Islam und Dialog 5: Grundlagen eines Dialogs

(Fortsetzung vom 27.8.) Dialog? Es bleibt viel zu tun. In der Nachfolge Jesu vor allem: in Liebe zu tun, aus dem Geist Jesu Christi heraus. Jesus tritt nun einmal für Ehrlichkeit ein. Auch hat er seinen Zeitgenossen gesagt, was Sache ist – mit seiner Meinung nicht hinterm Berg gehalten: ob Menschen es hören und am Tun sehen wollten oder nicht.

Natürlich müssen Menschen unterschiedlichster Religionen auch miteinander reden – und sich klar werden: mit welchem Ziel?

(a) ich interessiere mich ehrlich für den anderen (man fragt, um zu verstehen; man muss aber auch, um wirklich verstehen zu können, wahrhaftig diskutieren können)?

(b) ich möchte zuhören – auch, um zu sehen: Was könnte mich menschlich-religiös bereichern?

(c) müssen anliegende gesellschaftspolitische Probleme bewältigt werden?

(d) will ich den anderen vom eigenen Weg überzeugen (ist nicht von vorneherein abzulehnen – das versuchen ja Atheisten u.a. auch, nur denken sie, sie seien neutral)?

(e) will ich eine einheitliche Religion, eine Metareligion der Vernunft schaffen? 

Was ist sinnvoll? Was ist möglich? Was geht ohne Selbstaufgabe (manchmal wird falsche Selbstaufgabe mit Nächstenliebe verwechselt)? Habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen (weil ich der Vernunft-Begabteste aller Menschen bin)? Fragen über Fragen, weil man erst einmal selbst klären muss: Was will ich, wie geht es mir damit, wo stehe ich, welche verborgenen Gefühle und Gedanken schlummern und drängeln in mir, welche Traditionen und Ängste, welche Feigheit und (Selbst-)Vertrauen …

(Fortsetzung folgt.)