Ägypten – was wird aus dir?

 Als ich vor 14 Jahren in Ägypten war, sah man, dass koptische Einrichtungen geschützt werden mussten. Aber ich denke, dass die Angriffe eine andere Qualität erreicht haben. Weil die Christen auch verstärkt auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen? 

Infos aus: http://www.ead.de/gebet/aktuelle-anliegen/diese-woche.html

Die 45-jährige Koptin Bahya Nagui Al-Sisi ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil der Übertritt ihres Vaters zum Islam sie zu einer Muslimin machte. Zusammen mit ihrer Schwestern hatte man ihr vorgeworfen, Urkunden und Personalausweise gefälscht und bei der Heirat mit einem Christen eine falsche Religion angegeben zu haben. Auch im Fall der 14-jährigen Zwillinge Mario und Andrew Medhat Ramsis, ist gerichtlich gegen das Recht auf religiöse Selbstbestimmung entschieden worden. Sie wurden zu Muslimen erklärt. Das Gericht entschied, dass der muslimische Vater das Sorgerecht bekommen soll. Die Jugendlichen bekundeten, dass sie Christen sind und bei ihrer koptisch-orthodoxen Mutter bleiben wollen. Obendrein bekam die Mutter eine Geldstrafe von umgerechnet 1,260 Euro wegen angeblich öffentlicher Beleidigung ihres Mannes.  

Mohammed Ahmed Hegazy schwebt in akuter Lebensgefahr. Er wird von islamistischen Fundamentalisten, die seinen Glaubenswechsel zum Christentum als Verrat am Islam betrachten, bedroht und verfolgt. Seit er für sein Recht auf Religionsfreiheit öffentlich eintritt, muss Hegazy mit seiner Familie im Untergrund leben, da versucht wird, sie zu töten. In den letzten acht Monaten mussten sie fünfmal umziehen. Im Oktober ist ein Gerichtstermin anberaumt. Hegazys Bestrebung ist, mit seinem Schicksal auf die Probleme aller Konvertiten in Ägypten aufmerksam zu machen.

PS: Haben Sie schon mal den Muslim-Markt besucht?: http://www.muslim-markt.de/Palaestina-Spezial/demos/quds2008/quds_tag2008.htm Wie nett die Netzwerke. Und so freundlich, so nehmen die Moslems sogar Partei für Juden, wenn sie gegen Zionisten sind. Wahrscheinlich ist für sie jeder ein Zionist, der für Israel als eigenständigen Staat eintritt. Und die Abrüstung Israels wird gefordert – wie gut, dass wir die Palästinenser haben, die so friedlich und selbstlos gegen Waffen sind, die einem entwaffneten Israel natürlich kein Leids tun würden. Nun, dass sie sich gegenseitig ermorden, die paar Christen im Gazastreifen dransalieren, quälen – nun, das sind alles bedauerliche Einzelfälle. Und die Gelder aus Europa – die werden natürlich!, selbstverständlich! wie kann man nur anderes denken! allein ausgegeben, um das Land wirtschaftlich auf Vordermann zu bringen.  Wie konnten wir nur jemals was anderes vermuten! Und da die Millionen aus Europa noch zu wenig sind, kann es leider noch nicht so paradiesisch sein. Also: Mehr Geld für Gaza!   

Fragen über Fragen 2

In mir sieht es fröhlich – ja, glücklich, hell aus.

In mir sieht es eher ein wenig dunkler, melancholischer, suchender, einsamer aus.

In mir sieht es alltäglich aus, ohne positive und negative Höhe- bzw. Tiefpunkte.

In mir sieht es gar nicht irgendwie aus – alles kreist nur um ein Problem, um eine Sorge, um einen Schmerz.

Wie auch immer ich mich jetzt in diesem Augenblick sehe – was wünsche ich in mir zu sehen?

(Fortsetzung folgt.)

Unsere Heuschrecken

Im Frühsommer sprosste das Gras im großen Terrarium. Üppig und hoch wurde es. Der Sohn fand in einer Tierhandlung fünf Heuschrecken. Er setzte sie zu dem Gras. Sie begannen zu fressen – aber schon nach wenigen Tagen war alles Gras – nicht etwa gefressen, es war braun, lag am Boden, war noch da aber zerstört. In kurzer Zeit war alles schöne lebendige Grün weg. Wie machen die das? Weiß jemand, wie die Heuschrecken solche Zerstörungskraft ausüben? Sind das die Ausscheidungen? (Weitere unbeantwortete Fragen: Blog vom 30.9. und 23.9. Kennt jemand die Antworten?)

PS: In Kenia sind Gottesdienstbesucher von moslemischen Jugendlichen überfallen worden, die Kirche wurde zerstört, ähnlich in Nordnigeria. Terrordrohungen in Ägypten gegen Klöster; Iran und Algerien: Gesetze gegen Konvertiten geplant und zum Teil schon durchgesetzt. Zum Teil mit Todesstrafen. Meine Güte, was haben Muslime Angst vor den wehrlosen Christen. Nun, wenn die Berichte stimmen, dass mancher Muslim Christ wird, weil ihm Jesus Christus im Traum erscheint, dann haben sie was zu fürchten – aber sie müssten wissen, dass sie dann nicht gegen Christus ankommen. Aber sie denken wohl nicht.

PSPS: Mit einem Lied, das indische Gottheiten herbeirufen soll, ist an der Universität Heidelberg eine internationale Konferenz über Rituale eröffnet worden, so Factum-magazin.ch. Tipp fürs nächste Mal, das Gebet, den Schlachtruf: „Allahu akbar“ rufen (rituell: 3x) oder stehend, hoch erhobenen Hauptes und frei singen: „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit …“ (Evangelisches Gesangbuch 262). Das Letztgenannte geht nicht, nein, das geht doch wirklich nicht. Was sollen die anderen Religionen denken!

Siehe auch: www.wolfgangfenske.de; www.literarisches.wolfgangfenske.de

Glauben an die Wirtschaft

In München sagte vor Jahren mal ein junger, aufstrebender, dynamischer Wirtschaftswissenschaftler in einer Vorlesung, dass nicht die Religionen die Welt mit der richtigen Ethik beglücken würden, auch nicht den Frieden bringen könnten, sondern nur die Wirtschaft. Ob er das immer noch so sieht? Wahrscheinlich. Denn es könnte sein, dass er die ganzen Steuerhinterziehungen, Korruptionen, Bankenzusammenbrüche als Selbstreinigungskonzept der edlen Wirtschaft interpretiert – und die vielen Entlassungen als notwendiges Übel. Wendig wie BP, Shell und co. ihre Benzinpreise verteidigen, so wird auch er Wege finden, seinen Idealismus zu nähren. Nun, jeder braucht etwas, woran er glauben kann … – und sei es an glorifizierte menschliche Unvollkommenheiten.

PS: Hat jemand Lust die Bananenverordnung der EU zu lesen? http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31994R2257:DE:HTML

Glauben an die Ethik

Es geht darum, dass in Berlin Ethikunterricht den Religionsunterricht ersetzt, statt wie in anderen Bundesländern neben Religion angeboten wird. Dagegen wendet sich eine Bürgeraktion „ProReli“. Einige haben jedoch etwas gegen Religion – warum auch immer. Aus: www.pro-medienmagazin.de:

> Neben der Initiative „Pro Reli“ hat sich mittlerweile auch eine gegen das Volksbegehren gerichtete Initiative „Pro Ethik“ gegründet, die unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), steht und von SPD, Linkspartei, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) sowie weiteren Organisationen unterstützt wird.<

Als hätten die ProReli-Leute was gegen den Ethik-Unterricht, im Gegenteil. Dass aber diese ProEthik-Leute was gegen den Religionsunterricht haben, lässt sich angesichts der massiven Attacken nicht leugnen. Es finden heute überall weltanschaulich-ideologische Grabenkämpfe statt. Über atheistische Mission habe ich schon geschrieben (links in der Leiste unter Kategorien „Atheismus“ anklicken). Ob diese ProEthik-Leute wirklich glauben, ihre Meinung, ihr Ethikunterricht sei neutraler als der Reli-Unterricht? An etwas muss wohl jeder glauben. Ich habe auch unter so manchem Religionsunterricht gelitten – das lag aber an den Lehrern. Und auch das Wohl des Ethikunterrichts hängt von den Lehrenden ab. Übrigens: >So warf der ehemalige PDS-Bundestagsabgeordnete und evangelische Pfarrer Willibald Jacob dem Religionsunterricht vor, „unter der Hand zur missionarischen Veranstaltung zu werden“.< Da fragt doch der Leser: Was hat der denn für einen Religionsunterricht gemacht? Für wen wirbt er jetzt „unter der Hand“?

PS: Ein Tipp:  http://wiedenroth-karikatur.de/02_AktuKariListeText.html

Zum Sonntag 10

Ich wünsche Segen allen, die mit der ihnen anvertrauten Macht verantwortungsvoll umgehen: Eltern, Lehrern, Ärzten, Beamten, Politikern, Journalisten, Schriftstellern, Seelsorgern …

Ich wünsche Segen allen, die mit den ihnen anvertrauten Geldern sorgfältig umgehen.

Ich wünsche Segen allen, die die Gaben, die ihnen anvertraut sind, selbstbewusst und liebevoll einsetzen: für diejenigen, die kochen, backen, putzen können, allen, die gut feiern können, Blumen arrangieren, zuhören, ermutigen …

PS: Heute feiern wir Ernte-Dank. Damit bekennen wir: Trotz allen Mühen und allen Sorgen sind wir von Gottes Liebe, Gnade und Nähe abhängig. Dass es Gottes Liebe, Gnade und Nähe sind, von denen wir abhängig sind, macht uns trotz unseren Mühen und Sorgen dankbar. Wenn ich noch mal anfangen könnte zu leben, würde ich dankbarer sein (Chrysostomos?) – wer auch immer es gesagt hat: Ich höre nun auf zu reflektieren, um Gott zu danken.

Narbenliteratur

In der Zeitschrift „mut – Forum für Kultur, Politik und Geschichte“ (Nr. 449, 2005) fand ich einen Beitrag von Alexander Saechtig über China, darin vor allem über den Schriftsteller Ba Jin. Es geht um Narbenliteratur, Literatur, die Narben verarbeitet, die die Kulturrevolution verursacht hat:  

> Laßt auf keinen Fall noch eine „Kulturrevolution“ über unser Land hereinbrechen, denn eine zweite Katastrophe wäre der absolute Untergang unserer Nation. Mir geht es hier nicht im geringsten darum, die Leute mit Schauergeschichten in Angst und Schrecken zu versetzen, doch immer noch er­scheinen die vergangenen Ereignisse vor zwanzig Jahren vor meinen Augen. Diese unendlich lange, elende, unvergeßliche Zeit, die unmenschlichen Beleidigungen und Peini­gungen jeglicher Art an meinen Landsleuten, dieses Riesenchaos, in dem man Recht in Un­recht verkehrte, aus Weiß schwarz und aus Schwarz weiß machte, zwischen Loyalität und Verrat nicht trennte und Wahrheit und Falschheit kaum voneinander zu unterschei­den waren, und dann noch die nicht enden wollenden Justizirrtümer, das ganze nicht wieder gut zu machende Unrecht! Wie sollten wir dies alles völlig aus dem Gedächtnis strei­chen, die Menschen nicht mehr darüber spre­chen lassen, so daß zwanzig Jahre später nochmals eine „Kulturrevolution“ entfacht wird, mittels derer neuer Streit entsteht, der große Unruhe über die chinesische Nation bringt?! Manch einer sagt: „Es soll noch ein­mal passieren? Unmöglich!“ Darauf möchte ich eine Frage stellen: „Warum ist es unmög­lich?“ In den letzten Jahren habe ich wieder­holt über diese Frage nachgedacht und ge­hofft, eine klare Antwort darauf zu finden: Möglich oder unmöglich? Erst mit einer Ant­wort brauchte ich mich nachts nicht mehr vor schrecklichen Träumen zu fürchten. Aber wer kann mir garantieren, daß die Katastrophe, die vor zwanzig Jahren über uns hereinbrach, sich unmöglich noch einmal ereignet?  <

Auch in anderen Kulturen denkt man über gesellschaftspolitische Katastrophen nach. Das ist nicht neu – aber es zu beachten, ist das auch nicht neu? Wir Kreisen doch zu sehr um uns selbst.  

Tag der – was?

Den Tag der Deutschen Einheit als Tag der Offenen Moschee zu wählen – dazu gehört schon eine ganz gehörige Portion – wie soll ich sagen – politischen Selbstbewusstseins. Vor allem, weil der Tag der Deutschen Einheit ein Tag der Deutschen Freiheit ist und nicht des Gesetzes und der Gesetzlichkeit. Selbstbewusstsein kann ja auch sonst unseren mohammedanischen (s. Blog: 16.9.) Mitbürgern nicht abgesprochen werden. Gestern wies ich auf die Gelder der EU an die Türkei. Kewil (fact-fiction.net) weist darauf hin, dass in Deutschland zahlreiche Moscheen durch die DITIB = türkisches Religionsministerium finanziert werden. Jetzt wissen wir, wo die EU-Gelder bleiben. Ebenso faszinierend finde ich die Nachrichten, die vor den Olympischen Spielen publik gemacht wurden, dass das Deutsche Entwicklungsministerium Projekte in China finanziert – einem nicht gerade armem Land, das seine Gelder auch (nicht zuletzt für Industriespionage deutscher Produkte) auszugeben weiß. Nun, bevor man sich resigniert amüsiert: angeblich sind es Umweltschutz- und Menschenrechtsbezogene Projekte, die den chinesischen Politikergenossen nicht so sehr am Herzen liegen – vielleicht nur dann, wenn die Bestechungsgelder fließen. Man möchte so gerne mal in den Köpfen mancher Leute stecken und sehen, was sie sich bei all den großzügigen Ausgaben von Steuergeldern denken. Ein besonderes Erlebnis ist es: Gar nicht zu denken. Man muss es nur mal ausprobieren. Es tut gut. Wirklich.     

PS: Seite orthodoxer koptischer Christen in Deutschland: www.dasistjesus.de/ Zu beachten ist dort auch das „Forum“!

EU 2

(Bezug nehmend auf den Beitrag vom 2.10.) Natürlich muss sich die EU gut verkaufen (damit meine ich: sich gut in der Öffentlichkeit darstellen), aber das tut sie doch nicht durch Propaganda und Schönrednerei, sondern durch solide Arbeit, die den Menschen in der EU hilft. Klassische Diktaturen versuchen es mit Gewalt, ist die EU auf dem Weg dahin – mit Hilfe von Geld? Man soll ja Diktaturen nicht unbedingt Böswilligkeit unterstellen. Alle – außer irgendwelchen afrikanischen Potentaten – wollen „Gutes“. Wobei der Diktator und seine Clique bestimmen, was „gut“ ist. In dem Sinne wollte Hitler Gutes, Stalin und co. wollten Gutes, Mao wollte Gutes, und ich muss gestehen: auch die Mittelalterliche Kirche wollte nur Gutes für ihre Schäfchen, islamische Potentaten wollen nur Gutes … Nur wenn das, was eine Clique als Gut bestimmt, allen aufgezwungen werden soll, dann bekommt man Bauchschmerzen. So wichtig die EU ist – ich bin wirklich der Meinung, dass sie für Europa sehr notwendig ist – aber hoffentlich klopfen ihr bei solchen Bestrebungen immer genügend Menschen rechtzeitig auf die Finger. Übrigens auch bei den Machenschaften um Irland: Geld, Geld, Geld – falls sich die Leute nicht kaufen lassen: Drohungen, falls diese nicht helfen, dann Denunziation der EU-Gegner, falls das nicht hilft: großmütige Aussagen: die Wähler wussten nur nicht worum es geht (auf deutsch: die Wähler sind doof! – denn warum unterstellt man den Gegnern Unkenntnis und nicht auch den Befürwortern?), falls das nicht hilft: Missachtung des Willens der Bürger, solange wählen lassen bis keiner mehr hingeht, außer diejenigen, die in der Regierung dem Vorhaben wohlwollend gegenüberstehen – oder nur das Parlament abstimmen lassen nach dem Motto: Jeder darf frei wählen – aber eingebunden in den Willen der Partei.