Archive for the ‘Atheismus’ Category

Müller Markt Ravensburg + Evangelistin ermordet + Islamist mordet in Nizza

Freitag, Juli 15th, 2016

Kettchen mit religiösen Symbolen sind im Müller Markt Ravensburg verboten – kurz: Kreuzkettchen sind verboten. Ist das eine kauzige Idee eines Filialleiters? http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Ravensburger-Markt-verbietet-Glaubenssymbole-_arid,10489553_toid,535.html

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In Nigeria wurde die Evangelistin Eunice Elisha ermordet: http://www.igfm.de/news-presse/aktuelle-meldungen/detailansicht/

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Nachtrag: In Nizza wurden am Nationalfeiertag über 80 Menschen möglicherweise durch ein islamistisches Attentat ermordet: Ein Lastwagenfahrer fuhr in eine Menschenmenge: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/nizza-lastwagen-rast-in-menschenmenge-a-1103093.html Der Ausnahmezustand in Frankreich bleibt erhalten. Dieses Mal kann diese Tat wohl kaum mehr einfach als Tat eines psychisch Labilen abgetan werden.

Über wie viele Menschen hat dieser verblendete Muslim Leiden und Erschrecken gebracht: Familien, Verwandten, Bekannten, Kollegen, Menschen des Landes und der europäischen Länder, die sich mit Frankreich verbunden wissen.

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Spannendes Interview mit Bassam Tibi + Von Leitkultur und Sauerkraut + Atheismus und Christentum

Dienstag, Juli 5th, 2016

Ein spannendes Interview mit Bassam Tibi. Und es ist ein Interview, das denen die Augen öffnen könnte, die sie noch verklebt verschlossen halten: http://www.welt.de/debatte/article156781355/Heute-sieht-Goettingen-aus-wie-ein-Fluechtlingslager.html Tibi schätzt, dass nur 5-10% der Muslime sich wirklich integriert hätten. Aus der Kleinstadt Göttingen wurde ein Flüchtlingslager – “ethnische Armut”. Er vermisst die Debattenkultur. Merkel sagt – kommt alle – keiner diskutiert – alle kommen – und Kritiker werden der AfD zugeschoben.

Das Wort Leitkultur sei kontaminiert als Deutschtum, Sauerkraut und Spießertum. Seine Leitkultur ist das Grundgesetz und die Werte, die damit verbunden sind. Tibi hat recht, dem ist so: Das Wort Leitkultur wurde absichtlich von vielen mit Sauerkraut und Spießertum kontaminiert, um es zu destruieren. Ich denke, wir sollten es wieder säubern. Ein Italiener schrieb einmal öffentlich (!) zum Thema Leitkultur, dass er das schrecklich fände, dass er bei der Pasta bleiben würde, auch wenn man sie ihm verbieten wolle. Keiner, der sich mit dem Thema ernsthaft befasst, möchte Italienern die Pasta verbieten – aber der arme Mann ist denen in den Sauerkrauttopf gefallen, die das Wort absichtlich bekleckerten.

Persönlich fand ich das Wort von Ernst Bloch interessant: Ein echter Atheist sei ein Christ und ein echter Christ sei ein Atheist.

Der moderne Atheismus ist ein Kind des Christentums. Aber auch frühe Christen galten als Atheisten, weil sie einem am Kreuz hingerichteten Menschen folgten – das hat aus Sicht der heidnischen Religionen nichts mit Religion zu tun. Es ist ein faszinierendes Verhältnis, Atheismus und Christentum. Freilich gibt es inzwischen auch muslimische, hinduistische Atheisten – aber die Weltanschauung ist aus dem Westen exportiert worden. Buddha habe ich unterschlagen. Aber er war kein Atheist – er benötigte die Götter nur nicht, sondern betonte die meditative Selbsterlösung.

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Kölns Reker und Verwaltung + Kopftuch in der Justiz Zorn gegen Religionsfreiheit

Freitag, Juli 1st, 2016

Die kölner Oberbürgermeisterin Reker legt sich mit der Verwaltung an: http://www.welt.de/politik/deutschland/article156716708/Die-kommen-nur-um-Schmerzensgeld-zu-bekommen.html

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Wieder ein neuer Versuch, das Kopftuch in der Justiz durchzusetzen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article156722713/Warum-ein-Kopftuch-Verbot-kaum-durchsetzbar-ist.html Steter Tropfen höhlt den Stein und fördert den Zorn auf Religionsfreiheit, weil sich niemand vorstellen konnte, dass sie einmal gegen unsere Kultur gerichtet werden könnte. Denn weil Muslima ihre neue Sicht durchsetzen wollen, wird von Säkularisten und freieren Muslimen vieles – auch christlich Traditionelles, was zu unserer Kultur gehört – zur Disposition gestellt.

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Kirchen zu Moscheen + Papst zerstört Priester

Mittwoch, Juni 1st, 2016

Kirchen werden zu Moscheen http://de.europenews.dk/Europa-Allah-uebernimmt-Kirchen-und-Synagogen-127903.html Sinnbildlicher kann die Veränderung in Europa nicht vor Augen treten. Verändert die Religion – und das Land wird verändert, die Kultur wird verändert, die Menschen verändern sich in dem Umgang miteinander. Es wird alles anders. Und es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass Kirchen verändert wurden – und die Gesellschaft gleich mit: in islamischen Staaten sowieso, aber auch in kommunistischen Staaten. Einfach Kirche verändern ohne massive gesellschaftspolitische Folgen – das klappt nicht.

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Will der Papst seine Priester zerstören? Wenn er fordert, dass ein Priester 24 Stunden für die Gemeinde da ist, dann fördert er den Burnout, aber nicht die Qualität seiner Priester. Oder er stellt mehrere Prister in einer Gemeinde ein, dann geht das, aber das ist angesichts des Priestermangels eher nicht möglich: http://religion.orf.at/stories/2777129/

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Religion und Ideologie

Sonntag, Mai 1st, 2016

Alexander Grau sieht Religion als Ideologie an: http://www.cicero.de/salon/alle-religionen-sind-ideologien/60850 Das ist zu kurz gesprungen. Ich finde, eine Religion kann zur Ideologie werden. Ideologen sind engstirnig, fanatisch, sehen nur ihre Sicht, können nicht differenzieren, meinen, von ihnen hängt das Wohl der Gesellschaft ab und entwickeln entsprechend auch repressive Strukturen, um das jetzt (!) durchzusetzen. Das sehen wir im Nationalismus, Nationalsozialismus, Kommunismus, Sozialismus (weniger), Liberalismus (manchmal) auch der Kapitalismus steht in Gefahr zur Ideologie zu werden. Natürlich auch Religionen und Atheismus. Aber Religionen sind es nicht per se – wie es auch der Sozialismus bzw. Liberalismus nicht per se ist. Und das ist der Fehler bei Grau: Er differenziert nicht. Steckt da auch Ideologie dahinter? 😉

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Atheistisches Lied + China, Tod einer Christin

Sonntag, April 24th, 2016

Und immer wieder das atheistische Lied: Religionen sind alle gleich – alle gleich brutal. Sie sind wie wilde Tiere, die domestiziert werden müssen: sicher mit aller Gewalt – oder wie stellen sich die Ruhrbarone und Gesinnungsgenossen das vor? Und damit machen sie das, was sie den Religionen vorwerfen: http://www.ruhrbarone.de/religionen-muessen-domestiziert-werden/125771

“Religionen in ihren ursprünglichen Auslegungen passen nicht in demokratische, offene Gesellschaften. Das trifft nicht nur auf den Islam, das trifft auch auf das Christentum zu. Sie müssen gezwungen werden, auf weite Teile ihrer Ansprüche zu verzichten…”

Vom Islam spreche ich jetzt nicht – aber man sollte sich vielleicht auch als Atheist die Mühe machen, Religionen zu unterscheiden, sonst muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, keine Ahnung zu haben. Aber das ist ja der rhetorische Trick für die nicht besonders hellen Gesinnungsgenossen, alle Religionen in einen Topf zu werfen, Bäh zu schreien, und dann schreien alle mit Bäh.

Apropos “ursprüngliche Auslegung”: Schon einmal etwas von Jesus Christus gehört? Auch schon mal irgendwas davon gehört, dass es Geschichte gibt und dass die jeweilige Gegenwart aus der Vergangenheit heraus lebt? Schon einmal davon gehört, dass es demokratischen Gepflogenheiten nicht entspricht, dass eine Minderheit die Mehrheit zu etwas zwingt? Zur Demokratie gehört es, argumentativ seine Meinung in den Ring zu werfen und zu hoffen, dass sie Gehör und vielleicht gar eine Mehrheit findet. Aber das müssen solche martialischen Atheisten erst noch lernen – und manche haben es nie gelernt, man denke an atheistische Nationalsozialisten und an Kommunisten. Ach ja, Rhetorik muss man natürlich auch in dem ideologischen Text beachten. Aber das lasse ich jetzt.

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Was würden die Ruhrbarone dazu sagen? Eine Christin kam bei einem Protest gegen die Zerstörung einer Kirche zu Tode: http://www.persecution.org/2016/04/22/death-of-ding-cuimei-becoming-symbol-of-christian-persecution-in-china/ Wahrscheinlich: Selbst daran Schuld. Fanatische Religiöse müssen eben gezwungen werden, ihre Kirchen abreißen zu lassen…

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Dawkins, Singer, Sozialdarwinismus und Würde Behinderter

Mittwoch, April 20th, 2016

Ich finde in dieser Fragestellung http://blog.wolfgangfenske.de/2016/04/18/darwin-dawkins-und-sozialdarwinismus/ Ulrich Bach besonders erwähnenswert. Er schrieb, dass man, wenn man schon danach fragt, ob jemandem Menschenwürde zukommt oder nicht, also zum Beispiel Behinderten, ihnen die Menschenwürde nimmt. Wenn wir fragen, was macht das Menschsein aus – außer eben die Zugehörigkeit zur Spezies Homo sapiens – und irgendwelche (Charakter-)Eigenschaften nehmen (denken, auf zwei Beinen gehen, Rationalität, Autonomie, Selbstbewusstsein, Leidensfreiheit, sich glücklich fühlen), um Menschen zu Menschen erklären zu können, dann haben wir andere Menschen schon entwürdigt. Und heute geht es schon längst nicht mehr allein um Ungeborene, um Behinderte – man geht schon weiter: Säuglinge, Demenzkranke, Menschen im Koma, Sterbenskranke.

Natürlich müssen sich Christen immer vorwerfen lassen, dass sie sich auf ihren “doofen Gott” berufen, wenn sie allen Menschen Würde zukommen lassen, sie müssen sich in dieser Frage “Rassismus” und “Speziesismus” vorwerfen lassen, weil sie den Menschen wichtiger nehmen als ein Tier, sie müssen sich vorwerfen lassen, unwürdiges Leben mit dem hehren Übermenschen auf eine Stufe zu stellen. Sie müssen sich vorwerfen lassen, dass sie einem veralteten Menschenbild angehören und sie müssen hören, dass diesem Menschenbild sowieso keiner mehr folgt, wenn er nicht verblödet ist. Sie müssen sich autoritären Stil und Grausamkeit vorwerfen lassen, weil sie ihre Werte durchsetzen wollen, statt sie unendlich in der Diskursethik zu diskutieren. Sie müssen sich auch vorwerfen lassen, dass sie das Leiden fördern, wenn sie Menschen, denen man Leiden zuweist, nicht umbringen lassen wollen, sie müssen sich auch vorwerfen lassen, dem Glück der Eltern entgegen zu stehen, wenn sie darauf beharren, dass sie nicht ein Kind töten lassen dürfen, um ein vielleicht “besseres” Kind zu zeugen.

Ich für mich weiß: Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der Starke einfach über Schwache herfallen, in der Glückliche nicht einfach Unglückliche entwürdigen, in der Wehrlose missachtet und getötet werden durch diejenigen, die zufällig stark sind, zumindest zeitweise, und Menschen, in die man nicht hineinsehen kann, einfach “Leiden” zugewiesen werden, in der Menschen schon begrifflich abgewertet werden, indem man nur von Zellklumpen und Fötus, statt von ungeborenen Menschen spricht. In einer Gesellschaft, in der Menschen Angst haben müssen, dass sie durch Unfall, durch Krankheit, durch psychisches Leiden, Behinderungen, durch Mitleiden, durch Altern entwertet werden oder dadurch, dass sie im Konkurrenzkampf nicht mithalten können. Kann eine solche Gesellschaft als human bezeichnet werden? Können sich Menschen, die das fordern, Humanisten nennen? Was für ein Hohn!

All das gehört zum Menschsein dazu. Und Christen müssen darauf bestehen, dass Leiden ein Teil des Menschseins ist und man einander helfen muss, es zu überstehen oder trotz Leid leben zu können – denn wir sind keine Roboter, wir sind Menschen. Leiden macht uns menschlich – womit ich Leiden nicht heroisieren will. Aber Leiden macht uns empfindsam für andere.

Ich will in einer Gesellschaft leben, in der man einander achtet. Die Starken die Schwachen beschützen, sie umsorgen, in einer Gesellschaft, die sensibel ist für die Nöte anderer und in der sich Menschen achtsam in sie hineinversetzen können. Eine Gesellschaft, in der Glück erlebt wird, weil es auch erlitten werden muss, die Kranke nicht ausgrenzt, psychisch Kranken zu helfen in der Lage ist, in der Ungeborene befriedet zu dem heranwachsen können, was in sie angelegt ist.

Es wird immer Menschen geben, die einen Menschen wollen, der designed ist, der vollkommen ist, der ästhetisch schön ist – aber wollen sie ihn nur, weil sie es satt sind, wenn sie sich im Spiegel sehen? Weil sie mit sich selbst nicht klar kommen? Weil sie Angst davor haben, Verantwortung zu tragen? Was haben Menschen überhaupt für ein Interesse daran, anderen Würde abzusprechen, denen moralische Verkommenheit zu unterstellen, die sich um andere kümmern, ihnen Lebenschancen geben? Diese Leute wird es immer geben – aber sie sollen in einer Gesellschaft nie die Mehrheit bekommen, weil eine solche Gesellschaft brutal ist. Und dann das Argument: Die werden zu teuer! In einer Gesellschaft, in der allen Menschen gleiche Würde zukommt, in einer solchen fragt man nicht danach, sondern nimmt sie hinein in den Alltag, in das Leben, in die Liebe. Illusion? Möglicherweise – aber das ist ein Ziel – und auf das Ziel gilt es hinzuarbeiten und nicht auf das Ziel, sie zu töten oder zu isolieren. Kultur des Lebens – statt Kultur des Todes.

Übrigens: Atheisten, die darauf beharren, dass auch Atheismus in der Lage ist, menschliche Werte zu vertreten und nicht nur das Christentum, die werden durch solche Ansätze ihrer Chef-Denker ganz schön zum Schwitzen gebracht. Eine atheistische Welt wird anders aussehen als eine christliche. Und für mich sind solche ethische Blitze, wie sie bei manchen Chef-Atheisten durchblitzen, nicht gerade dafür geeignet, mich auf eine gute Welt einstellen zu können.

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Darwin, Dawkins und Sozialdarwinismus

Montag, April 18th, 2016

Darwin hat anhand der Natur beobachtet, dass sich die fitteste Art besonders gut anpasst und darum auch überlebt – wobei das freilich ohne das individuelle Tier nicht denkbar ist, das sich besser als andere Artgenossen anpassen kann. In dem Zeitalter des Sklavenhandels und des Kolonialismus hat das so sein rassistisches Geschmäckle: Die Weißen, die sich in der Welt ausbreiten, über Afrikaner, amerikanische Ureinwohner und Asiaten herrschen – sind eben die fitteste Art.

Dawkins hat dieses alte Darwin-Denken an unsere Zeit der Individuen angepasst: Er sieht, dass nicht die Art sich anpasst, um zu überleben, sondern das fitteste Individuum überlebt. Und das fitteste Individuum wird von seinen egoistischen Molekülen bestimmt. Der Körper ist eine Art Hülle für die nach Weiterverbreitung gierenden Gene/Moleküle. Und der Körper eines Individuums mit den fittesten und somit egoistischsten Genen/Molekülen wird sich durchsetzen: Du bist nichts, dein Gen ist alles.

(Wie steht Dawkins zur Monogamie? Laut Darwins Konkurrenten Wallace sind es nicht gerade die moralisch Höherstehenden, die überleben. Er hatte auch so seine Zweifel daran, dass es die Intelligenteren sind, sondern doch eher diejenigen, die ohne Rücksicht auf Verluste vorgehen. Und die sind dann natürlich auch diejenigen, die ihre Gene am weitesten versprühen können, die zumindest dazu keine moralischen Hemmungen haben.)

Das wird von Dawkins auf die Kultur übertragen. Im Hirn des fittesten Individuums regieren die egoistischen Meme. Sie werden nicht, wie im Körper die Gene, durch Spermien übertragen, sondern sie verankern sich in den imitierenden Hirnen. Und die fittesten egoistischsten Meme werden überleben, weil sie sich am besten durchsetzen.

Ist Dawkins Sozialdarwinist? Er hat Nähe zum Naturrecht (Natur schreibt vor, wie man sich zu verhalten hat, bzw. wie man sich verhält.) Naturrecht ist aber nicht notwendigerweise mit Sozialdarwinismus verbunden. Ich denke, es fehlt Dawkins etwas zum Sozialdarwinismus: die ideologisch brutale Ausschaltung des Minderwertigen bzw. die Höherzüchtung des Wertigen. Zum Sozialdarwinismus gehört auch eine sanftere Form: Staat und Kirchen sollen sich heraushalten – sie sollten die Menschen sich selbst überlassen, und dann würde sich schon zeigen, wer überlebt und wer (wie Nietzsche sagt) zugrunde geht. Zumindest kann ich es nicht eindeutig nachvollziehen, ob Dawkins sozialdarwinistisch denkt. Er denkt egoistisch/hedonistisch (Lust-Glück)/utilitaristisch (Nutzen). Das lässt diese Diskussion um seine Stellungnahme zur Abtreibung eines ungeborenen Menschen mit Down-Syndrom erkennen: “Wenn deine Moral, so wie meine, auf dem Wunsch begründet ist, die Summe an Glück zu vergrößern und das Leiden zu verringern, könnte die Entscheidung, absichtlich ein Down-Baby zur Welt zu bringen, obwohl die Möglichkeit einer Abtreibung in der frühen Schwangerschaft besteht, im Hinblick auf das Wohlergehen des Kindes sogar unmoralisch sein.” Die Entscheidung, es abzutreiben sei moralisch und vernünftig. http://de.richarddawkins.net/articles/abtreibung-und-down-syndrom-eine-entschuldigung-dafur-dass-ich-die-hunde-des-twitterkrieges-entfesselt-habe Zumindest was ungeborene Behinderte betrifft ist es eine Ausschaltung dessen, der nicht erwünscht ist, der mein Glück zerstört (Peter Singer geht weiter) – denn nach der Geburt sollte es nicht getötet werden, so schrieb er: die Mutter wird sich verdammen, das Ungeborene nicht getötet zu haben, weil sie immer für es sorgen müsste. Zudem schreibt er – und das macht die Sache sehr verdächtig: “Wieder andere glaubten, ich würde der Eugenik das Wort reden, und verglichen mich deshalb mit Hitler. Dieser Gedanke kam mir niemals in den Sinn, und zwar aus gutem Grund: Das DownSyndrom ist so gut wie nicht erblich. Obwohl es sich um eine angeborene Behinderung handelt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Anfälligkeit für Trisomie genetisch vererbt wird, also äußerst gering.” – Denn, so fragt sich der normale Mensch: Was ist, wenn es vererbbar wäre, würde er dann der Eugenik das Wort reden?

Dass in der Natur der Fitteste überlebt, ist überall zu sehen – und sei es der fitteste Angsthase, weil er am schnellsten der Gefahr entkommen kann. Nur wenn das als Maßstab für das Handeln der Menschen gelten soll, dann gerät das Denken in sozialdarwinistische Schieflage. Dawkins meint übrigens, dass Altruismus und Mitgefühl Fehlfunktionen, darwinistische Fehler, seien – aber er meint, sie seien kostbar, segensreich(!) und erfreuen uns.

Dawkins sieht sich zwar als Konsequentialist (vertritt eine Folgeethik) aber – so konsequent denkt er dann doch nicht immer, wie man am Vorangehenden vielfach sehen konnte.

Und was die Meme betrifft: Ob sich die atheistischen Dawkins-Meme durchsetzen werden, da habe ich so meine Zweifel – denn es ist ja, so Dawkins selbst, der Glaube, der sich wie ein Virus verbreitet. (Stellt Euch mal vor, irgend ein bekannter Christ würde schreiben, der Atheismus verbreite sich wie ein Virus! – Ein Aufschrei! Wörterbuch des Unmenschen und so. Dawkins darf das. Er ist ja schließlich Atheist.) Er versucht zwar alles Mögliche, die Meme durch atheistische Mission und durch ein dickes Buch, das sich inhaltlich-ideologisch nicht durchsetzen wird – zumindest bei denen, die Bescheid wissen, – zu verbreiten, aber die Fittesten werden die Atheisten nicht sein. Und er versucht auch durch ein kopflastiges Kinderbuch die Kinder vom Virus Glauben zu heilen, nun, das tut auch sein atheistischer Kollege Schmidt-Salomon weniger kopflastig. Welche Folgen das für Kinder hat, wenn sie diese bitteren Pillen schlucken – das zu wissen, entzieht sich mir. (Lassen wir Dawkins im Glauben, dass die Atheisten zumindest die Intelligentesten sind.) Und die atheistisch-kommunistischen Meme stehen stark unter Druck – auch in China verbreitet sich die christliche Religion massiv. Es sei denn, die chinesische Regierung wird wieder durch Mord und Totschlag zur Verbreitung der kommunistischen Meme beitragen – aber sie werden letztendlich nicht siegen. Wer steht zurzeit nicht unter Druck? Der Schwarm der intelligentesten Kapitalisten. Aber das ist ein anderes Thema. Oder doch nicht? Der stärkste Kapitalist wird überleben – und die anderen alle als dienstbare Sklaven unterordnen, in seine kapitalistische Struktur zwingen.

Man mag überall irgendwie Parallelen zur Natur sehen – aber ich denke, dass der Mensch doch auch anders ist. Das sieht man daran, dass er Verantwortung trägt und zur Rechenschaft gezogen werden wird. Von daher wird das christliche Prinzip ständig von allen Seiten angegriffen werden – aber das ist egal. Es hat seine Gesetze des Überlebens, die nicht in ihm begründet sind.

Aber unabhängig davon: Wer ist stärker? Das Individuum? Wir haben Beispiele für große Leader. Oder ist doch die Masse stärker? Wir haben auch dafür Beispiele. Sind Intelligente stärker als Kraftvolle? Natürlich. Sind Kraftvolle stärker als Intelligente? Natürlich. Sind Schwache und Nicht-Intelligente stärker als Kräftige und Intelligente? Wenn Christen im Hintergrund stehen natürlich. Ist eine Idee stärker als eine andere? Natürlich. Aber nur für eine kurze Zeit und dann kehrt sich wieder alles um. Werden die moralisch Verwahrlosten siegen oder die moralisch Guten? Mal die, mal jene.

Und so bin ich von Dawkins abgeschweift… Oder nicht?

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Peter Singer und Joseph Fletcher + Abtreibung

Sonntag, April 17th, 2016

Peter Singer (Praktische Ethik) beruft sich auf “den protestantischen Theologen” Joseph Fletcher als Zeuge für “Indikatoren des Menschseins”: Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle, Sinn für Zukunft, Sinn für Vergangenheit, die Fähigkeit, mit anderen Beziehungen zu knüpfen, sich um andere zu kümmern, Kommunikation und Neugier.” Er benötigt den protestantischen Theologen als für seine Rhetorik wichtigen Gewährsmann (also: sogar Christen denken so!) dafür, dass man abtreiben darf bzw. auch behindert geborene Kinder töten darf. Denn auf Ungeborene bzw. Behinderte treffen nicht alle der oben genannten Beschreibungen zu.

Es gibt auch Christen, von denen man sieht, dass sie eigentlich andere Werte zugrundelegen als christliche. Von daher sagt es nicht viel aus, ob einer protestantischer oder sonst ein Theologe ist. Man muss also tiefer schauen: Wer war dieser Joseph Fletcher? Er wurde 1901 geboren und ist 1991 gestorben. Er wurde zum Pfarrer ordiniert, bezeichnete sich später aber als Atheist und vertrat: Abtreibung, Kindstötung, Euthanasie, Eugenik und Klonen. Er war also sozialdarwinistisch geprägt, wie so mancher Mensch dieser Zeit, wie eben auch die Planned-Parenthood-Leute (US-Abtreibungsspezialisten) und Nationalsozialisten.

Spannend ist nun, dass dieser Fletcher die Liebe sehr betonte, die Nächstenliebe – aber nicht auf der biblischen Basis, sondern als Situationsethik. Das heißt, man entscheidet ad hoc auf Basis der Liebe zum Nächsten, wie man handelt. Und da befiehlt eben spontan die Liebe: Kinder zu töten, wenn Eltern damit überfordert sind, wenn Menschen Gen-Defekte haben, wenn sie unheilbar krank sind. Aber Liebe wie sie es das Neue Testament und vor allem auch Jesus lehrt, hat vor dieser erschreckenden Art Liebe eine Sicherung vorgeschaltet: die Würde des Menschen, jeder Mensch ist Kind Gottes, jeder hat ein Recht auf Leben, auf Angenommensein. Liebe ohne diese Sicherung – das zeigt Fletcher – ist grausam, brutal, unmenschlich.

Fletcher war Mitglied der Humanist Association – und wurde von ihr, wohl weil sie stolz darauf ist, einen dermaßen engagierten Gelehrten in ihren Reihen zu haben, auch 1974 als Humanist des Jahres bezeichnet. Er war Präsident der Euthanasia Society of America, Mitglied der American Eugenics Society und für die freiwillige Sterilisation. https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Fletcher

Singer weiß das alles sicher. Aber warum bezeichnet er ihn als protestantischen Theologen? Um unter den Christen Leichtgläubige ködern zu können.

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Ist ein ungeborenes Kind eine Person? In dem folgenden Beitrag steht, dass in Hollywood-Filmen Abtreibungsbefürworter auch in Filmen häufig die Regie führen – zumindest was die Sprachregelung betrifft: Ungeborene werden nicht als Menschen bezeichnet. Aber in The Big Bang Theory soll ein ungeborenes Wesen als Mensch angesehen werden: http://kath.net/news/54829

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Glaube und Astronauten

Samstag, April 16th, 2016

“Es gibt nicht viele Atheisten auf der Startrampe”: http://www.kath.net/news/54787 Dürften Astronauten wie 1968 auch heute noch die Schöpfungsgeschichte aus dem Raumschiff öffentlich vorlesen? Das würde manche Atheisten vor Zorn nicht nur auf die Palme bringen, sondern in die Höhe katapultieren.

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