Gottes kommt zu seiner Zeit von Außen auf einen zu und in einen hinein. Gefühlsmäßig mag das dann mit dem ekstatischen „Beten“ ein wenig verschwimmen – nur hat es eine andere Qualität. Das Erstgenannte „ekstatische Beten“ würde ich mit bewusste Freisetzung von körperimmanenten Drogen bezeichnen – die wir überall in animistisch geprägter Religiosität finden. Wieweit das wirklich gut ist, mögen Mediziner entscheiden – und gesundheitspolitisch einsetzen. Das Beten im Heiligen Geist kann nicht manipuliert werden – er kommt oder lässt es bleiben – und ist, meiner Erfahrung nach, ganz anders geprägt.