Islam und Dialog 4: Abrahamitische Religionen

(Fortsetzung vom 26.8.) Ist das ein Dialog, den wir brauchen? Nehmen wir Abraham als Beispiel, weil er von Jürgen Micksch in einem Heft dargestellt wird: Abrahamische und Interreligiöse Teams, Frankfurt/M 2003 [Interkulturelle Beiträge 21] – unterstützt von zahlreichen Organisationen, z.B. Gewerkschaften, der EKHN und Ministerien. In diesem Heft werden wunderschön Texte zitiert, in denen Abraham im Koran, im Alten und Neuen Testament genannt wird. Wenn der nicht gutgläubige Leser sich jedoch die Mühe macht, die Abraham-Texte in den Quellen zu lesen, muss er bass erstaunt feststellen, dass der gute Autor doch einige Aussagen weggelassen hat – gerade, sagen wir: manche Besonderheit der jeweiligen Religion. Zum anderen muss der Leser beachten, dass er die Worte nicht einfach so leicht interpretieren kann. Wenn im Koran steht: „Nehmt euch die Stätte Abrahams zum Gebetsort“ – dann klingt das freundlich neutral. Aber für Moslems ist das als Allahs Wort verbindliche Gegenwart für alle Menschen und nicht Vergangenheit. Preisfrage: Welche Stätte meint der Koran wohl? Es bleibt ein übles Geschmäckle, weil diese Vorgehensweise des Autors kaum den Dialog – sondern nur das Misstrauen fördert.

PS.: Jesus empfiehlt laut Johannesevangelium das Beten zum Vater in Geist und Wahrheit (Joh 4,23f.).

(Fortsetzung folgt.)

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