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8.2.2010 von Wolfgang Fenske.
Ich habe amazon angeklickt, weil ich was zu meinen Büchern nachschauen wollte. Und da gibt es neue Hinweise: So wird mein Buch auch dann genannt, wenn es in anderen Werken begegnet. Nur ist dann auch von einem Wolfgang Fenske die Rede, der in der Jungen Freiheit ein Interview gegeben hat. Ich kenne das Interview nicht, weil ich nicht dieser Wolfgang Fenske bin, der da interviewt wurde. Da realisiert sich das Sprichwort: Mitgefangen - mitgehangen. Und dann gibt es noch einen dritten im nicht vorhandenen Bunde: Ein Kollege aus Erlangen, dessen Werke manchmal gute Titel haben. Gelesen habe ich sie leider noch nicht. Vorgenommen habe ich es mir.
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27.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Das Wissen um die Konzentrationslager hat mein Menschenbild sehr geprägt. Es hat mir gezeigt, wie dünn die Haut der Zivilisation und Kultur ist, wie schnell Menschen in der Lage sind, diese dünne Haut abzustreifen und ins Unmenschliche abzugleiten. Auch die Wege, die helfen, diese dünne Haut abzustreifen, sind mir deutlicher geworden: Menschen muss gesagt werden: Das nimmt dir die wirtschaftliche Not, der Einsatz für diese Sache macht dich geschichtlich bedeutsam und hebt dich aus dem Alltag heraus, du wirst mir folgen und dabei weder rechts noch links schauen, für dieses Bedeutsame willst du sterben - und dabei andere morden, du gehörst zur Gruppe der künftigen Sieger dazu, Rhetorik ist wirksam mit der dazugehörigen emotionalen Aufputschung. Das genügt freilich nicht. Es muss noch rational aufgezeigt werden, wie notwendig es ist, den anderen zu bekämpfen: er ist ein Feind, er bedroht dich, macht er es nicht öffentlich, dann heimlich, ohne dass du es weißt, er bedroht deine Familie, deinen Stamm… Und damit die Bedrohung abgewendet werden kann, darfst du nicht ausbrechen, müssen die Reihen fest geschlossen werden. Wer ausbricht, ist ein Feind seiner Gruppe, wer Verständnis für den anderen zeigt, ist ein Feind deiner Gruppe - auch wenn er zur Gruppe gehört. Das bedeutet: Es ist nicht nur ein Element aus dieser Sammlung, sondern es gehören diese Elemente und noch einige mehr dazu, die helfen, diese dünne Haut abzustreifen. Das Schlimme ist, dass viele dieser Elemente auch im Gegenteil dazu helfen, eine dickere Haut für die Menschlichkeit zu bekommen. Das wiederum bedeutet: Wenn ein Mensch anderen Menschen deutlich machen kann: Das, was du tust, ist im Grunde menschlich, auch wenn du es nicht sofort merken bzw. einsehen solltest - dann hat er sie gewonnen. Sei es für, sei es gegen die wahre Menschlichkeit. Das ist mir nämlich in meiner Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus aufgefallen: Leute, die sich ihm zuwandten, dachten, sie tun dem Volk bzw. sogar der Menschheit was Gutes, wenn sie der Ideologie folgen. Sie wollten vielfach ja auch nichts Böses, sie dachten, sie setzen sich für eine großartige, gute Sache ein… Und das macht für mich die Gefährlichkeit aller Ideologien - auch ideologischer Religionen - aus: Menschen wird vorgegaukelt, dass man das Gute erreichen kann, indem man bisherige zivilisatorisch gewachsenen Werte aushebelt. Emotionalisierung ist das Eine, das dazu beitragen kann, aber man soll die Ideologen nicht für blöd erklären: Der Verstand spielt eine genauso große Rolle: Argumente für die Unmenschlichkeit gibts zuhauf.
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25.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Wir leben mit Angstgespenstern. Vielleicht nicht immer so deutlich - aber sie können uns immer wieder überfallen. Der Kampf gegen die Angstgespenster geht ein Leben lang - gegen immer neue Arten von Angstgespenstern: Krankheit, Versagen, möglichen Erniedrigungen, Sterben, falschen Entscheidungen… Manchmal dauert der Kampf Jahre, manchmal ist er kurz. Vielfach fühlen wir uns im Kampf allein. Gott, dem wir vertrauen wollen, scheint weit weg zu sein. Hilflos fragen wir unser: Warum? Warum Leiden? Warum Angstgespenster? Warum diese Heimatlosigkeit des Herzens? Nach Hause laufen zu Gott sieht für mich so aus, dass ich mich in den Worten Jesu zu bergen suche. In den Evangelien zu lesen, immer mehr zu lesen, führt dazu, dass wir uns in den Worten von Jesus bergen können. Bergen wir uns in den Worten Jesu? Jesus, der für uns die Worte Gottes spricht, nimmt uns mit seinen Worten hinein in seine bergende Liebe. Die Erfahrung des verlorenen Sohns (Lukasevangelium 15), der heimgekehrt ist, der sich von Gottes Armen umfangen weiß, muss uns dann über die Worte hinaus nicht fremd bleiben: Gott ist uns nah. Er umgibt uns.
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20.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Eine Leserin fragte mich, wo stehst du eigentlich, was den Islam betrifft. Bist du für oder gegen ihn? Man wird aus deinem Blog nicht schlau. Als Christ der ich als Wolfgang Fenske bin, lehne ich den Islam ab. Warum? Weil er dem christlichen Glauben in wesentlichen Punkten widerspricht. Warum sollte ich jemanden hofieren, der in meinen Augen Unfug redet, sich gegen mich wendet? Das machen andere Gruppen ja auch nicht. Genauso wenig wie ein Atheist den Christen hofiert und ich ihn hofiere, kann man auch nicht erwarten, dass der Islam von mir hofiert wird.
Aber: Das bedeutet nicht, dass ich den Mohammedaner als Menschen ablehne. Er hat seine Religion - und entsprechend verhalte ich mich ihm als Menschen gegenüber - wie auch einem Buddhisten, Hindu, Atheisten gegenüber. Er will leben, lieben, essen, trinken, Kinder zeugen und begleiten, wie jeder Mensch. Ich muss ihm respektvoll begegnen - aber ohne Unterwürfigkeit. Ich bin ein Mensch, der kommunikationsorientiert ist - und auch von anderen verlangt, dass sie offen und ehrlich mit mir kommunizieren. Von daher sind alle Abschottungstendenzen gegen unsere offene Gesellschaft gerichtet. Ebenso alle Tendenzen, Menschenrechte außer Kraft zu setzen. Und dagegen habe ich massiv etwas - und sage es auch. Z.B.: Unsere offene Gesellschaft lacht im Grunde über alle, die eingeschnappt sind, wenn etwas gesagt wird, das ihnen nicht passt. Und daran muss sich auch der Mohammedaner gewöhnen, statt ständig zu verlangen, dass man auf seine Gefühligkeit Rücksicht nimmt. Und damit beginnen im Grunde schon die Einschüchterungen der Mitmenschen. Man mag niemanden beleidigen, darum fühlt man sich schuldig, falls sich jemanden beleidigt fühlt. Wenn aber jemand Beleidigtsein als Trick anwendet, um Diskussionen abzuwürgen, dann macht er sich lächerlich. Damit habe ich nur einen gering scheinenden Punkt aufgenommen.
Meine Hoffnung ist - neulich klang es schon an - dass der Islam sich ebenfalls öffnen kann, auf Dauer öffnen kann. Je mehr Kontakte er mit uns hat und wir mit ihm, desto freier, so hoffe ich, werden die Mohammedaner. Freilich ist Eile geboten. Warum? Weil ich sehe, dass die Tendenzen, sich abzuschotten, arrogant die Frömmigkeitsgenossen von anderen Menschen fern zu halten, immer stärker werden. Und darum stehe ich auch den großen Moscheebauten sehr skeptisch bis ablehnend gegenüber. Nicht den kleinen Moscheechen, in denen man sich zum Gebet usw. trifft, sondern den großen, die alles beinhalten, von der Bibliothek bis hin zum Bäcker, von der Schule und dem Kindergarten bis hin zum Kleidermarkt. Diese lehne ich als Mensch dieses Staates mit seiner Gesellschaftsordnung ab, weil sie die Abschottungstendenzen fördern und damit den Staat untergraben. Ich sehe, dass der türkische Staat immer stärker in die Religionspolitik und das alltägliche Leben unseres Landes durch die DITIB eingreift und damit für unser Land unheilvolle Wege geht. Das heißt: Wenn das gelingt, dann sehe ich unsere Gesellschaft als sehr gefährdet an. Im Augenblick kann es noch geändert werden, wenn der Staat sich nur nicht immer solche Extrem-Gesprächspartner aussuchen würde, ihnen nicht mehr Rechte einräumen, sie nicht auch noch finanzieren und Plattformen bieten würde. Liberale Mohammedaner sollten gestärkt werden, nicht die Extremen. Extreme sollten auch in der Türkei bleiben und Lehrer usw. sollten hier ausgebildet werden. Und da sehe ich überhaupt kein Konzept der Politiker. Man angelt sich irgendwelche konservativen islamischen Knochen, die den Mund am weitesten aufreißen und auch vor Drohungen nicht zurückschrecken und versucht mit denen irgendwas auf die Reihe zu bringen. Und das ist für unsere Gesellschaft von größtem Übel.
Ich habe noch die Hoffnung, dass Mohammedaner nicht beleidigt sind, weil man irgendwas über Mohammed und seinen Koran sagt, sondern dass sie beleidigt sind angesichts des Unrechts, das im Namen Allahs begangen wird. Ich zensiere im Blog, ich biete schlimmste Nachrichten gar nicht. Nachrichten, die Untaten im Namen der Scharia nennen. Manchmal könnte sich einem der Magen umdrehen. Das sind Beleidigungen Gottes, der den Menschen als sein Ebenbild erschaffen hat. (Und wenn ich so etwas gelesen habe, bin ich in den Artikeln manchmal recht sarkastisch.) Und ich hoffe sehr, dass Muslime das einmal erkennen und massiv religiös gegen solche Blasphemien in ihren Reihen vorgehen. Es gibt schon manche, die es tun. Und diese geben Hoffnung - auch wenn sie von ihren Genossen stark angefeindet werden und sehr gefährdet sind.
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20.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Warum sage ich Mohammedaner? Muslime mögen nicht, wenn man sie Mohammedaner nennt, weil sie Mohammed nicht anbeten. Ich nenne sie Mohammedaner, weil sie Mohammed verehren, ihm und seinem Koran/den Hadithen als Leitstern folgen. Das Anbeten ist nicht das Kriterium. Christen heißen ja nicht unbedingt Christen, weil sie Jesus Christus anbeten, sondern ihm nachfolgen. Da wird einfach diese Definition gegeben: Christen beten Christus an, also wollen wir nicht Mohammedaner genannt werden, weil wir nicht Mohammed anbeten. Und wir sollen dieses Kriterium einfach so schlucken?
Aber das ist nicht der eigentliche Grund dafür, dass ich Mohammedaner sage. Der eigentliche Grund besteht darin, dass Muslim bedeutet: Ein sich Gott Ergebender. Aber ich sehe mich als Christ selbst als einen an, der sich Gott ergeben hat. Und wenn ich den Islam als Gottesoffenbarung ablehne, kann ich den Muslim nicht als einen bezeichnen, der sich Gott ergeben hat. Im Gegenteil: Mohammed hat - so sehe ich es, wenn ich seine Theologie mit den Aussagen von Jesus Christus vergleiche - seine Meinung zu Worten Gottes /Allahs gemacht und sie dadurch hermetisch von Kritik abgeschlossen. Wie würden wir heute einen beurteilen, der irgendetwas sagt - und dann sagt: das darf keiner kritisieren, weil es Wort Gottes ist… - und sollte Mohammed von dieser Kritik ausgeschlossen werden, nur weil er viele Anhänger hat? Das sehe ich als Christ nicht ein.
Ich bin dagegen, dass wir uns einfach Begriffe aufoktroieren lassen sollen oder Definitionen, wenn wir mit ihnen nicht einverstanden sind. Das betrifft auch die vielen Versuche, den Gott, den Jesus Christus und wir als Vater anreden, einfach so vereinnahmen zu lassen, indem man sagt, das ist alles eh ein Gott. Nein, das Gottesbild Mohammeds unterscheidet sich von dem Gott, wie wir ihn durch Jesus Christus und unserem Leben kennen, massivst. Unser Gottesverständnis einfach so dem islamischen oder einem Allerweltsverständnis auszuliefern, so dem Gerede von den Abrahamitischen Religionen, das kann ich nicht akzeptieren. Ich empfinde es als im höchsten Maße unehrlich. Und das geht bekanntlich dann nicht allein um Gott, denn mit dem Gottesverständnis ist ja auch das Menschenbild verbunden. Jesus nennt Gott Vater: Und wir können ihm wie einem liebenden Vater begegnen. Mohammed will, dass der Mensch sich Allah unterwirft. Darum auch die Füße küssende Gebetshaltung. Wir stehen unserem Gott stehend, hoch erhobenen Hauptes gegenüber (auch wenn wir ihn neigen sollten). Nicht, weil wir so arrogant sind, sondern weil er es so möchte. Darum können wir in den Spuren Jesu auch nur die Freiheit, die Unversehrtheit des Menschen fordern und fördern und nicht die Unfreiheit, die Erniedrigung von anderen. (Ich weiß: Jetzt denkt so mancher wieder: Und die Kirchen? Ja, die Kirchen haben sich schon häufig verirrt und müssen immer wieder zurückgeholt werden: Reformbestrebungen in den Klöstern, in den Hierarchien, Reformationen… Menschen, auch Kirchen haben die Tendenzen, sich zu verirren. Aber darum auch die ständigen Mahner, die versuchen, die Institution zur Botschaft Jesu zurückzubringen.) Mit dem Gottesbild hängt das Zusammenleben mit den Menschen zusammen. Und von daher bedeutet für mich, unseren Gott anderen Gottesvorstellungen zu opfern, auch die Freiheit und die Liebe des Menschen zu opfern. Und es wäre schön, wenn sich im Dialog dieses Gottesbild, besser: Gott gegen alle menschlichen Widerstände schneller durchsetzen könnte. Auf lange Sicht wird er es sowieso tun.
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18.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Camus konnte irgendwo stehen - und mitten im Trubel das Gefühl haben, dass ihm das Absurde allen menschlichen Treibens überfällt. Ich kann irgendwo stehen - und mitten im Trubel die Frage stellen: All diese Menschen liebt Gott - und mich in ihrer Mitte?
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9.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Die Ansicht, dass wir Menschen nur dann wertvoll sind, wenn wir etwas leisten, liegt ja nicht allein in unserer Erziehung. Das liegt auch schon in der Menschheitsgeschichte verborgen. Wann kann ein Stamm überleben? Wenn alle etwas dazu beitragen. Jeder Leistungsträger in einem Stamm ist wertvoll - wer nichts leistet, der gefährdet den Fortbestand des Stamms, zumindest in Notzeiten. Von daher ist auch die Gruppe, in der wir leben, jeweils auf Leistung getrimmt. Doch was ist Leistung? Nahrung suchen, Nahrung herstellen, Nahrung züchten und verarbeiten. Kleidung herstellen, Häuser, Arbeitsgeräte. Feuerhersteller… Ist der Philosoph Leistungsträger? Ist der Künstler Leistungsträger - sei es der Maler, Dichter, Musiker? Ja, sie wurden es, als der Mensch es sich leisten konnte. Inzwischen sind auch diejenigen Leistungsträger, die Nippes produzieren, weil sie eben zwar nichts zum Überleben des Käufers beitragen, aber das Bruttosozialprodukt steigern. Was Leistung ist, ist eine Frage der Definition. Dann werden Leistungsträger Menschen, die zuhören können, Mut machen können… - also Pfarrer/Priester, Psychologen… Im christlichen Glauben leisten auch Menschen einen Beitrag für die Gruppe, für die Menschheit, die für die anderen beten. Menschen, die auf den ersten Blick nichts für den Fortbestand der Gruppe leisten können, haben ihren Wert allein dadurch, dass sie Ebenbild Gottes sind und als solches geschützt werden müssen. Und den Menschen als Menschen selbst wichtig zu nehmen, das lernen wir dann von Jesus. Und diese Errungenschaft ist immer sehr gefährdet, weil sie allen menschheitsgeschichtlichen Erfahrungen zuwiderläuft. Wenn eine Gesellschaft Menschen verachtet, die in ihren Augen keine Leistung erbringen - dann werden auch die Leistenden verachtet: als Menschenmaterial, mit dem man unmenschlich umspringen kann: Hungerlöhne, keine soziale Absicherung, wer krank wird, hat keinen Anspruch mehr auf einen Arbeitsplatz, wer es nicht mehr bringt, fliegt… Achtung gilt nicht dem Menschen, sondern seiner Leistung - auch - und da täusche sich keiner: an den höchsten Stellen.
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8.1.2010 von Wolfgang Fenske.
Ein Mensch ist wertvoll - auch wenn er nichts leistet. Theoretisch wissen wir das. Doch das gesamte Leben wird anders gelebt. Von Kind auf wird der Mensch gelobt, wenn er Gutes getan hat. Dann fühlt er sich wertvoll. Wenn er voran kommt, fühlt er sich wertvoll. Wenn dann auf einmal in das Leben etwas einbricht, das eine Leistung verhindert, eine Leistung, die vor den Augen anderer und vor den eigenen Augen bestehen kann, dann sehen wir uns als wertlos an: wenn Krankheit uns niederwirft, Trauer, Behinderungen, psychische Dunkelheiten, Versagen, berufliches Desaster… Und dann sagt der Verstand: Du bist genauso wertvoll wie vorher, dann sagt der Glaube, du bist genauso wertvoll wie vorher… Aber wir haben es seit der Kindheit anders gelernt und anders praktiziert - und dann sollen wir es aufeinmal akzeptieren? Das ist wie der Wandel eines Weltbildes. Aufeinmal muss alles, alles mit anderen Augen gesehen werden. Alles. Und das kostet Zeit, kostet Kraft, kostet Kopfzerbrechen, das zu lernen ist ein hartes Stück Arbeit: sich ganz abgeben zu können. Und nun falle ich wieder in das Leistungsdenken zurück -: und das ist eine immense Leistung. Wie man jahrelang für seinen Beruf lernen musste - und immer wieder lernen muss; wie man jahrelang Erfahrungen in seinem Hobby sammeln musste - und immer wieder neue Erfahrungen sammelt, so ist das auch in dem Lebensabschnitt, der das herkömmliche Leistungsdenken vom Thron stürzt. Es ist ein langer Prozess, in dem man wirklich von Herzen, mit allen Sinnen, mit dem Verstand erkennt: Ich bin wertvoll - auch wenn ich in den Augen anderer nichts leisten kann. Ein Prozess, der immer wieder neu erlernt werden muss - wie man sich auch im Beruf, beim Hobby weiterbilden muss. Vielleicht öffnet diese Erkenntnis aber auch jetzt schon das Auge für die Menschen, die sich wertlos fühlen. Können wir immer wieder den Teufelskreis der Leistungs-Gesellschaft durchbrechen? (Fortsetzung folgt.)
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14.11.2009 von Wolfgang Fenske.
Beten mit Kindern hilft, auch wenn man nicht an Gott glaubt: http://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik.html?&news[action]=detail&news[id]=2544 Das Gebet als psychisch relevante Handlung gibt es auch als Empfehlung auf vielen anderen Gebieten: Gebet fördert zum Beispiel das Erinnerungsvermögen, es beruhigt die ruhelose Psyche… - und wenn es dann wirklich noch einen Gott gibt, dann ruft das arme Menschenkind im Gebet nicht einfach in einen leeren Raum, sondern dann ist auch einer da, der hört. Vielleicht sollte das aus psychischen Gründen betende Menschenkind auch mal in die Stille hören - ob es da vielleicht eine Stimme vernimmt? “Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch stärken.” - Nein, kein Wort von Sokrates oder Mao oder Che XY - Jesus Christus sagt es im Evangelium.
(Warum ich Sokrates, Mao usw. erwähne? Weil manchmal Jesusworte in der Presse veröffentlicht werden, diese aber einem anderen zugeschrieben werden. Ob Jesus einmal auf sein Copyright bestehen wird?)
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14.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Wenn ich einem Menschen nicht vergeben kann - dann beherrscht er mich. Gibt es Menschen, die meine Seele in diesem Sinn gefesselt haben? Kann ich Möglichkeiten erkennen, mich von diesen Fesseln zu lösen?
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