Evolution und Wissenschaft 5

In www.factum-magazin.ch/wFactum_de/ gelesen:

Die Debatte um Evolution und Kreationismus (Schöpfungslehre) ist in Grossbritannien neu entbrannt. Der Bildungsdirektor an der Akademie der Wissenschaften (Royal Society), Michael Reiss (London), hat sein Amt am 16. September niedergelegt. Reiss war zuvor von Naturwissenschaftlern wegen Äusserungen zum Kreationismus heftig angegriffen worden. In einem Vortrag in Liverpool hatte er Anfang September dafür plädiert, an Schulen nicht nur Evolution zu lehren, sondern auch die Schöpfungslehre zu diskutieren. Lehrer sollten kreationistische Vorstellungen nicht als „falsche Auffassungen“ ansehen, sondern als eine Weltanschauung behandeln. Reiss ist anglikanischer Theologe und Biologe und hat 20 Jahre lang als Lehrer gearbeitet. Seine schulische Erfahrung lehre ihn, dass das Beharren auf der Evolutionstheorie manche Schüler nicht überzeuge. Deshalb spreche viel dafür, zuzulassen, dass Schüler ihre Zweifel äussern. Das sei „keine revolutionäre Idee“ im naturwissenschaftlichen Unterricht. Seine Ausführungen entfachten einen Sturm der Entrüstung unter Naturwissenschaftlern. Der Mediziner und Nobelpreisträger Richard Roberts nannte die Ansichten von Reiss „schändlich“ und forderte seine Entlassung. Wie die Londoner Zeitung „Times“ weiter berichtet, stellte sich die Akademie der Wissenschaften zunächst hinter Reiss, liess ihn dann aber fallen, weil er unbeabsichtigt dem Ruf der Einrichtung geschadet habe. Man habe sich mit Reiss geeinigt, dass er seine Teilzeitstelle aufgebe. Rückendeckung erhielt Reiss vom Londoner Professor für Naturwissenschaft und Gesellschaft, Lord Winston, der der Akademie nicht angehört. Nach seiner Ansicht hat sich die Royal Society keinen guten Dienst getan. Reiss habe argumentiert, „dass wir uns mit falschen Vorstellungen von der Naturwissenschaft auseinandersetzen sollten – das sollte die Royal Society begrüssen“, erklärte Lord Winston.

Soweit zur „Toleranz“ von Evolutionisten, die vor wenigen Tagen hier im Blog angesprochen worden ist. Besonders hervorzuheben finde ich den Satz: Zweifel zu äußern sei keine besonders revolutionäre Idee. Nun denn: Vielleicht war es das mal nicht – doch nun muss alles im Gleichschritt marschieren. Oh, oh, Wissenschaft, wo marschierst du nur hin, wenn diejenigen, die Zweifel zulassen wollen, das Amt verlieren?

Fortsetzung folgt.