Das andere Leben der Christen + Westen lässt Christen allein

Christen leben anders – als andere (denken): http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/die-klosterliche-lauterung-der-partygirls

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Der Westen lässt Christen, die Not leiden allein. Das wird schon lange so gesehen und auch beklagt. Nur müssen die Menschen der Welt einsehen: Der Westen gilt als christlich, ist es aber nicht mehr unbedingt. Anderes spielt eine größere Rolle. Werden Christen von Islamisten verfolgt – dann fragt man zuerst danach, wie es den Muslimen geht. Viele Teile der Kirche sehen es noch immer misstrauisch an, wenn man sich für verfolgte Christen einsetzt. Ausgewogenheit heißt die Devise, niemanden auf die Füße treten… – ich will nicht sarkastisch werden, darum schweige ich lieber.  https://de.catholicnewsagency.com/story/christen-im-nahen-osten-fuhlen-sich-verlassen-und-verraten-vom-westen-2434

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com

Käßmann und AfD + Kauder hat (nicht) recht + AfD in Niedersachsen + Diskussion unter Linken: Flüchtlingsfrage + Deutsche müssen sich integrieren

Käßmann würde mit der AfD diskutieren, sagt sie in einem Interview mit der Jungen Freiheit: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/margot-kaessmann-ich-wuerde-mit-der-afd-diskutieren-102754.html

Zwei NoGos für Linke auf einmal: Diskussion mit der AfD und Interview mit der Jungen Freiheit. Käßmann – Sie trauen sich was!

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Kauder hat recht – kurz: das sage ich auch immer -: eine vernünftige Migrationspolitik wird die AfD schwächen (oder sie sich selbst). Er hat aber nicht recht mit der Aussage, dass der CDU/CSU Kompromiss dazu beitragen kann. Da muss man schon sehr Apparatschik sein, um das sagen zu können. Kurz: Noch ist keine vernünftige Migrationspolitik, die auch umgesetzt wird, zu erkennen. http://www.focus.de/politik/videos/nach-siegeszug-der-rechtspopulisten-merkel-intimus-kauder-sicher-die-afd-wird-wieder-verschwinden-wenn_id_7708159.html

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Ich bin gespannt, wie die AfD in Niedersachsen abschneidet: Medien und auch die Staatsanwaltschaft tun alles dazu, damit sie mehr Stimmen bekommt, so auch dieser Beitrag: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/afd-niedersachsen-armin-paul-hampel-wahlkampf-schulden-ermittlunhgen

Nicht in dem Beitrag, aber zum Fall Hampel, der zum Nichtfall wurde: Erst groß Trara – dann war nichts an Vorwürfen da, dann kommt irgendwie ein – könnte doch mal was gewesen sein. Wie werden das wohl die AfD-Fans sehen? Als Schikane der etablierten Politik und ihrer Fans.

Gespannt bin ich auch auf das Abschneiden der CDU. Da ich, wie schon vor vielen Monaten gesagt habe, die SPD/Grünen in Niedersachsen eine nicht schlechte Politik gemacht haben (zu kritisieren gibt es freilich immer etwas), könnte sie Stimmen holen – aber die CDU aufgrund ihres kuriosen Migration-Kompromisses Stimmen verlieren.

Gespannt bin ich auf das Ergebnis, weil ich wissen will, ob ich mit meiner Beobachtung vollkommen daneben liege.

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Lessenich meint, die Linke habe ein Lafontaine-Problem – er sei zu rechts: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1066535.der-rassismus-im-lafonknechtschen-wagentainment.html

Interessant ist, so kann man dem Beitrag entnehmen, dass Lafontaine meint, Zugereiste seien nicht notleidend, während Lessenich meint, sie seien notleidend und eben entsprechend auf die Tränendrüse drückt.

Diese Polarisierung zeigt das ganze Dilemma unserer Flüchtlingspolitik. Aber inzwischen haben manche gelernt zu differenzieren: Flüchtlinge, die wirklich Not leiden, müssen aufgenommen werden. Migranten, die nicht unbedingt Not leiden, die muss man nicht aufnehmen bzw. man muss schauen, welche man aufnimmt (Hotspots).

Nun geht es eigentlich nur noch um die Frage: Wie geht es mit den Migranten (nicht Flüchtlingen!), die Not leiden? Und damit diese nicht heimatlos werden, muss man ihre Heimatländer unterstützen. Denn das würde bedeuten, dass sie nicht ausreisen müssen. Gleichzeitig muss aber die Grenze geschlossen werden, damit nicht Schlepperbanden oder andere (Fernsehfilme, Werbung….) einen Traum vom Europa-Paradies in die Hirne pflanzen, der vollkommen falsch ist. Man darf es nicht zulassen, dass Menschen aufgrund falscher Traum-Einflüsterer in die Irre und in Todesgefahr geleitet werden. Wenn sie von geschlossenen Grenzen hören, werden sie es sich vielleicht 10 mal überlegen, ob sie ausreisen wollen. Das ist die die eine Seite.

Menschen, die aber schon hier sind, die es aufgrund falscher Politik geschafft haben, herzu kommen, denen muss man menschenwürdig begegnen und muss versuchen sie zu integrieren. Und an dieser Stelle hat dann Lessenich recht: Man darf diese Armen nicht gegen einheimische Arme ausspielen, sondern muss versuchen, allen gerecht zu werden.

Nur hier kommt dann Weiteres ins Spiel: Man muss Integration fordern. Und wer nicht bereit ist, sich zu integrieren – und zwar auf ganzer Ebene, dem muss nahegelegt werden, wieder in seine alte heiß ersehnte Heimat und Kultur umziehen zu können. Ebenso muss man einheimische Rassisten auf die Finger klopfen – aber als gesellschaftliche Aufgabe.

Kurz: Diese oben genannten Extrempositionen sind beide nicht mehr relevant. Die Diskussion ist weiter gegangen. Am Anfang, als die Willkommenskultur aus allen Rohren der Medien auf die Bevölkerung schoss, da konnte man mit dem Leiden der Flüchtlinge, Migranten und wem auch immer punkten. Aber inzwischen weiß man mehr und kann sachlicher werden: Es gibt Leidende und Nichtleidende und Leidensverursacher. Mit jedem muss man gesondert umgehen.

Und dann sagen manche – wie ich: Zugereiste müssen sich integrieren. Dann gibt es manche, die sagen: Die Deutschen müssen sich integrieren. Integration bedeutet für mich: Grundwerte anerkennen. Dass auch manche Deutsche an dieser Stelle Defizite haben, sehe ich auch – von diesen ist also auch Integrationsanstrengung zu verlangen. Aber eine Anpassung der Grundwerte an Werte Zugereister dürfte unsere Gesellschaft selten weiterführen. Spontan fällt mir kein Beispiel ein.

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Taiwan und Wulff + CDU-Elite versteht nicht + Kein Vertrauen in CDU-Politik + Berliner NullToleranzPolitik + Gebet für Polen, Europa und die Welt + Klug: Katalonien

Warum wird Wulff Deutschland in Taiwan bei den Trauerfeiern vertreten? Ist das angemessen? http://www.tagesschau.de/ausland/thailand-267.html

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Das, was Wolfram Weimer hier schreibt, pfeifen die Spatzen von den Dächern – aber die CDU-Elite ist taub: http://www.achgut.com/artikel/ihr_habt_nicht_verstanden

Und dann kommt noch dieser eigenartige Flüchtlings-/Migrantenkompromiss dazu. Kurios.

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Vor der Wahl sprach ich immer davon,dass man nicht so genau weiß, ob man der CDU vertrauen kann oder nicht. Ob sie wirklich den De Maiziere Kurs weiterfahren will – oder ob das nur eine Wahlfinte ist, um am rechten Rand zu fischen. Im Augenblick sieht es durch diesen kuriosen „CDU/CSU-Kompromiss“ eher nach einer Wahlfinte aus. Es fehlt Vertrauen. Und das wurde nach der Wahl nicht gerade gefördert. Im Gegenteil. Diesen Aspekt der Verlässlichkeit in die Politik, den vermisst auch dieser Beitrag: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article169493780/Es-geht-nicht-um-Obergrenzen-es-geht-um-Vertrauen.html

Apropos Vertrauen/Verlässlichkeit: Das schafft man nicht mit WortDesign  – also mit schönen Worte, die den anderen blenden sollen – sondern nur mit Taten, mit guter Politik.

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Die Berliner wollen eine NullToleranzPolitik gegen die AraberClans fahren. Klingt gut. Bis man merkt: Oh, es geht um die Berliner Art der NullToleranzPolitik – und die hat sicher einen gewissen Spielraum – klingt sarkastisch. Aber Berlin ist hat Berlin: http://www.focus.de/politik/videos/organisierte-kriminalitaet-im-kiez-null-toleranz-politik-in-neukoelln-berlin-stellt-neue-massnahme-gegen-araber-clans-vor_id_7696003.html

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Rosenkranzgebet: Polen beten für Polen, Europa und die Welt: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2017/150-000-glaeubige-beten-an-polens-grenzen/

Es geht in dem Gebet am „Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ in Polen um eine Form gesellschaftspolitischen Gebets. Im Rosenkranzgebet, das Protestanten eher als ausgeleiertes Beten empfinden, geht es aber darum, sich in der alten Form zu Hause zu fühlen und sich für Gott zu öffnen. Wenn es denn bewusst gebetet wird. So mag man in erster Linie denken. Aber auch dann, wenn „geleiert“ wird, wird die Seele in Schwingung versetzt.

Das Rosenkranzgebet hat Maria als eines der Zentren. http://www.katholisch.de/glaube/unsere-gebete/das-rosenkranzgebet

Marias Gebet – das Magnifikat (Lukasevangelium 1) – ist ein äußerst politisches Gebet:

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter! Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Christen, die das Magnifikat von Herzen mitsprechen – sind gefährlich für den politischen Mainstream. Sorry, das sagen zu müssen.

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Die Entscheidung, die Unabhängigkeit noch nicht auszurufen, ist sehr klug, auch wenn ich merke, dass manche es gerne anders gehabt hätten. Wäre spannender geworden, kriegerischer. Der Politiker ist endlich aus seiner Blase herausgekommen – wahrscheinlich durch die mutigen Demonstranten, die sich gegen diese Erklärung auf die Straße getraut haben und damit endlich ein Gegenbild zu denen boten, die bislang die Medien bestimmten. http://www.tagesschau.de/ausland/katalonien-puigdemont-rede-103.html

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Seine Wurzeln kappen

Wer seine Wurzeln kappt, wird krank, so der Papst: http://kath.net/news/61199

Am 2.9. hatte ich im Blog http://blog.wolfgangfenske.de/2017/09/02/wurzel-veraechter/ :

Ich benötige keine Wurzel sagte die Rosenblüte. Ich bin schön – zu schön, für so ein dreckiges Ding da unten. Und stolz drehte sie sich von der Wurzel ab. Sie verdarb. Die Wurzel sprosste neu.

Soviel zum Thema: Der Mensch von heute, der seine christliche Wurzel leugnet.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und http://predigten.wolfgangfenske.de/

Nahles: rot-rot-grün + Individualismus schädigt Parteien

Nahles ist für rot-rot-grün in Niedersachsen, sagt es, obwohl diese Kombination nach derzeitigem Stand keine Chance hat. Warum sagt sie das? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-niedersachsen-andrea-nahles-haette-keine-einwaende-gegen-rot-rot-gruen-a-1171725.html

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Individualismus schädigt Parteien: http://cicero.de/innenpolitik/demokratie-wie-der-individualismus-das-parteiensystem-zerstoert

Im christlichen bereich begann der Individualismus sich massiv auszubreiten im Kontext der Reformation. Jeder gründete im Grunde eine eigene Konfession. Wir haben das auch in charismatischen kreisen: Im Grunde hat jeder seine eigene Gemeinde, der ein paar Menschen hinter sich scharen kann. Man spaltete sich ab, weil man irgendeine Interpretation oder Verhaltensweise anderer Christen nicht akzeptieren konnte.

Die Folge? Im Ökumenischen Rat versuchen 348 Kirchen, sich wieder einander anzunähern. Oder auch in charismatischen Kreisen versucht man, eine gewissen Ordnung einzuführen, um Auswüchsen etwas entgegenstellen zu können. Kirchen haben es vorgemacht, was es bedeutete, den Individualismus über Gemeinsinn zu stellen. Nun versucht man, beides wieder zu kombinieren.

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Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche

Nicht, dass es Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche gibt, ist übel – übel ist, dass es keine vernünftige Streitkultur zu geben scheint, sondern nur die der Diffamierung und Macht. Das kann man aus diesen Worten schließen: http://www.kath.net/news/61177

Wenn man das gelesen hat, dann lese man das, was der Papst sagte: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/papst-christen-durfen-kein-starres-gewissen-haben

Nach Verschlossenheit und langem Schweigen von der einen oder anderen Seite müsse man wieder zu einer Begegnung finden. Streit könne zum „Impuls für eine neue Ausgeglichenheit“ werden.

Dann denkt man sich: Seine Worte in des Papstes Ohr!

Sonderbar ist die Formulierung, man dürfe kein starres Gewissen haben… Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Aber in diesem Zusammenhang das Wort „Gewissen“ zu erwähnen ist kurios – und ich weiß nicht, ist so etwas bei Jesuiten üblich? Ich verbinde Jesuiten vielfach mit prägnanten Aussagen, durchdacht, geschärft. Das gehört nicht zu den Gaben, die dieser Papst hat. Irre ich mich?

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Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit

Es ist schön, wenn man gemeinsam feiern kann: http://www.ardmediathek.de/tv/Kirchliche-Sendungen/%C3%96kumenischer-Gottesdienst-zum-Tag-der-De/Das-Erste/Video

Wenn man die Realität nicht aus dem Auge lässt – danach.

Feiern kann die Realität vertuschen – und sie kann umschlagen in Ablehnung.

Wenn Augen mit Blindheit geschlagen sind – kann man leicht schnell fallen.

Wenn man dem gemeinsamen Feiern auf Dauer keine Basis geben kann.

Es ist schön, wenn man gemeinsam feiern kann.

Aber dann kommt die Arbeit.

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Ökumene bedeutet: Christen kommen miteinander ins Gespräch. Wenn ich das richtig sehe, fehlen Muslime anderer Richtung, Hindus, Buddhisten, Atheisten – wie immer. Man hat mit dieser Feier etwas versucht, was nicht stimmig ist: Deutschland insgesamt in den Blick zu bekommen – und dann doch nur den Islam einer Richtung ins Boot geholt (auch Juden – aber die sind unsere Wurzel). Wenn schon – denn schon. So war es zu kurz gesprungen. Oder wirklich nur ökumenisch – im christlichen Sinn wäre richtig gewesen. Ich weiß: Manche sprechen eben auch von den Abrahamitischen Religionen (Judentum, Islam, Christentum) – eine Unterteilung, die mit Blick auf die deutsche Einheit aber keinen Sinn macht.

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Bedford-Strohms Amtszeit

Was wird von Bedford-Strohms Amtszeit in Erinnerung bleiben? Er ist für (fast) alles begeisterungsfähig. Die Begeisterung sprüht quasi aus allen Knopflöchern: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/09/29/kirche-steht-hinter-reformationsjubilaeum/

Die Amtszeit ist noch nicht zu Ende – aber ich vermute, die überschwängliche Begeisterung wird auch noch nicht am Ende sein. Von daher die oben genannte Einschätzung.

Prima!

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Kirche und Politik: „Christen müssen sich einmischen“ + Barmer Theologische Erklärung

Da bin ich ganz einer Meinung mit Bischof Markus Dröge. Christen müssen sich einmischen: http://cicero.de/kultur/Kirche-und-Politik-Christen-muessen-sich-einmischen

Die Frage ist allerdings: Wie. Ermöglichen sie einen lebendigen Diskurs auch in der Kirche selbst? Wie geht man mit politischen Gegnern in der Gesellschaft – und in der Kirche um?  Erkennen Kirchenmenschen, dass eben auch Christen und Kirchen unterschiedlicher Meinung sein können – auch in diesen Fragen:

Flüchtlingshilfe, Umweltschutz, Gleichberechtigung, Kampf gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Auch bei Fragen der heutigen medizinischen Entwicklungen wie der Präimplantationsdiagnostik oder der Gentechnik kann die Kirche nicht schweigen, da hier Grundfragen des christlichen Menschenbildes berührt werden: die unteilbare Würde jedes Menschen als Geschöpf Gottes.

Und das aus dem Grund, weil auch Christen Welt interpretieren und nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben – anders gesagt: auch sie haben nicht den umfassenden Durchblick in dem komplexen Spiel der Mächte. Sie haben zwar den Geist Gottes – aber jeder Christ dürfte wissen, dass er eben auch dem Geist Gottes nicht umfassend Raum gibt, sondern eben den Geist Gottes in seinem christlichen Unvermögen deckelt, einschränkt, fesselt. Wie schnell wurde immer wieder der Geist Gottes überstimmt durch propagandistische und verkürzte Informationen. Beleg? Katholische, evangelische, orthodoxe, anglikanische Kirche sowie die vielen Christen weltweit, die sich nicht in diesen Konfessionen wiederfinden. Sie haben vielfach unterschiedliche Ansichten – womit ich nichts Neues sage, aber man darf auch nicht so tun, als würden alle Christen mit einer Stimme sprechen. Eine theologische Elite ist bekanntlich auch nicht davor gefeit, politisch-ideologisch zu denken. Darum benötigen wir unbedingt den freien Diskurs auch in der Kirche.

Ja:

Jeder Amtsträger, jede Amtsträgerin ist an das Ordinationsgelübde gebunden, in dem er oder sie gelobt hat, die Bekenntnisgrundlagen der Kirche zu achten. Dazu gehört die Barmer Theologische Erklärung des Jahres 1934. Sie legt fest, dass es zur Aufgabe der Kirche gehört, an „Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit“ zu erinnern und damit an die Verantwortung von „Regierenden und Regierten“.

Darum ein Zitat aus der Barmer Theologischen Erklärung – dazu nur die erste These und die letzte These – es lohnt sich, sie ganz zu lesen, um zu bemerken, was für eine große Brisanz sie hat, auch für diejenigen, die sich auf sie berufen https://www.ekd.de/Barmer-Theologische-Erklarung-Thesen-11296.htm:

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

Die letzte These:

Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.

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