Missionsbefehl kann man vergessen + Jesus-Dschihad

Das ist doch eine nette Aussage https://www.idea.de/glaube/detail/theologisches-lesebuch-missionsbefehl-gilt-nicht-fuer-alle-christen-103602.html

Wie Mühling und Wander schreiben, handelt es sich bei dem „sogenannten Missionsbefehl“ um eine Beauftragung der Apostel durch Jesus Christus. Er sei nicht als Auftrag an alle Christen zu verstehen.

Ich habe das Theologische-Lesebuch nicht gelesen, finde aber diesen zitierten Satz aus dem Artikel interessant.

Weiteres Fazit: Da also die Apostel nicht mehr unter uns weilen, missioniert keiner mehr?

Was ich im Kontext des Missionsbefehls interessant finde: die 11 Jünger sahen Jesus – einige aber zweifelten. Dann spricht er die berühmten Worte, in denen er sagt: Geht und macht zu Jüngern alle Völker.

Nun, einige aber zweifelten – daran hat sich bis heute nichts geändert. Geändert hat sich vielleicht, dass in der Kirche die Zweifelnden immer lauter werden, statt diejenigen, die diesen Worten aus dem Matthäusevangelium Folge leisten. Damals waren die Jünger lauter, die zu dem Wort Jesu standen.

Zudem: Ein wenig mehr Exegese täte gut, wenn man sich denn wirklich auf diesen Text berufen möchte. Ein Tipp von mir: Statt unbedingt etwas einlesen zu wollen, sollte man lieber sauber und aus seiner Perspektive verantwortlich argumentieren. Kurz und sauber wäre zum Beispiel: Im Evangelium finden wir den Missionsbefehl. Aber ich, XY, sage: Vergesst ihn, wir leben heute und wollen nicht mehr missionieren.

In dem Buch scheint es noch mehr solcher Klöpse zu geben: Den Islam nicht missionieren, da es den zurzeit des NT gar nicht gegeben habe. Laut dieser Logik muss man auch die Kirche in Deutschland meiden, da es sie zurzeit des NT noch nicht gegeben hat.

*

Und noch ein Buch wird vorgestellt: Andrews: Der Jesus-Dschihad: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/12/12/warum-dieses-buch-sich-nicht-zu-lesen-lohnt/

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und http://blog-diskussionen.wolfgangfenske.de/

 

Werbung hat es wieder erreicht

Und wieder hat es Werbung erreicht, medial wahrgenommen zu werden, weil sie unter aller Kritik ist: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/gotteslaesterliche-werbung-eines-lottoanbieters-stoesst-auf-proteste-103601.html

Das lockt nur ähnliche unbekannte Firmen oder sonstwas bekannt zu werden, wenn man darauf eingeht. Wenn keiner darauf eingehen würde, würden sich ein paar laut lachend die Schenkel klopfen, weil sie es klasse finden, dass es da den Christen mal so richtig gezeigt wird, Nachdenklichere werden sich über eine solche Firma und ihre Abgründe Gedanken machen, weil sie es nötig hat, auf diese Weise bekannt zu werden.

Und dann eben noch passend: Werbung dafür, dass Leuten Geld aus der Tasche gezogen wird.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und http://blog-diskussionen.wolfgangfenske.de/

Religiöse Sprache – Sprachspiele

1.

Unterschiedliche Wissenschaften und Gruppen einer Gesellschaft haben unterschiedliche Sprachen – neben der Alltagssprache. Mathematiker haben eine andere Sprache, Logiker haben eine, Juristen haben ihre Sprache und Mediziner, Psychologen und Naturwissenschaftler welcher Couleur auch immer, Jugend hat ihre Sprache, Alter und dann der Slang, unterschiedliche Kulturen haben ihre Art, Worte zu verwenden und – damit zusammenhängend – zu diskutieren.

2.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Inhaltlich ist das ein vollkommen unlogischer Satz. Was ist Würde? Was/wer ist Mensch? Was bedeutet unantastbar? Würde wird nicht definiert, weil es Menschen ausgrenzen würde. Man kann vor dem Bundesverfassungsgericht klagen, wenn man den Eindruck hat, dass einem die Würde genommen wird. Mensch. Was ist der Mensch? Aus welcher Perspektive? Chemie, Biologie, Soziologie, Religion, Psychologie… Eine Einengung auf eine dieser Sichtweisen wird dem Menschen nicht gerecht. Ein Ausschluss dieser Sichtweisen ebenfalls nicht. Unantastbar? Heißt das: Keiner darf sie antasten? Was heißt das aber, wenn man nicht definiert, was Würde ist, was Mensch ist? Heißt das, dass sie nicht angetastet werden darf, dass sie überhaupt nicht angetastet werden kann? Usw. Gleichzeitig ist das ein wunderbarer Satz, weil er den Menschen – den individuellen Menschen ernst nimmt. Ernst nimmt in seinen eigenen Befindlichkeiten. Er ist nicht nur Teil der Gemeinschaft und als solches wichtig, er ist als Individuum wichtig. Und so lautet die Frage immer – auch wenn wir das nicht alles so genau definieren können -: Wo werden in unserem Land Menschen entwürdigt? In schweren Grenzfällen kommt es entsprechend auch zu heftigen Diskussionen (Abtreibung, Altenpflege, Gefängnissen…).

3.

Wir sind in unterschiedlichen Sprachspielen zu Hause. Und wenn man sich nicht aus der Gesellschaft mit ihrer Alltagssprache ausschließen will, muss man versuchen, so kompatibel wie möglich zu sein. Das ist ja auch die große Angst mancher Wissenschaftler, dass sie sich so von den allgemeinen Menschen abheben, dass sie sie nicht mehr verstehen und darum nicht nur links liegen lassen, sondern sie sogar ablehnen – und damit keine Gelder durch die Politik mehr zugewiesen bekommen. Darum muss die Wissenschaft auch immer versuchen, ihre Sprache in allgemeine Sprache umzuwandeln – in andere Sprachspiele hinüberzuführen. Und das betrifft auch die Religion. Die Religiöse Sprache ist dann kein Problem, wenn Menschen in ihr zuhause sind. Sobald aber der Faden abreißt und keiner mehr die religiöse Sprache versteht, bekommt sie Probleme. Man verwendet Bilder – aber kaum einer weiß mehr, was sie meinen. Und so muss also auch Religion immer wieder versuchen, wie die Wissenschaft, sich in der jeweiligen Alltagssprache vernehmbar zu machen. Wie die Wissenschaft weiterhin Insidersprache ausbildet, so natürlich die Religion. Aber man muss über diese Insidersprache hinauskommen, um den Kontakt zur Alltagssprache nicht zu verlieren. Das betrifft aber auch den Sprung zwischen den Religionen. Wenn der islamische und christliche Kulturkreis aufeinander treffen, dann haben sie nicht dasselbe Sprachspiel (wie auch das Sprachspiel innerhalb der christlichen Konfessionen variiert und mühsam zusammengeführt werden muss) – und diesen anzugleichen dient der Religiöse Dialog.

4.

Die Religiöse Sprache besteht unter anderem aus:

  • Mythos – das heißt: der Glaube findet mit Hilfe bestimmter Bilder / Sprachmustern aus der jeweiligen Zeit die Möglichkeit, sich vernehmbar und verstehbar zu machen.
  • Gebet – Gespräch (Klage, Bitte, Dank, Hymnus…) mit Gott/Göttern
  • Segen und Fluch – Gnade Gottes / der Götter auf den Mitmenschen und sich selbst legen, sich unter die Schutzhülle Gottes legen – Fluch: Diese Schutzhülle zerstören.
  • Gleichnis – Verknüpfung von Transzendentem mit Immanenten durch Sprache,
  • Bekenntnissen – mit Hilfe der Sprache seiner Zeit und auch der Tradition das Transzendente konstatieren,
  • Argumentationen im Rahmen der Religion – aber eben auch im Rahmen der Alltagssprache. Religiöse Sprache in die Wissenschaftssprache zu transportieren, ist noch schwerer. Religion in die Sprache der Logik – welcher? – Mathematik, Medizin, Psychologie, Linguistik zu überführen – das können im Grunde nur Glaubende, die auch in dieser jeweiligen Experten-Sprache zu Hause sind.
  • Religiöse Sprache besteht auch aus anderen Fertigkeiten: Gesten (z.B. in den Arm nehmen, Hand halten), Mimik, Kunst, Musik, Architektur (Raum schaffen), Farben, Kleidung, Filme, Riten, und was für Christen immer wichtig war (auch wenn manche eher die gegenteiligen Handlungen betonen(*): teilen, sich einsetzen für Arme, Schwache, den Menschen, die Hilfe und Zuflucht benötigen, …

5.

Religiöse Sprache vermittelt auch Sinn des Lebens. Das ist aber nicht allein mit der Religion zu verbinden, sondern auch mit anderen:

  • Gott,
  • König,
  • Vaterland,
  • Familie,
  • Anerkennung in seinem sozialen Umfeld.

Darin sahen viele Vorfahren den Sinn ihres Lebens. König gibt es nicht mehr. Vaterland gibt es noch – und wenn es dem Vaterland schlecht geht, geht es auch dem Individuum schlecht. Von daher ist der Einsatz für das Vaterland auch heute noch für viele äußerst sinnvoll. Einsatz für die Familie, das Überleben des Stammbaumes, damit verbunden auch in höheren Kreisen das Bewusstsein, dass man als Familie zum Wohl der Gemeinschaft (viele auch zum eigenen Wohl) wirken muss.

Heutzutage kam manches pointiert Neue hinzu:

  • Einsatz für die eigene Karriere – damit man Ansehen hat, damit man mehr als ein gutes Auskommen hat, weil Geldbesitz und Freiheit häufig zusammen gesehen werden (also Egoismus bzw. Hedonismus).
  • Einsatz für die Menschenrechte, Einsatz für die Umwelt – das gibt dem Leben so mancher ihren Sinn (Mitleid, „Schleier des Nichtwissens“…).
  • Man setzt sich Ziele – Macht der Religion ersetzt durch Wirtschaftsethik, Wissenschaftsethik, Diskursethik…

Das bedeutet, dass Menschen ihren Sinn sehen, unabhängig von den klassischen Religionen, auch wenn sich viele, die sich für Menschenrechte und Umwelt einsetzen, auch religiös sind, wenn manche auch nicht christlich, so doch mit Hilfe eines Flickenteppichs religiöser Wohltaten (Esoterik, Wiedergeburt…) ihr Leben einrichten. Menschen wollen eher wieder auf die Erde kommen, der KarmaGedanke ist manchen angenehmer als der Gedanke, bei einem Gott zu sein, den sie nicht kennen. Oder: Man kann sich selbst sagen: Gut gemacht! Du hast dich für die gute Sache eingesetzt. Nun kannst du ruhig den Weg jeglicher Natur gehen – den des Vergehens -, und dienst recycelt der Natur.

Das bedeutet für die religiöse Sprache: Religion war dafür, dem Leben einen Sinn zu geben, das über das Irdische hinausgeht, zuständig. Das wurde von anderen Sinn-Gebungen ersetzt. Die Frage ist nun – mit Blick auf den christlichen Glauben: Wie können wir unsere Sprache so einsetzen, dass sie Menschen Heimat bietet, dass sie Menschen hilft, den zu erreichen, der die Ursache und das Ziel des Lebens ist? Geht das überhaupt nur mit Sprache – muss man dazu nicht alle Möglichkeiten (s. oben 4.) in Betracht ziehen? Wie kann man darauf aufmerksam machen, dass sie religiöse Ersatzhandlungen verfallen sind, statt sich dem wahren Gott zur Verfügung zu stellen? Aber auch das ist Ausdruck der Zeit: Statt Blumen: Plastikblumen, statt Freiheit: ein Cabrio, statt echte Nahrungsmittel: irgendwelche chemische Schnitzel, statt echten Menschen: Menschen über Geräte (TV, Radio, Handy…)…

7.

Das bedeutet nun: Diese Sprachspiele sind in der Kommunikation zu beachten. Man ist jeweils Teil einzelner Sprachspiele, niemals Teil des gesamten Spiels. Von daher sind Rücksichtnahme, Verstehensversuche angebracht, statt Dominanzgebarens.

 

(*) Geschichtsschreibung betont die Herrscher, die Macht, die Starken. Diejenigen, die im christlichen Sinn tätig waren, kommen im wesentlichen nur durch die Heiligenlegenden usw. in den Blick. Hin und wieder erlauben auch mal andere Infos einen kleinen Einblick in die christliche Alltagswelt. Von daher sind viele auch Opfer der allgemeinen Geschichtsschreibung der Sieger. Heute gehen Bemühungen tiefer: Wie können wir den Menschen des Alltags in der Geschichte auf die Spur kommen? Da hat zum Beispiel die feministische Betrachtung so manches herausgearbeitet, was für Christen wohl noch nicht so vorliegt. Ich muss aber meine Unkenntnis eingestehen. Gibt es eine christliche Geschichtsaufarbeitung „von unten“?

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com

Führe uns nicht in Versuchung 2 + EKD und idea + Wolffsohn kritisiert Christen + Christen sind keine Anhängsel

Hier eine andere Sicht als die des Papstes zur VaterunserBitte: http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/in-der-versuchung-fuhren

„Lass uns nicht in Versuchung geraten“ – Klaus Berger zum Thema: https://de.catholicnewsagency.com/article/zum-streit-um-die-versuchungsbitte-im-vaterunser-0188

Dazu s. auch meinen Beitrag: http://blog.wolfgangfenske.de/2017/12/07/fuehre-uns-nicht-in-versuchung-hier-irrt-der-papst-bibel-gilt-fuer-alle-zeiten/

*

Man muss wohl auch das in einem größeren Zusammenhang sehen: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/apis-chef-kern-ekd-beschluss-treibt-den-protestantismus-auseinander-103532.html

Wer hat ein Interesse daran, christliche Gemeinde zu spalten?

Wer hat ein Interesse daran, sie zu sozial-politischer Monokultur umzugestalten?

Ich finde solche Machtspielchen derer, die an den Geldtöpfen sitzen, ärgerlich – statt zusammenzuhalten und auch wenn man nicht der politischen Meinung des Mitchristen (Bruders/Schwester) ist, sein Tun zu akzeptieren und zu unterstützen soweit man es eben verantworten kann. Es ist wohl nicht der christliche Glaube, der hier aktiv ist, sondern es ist die politische Einstellung, die spaltend wirkt. Die hat in der Kirche nicht Oberhand zu bekommen. Wir sind als Christen eigenständig – und keine Anhängsel irgendwelcher Parteien oder Weltanschauungen.

*

Wolffsohn kritisiert Christen – und das zu recht: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/12/06/kirche-als-der-verlaengerte-rot-gruene-arm/

Bundesdeutsche Repräsentanten der Protestanten müssten „höllisch aufpassen, dass sie den Himmel nicht aus den Augen verlieren“. Besonders die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stelle sich nicht selten wie „der verlängerte rot-grüne Arm“ dar. Wolffsohn warnt: „Man sollte Kirchenvertreter daran erinnern, dass Politiker auf der Politik-Klaviatur besser spielen können als sie. Den politischen Wettbewerb mit der Politik kann die Kirche nur verlieren.“

Alttestamentliche Kritiker (Propheten) des Volkes sind angenehmer – sie sind zeitlich so weit weg: Sie ehrt mancher – moderne Kritiker wehrt man.

Wolffsohn hat vielleicht auch noch keine Bezeichnung dafür. Es ist nicht nur rot-grün – es ist die Weltanschauung, die sich auf der Nordhalbkugel breit macht, für die ich aber noch immer nach einer Bezeichnung suche.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Marken-Kern der Kirchen

Wofür stehen Kirchen? http://www.deutschlandfunk.de/markensoziologe-die-kirchen-druecken-sich-ihren-markenkern.886.de.html?dram%3Aarticle_id=401883

Ein Appetithäppchen aus dem Interview:

Aber, wenn man mal betrachtet, was in den vergangenen Jahren zum einen durchaus kontrolliert über Markenstärkungsaktivitäten aus den Kirchen verlautbart wird auf der einen Seite, und wenn man auf der anderen Seite auch beobachtet, was es durchaus auch für Tendenzen gibt – Sie berichten ja auch regelmäßig darüber –, die Kirche zu modernisieren, dann muss man, wenn man mit wissenschaftlich professionellem Blick auf diese Tendenzen schaut, schon sagen: Mein Gott, geht ihr da in die richtige Richtung?

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com

Familiennachzug

Zur Initiative des Diakonischen Werkes: http://menschen-wie-wir.de/projekte/initiative-familien-gehoeren-zusammen.html

Danke W. E. für den Tipp. (Freilich ist die Aktion jetzt erst angelaufen.)

*

Ich wiederhole, was ich am 30.9. schrieb http://blog.wolfgangfenske.de/2017/09/30/europa-oder-eu-denken-fuer-andere-daenemarks-grenzsoldaten-migrantenkrise-familiennachzug/ :

Ich sage nicht – was ich noch einmal klarstellen möchte – dass ein Familiennachzug von Zugewanderten an sich vermieden werden sollte.

Familiennachzug ist solange abzulehnen, bis unsere Ämter in der Lage sind, die Fälle auch sachgemäß zu bearbeiten, bis genügend Wohnungen vorhanden sind, damit die Menschen menschenwürdig untergebracht werden können, bis Integration mit Gelingen verbunden ist.

Zudem: Familiennachzug ist nur dann abzulehnen, wenn es um Migranten – nicht um wahre Flüchtlinge – geht und um Menschen, deren Rückkehr zu erwarten ist. Wenn erst einmal die Familie hier ist, dürfte die Hürde, ins Heimatland zurückkehren zu wollen, größer sein.

Zudem frage ich mich: Man sollte berücksichtigen: Wo befindet sich die Familie derzeit? Wurde getrickst, also wurden Kinder geschickt, damit dann die Familie nachziehen kann? Oder wurde die Familie auf der Flucht getrennt – und sollte nun zusammengeführt werden?

Die reale Situation muss also berücksichtigt werden – also Einzelfallprüfung – und nicht pauschal.

Am 20.10. schrieb ich http://blog.wolfgangfenske.de/2017/10/20/familien-nachzug-christlich-de-maizieres-muslimischer-feiertag-fluechtlingspolitik-ugandas/

Zu Friedrich: Das Finanzielle steht im Vordergrund dieser Zusammenfassung. Ich denke, dass darüber hinaus mehr Probleme anzuvisieren sind – aber sie hängen zum Teil mit dem Finanziellen zusammen: Integration.

Es wird gesellschaftliche Verwerfungen geben, wenn wir nicht in der Lage sein werden, die Menschen, die zu uns kommen, individuell in unsere Kultur einzuführen.

Das hängt unter anderem an dem mangelnden Personal, mangelndem Wohnraum, …  – aber auch an dem Willen mancher, sich einzugliedern. Und weil nicht genug Menschen da sind, die einen gewissen Druck ausüben können, kann es zu weiteren gesellschaftspolitischen Problemen kommen. Von daher: Bevor die Politik und die Gesellschaft die Hausaufgaben nicht gemacht haben, empfiehlt sich eine Familienzusammenführung nicht.

Man muss die gesellschaftspolitischen Realitäten beachten. Ich finde, ein großer Teil der Gesellschaft verhält sich ganz klasse – auch aus christlicher Sicht. Aber viele sind eben nicht mehr christlich oder haben als Christen andere Sichtweisen – sodass diejenigen, die sich als besonders christlich ansehen, aufpassen müssen, diejenigen, die sie nicht als ganz so toll christlich ansehen, zu überfordern.

*

Darf man sich also freuen darüber, dass die entsprechenden Stellen die Bedingungen so herstellen können, dass die zu uns zu holenden Familien menschenwürdig untergebracht werden können? Dass es die Möglichkeit gibt, sie ohne Probleme zu integrieren, ein Dach über den Kopf bieten zu können, Arbeitsmöglichkeiten? Dass es genug Sozialarbeiter, Polizisten, Richter gibt? Dann – aber nur dann – kann man nur sagen: Klasse.

*

Eine kleine Anmerkung: Ich bin kein großer Freund von Emotionalisierungen. Man wandte sich sehr dagegen, das Kreuz politisch einzusetzen – aber die Krippe – bzw. die traditionell gesprochen heilige Familie – darf man politisch einsetzen? Oder dürfen nur die „richtigen“ die jeweiligen Symbole politisch einsetzen?

Man kann sehr nett sein – aber man sollte klug die politische Realität im Blick haben, damit man nicht Unheil über die Menschen bringt. Wir tragen Verantwortung – für die Zukunft: https://www.cicero.de/innenpolitik/Muslime-Anzahl-Deutschland-Europa-Studie-Pew-Research

*

Jetzt muss man die Aktion auch noch aus einer ganz anderen Perspektive sehen: Paare trennen sich. Bislang ist man in der Kirche nicht intensiv dagegen eingeschritten – zumindest weiß ich das nicht. Und nun: Familien gehören zusammen: Papa fehlt… – denn Josef ist nicht allein Syrer… – sondern auch Deutscher… – was signalisiert also eine solche Aktion im Land? Ist das auch noch im Sinne der Kirchen? Dann wäre das nicht allein – wie sie es selbst sehen – provokant mit Blick auf Familiennachzug, sondern auch auf eine Neuorientierung der Verhältnisse in unserem Land.

Aber:

Papa fehlt – Scheidung, Unfall, Krankheit, …? Mama fehlt – Scheidung, Unfall, Krankheit,…? Kind fehlt – gestorben? Abgetrieben? im Krankenhaus? …

Gerade Weihnachten ist für so etwas äußerst sensible Zeit – wird das seelsorgerlich aufgefangen, was sie mit dieser Kartenaktion lostreten?

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Bostoner Erklärung

Es gibt eine Bostoner Erklärung gegen ein Christentum von weißen Unterdrückern: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/11/30/bostoner-erklaerung-gegen-ein-christentum-von-weissen-unterdrueckern/

Man lese das Bonhoeffer-Buch von Metaxas. Dort wird über einen Teil der Christen in den USA nicht gut gesprochen. Und zwar über diejenigen, die – und das ist gut – sozial sehr engagiert sind, aber – und das ist nicht gut – überhaupt keine theologische Bildung besäßen, man sich aber über alle anderen erhaben fühle. Es geht um das Union Theological Seminary, das im Grunde nur gegründet wurde, um sich an liberalen und humanistischen Redensarten berauschen zu können (so 131). Christliche Tiefe fand er in anderen Gemeinden (Zitat aus dem genannten Buch Seite 143):

Was Bonhoeffer in den schwarzen Gemeinden in Amerika sah, verstärkte  einen Gedanken, der damals in ihm Gestalt gewann. Echte Frömmigkeit und  geistliche Kraft hatte er nur in solchen Gemeinden in Amerika erlebt, in  denen das Leiden in Geschichte und Gegenwart eine Realität war. Irgendwie  hatten sie ››mehr«, diese Gemeinden und diese Christen – etwas, von dem  die Welt der theologischen Gelehrtenstuben (selbst der allerbesten, wie in  Berlin) kaum wusste.

Kann es sein, dass diese Gemeinden auch heute noch überwiegend evangelikaler sind, als die Bostoner sich das so vorstellen – in ihren Gelehrtenstuben?

Wie dem auch sei: Wenn diese Erklärung dazu dient, dass die Christen sich über Streit und Auseinandersetzungen zusammenfinden, dann ist das gut. Wenn es jedoch darum geht, politische Markierungen zu setzen, unabhängig vom Glauben, dann ist das Blendwerk.

Meine Position: Es darf in der Kirche nicht um parteipolitische Rechthaberei gehen. Man sollte Brücken bauen. Dass gerade Extremisten nicht daran interessiert sind, ist klar. Aber Kirche darf sich nicht in die Hände von Extremisten welcher Couleur auch immer begeben.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Regierungskrise? Nein: Demokratie + Auseinandersetzung in Kirchen

Alarmismus – die politischen Verhandlungen werden überdramatisiert: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article171001646/Regierungskrise-Nein-das-ist-gelebte-Demokratie.html

Nett finde ich diesen Satz:

Seitdem ist die Gesellschaft bunter und vielfältiger geworden. Sie hat sich diversifiziert, im Konsumverhalten, im Sexualleben – und in der Politik.

Überall wird die Diversifizierung hervorgehoben. Alles soll bunter, vielfältiger werden – aber nicht die Politik?

Wir müssen damit leben – auch die Religionen. Nicht zuletzt Luther hat damit angefangen, dass sich die kirchliche Landschaft vervielfältigt. Dann kamen die ganzen religiösen Sondergruppen und Sondergrüppchen – bis man im Ökumenischen Rat wieder anfängt, ein wenig zu bündeln. Dann kommen die vielen charismatischen Gruppen dazu…

Diese Diversifizierung der Kirche wird negativ gesehen. Keine Kontinuität, nur Dissonanzen. So lange wir alle trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander handeln können – was soll es? Fröhlich, vergebend, offen, einander – wie es heißt – in der Liebe übertrumpfend. Wäre klasse. Vor allem auch ein Vorbild für die Welt, die immer stärker divergiert. Christen sollten Vorbild darin sein, wie man vorbildlich miteinander trotz unterschiedlicher Meinungen umgehen kann.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Unterschiedliche Sichtweisen in der Kirche + Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche

Was Homo-Hochzeiten bzw.-Segnungen betrifft – es gibt in der Evangelischen Kirche unterschiedliche Sichtweisen. Hier am Beispiel Baden Württemberg: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/hunderte-pfarrer-in-wuerttemberg-sagen-nein-zur-homo-trauung-103388.html

*

In der katholischen Kirche gibt es auch Auseinandersetzungen: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/muller-kritisiert-papstentscheidung

*

Um mich zu wiederholen: Den Kirchen wird vorgeworfen, sie würden Menschen zwingen. Und wenn sie Auseinandersetzungen austragen, dann wirft man ihnen vor, unterschiedlicher Meinung zu sein.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich freuen, wenn in der Kirche und den Kirchen kein erzwungener Einheitsbrei gefordert wird, denn Einheitsbrei heißt im Grunde nur, dass sich eine menschelnde Gruppe über andere Gruppen erhebt, weil sie gerade den (kirchlichen) Zeitgeist getroffen hat oder einfach Macht bekommen hat – und das aus unterschiedlichen Gründen.

In Jesus Christus sind wir eins. Im Kern sind wir eins. Um das Drumherum muss man sich auseinandersetzen. Das Problem ist im Grunde nicht der Glaube – das Problem ist die Kirche als Institution. Sie muss eine klarere Linie vorgeben. Sonst würde die Institution zerfallen in 1000Kleingrüppchen. von einer christlichen Institution kann man aber erwarten – und das ist die Kunst – dass sie geistvolle Menschen hat, die in der Institution ein möglichst breites Spektrum ermöglichen. Denn die Menschen in der Kirche sind allein Gott verantwortlich.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Christsein in Berlin + Islam in der Krise + 40 Thesen zur Reform des Islams

Den christlichen Glauben leben – ist das in Berlin wirklich nicht mehr möglich? Wahrscheinlich kommt es auch dort darauf an, wo man lebt: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/11/27/berlin-kein-platz-fuer-christen/

Das ist keine Entwarnung – weil es Anzeichen dafür ist, dass unser Land als ganzes unfrei wird.

Ich wünsche allen Christen in Berlin die Haltung: Jetzt erst recht!

*

Ein Interview mit Michael Blume: Islam in der Krise: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/religionswissenschaftler-christen-fuerchtet-euch-nicht/

Ich würde Christen zurufen: „Fürchtet euch nicht!“, und dazu aufrufen, Gott und den christlichen Glauben fröhlich zu bekennen, ihn tolerant und dialogoffen in die Welt hinauszutragen und letztlich damit zu zeigen, dass wir Gott auch vertrauen. Panikaufrufe und Verschwörungsglauben sind meines Erachtens Zeichen für einen schwachen Glauben in die gute Botschaft.

Man darf nicht naiv sein und die Hände in den Schoß legen. Diejenigen Muslime, die sich still zurückziehen haben nicht unbedingt den Mut, sich gegen die Ummah zu stellen, wenn sie gewalttätig wird. Und die vielen, vielen Opfer weltweit, die zu beklagen sind – auch Muslime – zeigen, dass ein Abgesang verfrüht ist. Aber diese Terrorbegeisterung der Islamisten ist auch für mich ein Zeichen des Untergangs dieses Islams. Sie versuchen mit Terror, die Schäfchen im Stall zu halten. Das kann nicht gut gehen.

„Fürchtet euch nicht“ ist ein Wort, das den Menschen zugesprochen wird, wenn Gottes Welt in die Welt der Menschen eindringt. Das ist in diesem Fall kaum so zu sehen. Aber Angst sollen Christen nicht haben (wenn man sie auch bei Christen in islamischen Ländern verstehen kann https://www.express.co.uk/news/world/883141/christian-persecution-all-time-high-middle-east-copts-syria-iraq ), oder wenn man das hier liest: http://www.achgut.com/artikel/fundstueck_weihnachten_im_hochsicherheitstrakt sondern das, was oben als Zitat übernommen wurde, ist gültig.

Das Problem des Westens sehe ich darin, dass er keine Alternative bietet. Karriere und Geld ist keine Alternative. Atheismus, Humanismus, Säkularismus sind auch keine.

*

„40 Thesen zur Reform des Islams“: http://www.zeit.de/2017/45/islam-reform-thesen-theologie

Leider wird diese Aussage nicht vertieft, so dass sie im Raum stehen bleibt und man sich alles mögliche denken kann:

Es entstand

„Streit, weil ein Berliner Pfarrer Ourghis Begehr falsch fand; auch stellte das Islamische Zentrum Freiburg seine Lehrbefähigung infrage. Dagegen verteidigte ihn scharf sein Chef, der Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg.“

Und was hatte der Pfarrer zu kritisieren? Das erfahren wir hier https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2017-10-08/wissenschaftler-ourghi-nur-ein-reformierter-islam-gehoert-zu-deutschland :

Der evangelische Pfarrer Martin Germer von der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche kritisierte den Thesenanschlag als „reine Publicity-Aktion“ und warf dem Islamwissenschaftler vor, seinen Thesenanschlag nicht bei der Moscheegemeinde angekündigt, sondern nur die Medien informiert zu haben. Gäbe es eine ähnliche Aktion an seiner Kirche, würde er das Hausrecht geltend machen, schrieb Germer in einem Offenen Brief an Ourghi. Es sei zu fragen, wie der Buchautor mit Reformgedanken in die Welt der Muslime hineinwirken wolle, wenn er dabei nicht das Gespräch mit denen suche, die den Islam vertreten, kritisierte Germer. Der Pfarrer lobte Imam Taha Sabri, der Ourghi trotz der unangekündigten Aktion mit „Freundlichkeit und Ruhe“ empfangen habe.

Das finde ich allerdings auch: Luther hätte seine 95 Thesen erst beim Papst abliefern sollen. Das geht doch nicht, dass man Kritik nicht vorher mit den Kritisierten abspricht. Und dass dann noch die Medien benutzt werden, um seine Sicht zu verbreiten – oh, Luther, zurück marsch, marsch – auch Du hast… Wo wäre die Reformation geblieben, wäre der Buchdruck nicht gewesen! (Wie heißt es so schön: Ironie off) Schon witzig – manches.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html