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Archiv der Kategorie Bibel

Frage der Woche

Wann habe ich zuletzt die Bergpredigt gelesen (Matthäusevangelium Kapitel 5-7)
- und mit hochrotem Kopf vom heißem Nachdenken die Lektüre verlassen?

(Ein Tipp: Wer Fragen zur Bergpredigt hat, kann sich gerne an mich wenden: wolfgangfenske@aol.com - ich kann zwar nicht alles beantworten, aber so manchen Verstehenstipp geben.)

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Bibel 3

Das sehen nicht alle Christen so. Gewiss. Ich selbst bin mit allen Wassern der historisch-kritischen Exegese gewaschen worden - und weiß von so manchem, dass er sich nicht gerne mit Menschen sehen lassen würde, die das nicht sind. Es ist so eine Art Wissenschaftshörigkeit. Und dann habe ich viel gelernt von Menschen, die nicht nur über den Glauben nachdenken, sondern auch aus ihm heraus leben. Auch hier habe ich so manchen kennen gelernt, der nicht unbedingt freudig auf kritische Exegeten zu sprechen ist. Ich möchte nicht sagen, dass es Glaubenshörigkeit ist, sondern das ist so eine Art Traditionshörigkeit. Bei den Wissenschaftshörigen wie den Traditionshörigen gibt es so manche, die nicht mit dem jeweils anderen reden, sondern über ihn. Und das nicht unbedingt wohl gesonnen, sondern arrogant. WWJD: What Would Jesus do? Aber es gibt auch sehr viele, die es gern haben, miteinander zu reden, die von einander lernen, weil sie wissen: Wir gehören in Jesus Christus zusammen, die von dem Reichtum anderer Glaubender profitieren. Manche Dinge können wir nicht miteinander klären - sondern müssen es in Liebe eben so stehen lassen und dabei nie das Gespräch abbrechen lassen, auch nicht das gemeinsame Feiern, das gemeinsame Wirken - denn es gibt immer einer der größer ist, der verbindender ist als all die kleinkarierten menschlichen Trennungen. Christen sprechen hier von Jesus Christus, ihrem Herrn. 

Freilich gibt es auch notwendige Distanzierungen: Wenn eine christliche Gruppe sich gewalttätig, ideologisch gegen andere verhält, es sei an die Deutschen Christen im National-Sozialismus erinnert; es sei an die gewalttätige Gruppe in Ostafrika erinnert (deren Namen ich vergessen habe), die nur Terror verbreitet; es sei an die rassistischen Gruppen erinnert, die ihren Rassismus christlich herzuleiten versuchen; kritisch begleiten muss man die Gruppen, die Angst vor Repressalien haben und darum andere Christen ausgrenzen, leugnen (so die traditionellen christlichen Gruppen, die sich von den neu Konvertierten abgrenzen, verständlicherweise - um nicht selbst Leiden zu müssen). Oder: Manchmal meint eine herrschende Gruppe sich durchzusetzen - aber es rumort in ihr, weil viele merken: da geschieht Unrecht. Ich denke da an die Frage der Abtreibung. Irgendwann wird auch hier wieder die Mehrheit zur Besinnung kommen.

Was hat das alles noch mit dem Thema Bibel zu tun? S. Bibel 1: Sie ist im dort genannten Sinne Maßstab - auch für das gesellschaftspolitische Verhalten. 

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Bibel 2

Es gibt bei uns Menschen zwei Grundtendenzen: die einen suchen Gesetz - die anderen suchen die Freiheit vom Gesetz, genauer gesagt: die einen werden gesetzlich - die anderen libertinistisch. Die einen sagen: das alles darf man nicht - die anderen sagen: alles ist erlaubt. Das sind schon Tendenzen, die Paulus in seinen Briefen anspricht. Und da gibt es dann wesentliche Sicherungen: Jesus Christus war weder gesetzlich noch libertinistisch, die neutestamentlichen Schriften sind weder gesetzlich noch libertinistisch - und die noch nicht angesprochene Sicherung: die Gemeinde. Der Einzelne kann sich die Bibel leichter zurechtbiegen als eine Gesamtgruppe. Wenn mir etwas nicht passt - dann kann ich leicht darüber hinwegsehen. Und so habe ich mich auch immer an der Gemeinde zu orientieren, im Gespräch mit ihr, mit Menschen, die in ihrem Glauben stark sind… Aber auch Gesamtgruppen können leicht alles zurechtbiegen: so wenn sie Ideologien anhängen. Während der Naziherrschaft versuchten bekanntlich die Deutschen Christen selbst Jesus zu arisieren. Kommunisten versuchten mit ihrer Ideologie Jesus zu vereinnahmen… - aber das müssen nicht immer so extreme Ideologien sein, es können auch leichtere Zeitgeister sein, z.B. ein platter Rationalismus, ein platter “Emotionalismus” (schönes Wort, das ich soeben erfunden habe - muss ich mir merken). Und darum muss dann die Gemeinde immer wieder neu lernen auch auf andere christliche Gruppen zu hören. Inzwischen sind wir ja in der Lage, auch auf Gemeinden weltweit zu hören. Und das kennzeichnet so ein wenig den Protestantismus in Deutschland: Wir sehen nur uns. Da hat es die katholische Kirche leichter, eine internationale Perspektive einzunehmen. Aber diesen Provinzialismus findet man auch in katholischen Gemeinden Deutschlands. Davor ist niemand gefeit. Aber das ist unsere große Chance in der Gegenwart: Christen aus Asien, aus Afrika, aus Nord- und Südamerika, aus Australien und Europa, können sehr leicht miteinander kommunizieren. Wir wissen um einander, wir hören von einander - nun muss man immer wieder lernen, auch aufeinander zu hören. Nun mag mancher denken: Ist es im Islam nicht anders? Im Wesentlichen nicht. Der einzige gravierende Unterschied ist der, dass der Grundmaßstab: Koran und Mohammed im Grunde das Gegenteil von dem sind, was wir vom Neuen Testament und Jesus Christus her kennen. Wir haben zwei Kreise, die sich in manchen Dingen überschneiden, und die gilt es herauszuarbeiten - auch wenn die wesentlichsten Dinge außerhalb dieser Gemeinsamkeiten liegen. Aber weil es eben diese Gemeinsamkeiten gibt, darf ein Dialog vernünftigerweise nie abgebrochen werden - um der Menschen willen. Freilich kann keiner übersehen, dass die Grundeinstellung beider Gruppen eine vollkommen unterschiedliche ist und die Gemeinsamkeiten eher Marginalien sind - aber dennoch: Dialog. (Fortsetzung folgt.)

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Bibel 1

Dass in der Bibel viel drinsteht, ist lange bekannt. Dass die Bibel durch die Zeiten hindurch unterschiedliche Gewichtung bekommen hat - ebenso. Der Maßstab der Christen für die Bibel ist Jesus Christus. Also die Person - die durch seinen Geist auch heute noch wirkt. Und er wirkt auch in den neutestamentlichen Texten. Daran ist deutlich, dass die Bibel im christlichen Bereich nicht per se Gottes Wort ist, sondern dass in der Bibel Gott vernehmbar ist. Mit diesem oben genannten Glauben, dass Jesus Christus der Maßstab ist, ist immer schon die Kritik an der Bibel als Sammlung von wertvollen Büchern intendiert. Die Bibel ist kein Buch, das vom Himmel gefallen ist - sie ist eine Sammlung von Büchern, die Menschen geschrieben haben, in denen Gott wirkte, die in sich Gott wirken sahen. Das bedeutet freilich nicht, dass man leichtfertig mit diesen Schriften (bloß Menschenwort usw.) umgehn darf, sondern intendiert ist immer auch die Frage: Wo vernehmen wir angesichts des genannten Maßstabs Gottes Wort für die Gegenwart?

Hierin liegt ein großer Unterschied zum Koran: Die Bibel ist Gottes Wort - nicht in einem starren Sinn, sondern Menschen versuchen angesichts des oben genannten Maßstabs Gottes Wort zu vernehmen. Der Mensch lebt in seiner Gegenwart aus dem Geist Gottes heraus. Das bedeutet, es muss ein enges Verhältnis zwischen Gott und Mensch vorhandensein, um angesichts der Vielfalt der Situationen Gottes Wort vernehmen zu können - denn die Bibel ist ja kein Gesetzbuch.

Am Beispiel der Feindesliebe: Jesus kritisiert seine Tradition bzw. führt sie weiter: es geht nicht, dass man nur den Nächsten liebt - man solle seinen Feind lieben (intendiert ist damit eine Kritik an alttestamentlichen Worten bzw. deren Auslegung). Was das aber bedeutet, seinen Feind in einer konkreten geschichtlichen Situation zu lieben, das muss der Mensch aus seiner Beziehung mit Gott heraus klären. Die Feindesliebe ist Gebot - aber die konkrete Umsetzung ist eine lebendige. Kann man dann tun und lassen was man will - eben den Feind schikanieren, ihm gegenüber respektlos sein, willkürlich? Nein - denn eben das Gebot der Feindesliebe besteht und verhindert eine leichtfertige Missachtung. Freilich heißt eben Feindes-”Liebe” nicht, sich dem Gegner vor die Füße zu werfen. Liebe ist anstrengend, fordert heraus, ist phantasievoll - man sieht es an Martin Luther King und an Gandhi, der von Jesus lernte. Liebe bedeutet, den Feind liebevoll zu umgarnen ;-) .

Weitergeführt: Können Christen nicht auch aus anderen Büchern Gottes Wort vernehmen? Sie können es. Nicht nur aus Büchern, auch aus Predigten, aus Romanen und Gedichten, aus dem Spaziergang in der Natur und in den Naturwissenschaften… Aber: Das, was hier als Wort Gottes empfunden wird, muss immer an dem oben genannten Maßstab gemessen werden. Und das ist bekanntlich auch der Unterschied zu Gruppen, die als Sekten bezeichnet werden: Sie haben Bücher, die als Maßstab gelten, mit deren Hilfe die Bibel beurteilt wird, z.B. das Buch Mormon… (Fortsetzung folgt.)

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Fasten-Gesetz

Ich sage es ein wenig despektierlich: Aber das, was Paulus, der Apostel, vor ca. 2000 Jahren vehement abgeschafft hat, plagt noch heute viele, viele Gemüter: http://www.welt.de/sport/fussball/article4457102/Ramadan-fuehrt-Sportler-in-Gewissenskonflikte.html - Was Paulus darüber dachte, ist vor allem in seinem Brief an die Galater nachzulesen. Aber der Ausweg, den der Koran und die ägyptischen Gelehrten immer wieder erlauben, das ist es, was die Unfreiheit kennzeichnet. Wegen nationalem Interesse/nationaler Mission müssen sich ägyptische Sportler nicht an das Fasten halten. Dieses Lavieren kennzeichnet diese Religion auf vielen Ebenen, in vielen Bereichen. Das ist genau so wie die “Legende”, die Folgendes besagt: Mönche des Mittelalters durften während der Fastenzeit kein Fleisch essen - nur Fisch; darum servierten sie angeblich den Braten in Fischform. Gesetzlichkeit ist nicht selten lächerlich. Paulus setzt dagegen die freie Verantwortung der Individuen, die zu Gott gehören: in Liebe… Mit Paulus möchte man ausrufen: Zur Freiheit hat euch Christus befreit, werdet nicht die Sklaven der Menschen! 

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Lukas

Das Lukasevangelium hat die Geschichte entstellt, so Lüdemann: http://www.welt.de/kultur/article4175638/Evangelist-Lukas-hat-die-Geschichte-Jesu-entstellt.html Nun ja, was wir in dem Artikel finden, ist kalter Kaffee, der immer wieder aufgebrüht wird. Gibt es eigentlich noch einen, der um die Entstehung der Evangelien Bescheid weiß, der sagt, dass sie reine, neutrale, pure, objektive Geschichtsschreibung sind? Selbst in der Schule lernen Kids ja schon anderes. Wann kam eigentlich dieses hehre Ziel, Geschichte neutral aufzuschreiben auf? Da konnten die Evangelistenlang, sehr lang schon gar nicht mehr schreiben. Tja - und wann kam die Kritik an dieser neuen Art der Geschichtsschreibung auf? Tja, schon bald, weil es so eine Art Geschichtsschreibung gar nicht geben kann, keiner kann Geschichte neutral und objektiv darstellen? Darum sind wir so uuuunendlich froh, dass Gerd Lüdemann, der objektivste aller objektiven Historiker, der neutralste aller neutralen Menschen, der unverfälschste aller Unverfälscher, der Beste aller Besten Schreiber, der größte aller größten Denker - endlich, endlich Geschichte objektiv, neutral darstellen kann. Gratulation! Preisverdächtig…  – Am Rande eine kleine, eine winzig, winzig kleine Korrektur, großer, großer Meister: Sicher, Lukas schreibt, dass Herodes den Johannes den Täufer ins Gefängnis werfen ließ - dann folgt der Hinweis auf die Taufe Jesu. Wer sollte ihn getauft haben, wenn nicht Johannes, der als Täufer vorher groß dargestellt worden war? Lukas nennt die Gefangennahme an dieser vorgezogenen Stelle, weil er vorher als Stichwort den Namen des Herodes genannt hatte. Jeder weiß, wie Lukas das versteht und meint. Aber, großer Meister des kalten Kaffees… - na ja im Grunde will er mit seinem Artikel nur für seinen kalten Kaffee Werbung machen. Verschluckt Euch nicht beim Trinken…  

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Bibel

(Bibel 6) Ich habe in den letzten Wochen überwiegend von der Entstehung des Alten Testaments berichtet. Ähnliches gilt auch für die Sammlung der Schriften im Neuen Testament. Jesus starb ca. 30 n.Chr. und die ersten schriftlichen Bezeugungen des Lebens Jesu gab es schon vor 70 n.Chr. Die älteste Schrift, die uns vorliegt, ist wohl das Markusevangelium, das allgemein auf die Zeit um 70 datiert wird. Aber auch Markus hat sicher schon ältere schriftliche Texte aufgegriffen - vollends deutlich wird das im Matthäus- und Lukasevangelium, die neben Markus eine Schrift rezipiert haben, die wir Logienquelle nennen. Älter als die Evangelien sind die Paulusbriefe. Paulus, der die frühe christliche Gemeinde verfolgte, hat ca. 5 Jahre nach dem Tod Jesu eine Jesus Christus-Erfahrung gehabt, hat daraufhin sein Leben vollkommen umgestellt und bis nach Europa hinein christliche Gemeinden gegründet. Einigen dieser Gemeinden hat er Briefe geschrieben, in denen er den Glauben an Jesus Christus darlegt. Auch in diesen Briefen begegnen uns schon ältere christliche Traditionen. Die Briefe wurden von den Anhängern/Schülern des Paulus gesammelt. Auch die Evangelien wurden gesammelt - und lagen ca. 100 Jahre nach dem Tod Jesu als Sammlung vor. Die gesamte Sammlung neutestamentlicher Schriften wird im 2. Jahrhundert nach Christus ebenfalls in Umrissen deutlich. Ein paar Schriften waren noch umstritten - im Wesentlichen stand diese Zusammenstellung dann im 4. Jahrhundert fest. Es gibt viele weitere christliche Schriften, die nicht in diese Sammlung hineingenommen worden sind. Ein großer Teil dieser Schriften werden Apokryphe genannt, “Verborgene”. Es wurde von der Gemeinde erkannt, dass von diesen Schriften nicht unbedingt fördernde Impulse ausgegangen sind. Sie wurden abgestoßen - einige blieben dennoch erhalten. Aber sie gehören nicht zur Sammlung, zum Kanon. “Kanon” bedeutet “Maßstab”, “Richtschnur”. Auch wenn einige dieser Apokryphen unsere Kultur beeinflusst haben (Ochs und Esel im Stall, drei Könige), so gelten sie doch nicht als Maßstab, der die christliche Gemeinde durch die Jahrhunderte hindurch bestimmte.

Zu Paulus: http://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_(Apostel) - ich gebe diese Seite an, auch wenn ich mit einigen Aussagen nicht übereinstimme. Meine Sichtweise habe ich in dem Buch dargelegt: Paulus lesen und verstehen, Kohlhammer Verlag. Sehr schön aufgemacht ist diese Seite: http://www.kath-kirche-kaernten.at/upload/51289_paulus_de_01.pdf
Zum biblischen Kanon: http://de.wikipedia.org/wiki/Bibelkanon - auch hier stimme ich nicht immer mit allem überein. Aber als Überblick ist der Artikel gut. Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Bibel

(Bibel 5) In der Zeit der Geschichte Israels gab es eine Fülle an Schriften, aus der dann unsere Schriften der Bibel herausgenommen wurde. Nicht aufgenommene Schriften liegen zum Teil noch vor (Pseudepigraphen, Apokryphen). Viele sind unter anderem durch Schriftfunde bekannt geworden. In alten Bibliotheken hat man sie gefunden, aber auch durch am Toten Meer (Qumran), dort lagen sie in Krügen, in Höhlen versteckt. Die genannten Pseudepigraphen heißen so, weil viele dieser Schriften im Namen eines Menschen geschrieben worden sind, die in alttestamentlichen Schriften genannt werden. So wird ein Henoch genannt - und es wurden im Namen dieses Henochs Werke geschrieben (Henochbücher), es wird ein Esra genannt - und es wurden im Namen dieses ebenso Bücher geschrieben. Diese Schriften sind sehr vielfältig - aber auch ihr Ziel war es im Wesentlichen, die erlebte schwere Zeitgeschichte als Geschichte Gottes mit seinem Volk zu deuten. Und eine solche Deutung fand dann im ersten Jahrhundert n.Chr. zum Teil nicht mehr anonym statt, sondern Autoren schrieben unter ihrem Namen: Philo und Josephus. Beide sind faszinierende Persönlichkeiten, die ich hier nicht darstellen kann - wer aber mehr wissen möchte, klicke auf den Link. 

Zu Philo: http://de.wikipedia.org/wiki/Philon_von_Alexandria
Zu Josephus: http://de.wikipedia.org/wiki/Josephus_Flavius
Zu den Schriften vom Toten Meer, den Qumranrollen, habe ich leider keine guten Seiten gefunden. Wer kennt eine fundierte?

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Bibel 4

(Bibel 4) Auch wenn die alttestamentlichen Schriften im genannten Zeitraum zusammengestellt worden sind - woher weiß man, dass wir inzwischen nicht ganz andere Texte haben, dass sie im Lauf der Zeit verändert worden sind - durch Anpassungen an die jeweiligen Zeiten, durch bewusste philosophische, politische Änderungen? Das untersucht die Textkritik. Ein Name ist da vor allem hervorzuheben: Tischendorf. Er reiste und sammelte und suchte alte biblische Handschriften. Inzwischen haben seine Nachfolger tausende von größeren Texten und kleineren Bruchstücken gesammelt - und da war für das Alte Testament besonders der Fund der Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran) wichtig. Und im Vergleich der einzelnen Textüberlieferungen hat man selbstverständlich auch Variationen gefunden - aber dann doch im Wesentlichen eine verblüffende Übereinstimmung der Texte. Wie kam das? Der alttestamentliche Text wurde als “heilig” angesehen: Niemand durfte darin herumpfuschen. Somit kann man schon sagen, dass wir mit unseren Bibeltexten Texte vorliegen haben, die in ihrem Wortlaut über 2000 Jahre alt sind. Die Varianten werden in wissenschaftlich-hebräischen Ausgaben angegeben, damit jeder - vorausgesetzt ist selbstverständlich, dass man die Sprache beherrscht - selbst überprüfen kann: wie lautete der ursprüngliche Text? Entsprechendes gilt auch für das Neue Testament. Sicher fand man keine neutestamentlichen Schriften am Toten Meer, aber durch die zahlreichen Funde von Texten und Fetzchen, kann man in der griechischen Ausgabe der Bibel - auch hier ist Sprachkenntnis vorausgesetzt - sehen, ob Varianten vorliegen oder nicht. Und in der Textkritik wurden Kriterien entwickelt, um Varianten einordnen zu können. So kann man zum Beispiel erkennen, dass eine Varianten dadurch entstanden ist, dass ein Abschreiber müde geworden ist, man kann erkennen, ob ein Vorleser in die falsche Zeile gerutscht ist usw.

http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_von_Tischendorf
http://de.wikipedia.org/wiki/Textkritik bzw. http://de.wikipedia.org/wiki/Textkritik_des_Neuen_Testaments

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Bibel 3

(Bibel 3) Diese Schriften wurden gesammelt - und sicher wurde aus einer Fülle an Schriften nur ein Teil ausgewählt. Nach welchen Kriterien, welchen Maßstäben? Das lässt sich sehr schwer sagen. Sagen lässt sich, dass eine gewisse Sammlung schon im 3. Jahrundert vorgelegen hat, die Septuaginta (LXX). Der Name stammt aus einer Legende, die sagt, dass die Bibel von 72 Gelehrten in Ägypten ins Griechische übersetzt worden sei. Der Name ist eine Abrundung der 72 auf 70. Am Toten Meer wurden zahlreiche Schriften und Sammlungen gefunden. Diese lassen darauf schließen, dass eine solche Zusammenstellung noch nicht abgeschlossen war. Abgeschlossen wurde sie vermutlich erst Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus. Die sogenannte hebräische Bibel (Tanach) = das Alte Testament wurde in einer Zeit festgelegt, in dem das Land jeden Rest seiner politischen Unabhängigkeit eingebüßt hatte. Die Tora (die ersten fünf Bücher Mose) gab es als Zusammenstellung jedoch schon ca. 400 v.Chr. und auch eine Zusammenstellung prophetischer Bücher (Neviim/Nebiim) gab es schon vor 200 v.Christus. Dass als dritter Teil noch Schriften (Ketuvim/Ketubim) hinzugefügt worden waren, weiß man aus einer jüdischen Schrift von 190v.Chr. 
Ich sprach Unterschiede in der Zählung der Bücher an. Die evangelische Bibelübersetzung lehnt sich an die hebräische Bibel an, die katholische an die der Septuaginta. Von daher gibt es Abweichungen, weil die Septuaginta, die griechische Sammlung mehr Texte bietet als die hebräische Sammlung.    

Zur hebräischen Bibel: http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach
Weiterführend zur Septuaginta: http://www.die-bibel.de/wissen/bibeluebersetzung/geschichte/die-septuaginta/ (Ich weise auf diesen Text hin, auch wenn ich nicht alles, was in diesem Artikel steht, unterstreichen kann. Es gibt gegenwärtig die Tendenz, die hebräische Bibel aus der frühen Christenheit zurückzudrängen. Wie ich aber an zwei Texten meiner Aufsätze zeigen konnte, basierte sie auf der hebräischen Bibel und wandte sich im Zuge des Übergangs in die griechische Welt stärker der griechischen Übersetzung zu.)

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