Genesis 6-10: Sintflut, Noah, Gott und Menschen

Gott plante die Menschen umzubringen, weil es ihm reute, den boshaften Menschen erschaffen zu haben (also eine Art Anthropodizee). Und so tötete er Mensch und Tier, nur der gerechte Noah überlebte samt Familie und den Tieren.

Es ist eine grausame Geschichte. Ich lese sie als Hoffnungsgeschichte. Wie das? Ein paar Anmerkungen möchte ich geben – die Geschichte ist natürlich vielfältiger angelegt.

Israel war von den Babyloniern erobert worden. Die Oberschicht wurde nach Babylon ins Exil verschleppt. Die jüdischen Theologen wussten: Wir von Israel haben den Vertrag gebrochen, den wir mit Gott bzw. Gott mit uns geschlossen hat. Wir erleiden nun durch die Eroberung die Vertragsstrafe.

In Babylon sind sie mit der alten Noah-Tradition in Verbindung gekommen. Die sagte: Es gab eine große Flut und in dieser Flut sind alle Menschen gestorben. Es war also 500 vor Christus ein wissenschaftlich-mythologischer Fakt.

Der Name Noah wird als „Trösten“ interpretiert – und von daher liegt es nahe, sie als Hoffnungsgeschichte zu lesen, eine Geschichte, die den Israeliten in Babylon Trost sein sollte. Sie haben ihre Situation in die Geschichte hinein gelesen: Das Volk Israel lebt in einer Zeit der Flut – der Überflutung durch die Babylonier. Nur wenige Israeliten leben noch. Doch diese wenigen werden diese Flut überleben. Gott bereitet dem Elend ein Ende – er wird wieder einen Neuanfang schenken. Und mit diesem Neuanfang fängt auch Gott mit dem Volk neu an: Der Noahbund – samt Gebote und Regenbogen als Symbol. Und so wird Noah auch als Vorbild dargestellt.

Dieser alte Mythos wurde also auf die eigene Situation hin umgedeutet – er wurde zum Trost: Das Elend der Überflutung durch die Babylonier wird ein Ende haben – Gott wird dem ein Ende bereiten. (Man muss allerdings bedenken, dass das so eingebettet wird, dass es vor der Abraham-Berufung durch Gott erzählt wird, also den Völkern gilt – somit folgerichtig, denn von ihnen wurde die Erzähltradition übernommen. Auch diesen Völkern gelten die Gebote.

In der babylonischen Zeit hat das Volk Israel auch die erste Schöpfungsgeschichte durch einen von Gott be-Geist-erten Theologen geschenkt bekommen, der ebenfalls alte Traditionen aufgegriffen hat. Dort heißt es: Gott sah seine Schöpfung – sie war sehr gut. Doch in Babylon erlebte man überhaupt nichts Gutes. Der Mensch bereitet dem Menschen nur Übel. Aber: Es kann noch so chaotisch sein: Der Grundton der Schöpfung ist gut. Warum? Der Geist (Ruach) Gottes schwebte über den Urfluten und erschuf die schöne Welt samt Menschen. Und dieser Geist (Ruach) ist es dann auch, der die Strafflut beenden werden wird: Er trocknet die Flut weg. Gott der Schöpfer ist auch der Erhalter.

Die Schöpfungsgeschichte – dieser Mythos ist älter als das Volk Israel, wurde jedoch auf das Volk hin neu erzählt. Und eben als Trostgeschichte. An der großen Flut kam man nicht vorbei. Sie beherrschte die Tradition. Aber man vermochte sie in den großen Kontext des Rettungshandelns Gottes zu stellen.

Man merkte allerdings: Das Gottesbild reibt sich mit der eigenen Tradition. Und so ist von Gottes Trauer über den Menschen, seinen Zorn über ihn und seine Reue geredet. Das ist der Keim, das Verhältnis von Mensch und Gott – Gott und Mensch als Beziehungsgeschichte zu deuten:

Gott gab dem Menschen von Anfang an Freiheit. Der Mensch missbrauchte die Freiheit, wandte sich gegen Gott und Mensch. Gott versucht nun, dem Menschen nicht die Freiheit zu nehmen, sondern mit Hilfe von Propheten, Geboten, weiteren Gottesmenschen den Weg zu Gott und des Miteinanders zu weisen. Nicht zuletzt durch Jesus Christus. Gott geht auf den Menschen ein und versucht ihn dazu zu bringen, in Freiheit menschlich zu sein. Und so werden diese alten Mythen der Völker auch Bausteine, um die Beziehung zwischen Gott und Mensch verstehen zu können.

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Tod und Auferstehung

Tod und Sterben kann man überall sehen.
Aber die Auferstehung –
aber die Auferstehung kann man nicht sehen.
Das macht sie so schwach, so wenig greifbar, so anfechtbar.
Was wir haben, das sind nur Worte, die sie bezeugen.

Christliches Reden von Sterben und Tod ist immer eingebettet
in den Glauben an die Auferstehung.
Von daher haben Sterben und Tod ihr schreckliches Gesicht verloren:
Sterben ist Übergang in Gottes Welt, Tod ist leben in Gottes Welt.

Aber die Auferstehung –
aber die Auferstehung kann man nicht sehen.
Das macht sie so schwach, so wenig greifbar, so anfechtbar.
Was wir haben, das sind Worte, die sie bezeugen –
sie entfalten ihre Kraft im Vertrauen auf Gott
schon im Lebensvollzug.

 

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Grenzen

Wir stoßen an Grenzen:
sozialen Grenzen,
biologischen Grenzen,
Zeitgrenzen,
Sinnesgrenzen…

Manche Grenzen muss man sozialverträglich überwinden.
Manche kann man nicht überwinden – man muss lernen, mit ihnen umzugehen.
Manche Grenzen muss man vorsichtig ausdehnen.
Manche kann man ignorieren.
Manche bemerkt man gar nicht, und fühlt sich wohl/nicht wohl.
Manche Grenzen sind eingebildet.

Gehen Menschen, die an Jesus Christus glauben, anders mit den Grenzen um als Menschen, die an anderes glauben, an nichts glauben, an sich selbst glauben?

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Gott – Wirklichkeit

 

Für mich ist Gott real, weil ich mit und aus ihm lebe.

Für Kinder ist Transzendentes auch real. Sie erfahren Wirklichkeiten, die manchen erwachsenen Verstandesmenschen fremd sind.

Als Jugendliche lernen sie schmerzhaft, dass man dem Verstand allein trauen soll.

Dann ist für Gott kein Platz mehr, weil Eindeutigkeit das Zentrum geworden ist, Eindeutigkeit, das heißt: Verstand. Was ich sehe: Das ist. Was ich nicht sehe: Das ist nicht.

Und im Leben lernen sie wieder schmerzhaft: Der Verstand ist nur eine Seite der Medaille – die Vernunft ist die andere.

Zur Vernunft gehört dann auch wieder das Transzendente, die Wirklichkeit, die mit dem Verstand erst sekundär und nur rudimentär zu erfassen ist.

Für uns Christen: Gott in Jesus Christus.

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