Schönheit 4

(Fortsetzung vom 24.10.) Nach all der Schönheit – ich weiß, dass es auch Nicht-Schönes gibt. Auch das kann in die Seele dringen, es kann verletzen. Die Schönheit Gottes füllt seine Werke, doch sehen wir immer nur ein Zerrbild. Jedes Geschaffene ist vom anderen unterschieden, doch hat jedes einzelne Wesen und Ding ein wenig Anteil an der Schönheit Gottes – so sieht es der Weise Jesus Sirach (Kap. 42) – aber der Mensch kann seinen Anteil an Schönheit immer stärker dezimieren.

Kehren wir zurück zur Frage nach der Schönheit Gottes. Ich habe mal einen Artikel „Ästhetik“ geschrieben (Der Glaube der Christen. Ein ökumenisches Wörterbuch S.10.) Gottes „Reden und Handeln sind schön – seine Liebe, seine Menschwerdung, die Erhebung des Menschen. Damit ist ein Staunen über den einzigartigen Gott gegeben, das in der biblischen Sprache von der `Herrlichkeit Gottes´ seine Wurzeln hat … das Erkennen der `Schönheit´ Gottes hat jedoch seinen Ursprung nicht in sinnlicher Wahrnehmung, sondern ist durch das Wirken Gottes selbst gegeben. So können für Glaubende auch ambivalente Aspekte zur `Schönheit´ Gottes gehören (zum Beispiel das Kreuz und die unnahbare Herrlichkeit Gottes).“ (Fortsetzung folgt.)