Kairoer Erklärung der Menschenrechte

Ich wurde gefragt: Was ist die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“? (S. Text vom 5.8.) Dazu s. zur Einführung den gleichnamigen Artikel in wikipedia.org mit der Diskussion zu dem Artikel! Die deutsche Übersetzung finden Sie unter:

www.soziales.fh-dortmund.de/Berger/Forschung/islam/Kairoer%20Erkl%C3%A4rung%20der%20OIC.pdf.

Zu unterscheiden davon ist die Arabische Charta, die liberaler ist, aber auch unter der Scharia als Maßstab steht.

Hinweisen möchte ich ausdrücklich auf die zahlreichen Infos von www.csi.or.at.

Zum Sonntag 3

Ich wünsche Segen allen, die mit Angst auf ihr Ende blicken.

Ich wünsche Segen allen, die angstfrei und in gespannter Erwartung auf ihr Ende hinleben.

Ich wünsche Segen allen, die Geborgenheit und allumfassende Liebe nach dem Lebensende erwarten.

Allen wünsche ich seine Liebe und sein Licht und schon auf Erden einen, der dich begleitet.

Regenbogen, Gefühl und Geist

„Der Regenbogen war wunderschön!“ Selbst das Wort „wunderschön“ gibt das Gefühl nicht wieder, das ich hatte, als ich den Regenbogen gesehen, gespürt habe. Das Fühlen hat mehr – als sich denken bzw. in Worte fassen lässt. Darum kann das Gefühl auch durch Worte und Denken nur angeregt aber kaum verändert werden. Es kann nur von Innen heraus verändert werden, wenn man lernt – besser: darauf achtet – sein Gefühl zu fühlen. Für mich ist ganz wichtig, dass das unter der Anleitung einer außer mir liegenden guten Wirkmacht, die in meine tiefsten Tiefen eingreift, geschieht: dem Geist Gottes, die ergreifende Weite und Tiefe Jesu Christi.

PS: Das Denken ist so schlau – schlauer wird es, wenn es mühsam die Sprache des Gefühls erlernt. Und weiser wird es, wenn es die Sprache der Sehnsucht nach Gott in uns hören lernt.

Gefühl, Denken, Rache und Liebe

Ein negatives Gefühl beeinflusst die Gedanken, bevor das Denken das Gefühl überhaupt wahrnimmt. Können Gedanken negative Gefühle beeinflussen? Aber wenn Gedanken die Gefühle gar nicht bemerken? Das ist eine Frage der Wahrnehmung: Das Denken muss sensibler werden für die Gefühle – auch die Körpergefühle. Erst dann können beide überhaupt erst miteinander kommunizieren. Die Frage bleibt: Bestimmt das Gefühl das Denken oder das Denken das Gefühl? Oder: Können negative Gefühle nur durch positive Gefühle verdrängt werden? Wenn dem so ist, dann ist das eine Frage der Grundeinstellung zum Menschen, zum Leben.

Warum so kompliziert, wenn es auch einfacher geht?: Rache ist ein Gefühl – Folge einer Kränkung vielleicht. Das Rachegefühl bestimmt das Denken. Dann sagt das Denken aufeinmal: „Oh, da ist ja ein Rachegefühl, das mich beeinflusst!“ Und dann muss das Denken das Rachegefühl fragen: „He, du, wo kommst du her?“ Dann antwortet das Rachegefühl: „Kränkung, Kränkung!“ Und das Denken sucht Auswege – aber das Rachegefühl braucht keine Argumente und kreischt weiter – wenn, ja wenn nicht was anderes dazu kommt: nennen wir es das seelische Gefühl: Liebe, Vergebung, Wunsch nach Frieden, Freiheit … Und dieses kann – ohne Argumente – das Rachegefühl langsam aber sicher zur Ruhe bringen.

Alltagsrituale

Nicht zu verachten sind die Tätigkeiten des Alltags, die „automatisch“ getan werden. Ohne zu denken, greift man müde zur Zahnbürste und Zahnpasta, ohne nachzudenken, werden zahlreiche Schubladen und Türen geöffnet, um das Frühstück zuzubereiten … Was das bedeutet, wenn es nicht so geht, das merkt man dann, wenn man in einem fremden Haushalt das Frühstück zubereiten muss – das Gehirn wird schon am Morgen immens strapaziert. Nicht zu verachten sind auch die wiederkehrenden Worte: „Guten Morgen, gut geschlafen?“, „Tschüss, machs gut!“, und die gemeinsamen Rituale: Gemeinsames Frühstücken … Diese wiederkehrenden Handlungen und Worte entlasten, schaffen Vertrautheit, Miteinander, schaffen eine Basis, auf der man den Tag beginnt, durch den Tag geht und ihn abschließt. Wenn man allein ist, dann können diese Worte auch – modifiziert natürlich – wirksam werden: Man begrüßt sich im Spiegelbild, holt Luft, bevor man das Haus verlässt und sagt sich ein mutmachendes Wort … Doch manchmal werden diese Alltäglichkeiten leer, wirken wie hohl – wenn sie nicht mehr stimmig sind. Es liegt dann nicht an den Ritualen – wir selbst sind innerlich irgendwie durcheinander. Und daran muss man dann in aller Geduld arbeiten.    

Kreuzzüge und Hexenverbrennungen

Schon wieder den Vorwurf gehört: Christlicher Glaube – nein! … wegen Kreuzzügen und Hexenverbrennungen. Nun, die Nachgeborenen tragen nicht selten die Last der Vorfahren. Da Kreuzzüge und Hexenverbrennungen aber keine kirchlichen sondern gesellschaftspolitsche Ereignisse waren, fallen diese Vorwürfe auch auf die Ankläger selbst zurück: auch ihre Vorfahren waren Europäer. Kreuzzüge und Hexenverbrennungen sind gesellschaftspolitisch vielschichtig begründet. Gäben sich die Ankläger doch wenigstens mal die Mühe, die neueste Forschungsdiskussion zur Kenntnis zu nehmen! Aber so bleiben Kreuzzüge und Hexenverbrennungen sanfte Ruhekissen für Ankläger. Man muss nicht viel denken, sondern gegen den Glauben nur Schlagworte anwenden. Und weil die meisten Menschen kaum Ahnung haben, hat man so schnell Pluspunkte (Totschlagargumente) gewonnen.  

Übrigens: Gewalttaten im Namen Gottes zu verüben ist übel – das andere Extrem sind Feigheit und Duckmäusertum. Und ob beide, Gewalttäter und Duckmäuser, sich darum scheren, was Gottes Wille ist?   

Scherz

„Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie“ – so der Pflanzenphysiologe Ulrich Kutschera, der Geisteswissenschaft als Verbalwissenschaft bezeichnet – und Naturwissenschaft als Realwissenschaft (laut humanistischer pressedienst v. 2.7.2008 Nr. 4916). Kutschera ist als Vertreter der Evolutionstheorie im deutschsprachigen Raum einer der missionarischsten Gegner des sog. Kreationismus (es gibt einen Schöpfer) und der Intelligent Design Theorie (irgendwas muss hinter dem bewundernswerten Design der Natur stehen). Bei solchen Aussagen freut sich das Herz eines Geisteswissenschaftlers, denn es stellen sich automatisch Fragen ein: Hat Herr U.K. seine Aussagen auch im Lichte der Biologie gemessen? Welchen Stellenwert gibt er dann seiner Aussage? Ist der Denker mit Durchblick, U.K., der über Weltbilder, Religionen und Wissenschaften erhaben ist – nicht das verborgene Ziel der Evolution? Evolution hat ja kein Ziel: Ist er dann ihr Ursprung? Geht auch nicht. Nur eine Stimme, die ihre Überlebensnische sucht? Herr Galapagos-Fink, übernehmen Sie …

Macht euch die Erde untertan

Macht euch die Erde untertan … (1. Mose 1,28). Ein Wort, das dem frisch geschaffenen Menschen im Paradies von Gott zugesprochen wurde – begeisternd auch, weil dem Lustvolles vorangeht: Seid fruchtbar und mehret euch. Als der Mensch dann wegen ungebührlichen Verhaltens – einer Art Sucht nach Macht – aus dem Paradies vertrieben worden ist, hat er natürlich diese Aufträge sehr gerne mitgenommen. Seitdem versucht er Gott die Erde aus den Händen zu reißen und sich in Fragen der Sexualität nicht reinreden zu lassen. Und weil er unter seinem eigenen Tun leidet, klagt er immer wieder: „Dieser Auftrag, Gott, war gar nicht gut!“ Dass er ihn sozusagen aus dem Paradies ergaunert hat, dass er selbst für das Dilemma verantwortlich ist – das verdrängen wir mal lieber ganz schnell. 

Zum Sonntag 2

Ich wünsche Segen allen, die festen Boden unter den Füßen haben.

Ich wünsche Segen allen, die verletzlich sind und sich vom Leid anderer mitnehmen lassen. 

Ich wünsche Segen allen, die mit fröhlicher Leichtigkeit Leben. 

Mitleidende Bewunderung

Eine Kassiererin klagte der Kundin ihr Leid: „Viel zu viel Arbeit; es macht kein Spaß mehr.“ Die Kundin versuchte ihr mit guten Tipps zu helfen. Sie konnte freilich an den Arbeitsbedingungen nichts ändern – aber für small-talk-Hilfe an der Kasse waren ihre Aussagen wirklich gut. Als die Kundin sich abgewandt hatte, machte die Kassiererin einen unwilligen Gesichtsausdruck. Manchmal will man vielleicht nur bemitleidet werden – oder bewundert werden – oder beides gleichzeitig.