Glaube und Gesundheit 1

Es gibt eine Untersuchung, die das Wirken des Gebets ergründen soll. Drei Gebetsgruppen beten für 1200 Patienten. 600 Patienten wissen das, 600 Patienten wissen das nicht. Das Ergebnis: das Gebet hat keinen Einfluss auf die Gesundheit. Nun ist diese Untersuchung recht witzig. Stellen wir uns vor, alle wären gesund geworden – Folge wäre nicht, dass die Menschen auf die Knie fallen würden, um Gott zu danken. Es wäre ein wissenschaftliches Gerenne losgegangen: Die Macht der betenden Psyche müsste untersucht werden! Denn Gott gibt es ja wissenschaftlich gesehen gar nicht. Das Beunruhigende: Manchen der 600 Menschen, die von dem Gebet wussten, ging es schlechter. Wie das? Man vermutet, dass diese dachten: Wenn ich schon für das Gebet ausgesucht worden bin, wie schlecht muss es mir da erst gehen! Und das zeigt mir wiederum: Auf diese Weise kann Glaube nicht gemessen werden, weil er sozial ausgerichtet ist. Der Glaube ist immer ein Paket vielfältiger sozialer Beziehung. Und diese Beziehung auf einen Aspekt zu reduzieren, muss schief gehen. Denn wenn Glaubende füreinander beten, dann denken sie ja nicht: Wie schlecht muss es mir gehen, dass der andere für mich betet, sondern: Schön, dann stehen wir gemeinsam vor Gott und schauen mal kurz auf mich – nur als Beispiel.