Gefühl, Denken, Rache und Liebe

Ein negatives Gefühl beeinflusst die Gedanken, bevor das Denken das Gefühl überhaupt wahrnimmt. Können Gedanken negative Gefühle beeinflussen? Aber wenn Gedanken die Gefühle gar nicht bemerken? Das ist eine Frage der Wahrnehmung: Das Denken muss sensibler werden für die Gefühle – auch die Körpergefühle. Erst dann können beide überhaupt erst miteinander kommunizieren. Die Frage bleibt: Bestimmt das Gefühl das Denken oder das Denken das Gefühl? Oder: Können negative Gefühle nur durch positive Gefühle verdrängt werden? Wenn dem so ist, dann ist das eine Frage der Grundeinstellung zum Menschen, zum Leben.

Warum so kompliziert, wenn es auch einfacher geht?: Rache ist ein Gefühl – Folge einer Kränkung vielleicht. Das Rachegefühl bestimmt das Denken. Dann sagt das Denken aufeinmal: „Oh, da ist ja ein Rachegefühl, das mich beeinflusst!“ Und dann muss das Denken das Rachegefühl fragen: „He, du, wo kommst du her?“ Dann antwortet das Rachegefühl: „Kränkung, Kränkung!“ Und das Denken sucht Auswege – aber das Rachegefühl braucht keine Argumente und kreischt weiter – wenn, ja wenn nicht was anderes dazu kommt: nennen wir es das seelische Gefühl: Liebe, Vergebung, Wunsch nach Frieden, Freiheit … Und dieses kann – ohne Argumente – das Rachegefühl langsam aber sicher zur Ruhe bringen.