Ein Cent

Einer ging durch die Stadt. Da stand ein Mann an der Hauswand und bat um Nahrung. Einer ging weiter. Er sah ein Kind allein herumirren. Einer sah weg und ging weiter. Er sah eine Mutter mit Kinderwagen an einer Treppe stehen, sie kam nicht runter. Einer sah und ging weiter. Eine verwirrte alte Frau stand am Straßenrand. Einer sah und ging weiter. Einer sah einen Cent auf der Straße liegen. Einer sah ihn, bückte sich und hob ihn auf. Da sagte der unsichtbare Begleiter zu Einer: Ist der Cent für dich mehr Wert als diese Menschen? (2008)

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Heute einmal ein Segen am Dienstag

Ich wünsche Segen allen,
die in der Unruhe des Herzens und in ansteckender Hektik leben,
dass sie Ruhe finden:
Momente der Ruhe, Raum der Ruhe, Ruhe in Gott, in sich selbst.

Ich wünsche Segen allen,
die in Dunkelheit leben, in Schwermut, Schwere und Angst,
dass sie Licht finden:
Momente der Freude, Raum der Stille, Licht in sich – überflutendes Licht Gottes. (Beitrag vom November 2009)

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Danke für die guten Tipps

Ich möchte mich bei allen für die guten Tipps bedanken, die ich so für meinen Blog bekomme. Die einen meinen, ich würde Rechten zu viel Raum geben, die anderen meinen, das würde ich den Linken tun. Andere meinen, ich sei zu Ahmadiyyafreundlich wieder andere, ich würde zu Islamkritisch sein, andere sehen mich als Plattform für Atheisten wieder andere meinen, ich sei zu extrem christlich. Manche meinen, ich würde zu sehr differenzieren, manche meinen, ich sei zu oberflächlich. Dass ich naiv sei und im Grunde nichts von der Welt verstehe – das vermuten manche aus den verschiedensten Richtungen. Ich vermute also: Ich liege mit meinem Blog richtig. Ich bin für Meinungsfreiheit – und das soll man in meinem Blog auch wahrnehmen. Im Blog möchte ich auch einer gewissen Vielfalt der Gesellschaft Raum geben – freilich durch mich gefiltert. Ich bekenne mich auch zu meiner Naivität. Warum nicht? Freut mich, wenn andere klüger sind und den vollen Durchblick haben. Dennoch: Danke für die Tipps, sie sind alle wohlmeinend. Manche auch drohend, einschüchternd – aber eben wohlmeinend, vermute ich. Alle möchte ich grüßen mit einem Lieblingslied – seit es das gibt (1972), habe ich es ins Herz geschlossen. (So alt bin ich schon?) Ich möchte allerdings bitten, nicht alle Zeilen des Liedes 1:1 auf sich zu beziehen.

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Geistvoll

Ja, warum ist Geistiges wichtig? Warum Intellektuelles? Weil auch das für eine Gesellschaft langfristig nicht irrelevant ist. Denken wir an die Vergangenheit: Welche Impulse hat die Philosophie zum Beispiel eines Kant gegeben: Wären wir heute da, wo wir sind, ohne sie? Welche frischen Impulse haben Künstler zu Beginn des 19. und 20. Jahrhunderts gegeben – auch ohne sie wären wir heute nicht da, wo wir sind. Eine Gesellschaft stagniert, stirbt ab, wenn der „Geist“ müde wird. Natürlich gibt es auch hier blinden Aktionismus: um jeden Preis auffallen, auf Teufel komm raus provozieren, gut auf Kosten anderer leben ohne geistvolle Innovationen – aber das hat mit „Geist“ nicht zwangsläufig etwas zu tun. Unser Problem ist heute jedoch nicht, dass es diesen „Geist“ nicht gibt. Er wird nur angesichts der Fülle geistlosen Zeugs unscheinbar. Das Goldstückchen im Komposthaufen, das Veilchen in der Monokultur, die Minikerze in der riesigen dunklen Halle, das richtige Wort unter tausenden in den Zeitungen und dem Geplapper in Radio und TV – mögen sie gefunden werden!

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Heute setze ich nur schnell diese drei Ausführungen in den Blog. Vielleicht komme ich am Mittwoch wieder dazu, ihn intensiver zu füllen.

2. Advent

Wir sind hin und her gerissen.
Wir wissen oft nicht, was richtig und was falsch ist.
Wir wissen nicht, weil wir nicht in die Zukunft blicken können.
Was richtig scheint, kann falsch werden, was falsch scheint, kann richtig werden.
Wir sind oft hin und her gerissen zwischen
Gesinnung und Verantwortung,
Vertrauen und Distanz,
zwischen dem, was uns gut tut – oder anderen,
Traditionen und Zeitmoden,
Liebe und Verstand.

Darum komm, Gott Heiliger Geist,
als Gewissen und Liebe in unseren Verstand,
als Verstand in unsere Gefühle,
als Licht in unsere Herzen,
als Wahrheits-Wort und Lied auf unsere Lippen,
erfülle unsere Seele.

Und segne unser Tun.
Vollende was unvollendet blieb,
lass zum Guten werden, was aus aufrichtigem Herzen kam, aber falsch wurde,
und was gut war, verwandle es in Frucht
zu Gottes Ehre.

(Erweiterte Adventsbitte aus dem Dezember 2016.)

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