Erkenntnis

Über Erkenntnis diskutieren nicht nur griechische Philosophen – die vielfach auch metaphysisch dachten. Über Gotteserkenntnis denkt man auch im Buch Hiob/Iob nach: Hiob erkennt: ich habe Gott bislang vom Hörensagen eingeschätzt – aber nun habe ich ihn erkannt… – nachdem Gott mit ihm gesprochen hatte. Im Neuen Testament spricht Paulus auch von Stufen der Erkenntnis im christlichen Bereich. Und er spricht davon, dass Gott in das Herz Regeln des Zusammenlebens hineingeschrieben hat. Philosophen des Westens haben über diese Themen weiter nachgedacht. Sie standen fest im christlichen Glauben. Erst in der Neuzeit versuchte man sich auch in dieser Frage vom christlichen Gauben zu lösen.

Es gibt unterschiedliche Erkenntnis-Stufen im Christentum. Schlimmerweise haben Dominante anderen darum auch die Köpfe eingeschlagen. Es gibt unterschiedliche Konfessionen – und Christen sprechen nicht mit einer Zunge. Das mag man beklagen. Religionen, Konfessionen, Sondergruppen, Sondsergrüppchen… – es wimmelt nur so von religiösen Erkenntnissen. Aber spricht das gegen die Existenz Gottes?

Wenn wir uns die Philosophie anschauen, da wo es um die Frage der Erkenntnis geht, sprechen auch nicht alle mit einer Stimme – selbst Rationalisten sind sich nicht einig. Geht man immer sanft mit Menschen anderer Positionen um? Sicher, man schlägt sich nicht gegenseitig die Köpfe ein, aber es finden vermutlich Schlachten an den Universitäten statt: Nehmen wir den, nehmen wir den nicht?

Auch so manche Christen haben gelernt, auf Jesus Christus zu schauen und nicht auf die eigene Rechthaberei – das unter anderem auch Dank der Religionskritiker, die in christlicher Tradition stehen. Aber: Keiner steht über dem wimmelnden Erkenntnis-Treiben. Wir sind alle Teil der Auseinandersetzungen. War es Xenophanes, der sinngemäß sagte: Wenn einer auch die Wahrheit erkannt hat – so erkennt man nicht, dass es die Wahrheit ist?

Auch wenn manchen der Schädel brummt angesichts all der verschiedenen Aussagen zur Erkenntnis und somit Skeptizismus sich breit machen möchte – oder man sich vor dem Skeptizismus in den Dogmatismus flüchten mag:

Mensch, du bist Mensch,
eingebunden in Deinem Leben,
freu dich freundlich darüber
mit den anderen Menschen,
die anderes erkennen und denken.

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Glaube und/oder Humanismus

 

Die Sätze von mir, auf die H.G. reagierte, setze ich in kursiv, meine neuen Anmerkungen sind grün:

Holger Gronwaldt: 18.10.

„doch wenn wir ihn spüren wollen,
spüren wir ihn manchmal in guten Ereignissen,“

Das ist eine sehr selektive Wahrnehmung der Realität. Wo ist denn Gott in den schlechten Ereignissen? Das Problem der Theodizee konnten die Theologen bis heute nicht beantworten. Und das wird auch so bleiben.

Wer seinen Gott die guten Ereignisse zutraut, muss ihn auch für die schlechten verantwortlich machen: Es ist zynisch, seinem Gott zu danken, wenn man einen Flugzeugabsturz überlebt, bei dem über 90% der anderen Passagiere sterben, es ist zynisch, ein Tischgebet zu sprechen und seinem Gott für die Speisen am überreichlich gedeckten Tisch zu danken, wenn gleichzeitig Millionen Menschen hungern und verhungern.

Reaktion WF: Dankbarkeit ist zynisch? Dankbarkeit hat im Wesentlichen das dankbare Individuum im Blick, das sich in der Welt verortet. Ich denke, dass der Mensch, der sein Leben dankbar lebt, auch offen ist für andere. Andere sind es sicher auch – aber das zeigt ja nur, dass es unterschiedliche Menschen gibt und die jeweiligen Ansätze zu akzeptieren sind, weil sie eben vorhanden sind. Dankbarkeit ist nicht nur eine Frage des vollen Tisches und des Überlebens. Gerade für Christen, die wirklich im Glauben stehen, ist Überleben ja nicht alles, sondern sie gehen davon aus, dass sie nach dem Sterben dem „gegenüberstehen“ werden, an den sie Glauben: Gott.

Was Gott hinter den schlechten Ereignissen betrifft: Morgen ist Reformationstag. Luther meinte mit Blick auf diese Frage, dass sich Christen dann, wenn sie Gott nicht verstehen, er dunkel, fern, ein Rätsel ist, zu Gott in Jesus Christus fliehen sollen. Den sehen sie. Den kennen sie. Auch das zeigt: Christen haben nicht auf alles eine logische, klare, alle befriedigende Antwort. (Dann gäbe es auch keine Freiheit des Glaubens mehr.)

Holger Gronwaldt 20.10.

„Meinen Sie mit „plausiblen Antworten“ der Biologie: Werden – irgendwie Leben – Vergehen? Ist das eine befriedigende Antwort?“

Nun, biologisch lässt sich unsere Existenz mithilfe der Evolutionstheorie widerspruchsfrei erklären. Ob eine Antwort, die uns die Natur liefert, für uns befriedigend ausfällt, ist zunächst zweitrangig. Wichtig ist vor allem, dass die Antwort zutreffend ist.

Religionen geben allzu häufig Antworten, die zwar unseren Wünschen entsprechen, aber nichts mit der Realität zu tun haben.

„Wir Menschen denken über die Biologie hinaus. “
Unbedingt! Denn das macht einen goßen Teil unseres Menschseins aus.

„Biologie liefert Fakten (auch in der Ethik?) “
Die Ethik stellt nicht die Frage was ist, sondern was sein soll. Wir können zwar gewisse Grundlagen unseres ethischen Empfindens, z. B. Altruismus, biologisch erklären, aber das würde zu kurz greifen, da Natruwissenschaft und Technik es uns inzwischen ermöglicht haben, in Bereiche vorzudringen, in denen angestammte biologische Programme nicht mehr genügen. Hier ist allerdings nicht der Platz, das ausführlicher zu diskutieren. Als Hinweis muss genügen, dass ich persönlich auf den evolutionären Humanismus baue.

Reaktion WF: Sind die 10 Angebote des evolutionären Humanismus – zumindest der Ansatz dieser „Angebote“ – auch Ihre bzw. in etwa Ihre Grundlage? http://www.leitkultur-humanismus.de/manangebote.htm Wenn man sie genau liest, sind sie schon kurios. Das „Glaubensbekenntnis“ von Schmidt-Salomon klingt ja gut und ist vielfach auch aus christlicher Perspektive zu unterstreichen – zumindest einzelne Sätze, weil sie eben auch jesuanischer Intention entsprechen. Wie an der Bergpredigt zu sehen: Auch Gott traut in Jesus dem Menschen viel zu. Aber grundsätzlich: Ist das nicht der Versuch, Religion durch religiöse Sprache abzulösen – und einfach den Menschen an Stelle Gottes religiös zu überhöhen? (Ich glaube an den Menschen…) (s. unten: Fromme Atheisten). Oder entspricht Ihre Sicht einer anderen Spielart des „evolutionären Humanismus“?

„Und wenn man Gott für nicht existent hält, ist das sowieso nicht sinnvoll, darüber nachzudenken“
Ich halte es aber für sinnvoll, darüber nachzudenken, wo die diversen Religionen mit ihrer Interpretation im Widerspruch zur realen Welt liegen.

Das fängt schon bei relativ einfach zu durchschauenden Thesen an. So ist die Vorstellung eines gleichzeitig allwissenden und allmächtigen Gottes schon rein logisch nicht haltbar: Ein Gott der allwissend wäre, müsste auch die Zukunft kennen und damit fehlte ihm die Möglichgkeit, sie zu ändern, also die Allmacht, vom freien Willen ganz zu schweigen. Umgekehrt gilt die Logik natürlich auch: ein Gott mit freiem Willen könnte nicht mehr allwissend sein, da er seine zukünftigen Entscheidungen nicht kennen würde.

Reaktion WF: Allmacht – siehe meinen Beitrag – aber auch hier wieder nur eine Reflexion, weil das Thema Bücher füllend ist: http://evangelische-religion.de/allmacht-gottes.html

Auch einen gütigen Gott kann es angesichts des Leids, dass auch völlig ohne Zutun von uns Menschen schon besteht (im Tierreich: friss oder werde gefressen, Naturkatastrophen) nicht geben.

„(Ist die Frage, warum unschuldige Babys leiden, nicht auch schon eine Frage, die über die Biologie hinausgeht – und das Konzept von „Strafe“ hinter dem Leiden sieht?)“
Das hängt ganz davon ab, welche semantische Bedeutung man dem „warum“ unterlegt. Die Biologie kann eine ziemlich klare Antwort geben, wenn nach der innerweltlichen Ursache gefragt wird: genetische Disposition oder Umwelteinflüsse. Hier stellt sich natürlich nicht die Sinnfrage.

Fragt man also nach dem „Sinn“ des Leidens, dann wird man die Antwort ehrlicherweise schuldig bleiben müssen. Man kann zwar ausgehend von der eigenen religiösen Vorstellung eine tentative Antwort geben, doch wird diese ausnahmslos am harten Felsen der Realität zerschellen. Dies zeigt ja auch das vergebliche Bemühen der Theologen, das Theodizee-Problem in den Griff zu bekommen.

Reaktion WF: Realität ist das, was ich dafür halte? Logik ist das, was ich dafür halte? Zeigt nicht gerade die Religion bzw. zeigen nicht die unterschiedlichen Versuche in der Philosophie und der Theologie zu erklären, wie Erkenntnis (Realismus, Idealismus, Rationalismus, Empirismus in seinen unterschiedlichen Spielarten, Materialismus, Skeptizismus…) zustande kommt, dass solche eindeutig scheinenden Antworten nur Teilantworten sind? Man denke auch an Darwin: Können wir dem evolutionären/äffischen Hirn, das auch zurzeit nur eine kleine Episode in der noch kommenden evolutionären Geschichte ist, trauen?

Was das Theodizee-Problem und die Religion betrifft (ich war darauf schon eingegangen. Dazu nur kurz): An dieser Stelle denken manche „fromme Atheisten“ schon weiter als die alten Atheisten. Man hat inzwischen erkannt, dass Glaubende besser mit Leiden umgehen können als Nichtglaubende, das heißt, dass Religion evolutionäre Vorteile bietet. Religion ist für sie ganz im Sinne Feuerbachs vom Menschen gemacht (nicht Gott hat den Menschen erschaffen, sondern der Mensch Gott). Und wenn dem so ist, dann hat das doch einen Grund. Und der Grund liegt eben darin, dass Religion den Menschen stabilisiert. Ob Religion nun die TheodizeeFrage klären kann oder nicht – sie stabilisiert in ihren Versuchen, sie zu erklären. Das bedeutet, dass aus dieser Perspektive die Psyche mit eine Rolle spielt. 

Für Christen, denen Gott eine Realität ist, ist das freilich keine befriedigende Antwort. Aber sie zeigt doch, dass auch religionskritische bzw. atheistische Aussagen nur zeitbedingt sind. 

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Christopher Hitchens und Peter Hitchens + Glaube in Frankreich + Eigene und fremde Kultur

Christopher Hitchens verschärfte mit dem Alter seinen Atheismus – sein Bruder Peter Hitchens wurde aus einem Atheisten Christ. Hier beschreibt er seinen Werdegang auch mit Blick auf seinen Bruder: http://www.dailymail.co.uk/news/article-1255983/How-I-God-peace-atheist-brother-PETER-HITCHENS-traces-journey-Christianity.html

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In Frankreich bricht sich Glauben Bahn – woher der auf einmal kommt, ist Houellebecq auch ein Rätsel: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/10/22/renaissance-des-christentums-in-frankreich/

Glaube sei mächtiger als eine Ideologie.

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Warum ist die fremde Kultur für viele Menschen wertvoller als die eigene? http://www.achgut.com/artikel/jede_kultur_ist_wertvoll_so_lange_es_nicht_die_eigene_ist

Ich denke, das hängt damit zusammen, dass man in die fremde Kultur eigene Wünsche und Träume hinein liest – und bei uns kommt noch hinzu: die eigene Kultur wird im Grunde nur als Versagenskultur deutlich gemacht: Versagen des 19. Jahrhunderts (soziales Versagen, Ausbeutung…) und des 20. Jahrhundertes (Nationalismus und Nationalsozialismus) – dazu kommt noch das Bild vom Dunklen Mittelalter – da waren eh alle böse (Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge).

Wer diese Versagen alleine sieht und die Größen ständig negiert (wer mag schon klassische Musik hören, die Philosophen versteht man genauso wenig wie die alten Goethes usw.) – der träumt sich anderes schön, vor allem auch, weil das Versagen anderer Kulturen nicht gern gehört wird.

Sagen wir nur einmal: Sklaverei. Welche fällt bei diesem Stichwort als erste ein? Sicher nicht die Sklavenzüge des Islam.

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Ziel erreicht + Kein Plan sondern Inkompetenz + De Maizieres muslimischer Feiertag + Welthumanistentag: Sommersonnenwende

Eine bestimmte Kultur scheint ihrem Ziel immer näher zu kommen: Trennung der Geschlechter: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2017/sexuelle-uebergriffe-schwedin-veranstaltet-festival-nur-fuer-frauen/

Aufgrund massiver Übergriffe gegen Frauen in Schweden soll ein Konzert nur für Frauen und Transgender stattfinden.

Irgendwann haben wir wieder weitere Trennungen, die wir extremen Zugereisten zu verdanken haben. Bin gespannt, wann die Kleidung konservativer wird, weil sich Frauen schützen wollen – zumindest sich dann selbst nicht vorwerfen lassen wollen, sie hätten zu den Übergriffen durch ihre Kleidung beigetragen.

Es gibt ja schon Versuche, dem entgegenzutreten: Frauen – nicht ihr müsst die Kleidung ändern, diese Männer müssen die Gesinnung ändern.

Tun sie aber nicht – man kommt ja ans Ziel, wie oben sichtbar ist. Da ist es also schon einfacher für Frauen, die Kleidung zu ändern.

Es ist verrückt. Es ist einfach nur verrückt, dass wir unsere Errungenschaften so leicht aufgeben.

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Man wünscht sich sehnlichst – oder befürchtet – einen Plan der Verantwortlichen – doch die politischen Entscheidungen zeugen schlichtweg von Inkompetenz. Worum es geht?: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/einwanderung-kein-plan-nur-die-banalitaet-der-inkompetenz/

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Bevor Muslime einen Feiertag bekommen, weil man gerade freigiebig ist, sollten Atheisten einen bekommen – von denen gibt es mehr in unserem Land, denke ich in meinem Gerechtigkeitssinn: http://www.focus.de/politik/videos/kann-man-gerne-mal-machen-de-maiziere-schlaegt-muslimischen-feiertag-vor-und-erntet-kritik-von-allen-seiten_id_7705727.html

Vorsicht – Ironie!

Ich würde den 25.8. vorschlagen: Atheisten bezeichnen sich doch fast alle als Humanisten. Und wer war einer der größten Humanisten? Der Theologe Johann Gottfried Herder. Oder den 28.10. – der Geburtstag von Erasmus von Rotterdam – ebenfalls großer Humanist und Theologe. Es wären eine Menge weiterer zu nennen. Der andere altbekannte (Ulrich von Hutten) ist weniger geeignet – ist zu nationalistisch. Aber man findet sicher auch einen modernen Nichttheologen (Erich Fried, Jean Paul Sartre…) – obwohl der Welttag des Humanismus zur Sonnenwende (!) 21.Juni wurde schon erkoren.

Komisch: Wintersonnenwende: Geburt Jesu wurde darauf gelegt, weil die Finsternis vergangen ist und die Sonne wieder länger scheint, es wird heller und wärmer… Warum wurde gerade die Sommersonnenwende als Tag des Humanismus auserkoren? Die Tage werden wieder kürzer – dunkler – kälter… Eine Wahl ohne Sinn und Verstand? Oder einfach: Mit Symbolen hat man es nur ein bisschen – man denkt sich kurz etwas – und schwuppdiwupp: Wunderschön, der längste Tag des Jahres! Doch wenn man ein bisschen weiterdenkt… – wird es einem Wehmütig ums Herz, weil die Tage wieder kürzer werden…

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Atheisten und Tod

(Das Bild zeigt eine Krähe, die soeben wegfliegt – sie fliegt auf den Betrachter zu. Der Kopf ist im Schwarz versunken. Der helle Streifen: Federn reflektieren das Sonnenlicht untergehender Sonne.)

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Seneca sagte zu Philosophen, die meinten, den Tod leichtfertig nehmen zu können: Mit einer Schusterahle (ein Nähgerät für Schuster) wehrt ihr den Tod ab? – Wir würden heute sagen: Der moderne Atheist meint, mit einem Strohhälmchen die existentiellen Ängste besiegen zu können.

Leider ist alles komplizierter, denn so mancher will ja an Gott glauben – und kann es nicht.

Und manche veralbern einfach die Hoffnung und den Glauben, weil sie nicht wissen, wie sie aus dieser ihrer eigenen Angst herauskommen. Und dann anderen Hoffnung und Glauben gönnen – das ist nicht jedermanns Sache.

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Lidl mag keine Kreuze + Einsamkeit und Glück

Zu dem Thema Lidl und Kreuze, das ich neulich schon hatte: https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/09/04/christentum-in-der-defensive/

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Über Einsamkeit und Glück: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/09/04/lady-gaga-einsam-trotz-erfolg/

Eigentlich eine Binsenweisheit – aber sie gilt wohl. Nicht Reichtum, Karriere… – sondern gelungene soziale Beziehung ist der Schlüssel zum Glück. Zur gelingenden sozialen Beziehung gehört für viele der Glaube.

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Atheismus und Religion

Ich finde es gut, dass der aggressive Atheismus in der letzten Zeit nicht mehr so sehr die Auseinandersetzung bestimmt. Der dogmatische Atheismus ist auch nicht besser als eine fundamentalistische Religion. Das haben auch Atheisten begriffen, Agnostiker sowieso – zumindest diejenigen, die alles reflektierend durchdringen. Von daher ist dieses Interview interessant: http://www.zeit.de/campus/2017-08/atheismus-religion-werte-philosoph-andreas-urs-sommer-jung-und-gott

Einen Satz muss ich doch zitieren:

Sommer: Sinn ist heute etwas, das wir selbst machen, statt es von höherer Warte zu empfangen: Wir müssen kein gottgefälliges Leben führen, um ins Himmelreich zu kommen. Sondern ein zentrales Element unserer modernen Ideologie ist: Wir schaffen unser eigenes Paradies auf Erden, wenn wir uns nur genug anstrengen.

Etwas Polemik finden wir dann aber doch:

Es ist eben ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen, die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen: Dass etwas nicht ist, lässt sich kaum belegen; es könnte ja immer noch irgendwo in den Weiten des Alls versteckt sein.

Gibt es denkende Christen, die noch immer Sky und Heaven verwechseln? Gott im All… – das ist witzige Polemik, die man dem Kommunisten Gagarin in den Mund legte – aber das ist doch schon wieder einige Jährchen her.

Außerdem ist die Gottesfrage dem Menschen nicht von Natur aus einprogrammiert, sondern historisch entstanden und somit kann sie auch wieder verblassen.

Zu diesem Satz nur: Was erst einmal zu beweisen wäre…

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Fromme Christen + Politische Disziplinierungslandschaft

Es ist interessant, was man in letzter Zeit so zu lesen bekommt – zumindest ist es mir vorher nicht so gehäuft aufgefallen. Und wenn etwas gehäuft vorkommt, muss man fragen: Warum? Welches Interesse besteht daran, ein solches Licht auf Menschen zu werfen, das nicht besonders helle ist:

Einer bricht mit seiner christlichen Vergangenheit und breitet nun aus, dass er froh darüber ist: http://www.zeit.de/campus/2017-08/freikirche-glaube-aussteiger-jugend-baptisten

Es geht darum, dass weißen Christen der Vorwurf gemacht werde, mit Schuld an den rechtsextremen / rassistischen Vorfällen in den USA zu sein: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/15/rassenhass-in-amerika-wie-viel-schuld-tragen-weisse-christen/

Fromme Christen misshandeln ihre Kinder mehr als andere, so der Vorwurf: https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2017/08/15/in-den-vergangenen-zehn-jahren-hat-sich-viel-veraendert/

Was von Christen falsch gemacht wird, muss man benennen. Und wenn es wirklich falsch ist und nicht nur ein Vorwurf, der aus der Luft gegriffen wurde oder einfach nur in die politische Disziplinierungslandschaft passt, dann muss man es als Christen ändern. Man darf nicht auf Fehlern beharren, nur weil Gegner es ansprechen.

Allerdings – grundsätzlich gesprochen – nicht auf diese Beispiele bezogen: Man muss aufpassen, dass man nicht aus anpasserischen Gründen das, was man für richtig hält, das, was man vor Gott und Menschen verantworten kann, aufgibt. Es gibt bekanntlich Wölfe im Schafspelz, die so tun, als meinten sie es gut, aber Zerstörung im Blick haben.

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Christentum und Werte + Arroganz von Christen + Weihnachts-Christen

Immer wieder kann man mal lesen, dass die enge Verknüpfung von Christentum und Werten nicht gut sei, dass Menschen, die das Christentum im wesentlichen mit Werten verbinden, eines besseren belehrt werden sollten.

Vor ein paar Jahrzehnten machte man sich in den Kirchen über diejenigen lustig, die nur zu Weihnachten in die Kirche gehen. Das macht man heute nicht mehr, weil man weiß, wie wichtig das für Menschen ist. Weil man sich freut, dass manche Menschen – auch wenn ganz schwach – doch noch Bindung an den christlichen Glauben verspüren.

Und so denke ich, sollte man sich auch über die Menschen freuen, die den christlichen Glauben mit Werten verbinden. Die Arroganz der Glaubenden, die eine reine Kirche wollen, und aus dieser Arroganz heraus auch bereit sind, Menschen aus der Kirche hinauszudrängen, ist ärgerlich.

Zudem: Was kann so schlecht daran sein, wenn sich Menschen aufgrund der Werte zu den Christen hingezogen fühlen? Das war in der Zeit des frühen Christentums vielfach nicht anders. Juden und Christen konnten dem heidnischen Werte-Chaos etwas entgegensetzen. Damals wollte man es als Christen, heilige, Gott zugehörige Menschen sein und sich Gottes Willen entsprechend verhalten. Viele Christen wollen es heute nicht mehr und schieben die Werte beiseite. Warum auch immer.

Ist es also nicht nur die Arroganz der reinen Glaubenden, die gegen solche Menschen polemisiert, sondern auch der durch sie intendierte Vorwurf an die Christen: Haltet euch an die von Gott vorgegebenen Werte? Wenn dem so ist, dann zeigt es sich mal wieder: Manche Nichtchristen sind christlicher als die Christen.

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Atheisten und Mord

Selbst Atheisten trauen Atheisten eher einen Mord zu als einem echt religiösen Menschen. Das Ergebnis überrascht wohl jeden: http://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/tief-verankerte-vorurteile-selbst-atheisten-glauben-dass-atheisten-eher-morden-wuerden-als-glaeubige_id_7448355.html

Dieses Ergebnis finden manche nicht besonders gut – und darum gibt es eine Apologie zum Beispiel hier: http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-die-gottlosen-1.3619228

Zwei davon kann man schnell entkräften: Religionen mögen aus dem Grund entstanden sein, um Menschen zusammenzuführen – und anderen mit Argwohn zu begegnen – aber Jesus Christus bricht diese Sicht auf. Die andere Aussage: Gerade säkulare Gesellschaften seien besonders human – dazu bedenke man die religiöse Tradition der säkularen Gesellschaft. Gemeint sind damit wahrscheinlich europäische Staaten und Nordamerika. Was das mit dem Gespür der Säuglinge betrifft – das kann man auch anders interpretieren: Man hat ein Gespür dafür, wer mir das Überleben sichert. Das muss nichts mit Moral zu tun haben. Es müssen also andere Argumente dagegen gefunden werden. Aber der Atheismus ist ja noch ein Säugling im Gesamt der Menschengeschichte. Von daher gibt es noch Entwicklungs- und Argumentationspotential.

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