Gedenktage

Gedenktage: Tage des Sieges und der Niederlage, der Freude und des Erschreckens – und häufig beides gleichzeitig. 6. August: Tag der Verklärung Jesu (Mk 9,2-10) – 1457 als Festtag übernommen, wegen dem Sieg über die Türken bei Belgrad; Bombenabwurf in Hieroshima 1945 – baldiges Ende des 2. Weltkrieges; Tag der Heimat – 1950 Charta der deutschen Heimatvertriebenen; 1965 Neues Bürgerrechtsgesetz in den USA, das das Wahlrecht Farbiger garantierte.

Trotz der Gedenktage: Wind weht über Felder wie eh und je, Bäume spenden Schatten, Kinder weinen und lachen, Vögel flattern eifrig hin und her, gurren, singen, zwitschern, Grillen zirpen – wie eh und je. 

Übrigens ist auch am 6.8.1926 die Schriftstellerin Christa Reinig in der ehemaligen DDR geboren. „Vor der Abfahrt“ heißt das Gedicht: „Sie kamen und suchten / unter der Bank, im Gepäcknetz / suchten sie jemand. / Danke, sagten sie zu mir. // Auf dem Dach, zwischen den Rädern / suchten sie jemand. / Unter meiner Mütze / suchten sie nicht. // Starr war die Erde. / Da nahm ich den Schnee. / In meiner Manteltasche / nahm ich den Schnee mit.“ (Gedichte, Frankfurt 1963)