Selbstzensur2

Es ist gefährlich, was anderes zu denken als alle denken, sagte er.  Dann sagte er fröhlich: Die Gedanken sind frei … Da kam der kleine Selbstzensor und – schwupps, weg waren sie – die freien Gedanken.

PS.: Noch immer: 35% der Menschen wagen es nicht, „nein“ zu sagen, wenn es darum geht, auf Befehl Menschen zu quälen: www.welt.de/vermischtes/article2487625/Wie-normale-Menschen-zu-Folterknechten-werden.html Wie würde ich reagieren? Und ich befürchte: In einer Gruppe würden noch mehr mitmachen. — Auf Anfrage zu Köln: Was da am Samstag (20.9.) abgelaufen ist, dazu finden sich viele Erlebnisberichte, Beurteilungen und Videos auf www.pi-news.net. Um es wieder zu sagen: Es wäre schön, wenn auch andere Medien auf das undemokratische Verhalten hinweisen würden. Vor allem werden alle gutmeinenden, friedliebenden Demonstranten, die ihre Meinung gegen die Kongressteilnehmer kundtun wollten, auch nicht ernst genommen, wenn ihre freie Meinung mit undemokratischen Mitteln unterstützt wird.   

Selbstzensur1

Als sich ein pensionierter Theologe frömmer äußerte als die Frömmigkeitszensoren es erlauben, sagte ein Kollege: Der ist pensioniert – jetzt kann er das sagen.

Man reibt sich verwundert die Augen und denkt: Was für arme Kreaturen sind doch die Selbstzensoren.

PS: In einem Blog fand ich den Hinweis auf das Interview mit einem höchstrangigen Demokraten, der das sagt, was in meiner Predigt angesprochen wurde: Was ich sage, das muss demokratisch verteidigt werden. Was Andersdenkende sagen, muss verhindert werden – aber gleichzeitig müssen Probleme ernst genommen und diskutiert werden: www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/850025/ Überrascht, wer dieser Demokrat ist? Nicht wirklich, oder?

Tod oder Leben

Auf der Seite www.derkleinegarten.de gibt es eine Fülle an Informationen rund um das Thema Bestattungen. Es werden Symbole auf den Grabsteinen erklärt usw. Kritisch aber argumentativ setzt sich der Autor der Seite mit „Ruhestätten im Wald“ auseinander. Was mir jetzt jedoch wichtig ist – und diese Beobachtung habe ich auch gemacht, als ich mit Schülerinnen und Schülern einen Friedhof besucht habe: Die Menschen kennt keiner von uns. Aber die Symbole auf dem Grab bezeugen etwas: Kreuze verschiedenster Art bezeugen Leiden und Auferstehung; Trauben können auf das Wort Jesu weisen: Ich bin der Weinstock ihr seid die Reben – auch die Verstorbenen sind Teil von Jesus; die Ähren können auf das Wort Jesu weisen: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt … – Auferstehung gibt es nur durch das Sterben. Die betenden Hände zeugen vom Vertrauen zu dem, dem der Verstorbene begegnen wird. Das haben wir herausgefunden. Und der Autor der genannten Seite schreibt: „Der christliche Friedhof ist ein Ort der Trauer, Besinnung, Hoffnung und ein Ort der Verkündigung. In unserer kulturellen Tradition ist der Friedhof ein Begräbnisort, ein Gedenkort zur Trauerbewältigung, aber auch ein Ort der Verkündigung der Auferstehung Jesu (…) jeder Einzelne sollte darüber nachdenken, an wen und an was sein Denkmal einmal erinnern soll …“. Den Menschen hinter meinem Namen auf dem Grabstein wird bald keiner mehr kennen. Doch das Symbol kann weiterweisen auf den, der Leben schenkt. Auf dem Friedhof war auch ein Grabstein, an dem Teile eines PC hingen. Er war PC-Fan. Nun: Er war. Da ist nichts mehr, das von einem „er ist“ Zeugnis gibt, wie die Grabsteine mit Kreuz, Traube, Ähre.

Evolution und Wissenschaft 7

Evolution kennt keine Toleranz – darf man sie dann von deren Vertretern fordern? Evolution kennt Vieles nicht: Woher kommen wir Menschen? Bösartige sagen kurz: Unfall der Natur, neutrale sagen: aus irgendwelchen chemischen Zusammensetzungen. Was sind wir Menschen? Typen, die allein und ziellos durchs Leben laufen: mal sozialer, mal nicht. Wohin gehen wir Menschen? Ins Nichts – nicht das Nichts des Nirwana, einfach zersetzt – und ab in den nächsten Wurm, Baum oder sonstwas. Kurz: Evolutionstheorie kann letztendlich jeden Menschen depressiv machen. Da meint es Gott doch gut mit uns Menschen, wenn er sagt: >Ich habe dich geschaffen!< Wenn er sagt: >Ich begleite dich!< Wenn er sagt: >Komm zu mir, Menschenkind!< Der Gott, den Jesus Christus Vater nennt, ist Liebe. Für einen, der diesen liebenden Gott kennengelernt hat, ist die reine Evolutions-Lehre doch recht defizitär.    

Evolution und Wissenschaft 6

Fortsetzung vom 22.9.: Nun: Die altehrwürdige Royal Society war schon immer ein wenig sehr Darwinistisch. So hat sie so manche Leiche im Keller. Nennen wir zum Beispiel mal Francis Galton. Wer war dieser honorige Mann? Er forderte, in den wissenschaftlichen Spuren seines Vetters Darwin weiter gehend, als erster die Höherzüchtung von Menschen. Diese und andere Thesen werden Sozial-Darwinismus genannt. Hitler war in der Neuzeit nicht der erste mit solchen abstrusen Ideen. Sie wurden schon vorher von der (selbsternannten?) wissenschaftlichen Elite international gefördert. Soweit ich weiß, war Francis Galton nicht nur Mitglied in der Royal Geographic Society, sondern auch in der Royal Society und wurde 1902 von ihr mit einer Darwin Medaille geehrt. Kann mir einer der Leserinnen und Leser dieses Blogs sagen, ob sich die Royal Society dafür schon entschuldigt hat? (Vgl. Blogtext vom 18.9.08) – das entzieht sich nämlich meiner Kenntnis. Entschuldigen wofür? Für die Millionen von Toten – als Folge des Sozial-Darwinismus. Diese von Galton aufgestellten Thesen sind, um an den 18.9. anzuknüpfen, nicht Teil wissenschaftlicher Diskussion, sondern Ideologie, die Menschen erniedrigt und eine Elite über andere erheben soll. (Dazu s. mein Buch: „Wie Jesus zum Arier wurde“ die Exkurse 1 und 2.) Freilich ist das Wort „Entschuldigen“ auch hier fehl am Platz. Besser ist die Forderung, sich von solchen Thesen zu distanzieren und Unverständnis dafür zu zeigen, dass wissenschaftliche Vorfahren diese geehrt haben. Aber vielleicht hat die Royal Society das schon getan – doch noch einmal: Wer weiß mehr?

Evolution und Wissenschaft 5

In www.factum-magazin.ch/wFactum_de/ gelesen:

Die Debatte um Evolution und Kreationismus (Schöpfungslehre) ist in Grossbritannien neu entbrannt. Der Bildungsdirektor an der Akademie der Wissenschaften (Royal Society), Michael Reiss (London), hat sein Amt am 16. September niedergelegt. Reiss war zuvor von Naturwissenschaftlern wegen Äusserungen zum Kreationismus heftig angegriffen worden. In einem Vortrag in Liverpool hatte er Anfang September dafür plädiert, an Schulen nicht nur Evolution zu lehren, sondern auch die Schöpfungslehre zu diskutieren. Lehrer sollten kreationistische Vorstellungen nicht als „falsche Auffassungen“ ansehen, sondern als eine Weltanschauung behandeln. Reiss ist anglikanischer Theologe und Biologe und hat 20 Jahre lang als Lehrer gearbeitet. Seine schulische Erfahrung lehre ihn, dass das Beharren auf der Evolutionstheorie manche Schüler nicht überzeuge. Deshalb spreche viel dafür, zuzulassen, dass Schüler ihre Zweifel äussern. Das sei „keine revolutionäre Idee“ im naturwissenschaftlichen Unterricht. Seine Ausführungen entfachten einen Sturm der Entrüstung unter Naturwissenschaftlern. Der Mediziner und Nobelpreisträger Richard Roberts nannte die Ansichten von Reiss „schändlich“ und forderte seine Entlassung. Wie die Londoner Zeitung „Times“ weiter berichtet, stellte sich die Akademie der Wissenschaften zunächst hinter Reiss, liess ihn dann aber fallen, weil er unbeabsichtigt dem Ruf der Einrichtung geschadet habe. Man habe sich mit Reiss geeinigt, dass er seine Teilzeitstelle aufgebe. Rückendeckung erhielt Reiss vom Londoner Professor für Naturwissenschaft und Gesellschaft, Lord Winston, der der Akademie nicht angehört. Nach seiner Ansicht hat sich die Royal Society keinen guten Dienst getan. Reiss habe argumentiert, „dass wir uns mit falschen Vorstellungen von der Naturwissenschaft auseinandersetzen sollten – das sollte die Royal Society begrüssen“, erklärte Lord Winston.

Soweit zur „Toleranz“ von Evolutionisten, die vor wenigen Tagen hier im Blog angesprochen worden ist. Besonders hervorzuheben finde ich den Satz: Zweifel zu äußern sei keine besonders revolutionäre Idee. Nun denn: Vielleicht war es das mal nicht – doch nun muss alles im Gleichschritt marschieren. Oh, oh, Wissenschaft, wo marschierst du nur hin, wenn diejenigen, die Zweifel zulassen wollen, das Amt verlieren?

Fortsetzung folgt.

Zum Sonntag 8

Ich wünsche Segen allen Wissenschaftlern, die kritisch suchen und sich nicht mit dem Erreichten zufriedengeben.

Ich wünsche Segen allen wirklich Freien, die sich von Mehrheiten nicht einschüchtern lassen.

Ich wünsche Segen allen Staunenden, dass sie dem Schöpfer mit erhobenem Kopf und Herzen loben.

Signal von Köln

Von Köln geht ein Signal aus an unsere lieben Muslime / Moslems / Mohammedaner / Islamer und -Innen: Wir haben euch alle lieb. So lieb, dass wir euch sogar mit Gewalt, Lüge, Propaganda und auf Kosten der Meinungsfreiheit verteidigen. Ihr werdet euch zu bedanken wissen. Vor allem auch die für die Einhaltung der Menschenrechte hochberühmten Staaten wie Malaysia, Türkei, Iran, die sich tapfer an die Seite der Verteidiger der offiziellen Einheitsmeinung gestellt haben – die werden vor lauter Dank breitbeinig durch die Weltgeschichte schreiten. Mir mögen die stolzen Menschenrechtsverteidiger – wie Algerien, Afghanistan, Irak, Ägypten, Saudi Arabien, Libyen, Indonesien – entschuldigen, wenn ich nicht mitbekommen haben sollte, dass auch sie sich auf die Seite der guten Kämpfer gestellt haben.

PS: Manche wissen nicht, was in Köln seit Wochen vor sich geht. Ein Tipp – sehr emotional – aber was bleibt manchem anderes übrig, als mit Worten seinem Zorn Ausdruck zu verleihen oder seine Traurigkeit angesichts des Zustands unserer Demokratie, weil andere eben die geballte Macht einsetzen: www.fact-fiction.net. Ich weise auf diese Seite hin, weil hieran deutlich wird, wie sehr öffentliche Medien sich von der Propaganda einspannen lassen und damit auch Teil der Propaganda sind. Man mag zu ProKöln stehen wie man will – aber das Grundgesetz sieht vor, dass jeder seine Meinung äußern darf. Und das steht auf der Kippe. Man merkt das auch an ganz anderen Themen. Jeder, der ein wenig vom Mainstream abweicht, wird diffamiert – irgendwann wird es auch der letzte merken. Spätestens dann, wenn er Angst bekommt, den Mund aufzumachen.  

Nachtrag: Ich sehe, dass sich auch andere unwohl fühlen. So war die Tagesschau vom Samstag ziemlich neutral und ließ Gegenstimmen Raum, die FAZ ist kritisch und ebenso ein wenig welt online. Hoffentlich wagen sich immer mehr aus der Deckung, die Demokratie ist ein zu kostbares Gut, das nicht von Machthabern (z.B. OB Schramma und seine Mannen) und Mainstream Medien beherrscht werden darf.     

Evolution und Wissenschaft 4

Neugier über den Menschen und Staunen über die Wunder der Erde, der Welt – und das Fragen findet kein Ende. Doch wer nur die immanente Welt sieht – und nicht mehr nach der transzendenten Welt fragt (wer nur das Sichtbare sieht – und nicht mehr den dahinterstehenden Gott, die Kraft, die Energie, die Person* Gottes), der wagt nicht weiterzufragen. Das ist wie einer, der in einem Raum lebt und darin ganz glücklich ist, jedes Detail des Raumes zu kennen meint, aber nicht danach fragt: Wie kommt es eigentlich zu diesem Raum? Man möchte am Liebsten die Glücklichen wachrütteln und sagen: Leute, schaut weiter, staunt und fragt weiter! Leider ist aber die Lebenszeit zu kurz, mag einer antworten, und man hat genug mit dem sichtbaren Raum zu tun und kann sich auch nicht noch um das Drumherum kümmern. Manche könnens. Gott sei Dank. (* Person heißt hier nicht „Mensch“, sondern zielgerichteter, liebender Wille. Denn nach der unpersönlichen Kraft, der Energie, die das Universum „zusammenhält“ wird ja mit Hochdruck geforscht.) 

PS: Um Teheran gefällig zu sein, setzte Brüssel iranische Oppositionelle auf die EU-Liste terrorverdächtiger Gruppen – und ließ die Fachleute für Felder und Wiesen (Agrarminister) ohne weitere Debatte darüber abstimmen. Juristen in ganz Europa sprechen von einem Bruch fundamentaler Menschenrechte: www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,578724,00.html.

Evolution und Wissenschaft 3

Die Evolutionstheorie wird es schwer haben, sich wirklich durchzusetzen, weil der normale menschliche Verstand nicht darauf programmiert ist, etwas wirklich als Zufall anzusehen, nicht darauf programmiert ist, Kommendes als nicht zielgerichtet anzusehen. Seit Jahrmillionen sehen Menschen: alles kommt von irgendwas – denken Menschen: alles geht auf ein sinnvolles Ziel zu. Und seit ca. 200 Jahren sagen einige: Alles falsch! Alles ist Zufall und alles ist ohne Ziel. Und selbst diese paar Zeitgenossen kommen nicht ohne religiöse Sprache aus. Und darum können diejenigen ganz gelassen sein, die Gottes Kraft erlebt, erfahren haben und aus ihr leben. Freilich erklärt das auch die Aggressivität, in der Evolutionstheoretiker manchmal keine andere Meinung neben sich dulden. Die Christenheit hat diese Phase hoffentlich hinter sich gelassen.  

PS: Erdogan forderte laut Handelsblatt in Straßburg vor dem Europarat die westlichen Staaten dazu auf, die dort lebenden Muslime besser zu integrieren. Auf den Schutz von Menschenrechten und religiöser Minderheiten in der Türkei sei er nicht eingegangen. — Ich frage mich: Ist er bei seinen Worten eigentlich vor Scham rot geworden? Ich befürchte nicht.