Evolution und Wissenschaft 6

Fortsetzung vom 22.9.: Nun: Die altehrwürdige Royal Society war schon immer ein wenig sehr Darwinistisch. So hat sie so manche Leiche im Keller. Nennen wir zum Beispiel mal Francis Galton. Wer war dieser honorige Mann? Er forderte, in den wissenschaftlichen Spuren seines Vetters Darwin weiter gehend, als erster die Höherzüchtung von Menschen. Diese und andere Thesen werden Sozial-Darwinismus genannt. Hitler war in der Neuzeit nicht der erste mit solchen abstrusen Ideen. Sie wurden schon vorher von der (selbsternannten?) wissenschaftlichen Elite international gefördert. Soweit ich weiß, war Francis Galton nicht nur Mitglied in der Royal Geographic Society, sondern auch in der Royal Society und wurde 1902 von ihr mit einer Darwin Medaille geehrt. Kann mir einer der Leserinnen und Leser dieses Blogs sagen, ob sich die Royal Society dafür schon entschuldigt hat? (Vgl. Blogtext vom 18.9.08) – das entzieht sich nämlich meiner Kenntnis. Entschuldigen wofür? Für die Millionen von Toten – als Folge des Sozial-Darwinismus. Diese von Galton aufgestellten Thesen sind, um an den 18.9. anzuknüpfen, nicht Teil wissenschaftlicher Diskussion, sondern Ideologie, die Menschen erniedrigt und eine Elite über andere erheben soll. (Dazu s. mein Buch: „Wie Jesus zum Arier wurde“ die Exkurse 1 und 2.) Freilich ist das Wort „Entschuldigen“ auch hier fehl am Platz. Besser ist die Forderung, sich von solchen Thesen zu distanzieren und Unverständnis dafür zu zeigen, dass wissenschaftliche Vorfahren diese geehrt haben. Aber vielleicht hat die Royal Society das schon getan – doch noch einmal: Wer weiß mehr?