Atheismus 4: Dialog mit Atheisten

Es müsste nicht nur ein Dialog der Religionen propagiert werden, sondern auch ein Dialog der Religionen mit Atheisten. Das Problem ist ähnlich groß, wie das, vor dem unser Innenminister steht, wenn er Vertreter des Islam an den Tisch holen will: Wer vertritt wen? Wer wird von den eigenen Leuten als Verhandlungspartner akzeptiert? Wer schiebt sich nur als Verhandlungspartner in den Vordergrund – hat aber in eigenen Reihen nichts zu sagen? Was ist mit den vielen Menschen, die sich nicht von den Vertretern vertreten fühlen, sondern ihnen von Unwissenden nur zugeschoben werden? Das Bild atheistischer Lebenseinstellungen ist ähnlich dem der Religionen: vielfältig – nur ohne Gott – oder doch mit Gott – nur ohne den Gott der Tradition, welcher Tradition – oder neuzeitlicher Tradition mit pantheistischem Weltbild? Wie sieht es mit dem sogenannten Neuheidentum aus, das sich immer mal wieder zu formieren sucht? Nun, schon seit ca. 100 Jahren versucht man sich gegen die wüstenländischen Religionen (Judentum + Christentum – inzwischen kommt auch der Islam hinzu) abzugrenzen (darin ist man sich einig), indem man sich ohne ein einheitliches Bekenntnis zu sammeln sucht. Viele halten es nicht durch – und dann kommt dann der Naturalismus (gibt es den Naturalismus?) hinein oder ein europäisierter Buddhismus. Oh weh, mit wem spreche ich, wenn ich mit einem wahrhaften Atheisten reden will? Vielleicht mit einem, der gerade einen Bestseller veröffentlicht  hat – der muss es ja wissen.

Nun, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen – aber es hat Spaß gemacht.