Archive for the ‘Atheismus’ Category

Moderne Apokalypse + Medien und Krieg

Montag, April 24th, 2017

Moderne Apokalypse: Das All zerreißt: https://weather.com/de-DE/wissen/astronomie/news/durchbruch-supernova-konnte-aufschluss-uber-das-ende-des-universums-geben/?cm_ven=facebook%7Csocial%7Cfacebook-focus-wissen%7C%7Cdurchbruch-aufschluss

Es gibt viele moderne Apokalypsen: irdische (Eiszeit, Klimaerwärmung, Dürre, Meteor, Atombomben, …) und kosmische: Sonne dehnt sich aus, der Mond verschwindet…).

Die christliche Apokalypse, die Christen von Juden übernommen haben, sieht, dass Gott seiner Schöpfung ein Ende bereiten wird – und sie vollenden wird. Die säkulare Apokalypse verbreitet Angst und schrecken. Die christliche Apokalypse verbreitet: Gott wird in seiner Liebe alles in allem sein – und wir in ihm.

*

Medien und Krieg: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/medien-und-krieg/ Es geht darum, dass Waffen nicht verherrlicht werden.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Himmelskind

Samstag, April 15th, 2017

Ich habe den Film Himmelskind gesehen. Es geht um ein schwerkrankes Mädchen. Der Film zeigt, wie die Familie, die Mutter, das Mädchen unter dieser schweren Krankheit leiden, fast zerrissen wird/werden, die finanzielle Belastung ist immens – und auch der Zweifel an Gottes Liebe. Das Mädchen muss immer wieder in die Klinik. Dort freundet es sich mit einem krebskranken Mädchen an und sagt ihr sinngemäß, dass Jesus sie liebt und schenkt ihr ihr Kreuzkettchen. Der Vater des krebskranken Mädchens ist nicht erfreut, weil ihm Glauben fremd ist. Das Himmelskind-Mädchen wird aus der Klinik entlassen, weil man nichts mehr machen kann – zu Hause würde es ihr psychisch besser gehen als in der Klinik. Sie klettert auf ihren Kletterbaum. Der ist alt und morsch. Und sie fällt in den morschen Stamm hinein. Dort hat sie eine Erfahrung: Sie verlässt ihren Körper, erfährt Gottes Nähe. Sie wird aus dem Stamm geborgen, wird ins Krankenhaus gebracht. Sie ist kaum verletzt – und das Wunder: Nach diesem Unfall ist auch die andere Krankheit weg. Das hat öffentlich große Aufmerksamkeit erfahren und die Mutter spricht in einem Gottesdienst über ihren Zweifel und über ihren Glauben. Ihr wird aus dem Publikum gesagt, das könne alles nur Show sein. Daraufhin meldet sich der Vater des krebskranken Mädchens zu Wort und sagt, dass es keine Show sei. Seine Tochter habe kein solches Wunder erfahren, sondern sei gestorben. Aber sie sei getrost im Glauben (sie fühlte sich geborgen, geliebt, sie fühlte Gott und bekam Frieden) gestorben.

Dieser Film hat sehr intensive emotionale Abschnitte. Das wird auch von einem Filmkritiker gesehen – und was den ersten Teil des Filmes betrifft, auch positiv erwähnt. Schauspielerische Leistung usw. Aber dann der Abschnitt zum Thema Glauben – der wird massiv abgelehnt. Zudem wird der Film als einer „beschrieben“, der nur dazu führen solle, dass Menschen wieder in die Kirche gehen.

Das ist absurd, denn in den USA gibt es nicht wie bei uns „die“ Kirche. Aber was mich nachdenklich machte ist: Warum werden Menschen, die nicht glauben, so bissig, wenn es um Glauben geht? Man muss schon mal positiv erwähnen, dass der Kritiker den Film nicht aufgrund des Glaubensthemas pauschal in Grund und Boden gestampft hat. Das zeigt eine gewisse Fähigkeit, differenziert zu denken. Aber warum diese Aversion, wenn es zum Thema Glauben kommt? Wenn ich den Inhalt eines Filmes nicht mag, dann kritisiere ich normalerweise das, was man als Filmkritiker kritisiert: Schauspielerische Leistung… – aber dann würde ich sagen: Ich bin zwar kein Fan dieses Themas, aber es gibt Menschen, denen das gefällt und die das als Ausdruck ihres Weltbildes usw. sehen. Da muss man doch nicht sämtliche Krallen ausfahren.

Aber wenn es um Glauben geht, dann fahren viele ihre Krallen aus. Liegt es daran, dass sie inzwischen bemerken, dass der Glaube nicht, wie man sich erhoffte, so langsam verschwinden wird? Liegt es daran, dass man merkt, dass auch Christen gute Filme machen können, die ihren Glauben zum Ausdruck bringen – was dann die Menschen in Richtung Glauben zum Nachdenken bewegen kann? Es ist spannend zu beobachten.

Was ich an dem Film gut finde, dass er nicht allein das Heilungswunder in den Blick rückt, sondern auch das Wunder, dass Menschen im Glauben getrost sterben können.

Zudem kommt im Film ein kurzes Gespräch vor, in dem die Verzweifelte zweifelnde Mutter und der Pfarrer miteinander darüber reden, wie Gott das zulassen könne, der ja Liebe ist – und die Qualen sehe. Der Pfarrer sagt, er habe all das auch durchgemacht – er habe keine Antwort auf die Frage, aber er habe in seinem Leben versucht, Gott nahe zu sein, und versucht, ihn abzulehnen. Aber das erste fühle sich viel besser an. Dass der Film dieses persönliche Bekenntnis, das ja eine Menge negativer Reaktionen mit sich bringen kann, in der Mitte des Films einfach so naiv stehen lässt, ist faszinierend.

Eine Anmerkung: Am Ende sagt die Mutter mit Einstein, dass man sein Leben auf zweierlei Weise führen kann, einmal, indem man meint, nichts sei ein Wunder, oder alles sei ein Wunder. Sie glaubte nicht an Wunder, darum hat sie auch nicht gemerkt, wie wunderbar viele Menschen sind, indem sie sich für andere einsetzen. Die(se) Wunder sind Botschaften Gottes, dass er unter uns Menschen ist.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Kutschera

Samstag, April 15th, 2017

Ich stimme mit Kutschera in religiösen Fragen wenig überein (es sei denn, er hat sich inzwischen geändert), aber wohl in politischem so mit manchem: http://www.kath.net/news/59231

Nachdem er durch Widerspenstigkeit gegen den GenderGeist der Moderne aufgefallen ist, wird er als persona non grata noch in Ethikbüchern zugelassen – oder werden sie eingestampft werden müssen?

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Dilemma: Zaghafte Christen – in politischer Zwickmühle + Woche für das Leben + Peter Singer und Stubblefield

Donnerstag, April 6th, 2017

Die AfD bringt Themen aufs Tapet, die von Christen schon längst hätten aufs Tapet gebracht werden müssen. Und nun möchte man nicht mit der AfD Hand in Hand gehen und muss dann Dingen zustimmen, denen man vielleicht nicht zugestimmt hätte, wenn der Impuls nicht von der AfD gekommen wäre. Das zeigt wiederum: Wenn Christen zu zaghaft sind, dann werden sie irgendwann gezwungen: http://www.kath.net/news/59145

*

In der Woche für das Leben geht es in diesem Jahr um Schwangerschaft und Geburt: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/04/05/kirchen-laden-zur-woche-fuer-das-leben/

*

Peter Singer, ein Utilitarist, der kein Herz für Behinderte hat – im Gegenteil -, hat sich wieder eingemischt: Dürfen Menschen, die nicht behindert sind, mit Behinderten, die sich nicht äußern können, sexuellen Verkehr haben – also, die entsprechend auch nicht zustimmen können? Dazu Singer, der die Verurteilung einer Kollegin für falsch hält: https://www.nytimes.com/2017/04/03/opinion/who-is-the-victim-in-the-anna-stubblefield-case.html?ref=opinion&_r=1

Dazu eine Einschätzung: http://editor.currentaffairs.org/2017/04/now-peter-singer-argues-that-it-might-be-okay-to-rape-disabled-people/

Mich würde interessieren, wie Singer-Apologeten, denn die gibt es nicht wenige, da er bei vielen als Vorzeigehumanist gilt, nun darauf reagieren.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Antichristliche Sprüche

Donnerstag, März 30th, 2017

Nun ja, das gehört wirklich zur Meinungsfreiheit. Der pensionierte Lehrer wurde zu recht frei gesprochen. Er pappt sein Auto voll mit antichristlichen Sprüchen. Was man darüber als Mitmensch vielleicht so denkt – und wie man einen solchen Menschen einordnet, das schreibe ich nicht: http://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/gotteslaesterung-berufungsprozess-muenster-100.html

Darf man eigentlich sein Rückfenster so bekleben?

Neu! Für unsere Jugend: „DER HEILIGE GEIST ALS SPRAY!“ Wer Jesus schluckt, darf den H. Geist inhalieren. Eure Kirche“

Hier gibt es heftigere: http://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/luedinghausen-studio-muenster-kirche-gotteslaesterung-amtsgericht-auto-luther-100.html

Da muss man drüber stehen. Mir tut allerdings der Mann Leid, der in diesen Dingen sehr missionarisch zu sein scheint. Wenn es ihn glücklich macht…

Sprüche 19,3 passt doch irgendwie: https://www.bibleserver.com/text/

Gott sei ihm gnädig.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Schuld der Christen – Schuld von Nichtchristen

Dienstag, März 14th, 2017

Angesichts der Schuld, die Menschen in der Vergangenheit auf sich geladen haben, können Christen nur für die Schuld der Christen sprechen. Haben sie das Recht, die Schuld von Nichtchristen – also, was Europa betrifft – derer, die sich von Gott abgewendet haben, mit auf sich zu nehmen? Dürfen Christen Nichtchristen auch in Hinblick auf Schuld vereinnahmen? Dürfen sie in ihr Schuldbewusstsein Menschen hineinziehen, die aus atheistisch/säkularen Gründen das religiöse „Konzept“ von Schuld ablehnen?

Wir können allerdings die Schuld aufgreifen, die damit verbunden ist, dass wir als Menschen so furchtbar versagen.

Christen können bekennen, dass sie nicht in der Lage waren, Menschen von Schuld abzuhalten, sei es durch Bildung, Erziehung.

Aber man muss auch beachten, dass wir die Möglichkeiten von uns Menschen, andere durch Bildung und Erziehung menschlicher machen zu können, nicht überbewerten. Wir sind alle nur sehr begrenzt in der Lage, auf andere einzuwirken. Zu meinen, dass Christen für die Schuld der Welt verantwortlich sind, auch für die Schuld der Menschen in ihrer Kultur, ist Arroganz, Überheblichkeit. So mächtig sind wir als Christen nicht, dass wir die Menschen in ihren vielfältigen Fazetten beherrschen könnten – und auch wollten. Entweder wir gehen davon aus, dass der einzelne Mensch für sein Versagen verantwortlich ist – oder die Kirchen sind für alles verantwortlich. Wenn das Letztgenannte richtig wäre, dann hätte das massive Konsequenzen: Kirchen müssen Menschen die Freiheit nehmen, selbständig und verantwortlich handeln zu können. Abgesehen davon, dass das nicht geht, ist dieser Ansatz: Kirchen sind an allem Schuld absurd.

*

Freilich kann man fragen: Welche Strukturen tragen dazu bei, dass sich Menschen von den Kirchen und der Moral abwenden. Womit wir allerdings nicht nur in der Frage nach der Verantwortlichkeit der Vergangenheit wären, sondern auch der Gegenwart. Und der Mensch der Gegenwart wird es sich wie der Mensch der Vergangenheit verbitten, von der Kirche vorgeschrieben zu bekommen, wie man sich richtig verhalten solle.

*

Überheblichkeit der Kirche zeigt sich auch darin, wenn sie meint, für alles und jeden verantwortlich zu sein und auch für alle stellvertretend die Schuld bekennen zu müssen. Was ist, wenn einer das nicht will? Wenn er seine Schuld selbst tragen will? Wenn er nicht einsieht, dass er schuldig geworden ist? Alle dem eigenen Schuldbewusstsein einordnen zu wollen, ist, wie gesagt, überheblich und wird dem Menschen in seiner Vielfalt nicht gerecht.

*

Spannend finde ich, dass man brüsk ablehnt, dass Jesus Christus für meine Sünden gestorben ist, da ich selbst verantwortlich für mein Leben bin – dass aber gleichzeitig Menschen die Kirchen für alles verantwortlich machen, was in der Vergangenheit geschah. Damit befreien sie die Menschen von Verantwortung, schieben aber den Kirchen die Schuld zu. Die Menschen sind selbst verantwortlich. Was allerdings nicht die Frage verdrängen darf. Wo wurden Christen schuldig.

*

Gegenwärtige gesellschaftliche Fehlentwicklungen müssen Menschen genauso verantwortlich tragen wie es in der Vergangenheit geschehen ist. Man kann rückblickend nicht sagen: Das Gute haben Menschen erreicht und das Böse ist Folge der Kirche. Eine solche Sicht ist undifferenziert und kurzsichtig.

Homöopathie und Krankenkassen + Kranke Homöos und Homöas + Feminismus + Humanismus/Atheismus

Mittwoch, März 8th, 2017

Über die fragliche Wirksamkeit der Homöopathie und die Finanzierung dieser durch Krankenkassen. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/homoeopathie-warum-zahlt-die-krankenkasse-a-1137637.html

Ich hatte immer gedacht, das wäre billiger, weil dadurch der Placebo-Effekt zur Wirkung kommt. Aber wie es wohl aussieht, betrifft das nur die kleinen Wehwehchen. Was die Krankheiten betrifft, kurieren Homöos und Homöas dann viel länger daran herum und sind entsprechend länger krank geschrieben. Ich hatte also nicht mit den Homöos und Homöas gerechnet, die wirklich auch bei schwereren Krankheiten darauf bestehen: Chemie kommt mir nicht in den Magen.

Und da stellt sich dann wirtschaftlich schon die Frage: Arbeiten diejenigen, die sich brav und gesundheitsbewusst an die gängigen Tabletten halten nicht für all diejenigen mit, die, sagen wir, aufgrund des seelischen guten Gewissens ihrem Körper viel zumuten?

*

Ja, das Wort Feminismus sollte man nicht abschaffen wollen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/feminismus-ein-blumenstrauss-voller-einwaende-kolumne-a-1137612.html

Ihn durch Humanismus zu ersetzen halte ich schon deswegen für schwer durchzusetzen, weil sich zum Teil Atheisten der Moderne dieses Wort usurpiert haben. Es geht schon lange nicht mehr um den Humanismus alter Zeit, in der auch große Menschen (Herder) einzuordnen sind. Die folgenden Gruppen haben zum Teil unterschiedliche Stoßrichtungen – kurz gesagt: Wie es christliche Konfessionen gibt, so gibt es auch atheistische Konfessionen:

Humanistische Union: https://de.wikipedia.org/wiki/Humanistische_Union

Humanistischer Verband: http://www.humanismus.de/

Die Giordano Bruno Stiftung übernimmt ihn für seine Angebote des evolutionären Humanismus und sieht sich als Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung: https://www.giordano-bruno-stiftung.de/

Spontan will ich noch den Deutschen Freidenker-Verband nennen – der allerdings das Wort „Humanismus“ nicht so sehr hervorhebt: http://www.freidenker.org/cms/dfv/index.php

wie auch die Atheist Alliance International: https://www.ibka.org/artikel/ag02/futrell.html

Sind eigentlich kommunistische Parteien (z.B. DKP) auch wesentlich atheistisch eingestellt?

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Scientology + Du bist nicht Gott, Mensch!

Mittwoch, März 8th, 2017

Gegen Scientology – eine Aussteigerin: http://www.chip.de/news/Tom-Cruise-koennte-Scientology-ein-Ende-setzen-TV-Star-macht-schockierende-Aussage_109388086.html

Aber warum schmückt Focus online diese Nachricht mit einem Bild, das aussieht, als würde ein Christ über der Bibel beten?

*

Du, Mensch, bist nicht Gott. Darum verhalte dich auch nicht so. Das muss der Ruf eines Christen gegen Menschen sein, die sich überheben. Gegen alle Menschen, die sich überheben. Denn es liegt ja auch nahe, dass sich Menschen überheben und Gott spielen, weil sie nicht davon ausgehen, dass es einen Gott gibt. Gibt es keinen Gott – mache ich mich als Mensch zum Gott. Gibt es einen Gott – und spiele mich als Christ zu Gott auf – dann kann ich gewiss sein, dass Gott mich ganz klein macht. Denn ich muss mich vor ihm (und den Menschen) verantworten. Aber wie ist es für Menschen, die keinen Gott glauben? Die Frage kam mir angesichts dieser Lektüre: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/dushan-wegner-metaethics/du-bist-nicht-gott-von-der-missverstandenen-religion/

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Hate-Speech gegen Erdogan + Fake News und Kirche

Mittwoch, März 8th, 2017

Ich wurde schon vor Jahren massiv angegangen, weil ich in meinem Blog Erdogan kritisiert hatte – lange bevor die Medien aufgrund des schlimmen Vorgehens der türkischen Regierung auf dem Taksim(?)-Platz von allen möglichen Medien angegangen wurde. Ich habe die Regierung Erdogan und seine Vorhaben immer äußerst kritisch begleitet.

Nun muss ich jedoch Erdogan verteidigen, denn das ist kein Stil politischer Auseinandersetzung. Ich sehe natürlich auch, dass Erdogan massivst gegen Menschenrechte agiert und agitiert. Ich nehme mit Erschrecken wahr, wie schnell aus einem Staat, der Demokratie einübt,  ein diktatorisch-faschistoider Staat werden kann.

Aber ich finde, es gehört sich nicht, Erdogan als Schwein darzustellen, der in der Erde herumwühlt – zu Füßen der Kanzlerin – ich setze keinen Link. Wer es haben will – ich habe einen Screenshot gemacht.

Die Politik muss energisch reagieren – darf nicht kuschen – aber was nicht geht: Wir müssen wirklich aufpassen, dass wir nicht Teil von Menschen werden, die die Gesellschaft aufputschen, was das Zeug hält. Die Spirale des sich gegenseitig Aufputschens muss unterbrochen werden. Wir sind in der Position der Stärke. Wir können als EU die Türkei voll auflaufen lassen. Und man muss auch gegen Erdogan agieren – aber klug, sachlich, nachhaltig. Alles andere ist von Übel und trennt die Völker, die zusammen gehören. Die Türken, die in der Türkei leben, werden durch solche Ausfälle gezwungen, sich hinter Erdogan zu stellen. Das ist übel. Deeskalation muss auch in unseren Medien geschehen. Hat Maas schon Facebook aufgefordert, solche Erdogan Hates zu entfernen? Hat er die AAS damit beauftragt, sich gegen diese Aufschaukelung der Hass-Spirale einzugreifen? Hat Schwesig schon Gelder bereit gestellt, um gegen den Hass, der zwischen Völker gesät wird, anzugehen?

Das ist keine Politik. Das ist unterste Schublade politischer Agitation. Extremisten verschiedener Seiten schenken sich nichts.

Vernunft, einsetzen, Leute, Vernunft! Ich sage das, auch wenn mich jetzt einer Erdogan-Freund oder sonstwie nennen sollte. Das zeigt nur, wes Geistes Kind dieser Mensch ist.

*

Woelki wendet sich gegen Fake News. Er hat recht. Die Frage ist: Warum erst jetzt? Wie dem auch sei: Jeder vernünftige Mensch muss sich gegen Fake News aussprechen – von welcher Seite auch immer. Gleichzeitig wissen wir, dass es immer Fake News geben wird, weil es sie immer gab – vor allem, weil nicht immer so leicht zu trennen ist zwischen bewusster Falschmeldung und verkürzter/unverstandener Darstellung…. https://www.domradio.de/themen/bischofskonferenz/2017-03-07/kardinal-woelki-warnt-vor-fake-news

Allerdings jetzt die Kirche als Organisation anzugreifen, die in der Bibel massenhaft Fake News weiterverbreiten soll und sich darum aus dem politischen Diskurs raushalten soll, halte ich für unangemessen. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es atheistische Freunde gibt, die meinen, dass keine Fake News so schlimm sind wie die von der Kirche, keine trumpschen, putinschen, afdschen… – weil sie Eintagsfliegen sind und die Kirchen mitsamt der Religionen das Schlimmste, was die Erde je gesehen hat – muss ich doch sagen: Gemach, gemach. Auch wenn Atheisten den Inhalt der Stories nicht glauben sollten – aber es sind aus deren Perspektive doch sicher zumindest manche wunderschöne Fake News darunter. Nachahmenswert schön. 😉

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

Kopp-Verlag und Hugendubel – der demokratische Weg statt Gesinnungskrieger + Junge Freiheit wehrt sich + Unangemessen: Kreuz als Protest – Dracula

Dienstag, März 7th, 2017

Es ist richtig, dass Hugendubel sich nicht von Gesinnungskriegern kleinkriegen ließ und Bücher vom Kopp-Verlag im Programm lässt. Ich für meinen Teil halte viele Bücher aus dem Kopp-Verlag für äußerst kurios, ich halte auch Bücher aus anderen Verlagen für nicht haltbar. Aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, irgendeinem Verlag oder irgendeiner Buchhandlung vorschreiben zu wollen, was sie für Bücher verlegen oder drucken. Gerade auch aus christlicher Sicht gibt es so viele Bücher, die die Menschen verdummen, sie auf den falschen religiösen und ethischen Weg führen, … – aber es gehört zu unserem demokratischen System, all das ertragen zu müssen und demokratisch das Seine dazu beizutragen, dass keiner Lust hat, sie zu kaufen. Das aber eben nicht mit Hilfe juristischen Zwangs oder indem man diese wirtschaftlichem Druck aussetzt, sondern durch – nicht nur Linke mögen das Wort doch so gerne! -: Meinungsbildung. Manche – vor allem Kleingeister – mögen das als zu langwierig oder schwierig ansehen – aber das ist für Demokraten der einzige Weg! http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/hugendubel-zeigt-haltung-buecher-von-kopp-bleiben-im-programm.html

Es sind nicht nur Kleingeister: Ich vergesse immer die Profilierungssucht mancher, die bei ihren Gesinnungsgenossen durch Aktionen gegen politische Gegner im Kurs steigen möchten.

*

Die Junge Freiheit wehrt sich gegen einen Leser – sicher nicht Leser aus Freude an der politischen Richtung der Jungen Freiheit – der ihr dies und jenes politisch ankreidet, unter anderem auch, dass sie im Zusammenhang eines Verbrechens die Herkunft eines Täters nannte. https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2017/der-kampf-des-herrn-r-gegen-die-nennung-der-taeterherkunft/

*

Es ist aus meiner Sicht unangemessen, das Kreuz in politischen Auseinandersetzungen zu verwenden: https://einprozent.de/erfurt-holzkreuz-vor-ahmadiyya-gelaende-aufgestellt/ Es ist für Christen das Zeichen der Liebe Gottes zu Menschen, Zeichen der Vergebung, Zeichen der engen Verbundenheit mit dem Herrn Jesus Christus, der Liebe zu Jesus Christus… Ja, es ist Zeichen der Freiheit der Christen, Freiheit von Gesetz, Freiheit von Sünde, Freiheit vom Tod, Freiheit zu lieben – aber in der Auseinandersetzung um diese Ahmadiyya-Moschee – geht es in ihr – jetzt, ganz konkret – um Freiheit?

Christen haben freilich keine Oberhoheit über die Verwendung ihres Symbols. Von daher kann es von allen möglichen Menschen gebraucht werden – eben auch, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Aber Christen sollten sagen: Das geht nicht. Das ist Missbrauch des Symbols, das uns heilig geworden ist. Es in politischen Auseinandersetzungen zu verwenden, profanisiert es, degradiert es. Christen sollten überlegen: Das Kreuz ist zu wertvoll, um es in politischen Auseinandersetzungen – in denen es nicht um Christenbedrohung geht – zwischen den Fronten zerreiben zu lassen. Wir stellen und hängen es auf, wir tragen es – wenn wir es für richtig halten – mutig und lassen es uns nicht vorschreiben, wann jemand was dagegen hat oder nicht – aber wir benutzen es nicht, wenn wir damit einfach in politische Diskussionen eingreifen wollen, die mit unserem Glauben nichts zu tun haben.

Zudem: Ich halte den Islam für unsere vom christlichen Glauben geprägte Kultur als kleinere Herausforderung. Die größere Herausforderung sind Atheisten (vor allem die frommen Atheisten) und die gedankenlosen Säkularen. Muslime verändern im Augenblick eher am Rand – sie bekommen Zulauf durch Heiratswillige, durch Geburten, durch Zuwanderung. Weniger durch Attraktivität der Religion. Atheisten und Säkulare durchdringen die Gesellschaft massiver. Aber: Wir müssen um unsere christliche Kultur keine Angst haben: Wir sollen als Christen in der Kultur, in der wir leben, fröhlich und friedlich unseren Glauben in der Nachfolge Jesu Christi leben. Und so unsere Kultur in unserem Sinne prägen. Das finde ich übrigens so schön an den Kirchen in den östlichen Bundesstaaten, wie liebevoll die Gemeinden diese herrichten.

Das genannte Vorgehen erinnert mich ein wenig an Dracula: Kreuz als magische Abwehr einer blutsaugenden dämonischen Nachtgestalt.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/