Kreuz oder Nichtkreuz

Diskussion um die Frage, ob ein Richter das Kreuz abhängen soll, wenn Migranten angeklagt wurden: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/das-kreuz-gehoert-zu-deutschland-wie-loecher-zum-schweizer-kaese-104024.html

Der muslimische Angeklagte sagte: Es sei ihm egal, ob Kreuz oder nicht. Das entspricht auch meinen Beobachtungen: Es sind nicht Muslime, die sich am Kreuz stoßen. Die streng Gläubigen nicht, weil sie wissen, dass sie in einem Land voller Ungläubiger leben müssen und die freieren Muslime nicht, weil es ihnen egal ist bzw. meinen, dass Christen zu ihrem Glauben stehen sollten wie sie es auch selbst tun. Vielleicht gibt es ein paar Muslime, die sich – warum auch immer – provoziert fühlen, aber allgemein ist das, soweit ich das beobachte, nicht.

Muslime können vorgeschoben werden, damit man als Nichtgläubiger eine Begründung hat, christliche Glaubenssymbole zu entfernen. Das hingegen habe ich schon häufiger beobachtet und auch im Blog benannt. Das ist heftig abzulehnen, weil das auf Muslime ein schlechtes Licht wirft, also manche sich auf Kosten von Muslimen weltanschaulich profilieren wollen.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Fragen an Atheisten

Ein paar Fragen. Aus christlicher Sicht nicht ganz korrekt – interessiert mich als normaler, wacher Bürger:

A

Religionen gibt es wohl, seit man den Menschen irgendwie beobachten kann. Man schließt daraus, dass sich Religion durchgesetzt hat, weil es dem Menschen evolutionäre Vorteile bot: Er konnte sich besser in der Welt verorten, wurde psychisch stabiler und bekam soziale Hilfen – Gemeinschaft stabilisierend… Religionen wandelten sich mit der Menschheit, mit den Bedürfnissen der Menschheit: Religionen passten sich der Weiterentwicklung an – Menschen passten sich den Religionen an. Nun kommt innerhalb kurzer Zeit – menschheitsgeschichtlich gesehen – eine kleine Gruppe und sagt: Man benötige keine Religionen mehr, weil der Mensch nur noch seinen Verstand gebrauchen solle. Was das bedeutet, wird dann zeitgemäß definiert. Damit zusammen hängt der Versuch, den „Feind“ verbal zu destruieren: Religionen seien schlecht, würden nur schaden, würden zu Kriegen führen, sind Zeitverschwendung… – bei alten Atheisten (denen des 20. Jahrhunderts – nicht den großen des 19. Jahrhunderts) ist der Spott, den sie über Religionen ausgießen, groß. Man könnte ja auch einfach nur sagen, wie man seit einigen Jahrhunderten sagt: Religion hört sowieso bald auf. Und dann wie Jona gemütlich unter dem Baum warten, bis sie sich aufgelöst haben.

Aber: Der Mensch ist im Grunde der gleiche geblieben. Er ist aggressiv – und demütig, er liebt und hasst, er strebt nach Macht und Unterwerfung, er leidet und erlebt Glück… Woher nehmen die Atheisten, die ich soeben geschildert habe, die Zuversicht, dass ihre Forderungen überhaupt einen Schimmer realistischen Denkens an sich haben? Die wissenschaftlichen und technischen Erfolge können es nicht sein, die sie von der religiösen Tradition zu lösen versuchen, denn der Mensch ist mehr als Technik und Wissenschaft. Ist dieser atheistische Versuch der Moderne einfach nur ein großes Experiment: Folgen offen?

B

Die frommen Atheisten sind schon weiter: Der Mensch hat (mit Feuerbach und Marx) Religion erschaffen. Religionen haben gute und schlechte Seiten. Also der Mensch schafft die guten und schlechten Seiten der Religionen. Deren Forderung: der Mensch müsse die guten Aspekte der Religionen übernehmen, ohne allerdings selbst religiös zu werden. Zum Beispiel Gebet gerichtet an eine nicht existente höhere Macht stabilisiert die Psyche, pseudoreligiöse – auch liturgische Zusammenkünfte fördern das Zusammenleben… Diese haben aus meiner Sicht mehr Realismus als diejenigen, die Religion vollkommen ablehnen, weil sie Wissenschaft und Technik mit den sozialen Realitäten verbinden. (Zum Beispiel auch die alten Freireligiösen – die sich zwar immer wieder zerstritten und gespalten haben – und auch nie so wirklich die Herzen und Köpfe der Menschen erobern konnten.)

C

Die nächste Frage in diesem Zusammenhang: Religiöse Menschen haben mehr Kinder. Zumindest ist das der Stand meines Wissens. (Ich lasse mich gerne von neueren Untersuchungen, wenn es die denn gibt, vom Gegenteil überzeugen.) Werden allein von daher nicht schon immer die religiösen Menschen die nicht religiösen Menschen dominieren? Was die Kinder betrifft: Das heißt: Deutsche haben zum Beispiel weniger Kinder, weil sie weniger religiös sind. Sie nehmen ab. Aber damit das Land nicht bevölkerungsmäßig ausstirbt, müssen Menschen aus religiösen Gemeinschaften aufgenommen werden. Wer wird auf längere Sicht dominieren? Oder will man in Zukunft immer fragen: Religiös – Nichtreligiös? Und die Nichtreligiösen werden ins Land gelassen? Nur ein Tipp für die Gesellschaftsplaner.

D

Soweit ich vernommen habe, zeigen Untersuchungen, dass Kinder eher religiös denken als nichtreligiös. Kurz gesagt: animistisch – nicht christlich. Man muss also aus dem Menschen eher die Religion austreiben als sie in die Menschen hineintreiben. Darum soll Bildung verwendet werden, dass man dem Menschen sagt: Was du denkst und fühlst ist falsch – Religiöses ist Unsinn. Und so ist man ja auch stolz darauf, dass manche gebildete Menschen eben nicht religiös sind. Wenn dann doch welche religiös sind, sind sie so eine Art Unfall – die Bildung hat nicht so ganz geklappt oder die Psyche… Wie dem auch sei: Je gebildeter Menschen sind, desto areligiöser werden sie, so die Hoffnung. Wird an dieser Stelle dann Bildung nicht ideologisch verwendet? Zumal das ja auch so nicht stimmt – womit wir beim nächsten Punkt sind.

E

Nur am Rande: der Mensch denkt sich irgendwas aus, das für ihn richtig ist. Und dann meint er, das müsse nun auf alle Menschen übertragen werden. Das ist für mich der Beginn der Ideologie. Und so denken sich ein paar Menschen  aus, dass der Mensch areligiös zu sein hat. Damit das aber durchgesetzt werden soll, muss man möglichst früh die Kinder den Religiösen bzw. allen wegnehmen, weil ja jeder traditionell orientierte Mensch [ideologisch unsicher] in Gefahr geraten kann, die Kinder nicht so erziehen zu können, wie es die ideologische Elite gerne hätte. Von daher sind Kinder das beliebte Ziel – das sah man am Nationalsozialismus wie am Kommunismus – ich denke an Dawkins. Dass auch Religionen ideologisch agieren können, ist klar. Aber inzwischen sind sie in unseren Gesellschaften so sehr differenziert, dass diese Gefahr kaum mehr – zumindest zurzeit – bestehen dürfte.

F

Der nächste Punkt:  Es ist ja in unserem Land nicht so, dass Menschen, die sich von den christlichen Konfessionen abwenden, sich dem Atheismus zukehren, sondern Individual-Religionen – das heißt: esoterischen Welterklärungen. In diesen finden sie dann die Stabilisierung, die sonst die Religionen gegeben haben. Zeigt unsere Gesellschaft nicht, dass die Abwendung von den christlichen Konfessionen nicht dazu führt, dass man nicht atheistisch denkt, sondern dass man esoterisch denkt – also nach esoterischer Eigendefinition kurz gesagt: Verstand und Kosmos usw. in Übereinstimmung bringt? Zeigt das nicht wiederum, dass diese esoterischen Pseudo-Religionen wie die Versuche der frommen Atheisten den Menschen gerechter werden als die der Ratio-Atheisten? Womit wir wieder bei der ersten Frage wären.

G

Christen haben eine lange Geschichte. Und da gibt es nichts zu beschönigen – aber man muss sich auch nicht verstecken. Salopp gesagt: Auch Christen sind Menschen. Die Diskussion wird uns noch begleiten. Aber auch Atheisten haben sich in der kurzen Geschichte nicht besonders menschenfreundlich eingeführt. Es sei denn, man weist die „bösen“ Atheisten den Christen zu, weil diese im christlichen Kulturraum aufgewachsen sind, und das Christentum seine bösen Einflüsse auf sie auswirken ließ, und die guten Atheisten sind im Grunde „vom Himmel gefallen“, ganz autark, selbständig, haben sich von den religiösen Kontaminationen gereinigt, rein gehalten.

Eine Frage, die sich daran auch anschließt: Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, wieweit auch Nichtglaubende im Christentum Macht hatten – allerdings eben Glauben vortäuschend? Das wird sich vermutlich kaum mehr erhellen lassen. Manchmal sagt man ja, dass Menschen, die sich als besonders gefährdet im Glauben sehen, diese Gefährdung dadurch auszugleichen suchen, dass sie besonders gegen Gegner vorgehen.

Au weia – ist der Mensch kompliziert!

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

 

Kein Atheisten Weltkongress + Neuer KI Gott + Religion ist politisch + Weihnachtsmarkt und Lichtermarkt + Säkulare Spaltpilze

Der Atheisten-Weltkongress 2018 wurde abgesagt: Mangelnde Teilnahme: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/11/17/atheisten-kongress-abgesagt-aus-mangel-an-interesse/

*

Oh, Feuerbach – schau, was sie machen, obwohl du so weise gesprochen hast: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/11/16/us-unternehmer-erfindet-ki-gott/

*

Religion ist politisch – so richtig Khorchide. Auch der Islam – aber das sei nicht mit Islamismus gleichzusetzen: https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/11/20/religion-hat-politischen-auftrag/

*

Die Umbenennung von Weihnachtsmarkt in Lichtermarkt liegt nicht in Muslimen begründet. Es ist der Versuch der Säkularen, sich endlich durchzusetzen – und dazu wird eben der Islam verwendet. Der Islam wird benutzt, um der eigenen Weltanschauung Raum zu verschaffen. Das empfinde ich seit Jahren als perfide. Das treibt auch einen Spaltpilz in die Gesellschaft, ohne dass Muslime etwas dafür können. https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/11/24/muslima-umbenennung-von-weihnachtsmaerkten-absurd/

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Diskussion um Gott

Dieser Text steht auch unter: http://blog.wolfgangfenske.de/2017/11/18/erkenntnis-2/#comment-202293

Ich habe ihn hier noch einmal angeführt, um die Diskussion durch farbliche Markierung leichter lesbar zu machen.

Das, was wir unter der Frage nach Gott und Religion diskutieren, ist im Grunde eine Frage des Menschenbildes. Welches Bild haben wir vom Menschen. Wie erkennt der Mensch. Was kann er wahrnehmen. Ich denke, religiöse Menschen haben vieles mit dem Künstler gemeinsam: Weltwahrnehmung in Dimensionen, die man nicht messen kann.
Wenn wir das Gedicht von Rilke (Liebeslied) nehmen:
Wie soll ich meine Seele halten,
dass sie nicht an deine rührt?
Was soll das? Seele gibt es nicht. Es wurde kein entsprechendes Organ gefunden… Von daher kann Seele auch nicht an andere Seelen rühren usw.
Menschen versuchen etwas auszusprechen, Sprache zu sprengen – für das, was sie empfinden. Und das versucht auch die religiöse Sprache. Wir Menschen empfinden etwas, nehmen es wahr (nicht alle – freilich) etwas, vor dem sie im Grunde kapitulieren müssten, weil es nicht aussprechbar – somit nicht denkbar? – ist. Dennoch versuchen sie es. Und das ist dann eben der Mythos aus religiöser Perspektive: Etwas, das man wahrgenommen hat, was man aber nicht wirklich aussprechen kann, dann mit Hilfe von unzureichenden Worten, die evtl. Emotionen auslösen können, damit meine Seele die des anderen berühren kann und er selbst zu diesem Finden dessen kommt, was ich wahrnehme. Es geht darum, dass an dieser Stelle eine unterschiedliches Menschenbild bzw. Weltbild zum Tragen kommt.
*
Wenn ich Hiob und Paulus angesprochen habe: Es geht darum, dass Sie geschrieben haben, dass das Thema Erkenntnis eine der Philosophie sei. Mit Paulus wollte ich sagen: Das ist zu kurz gegriffen. Ob eine starre Trennung von Theologie und Philosophie angemessen ist, auch darüber lässt sich diskutieren. Beiden geht es um Wahrnehmung von Menschen und Welt – und das Metaphysische gehört dazu, auch wenn sich bei dem Begriff „Metaphysik“ nicht nur bei manchen Christen die Fußnägel kringeln, sondern auch bei Philosophen. Aber nichts desto trotz: Wir sind bei der Frage: Was leistet Sprache, was definieren wir wie… – und da gibt es naturgemäß massive Differenzen und somit Diskussionen.

„Im Neuen Testament spricht Paulus auch von Stufen der Erkenntnis im christlichen Bereich.“
Nun, ich denke, wir sollten hier zwischen (objektiver) Erkenntnis und vermeintlicher Erkenntnis – also Illusion – unterscheiden. Eine „christliche“ Erkenntnis kann es nur geben, wenn das Christentum – wieder einmal – den Anspruch erhebt, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein! Doch dafür gibt es außerhalb der reinen Behauptung durch das Christentum nicht den geringsten Beleg.

WF: Inzwischen versuchen auch andere den Anspruch zu erheben, im Besitz der Wahrheit zu sein. Ich liebe Xenophanes – ich glaube ich schrieb es schon: Wenn einer die Wahrheit hat, dann weiß niemand, ob es die Wahrheit ist. Aber, auch wenn jeder das weiß, beharrt er auf seinen Standpunkt – und diskutiert, wenn er weltoffen ist, denn vielleicht erfährt er Neues, sodass er seinen Standpunkt revidieren muss. Aber so lange das nicht passiert, so lange sein Weltbild mit seinen Erfahrungen, seinem Denken kompatibel ist, so lange wird er diesen nicht verlassen, evtl. modifizieren. Was heißt: „außerhalb der reinen Behauptung“ – wie soll man Erfahrungen auf dieser Ebene des Religiösen vermitteln, unabhängig von Sprache, unabhängig von seinen Taten? Christen haben Geduld: Vielleicht kommt die Gotteserkenntnis ja doch noch. Wenn man sich offen hält für Gotteserfahrung und nicht blockiert, dann wird man sie machen – und dann? Dann ist der christliche Glaube eben auch Teil des jeweiligen Menschen, der diese gemacht hat. So real, wie sie für den Glaubenden immer real gewesen ist. Man kann mit Hilfe unserer heutigen, alles säkularisierenden Sicht sagen: alles psychisch bedingt. Aber hier muss ich die Katze aus dem Sack lassen: Für mich ist der Mensch mehr als ein Wesen, das in irgendwelche vermeintlich objektive Schublädchen gesteckt werden kann.

„Und er [Paulus] spricht davon, dass Gott in das Herz Regeln des Zusammenlebens hineingeschrieben hat.“
Auch diese vermeintliche Erkenntnis ist längst überholt. Kooperation bis hin zum Altruismus ist eine notwendige Voraussetzung für die Menschwerdung, d. h., ohne diese Eigenschaften hätten unsere affenähnlichen Vorfahren nie die Möglichkeit gehabt, sich weiter zu entwickeln. Darüber hinaus findet sich diese Regel bereits im sonstigen Tierreich praktisch bei allen Säugetierarten, die in Gruppen zusammenleben und jagen. Einfach deshalb, weil es anders gar nicht geht.

WF: Ein kleiner Unterschied zwischen Mensch und Tier: Ich weiß, auch beim Menschen gibt es Spontan-Handler – aber der Mensch hat die Fähigkeit sein Handeln zu reflektieren und sich zu fragen: Macht es Sinn, sich zu opfern? Und diese selbstbewusste Selbstaufgabe für andere – haben Sie das auch schon im Tierreich entdeckt? Ich bin in diesem Thema nicht so sehr bewandert – würde mich wirklich interessieren.

„Wenn wir uns die Philosophie anschauen, da wo es um die Frage der Erkenntnis geht, sprechen auch nicht alle mit einer Stimme – selbst Rationalisten sind sich nicht einig.“
Und doch ist diese Einigkeit größer als jemals zuvor. Weil nämlich die Kriterien für objektive Erkenntnis – nicht zuletzt von Karl Popper – fein säuberlich herausgearbeitet worden sind. Dahinter kann niemand, der in der Philosophie ernst genommen werden will, mehr zurückfallen.
Dank der evolutionären Erkenntnistheorie wissen wir heute ziemlich genau, wo objektive Erkenntnis möglich ist und wo uns unsere Sinne beim Erkenntnisprozess Streiche spielen können.
„es wimmelt nur so von religiösen Erkenntnissen. Aber spricht das gegen die Existenz Gottes?“
Wenn sich zwei „Erkenntnisse“ inhaltlich widersprechen, so ist notwendigerweise mindestens eine davon falsch.

WF: Genau, darum sagt ja auch jeder: Ich habe Recht. Aber auch hier muss ich Paulus ansprechen: Prüfet alles, das Gute behaltet – das heißt, auch in anderen Religionen und Weltanschauungen kann aufgrund meines christlichen Maßstabs Gutes erkannt und übernommen werden. Christen sind ja auch in gewisser Weise eine Art Staubsauger-Religion: Nippen an Philosophien (Stoa, Platon…) usw. – eben weil sie davon ausgehen, dass Gott eine Ahnung seiner selbst in die Menschen gelegt hat (Herz mag ich gar nicht mehr sagen, weil es eben als Organ nicht mehr metaphorisch verwendet werden kann?) Und: Wie geschrieben: Menschen haben diese Ahnung aus ihrer jeweiligen Kurzsichtigkeit (kann ich das metaphorisch noch sagen?) verfremdet. Anders gesagt: Gott hat den Menschen Freiheit geschenkt (Metapher?) – und so wendet er sich auch gegen Gott.
Popper in Ehren – aber meinen Sie, dass wir mit Popper im Grunde am Ende der Erkenntnis dessen, was objektive Erkenntnis ist, angelangt sind? Geschichte hält sicher noch so manche überraschende Erkenntnis für uns Menschen bereit. (Das deuten Sie im Schluss-Satz unten auch an.)

Die Nicht-Existenz „Gottes“ ist nicht beweisbar, jedenfalls so lange nicht, bis der bis hierher vage Begriff inhaltlich schärfer ausformuliert ist.

WF: Ich weiß nicht, ob ich mich wiederhole. Aber aus christlicher Perspektive kann Gott nicht beweisbar sein – denn wenn er beweisbar wäre, wäre der Mensch nicht mehr frei zu glauben. Das mag man als Ausflucht sehen: Wenn man als Christ keine Antwort mehr hat, dann reagiert man eben so, dass da keiner mehr irgendwo angreifen kann. Kurz: Wischiwaschi. Aber: Das ist die Logik christlicher Religion.

Je spezifischer eine Gottesvorstellung, desto leichter ist sie widerlegbar. Vielfach schon allein mit einer rein logischen Begründung (z. B. dass ein Gott gleichzeitig allwissend und allmächtig sein kann), mindestens aber ebenso häufig durch Überprüfung an der Realität („“Gott“ hilft den Seinen“ kann statistisch problemlos ad absurdum geführt werden).

WF: Auch hier aus christlicher Perspektive: Wischiwaschi: Jesus sagt den Seinen, dass er bei ihnen ist. Und er hilft aus christlichem Glauben heraus gesehen auch. Nur: Hilfe heißt nicht „retten“ – so sagt Jesus ja auch den Tod durch Verfolgung an. Das widerspricht dem, was man aus gut bürgerlichen Kreisen unter Hilfe und Rettung versteht. Aber auch hier befinden wir uns auf einer anderen Ebene. Wir bürgerlichen Menschen – Sie haben das ja auch mit Blick auf Reichtum angekreidet – interpretieren Jesus so, wie er uns lieb ist. Und dazu gehört eben auch: Er hilft aus aller Not – er gibt Erfolg (Erfolgschristentum) – der Gerechte kann nicht leiden… Aber Jesus selbst ist ja ein Beispiel dafür, dass das nicht hinhaut. An dieser Stelle bin ich auch Kritiker unseres bürgerlichen Christentums. Das hat dann eben auch zur Folge, dass die Theodizee-Frage dazu führen kann, dass sich Menschen von dem bürgerlichen Notretter-Gott abwenden, weil sie merken, das stimmt ja gar nicht. Gott ist vielfach anders, als wir es uns so ausdenken.

Und was die Worte „allmächtig“ und „allwissend“ betrifft – aus christlicher Perspektive sind diese Worte zu definieren. Und die Definition kann nicht von der griechischen Mythologie herkommen: Zeus… – sondern: Von Gott her muss man sehen, was allwissend und allmächtig usw. ist. Unsere Sprache ist begrenzt. Wir übernehmen Sprache – und irgendwann merken wir: Sie trifft nicht den geglaubten Sachverhalt. Wie lange hat es gedauert, bis man die Trinität oder das Verhältnis Gott-Mensch in Jesus Christus formulieren konnte. Und was ist dann diese Formulierung? Treffend – aber aus Sicht der säkularen Logik: Wischiwaschi. Das erinnert mich übrigens an die Versuche das zu formulieren, was unendliche Endlichkeit („All“ bedeutet). (Manche Christen versuchen eben die Begriffe Allmächtig usw. ganz aus dem christlichen Vokabular zu streichen. Aber das ist, denke ich, der Versuch, Gott objektivierend den Kritikern anzupassen.

Jede Religion verwickelt sich notwendigerweise in Widersprüche, da sie mit einer hypothetischen Entität umgeht, die losgelöst von der Realität gedacht werden müsste, von den Religionen aus durchsichtigen Motiven heraus aber in diese hineingezerrt wird. „Gottes“ Wirken in dieser Welt ist nicht nur nicht feststellbar, sondern anhand konkreter Ereignisse widerlegbar. Spätestens der 1. November 1755 hat die Illusion eines christlichen Gottes, der die Geschicke der Menschen beeinflusst, ein für alle Mal widerlegt und es ist ein leichtes, für jeden anderen konkret gedachten Gott einen entsprechenden Gegenbeweis zu liefern.

WF: Wir haben Gottesbilder – die Gottesbilder werden widerlegt. Aus meiner Perspektive ist das genau anders herum: Man versucht die Welt von Gott zu lösen – und nicht Gott in die Welt hereinzuzerren. Was nun? Zwei Weltbilder. Man ringt darum, dem jeweils anderen zu verdeutlichen, was gemeint ist. Ich habe die schlechteren Karten – zumindest ihrer Weltanschauung gegenüber – weil Chrstentums-Kritiker etwas verlangen, was ich aus genannten Gründen nicht liefern kann. Und hier haben religiöse Menschen welcher Religion auch immer Gemeinsamkeiten: Man muss nicht viel über Gott / Macht diskutieren, denn er ist real. Das wäre wie wenn einer versucht, die Sonne wegzudiskutieren, weil er sie nicht sehen kann.
Mit dem Judentum und dem Christentum und dem Islam haben wir es bekanntlich mit Offenbarungsreligionen zu tun: Gott muss sich dem Menschen zeigen, sich wahrnehmen lassen usw. (Mohammed hat diese Tradition auf seine Art aufgegriffen.) Das heißt: Gott selbst bricht in die Welt der Menschen hinein – Menschen nehmen ihn voller Schrecken wahr. (Aus dem Grund heißt es vielfach in biblischen Texten: Fürchtet euch nicht… – weil Menschen angesichts des hereinbrechenden Göttlichen in ihre kleine, verobjektivierte Welt in Panik geraten…)

Noch einmal: je „realer“ eine Gottesvorstellung formuliert wird, desto eher erweist sie sich als unhaltbar.
„freu dich freundlich darüber
mit den anderen Menschen,
die anderes erkennen und denken.“
Guter Ansatz, leider mit einem kleinen Denkfehler: „erkennen“ kann letztendlich nur intersubjektiv stattfinden. Nur wenn sich viele Menschen über einen Sachverhalt der Wirklichkeit austauschen und zu der selben Aussage darüber gelangen, kann man von Erkenntnis reden, die allerdings immer noch falsch sein kann (siehe Newtons Theorie der Gravitation).

WF: Diese letzte Ausflucht ist gut: Denn die Religiösen sind sich einig in der Frage der Existenz Gottes, einer Macht usw. Wissenschaft geht durch Irrtum hindurch usw. Und was sagt uns das? Und das formulieren Sie sehr schön:

Zu bejahen ist aber auf alle Fälle, dass man andere Menschen nicht für das verachtet, was sie denken und als richtige „Erkenntnis“ annehmen. Ich halte es da mit Goethe: „Es irrt der Mensch, solang er strebt.“ Zumindest kritisieren aber muss man die Zeitgenossen, die in ihrem Streben nach objektiver (ich vermeide bewusst das Wort „wahre“) Erkenntnis nachlassen oder es ganz aufgeben. Alles Wissen ist vorläufig und kann jederzeit durch eine höhere Erkenntnisstufe bereichert werden.<

*

Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, dann würde ich auch auf den anderen Text eingegangen sein. Kommt noch. Ich hoffe, am Wochenende. Dann werde ich vermutlich auch die neuen Beiträge wieder hier einordnen: blog-diskussionen.wolfgangfenske.de

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com

 

Erkenntnis

Über Erkenntnis diskutieren nicht nur griechische Philosophen – die vielfach auch metaphysisch dachten. Über Gotteserkenntnis denkt man auch im Buch Hiob/Iob nach: Hiob erkennt: ich habe Gott bislang vom Hörensagen eingeschätzt – aber nun habe ich ihn erkannt… – nachdem Gott mit ihm gesprochen hatte. Im Neuen Testament spricht Paulus auch von Stufen der Erkenntnis im christlichen Bereich. Und er spricht davon, dass Gott in das Herz Regeln des Zusammenlebens hineingeschrieben hat. Philosophen des Westens haben über diese Themen weiter nachgedacht. Sie standen fest im christlichen Glauben. Erst in der Neuzeit versuchte man sich auch in dieser Frage vom christlichen Gauben zu lösen.

Es gibt unterschiedliche Erkenntnis-Stufen im Christentum. Schlimmerweise haben Dominante anderen darum auch die Köpfe eingeschlagen. Es gibt unterschiedliche Konfessionen – und Christen sprechen nicht mit einer Zunge. Das mag man beklagen. Religionen, Konfessionen, Sondergruppen, Sondsergrüppchen… – es wimmelt nur so von religiösen Erkenntnissen. Aber spricht das gegen die Existenz Gottes?

Wenn wir uns die Philosophie anschauen, da wo es um die Frage der Erkenntnis geht, sprechen auch nicht alle mit einer Stimme – selbst Rationalisten sind sich nicht einig. Geht man immer sanft mit Menschen anderer Positionen um? Sicher, man schlägt sich nicht gegenseitig die Köpfe ein, aber es finden vermutlich Schlachten an den Universitäten statt: Nehmen wir den, nehmen wir den nicht?

Auch so manche Christen haben gelernt, auf Jesus Christus zu schauen und nicht auf die eigene Rechthaberei – das unter anderem auch Dank der Religionskritiker, die in christlicher Tradition stehen. Aber: Keiner steht über dem wimmelnden Erkenntnis-Treiben. Wir sind alle Teil der Auseinandersetzungen. War es Xenophanes, der sinngemäß sagte: Wenn einer auch die Wahrheit erkannt hat – so erkennt man nicht, dass es die Wahrheit ist?

Auch wenn manchen der Schädel brummt angesichts all der verschiedenen Aussagen zur Erkenntnis und somit Skeptizismus sich breit machen möchte – oder man sich vor dem Skeptizismus in den Dogmatismus flüchten mag:

Mensch, du bist Mensch,
eingebunden in Deinem Leben,
freu dich freundlich darüber
mit den anderen Menschen,
die anderes erkennen und denken.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com

Glaube und/oder Humanismus

 

Die Sätze von mir, auf die H.G. reagierte, setze ich in kursiv, meine neuen Anmerkungen sind grün:

Holger Gronwaldt: 18.10.

„doch wenn wir ihn spüren wollen,
spüren wir ihn manchmal in guten Ereignissen,“

Das ist eine sehr selektive Wahrnehmung der Realität. Wo ist denn Gott in den schlechten Ereignissen? Das Problem der Theodizee konnten die Theologen bis heute nicht beantworten. Und das wird auch so bleiben.

Wer seinen Gott die guten Ereignisse zutraut, muss ihn auch für die schlechten verantwortlich machen: Es ist zynisch, seinem Gott zu danken, wenn man einen Flugzeugabsturz überlebt, bei dem über 90% der anderen Passagiere sterben, es ist zynisch, ein Tischgebet zu sprechen und seinem Gott für die Speisen am überreichlich gedeckten Tisch zu danken, wenn gleichzeitig Millionen Menschen hungern und verhungern.

Reaktion WF: Dankbarkeit ist zynisch? Dankbarkeit hat im Wesentlichen das dankbare Individuum im Blick, das sich in der Welt verortet. Ich denke, dass der Mensch, der sein Leben dankbar lebt, auch offen ist für andere. Andere sind es sicher auch – aber das zeigt ja nur, dass es unterschiedliche Menschen gibt und die jeweiligen Ansätze zu akzeptieren sind, weil sie eben vorhanden sind. Dankbarkeit ist nicht nur eine Frage des vollen Tisches und des Überlebens. Gerade für Christen, die wirklich im Glauben stehen, ist Überleben ja nicht alles, sondern sie gehen davon aus, dass sie nach dem Sterben dem „gegenüberstehen“ werden, an den sie Glauben: Gott.

Was Gott hinter den schlechten Ereignissen betrifft: Morgen ist Reformationstag. Luther meinte mit Blick auf diese Frage, dass sich Christen dann, wenn sie Gott nicht verstehen, er dunkel, fern, ein Rätsel ist, zu Gott in Jesus Christus fliehen sollen. Den sehen sie. Den kennen sie. Auch das zeigt: Christen haben nicht auf alles eine logische, klare, alle befriedigende Antwort. (Dann gäbe es auch keine Freiheit des Glaubens mehr.)

Holger Gronwaldt 20.10.

„Meinen Sie mit „plausiblen Antworten“ der Biologie: Werden – irgendwie Leben – Vergehen? Ist das eine befriedigende Antwort?“

Nun, biologisch lässt sich unsere Existenz mithilfe der Evolutionstheorie widerspruchsfrei erklären. Ob eine Antwort, die uns die Natur liefert, für uns befriedigend ausfällt, ist zunächst zweitrangig. Wichtig ist vor allem, dass die Antwort zutreffend ist.

Religionen geben allzu häufig Antworten, die zwar unseren Wünschen entsprechen, aber nichts mit der Realität zu tun haben.

„Wir Menschen denken über die Biologie hinaus. “
Unbedingt! Denn das macht einen goßen Teil unseres Menschseins aus.

„Biologie liefert Fakten (auch in der Ethik?) “
Die Ethik stellt nicht die Frage was ist, sondern was sein soll. Wir können zwar gewisse Grundlagen unseres ethischen Empfindens, z. B. Altruismus, biologisch erklären, aber das würde zu kurz greifen, da Natruwissenschaft und Technik es uns inzwischen ermöglicht haben, in Bereiche vorzudringen, in denen angestammte biologische Programme nicht mehr genügen. Hier ist allerdings nicht der Platz, das ausführlicher zu diskutieren. Als Hinweis muss genügen, dass ich persönlich auf den evolutionären Humanismus baue.

Reaktion WF: Sind die 10 Angebote des evolutionären Humanismus – zumindest der Ansatz dieser „Angebote“ – auch Ihre bzw. in etwa Ihre Grundlage? http://www.leitkultur-humanismus.de/manangebote.htm Wenn man sie genau liest, sind sie schon kurios. Das „Glaubensbekenntnis“ von Schmidt-Salomon klingt ja gut und ist vielfach auch aus christlicher Perspektive zu unterstreichen – zumindest einzelne Sätze, weil sie eben auch jesuanischer Intention entsprechen. Wie an der Bergpredigt zu sehen: Auch Gott traut in Jesus dem Menschen viel zu. Aber grundsätzlich: Ist das nicht der Versuch, Religion durch religiöse Sprache abzulösen – und einfach den Menschen an Stelle Gottes religiös zu überhöhen? (Ich glaube an den Menschen…) (s. unten: Fromme Atheisten). Oder entspricht Ihre Sicht einer anderen Spielart des „evolutionären Humanismus“?

„Und wenn man Gott für nicht existent hält, ist das sowieso nicht sinnvoll, darüber nachzudenken“
Ich halte es aber für sinnvoll, darüber nachzudenken, wo die diversen Religionen mit ihrer Interpretation im Widerspruch zur realen Welt liegen.

Das fängt schon bei relativ einfach zu durchschauenden Thesen an. So ist die Vorstellung eines gleichzeitig allwissenden und allmächtigen Gottes schon rein logisch nicht haltbar: Ein Gott der allwissend wäre, müsste auch die Zukunft kennen und damit fehlte ihm die Möglichgkeit, sie zu ändern, also die Allmacht, vom freien Willen ganz zu schweigen. Umgekehrt gilt die Logik natürlich auch: ein Gott mit freiem Willen könnte nicht mehr allwissend sein, da er seine zukünftigen Entscheidungen nicht kennen würde.

Reaktion WF: Allmacht – siehe meinen Beitrag – aber auch hier wieder nur eine Reflexion, weil das Thema Bücher füllend ist: http://evangelische-religion.de/allmacht-gottes.html

Auch einen gütigen Gott kann es angesichts des Leids, dass auch völlig ohne Zutun von uns Menschen schon besteht (im Tierreich: friss oder werde gefressen, Naturkatastrophen) nicht geben.

„(Ist die Frage, warum unschuldige Babys leiden, nicht auch schon eine Frage, die über die Biologie hinausgeht – und das Konzept von „Strafe“ hinter dem Leiden sieht?)“
Das hängt ganz davon ab, welche semantische Bedeutung man dem „warum“ unterlegt. Die Biologie kann eine ziemlich klare Antwort geben, wenn nach der innerweltlichen Ursache gefragt wird: genetische Disposition oder Umwelteinflüsse. Hier stellt sich natürlich nicht die Sinnfrage.

Fragt man also nach dem „Sinn“ des Leidens, dann wird man die Antwort ehrlicherweise schuldig bleiben müssen. Man kann zwar ausgehend von der eigenen religiösen Vorstellung eine tentative Antwort geben, doch wird diese ausnahmslos am harten Felsen der Realität zerschellen. Dies zeigt ja auch das vergebliche Bemühen der Theologen, das Theodizee-Problem in den Griff zu bekommen.

Reaktion WF: Realität ist das, was ich dafür halte? Logik ist das, was ich dafür halte? Zeigt nicht gerade die Religion bzw. zeigen nicht die unterschiedlichen Versuche in der Philosophie und der Theologie zu erklären, wie Erkenntnis (Realismus, Idealismus, Rationalismus, Empirismus in seinen unterschiedlichen Spielarten, Materialismus, Skeptizismus…) zustande kommt, dass solche eindeutig scheinenden Antworten nur Teilantworten sind? Man denke auch an Darwin: Können wir dem evolutionären/äffischen Hirn, das auch zurzeit nur eine kleine Episode in der noch kommenden evolutionären Geschichte ist, trauen?

Was das Theodizee-Problem und die Religion betrifft (ich war darauf schon eingegangen. Dazu nur kurz): An dieser Stelle denken manche „fromme Atheisten“ schon weiter als die alten Atheisten. Man hat inzwischen erkannt, dass Glaubende besser mit Leiden umgehen können als Nichtglaubende, das heißt, dass Religion evolutionäre Vorteile bietet. Religion ist für sie ganz im Sinne Feuerbachs vom Menschen gemacht (nicht Gott hat den Menschen erschaffen, sondern der Mensch Gott). Und wenn dem so ist, dann hat das doch einen Grund. Und der Grund liegt eben darin, dass Religion den Menschen stabilisiert. Ob Religion nun die TheodizeeFrage klären kann oder nicht – sie stabilisiert in ihren Versuchen, sie zu erklären. Das bedeutet, dass aus dieser Perspektive die Psyche mit eine Rolle spielt. 

Für Christen, denen Gott eine Realität ist, ist das freilich keine befriedigende Antwort. Aber sie zeigt doch, dass auch religionskritische bzw. atheistische Aussagen nur zeitbedingt sind. 

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und http://predigten.wolfgangfenske.de/

 

Christopher Hitchens und Peter Hitchens + Glaube in Frankreich + Eigene und fremde Kultur

Christopher Hitchens verschärfte mit dem Alter seinen Atheismus – sein Bruder Peter Hitchens wurde aus einem Atheisten Christ. Hier beschreibt er seinen Werdegang auch mit Blick auf seinen Bruder: http://www.dailymail.co.uk/news/article-1255983/How-I-God-peace-atheist-brother-PETER-HITCHENS-traces-journey-Christianity.html

*

In Frankreich bricht sich Glauben Bahn – woher der auf einmal kommt, ist Houellebecq auch ein Rätsel: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/10/22/renaissance-des-christentums-in-frankreich/

Glaube sei mächtiger als eine Ideologie.

*

Warum ist die fremde Kultur für viele Menschen wertvoller als die eigene? http://www.achgut.com/artikel/jede_kultur_ist_wertvoll_so_lange_es_nicht_die_eigene_ist

Ich denke, das hängt damit zusammen, dass man in die fremde Kultur eigene Wünsche und Träume hinein liest – und bei uns kommt noch hinzu: die eigene Kultur wird im Grunde nur als Versagenskultur deutlich gemacht: Versagen des 19. Jahrhunderts (soziales Versagen, Ausbeutung…) und des 20. Jahrhundertes (Nationalismus und Nationalsozialismus) – dazu kommt noch das Bild vom Dunklen Mittelalter – da waren eh alle böse (Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge).

Wer diese Versagen alleine sieht und die Größen ständig negiert (wer mag schon klassische Musik hören, die Philosophen versteht man genauso wenig wie die alten Goethes usw.) – der träumt sich anderes schön, vor allem auch, weil das Versagen anderer Kulturen nicht gern gehört wird.

Sagen wir nur einmal: Sklaverei. Welche fällt bei diesem Stichwort als erste ein? Sicher nicht die Sklavenzüge des Islam.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Ziel erreicht + Kein Plan sondern Inkompetenz + De Maizieres muslimischer Feiertag + Welthumanistentag: Sommersonnenwende

Eine bestimmte Kultur scheint ihrem Ziel immer näher zu kommen: Trennung der Geschlechter: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2017/sexuelle-uebergriffe-schwedin-veranstaltet-festival-nur-fuer-frauen/

Aufgrund massiver Übergriffe gegen Frauen in Schweden soll ein Konzert nur für Frauen und Transgender stattfinden.

Irgendwann haben wir wieder weitere Trennungen, die wir extremen Zugereisten zu verdanken haben. Bin gespannt, wann die Kleidung konservativer wird, weil sich Frauen schützen wollen – zumindest sich dann selbst nicht vorwerfen lassen wollen, sie hätten zu den Übergriffen durch ihre Kleidung beigetragen.

Es gibt ja schon Versuche, dem entgegenzutreten: Frauen – nicht ihr müsst die Kleidung ändern, diese Männer müssen die Gesinnung ändern.

Tun sie aber nicht – man kommt ja ans Ziel, wie oben sichtbar ist. Da ist es also schon einfacher für Frauen, die Kleidung zu ändern.

Es ist verrückt. Es ist einfach nur verrückt, dass wir unsere Errungenschaften so leicht aufgeben.

*

Man wünscht sich sehnlichst – oder befürchtet – einen Plan der Verantwortlichen – doch die politischen Entscheidungen zeugen schlichtweg von Inkompetenz. Worum es geht?: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/einwanderung-kein-plan-nur-die-banalitaet-der-inkompetenz/

*

Bevor Muslime einen Feiertag bekommen, weil man gerade freigiebig ist, sollten Atheisten einen bekommen – von denen gibt es mehr in unserem Land, denke ich in meinem Gerechtigkeitssinn: http://www.focus.de/politik/videos/kann-man-gerne-mal-machen-de-maiziere-schlaegt-muslimischen-feiertag-vor-und-erntet-kritik-von-allen-seiten_id_7705727.html

Vorsicht – Ironie!

Ich würde den 25.8. vorschlagen: Atheisten bezeichnen sich doch fast alle als Humanisten. Und wer war einer der größten Humanisten? Der Theologe Johann Gottfried Herder. Oder den 28.10. – der Geburtstag von Erasmus von Rotterdam – ebenfalls großer Humanist und Theologe. Es wären eine Menge weiterer zu nennen. Der andere altbekannte (Ulrich von Hutten) ist weniger geeignet – ist zu nationalistisch. Aber man findet sicher auch einen modernen Nichttheologen (Erich Fried, Jean Paul Sartre…) – obwohl der Welttag des Humanismus zur Sonnenwende (!) 21.Juni wurde schon erkoren.

Komisch: Wintersonnenwende: Geburt Jesu wurde darauf gelegt, weil die Finsternis vergangen ist und die Sonne wieder länger scheint, es wird heller und wärmer… Warum wurde gerade die Sommersonnenwende als Tag des Humanismus auserkoren? Die Tage werden wieder kürzer – dunkler – kälter… Eine Wahl ohne Sinn und Verstand? Oder einfach: Mit Symbolen hat man es nur ein bisschen – man denkt sich kurz etwas – und schwuppdiwupp: Wunderschön, der längste Tag des Jahres! Doch wenn man ein bisschen weiterdenkt… – wird es einem Wehmütig ums Herz, weil die Tage wieder kürzer werden…

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Atheisten und Tod

(Das Bild zeigt eine Krähe, die soeben wegfliegt – sie fliegt auf den Betrachter zu. Der Kopf ist im Schwarz versunken. Der helle Streifen: Federn reflektieren das Sonnenlicht untergehender Sonne.)

*

Seneca sagte zu Philosophen, die meinten, den Tod leichtfertig nehmen zu können: Mit einer Schusterahle (ein Nähgerät für Schuster) wehrt ihr den Tod ab? – Wir würden heute sagen: Der moderne Atheist meint, mit einem Strohhälmchen die existentiellen Ängste besiegen zu können.

Leider ist alles komplizierter, denn so mancher will ja an Gott glauben – und kann es nicht.

Und manche veralbern einfach die Hoffnung und den Glauben, weil sie nicht wissen, wie sie aus dieser ihrer eigenen Angst herauskommen. Und dann anderen Hoffnung und Glauben gönnen – das ist nicht jedermanns Sache.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html