Das „Ich“ lebt im Verhältnis zum: – Ich, – Partner, – Familie, – Freunde, – Beruf/Freizeit, – Religion/Weltanschauung, – sozialem Umfeld, – Tier, – Besitz (materiell/ideell) usw. Wenn es uns gut gehen soll, dann muss zwischen „Ich“ und diesen Welten immer wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden. Wenn das nicht geschieht, fühlen wir uns häufig nicht besonders gut. Wichtiger ist aber: Das „Ich“ auch dann im Gleichgewicht zu halten, wenn kein Gleichgewicht zu den Lebenswelten hergestellt werden kann. So zum Beispiel wenn man plötzlich vor Veränderungen steht: Partner, Beruf, … Ist der Beruf weg genommen worden, dann wird man gezwungen, sich umzustrukturieren, da kann man kein Gleichgewicht zwischen „Ich“ und Beruf mehr herstellen. Wenn etwas, das selbstverständlich schien, worüber man sich keine Gedanken gemacht hat, auf einmal durcheinandergewirbelt wird … – dann dennoch das Gleichgewicht langsam wieder herstellen, ist eine Kunst, die lebenslang gelernt werden muss. Das ist auch darum nicht einfach, weil das „Ich“ bekanntlich keine statische Größe ist; es  ist selbst in ständiger Bewegung. Um ins Gleichgewicht zu kommen, benötigen wir manchmal die Hilfe anderer, weil die Energie fehlt, weil man müde und resigniert ist oder einfach den Faden nicht findet.

So viel zu der Frage: Was ist ein Spiritual Coach (s. meine Homepage)? Er ist einer, der in spirituellen Fragen trainiert und begleitet, damit man das Lebens-Gleichgewicht besser behalten oder wieder finden kann.

Vergeben

Immer wieder entschlüpft einem Menschen ein dummes Wort – mal ernst gemeint, mal nicht -, tut er eine dumme, böse Tat oder kontrolliert nicht seinen Blick. Mal über einen längeren – mal über einen kürzeren Zeitraum. Mal schwerwiegend – mal leicht. Aber es grummelt und rumort in uns, es beißt und schimpft. Vielleicht zu Recht. Aber so binden wir uns an den anderen mit einem schwarzen, harten, schmerzhaften, zerstörerischen Band.

Wenn wir nicht vergeben, dann berauben wir uns nicht nur wichtiger Energien, sondern das Herz krampft zusammen, der Geist wird verbittert und spröde, die Seele wird vergiftet. Das macht sich auch körperlich bemerkbar: Wir merken, wie der Blutdruck steigt, wie sich alles in uns anspannt. Wir leben in einem Kokon, einer Eierschale. Wir können nicht heraus und drehen uns nur um uns selbst.

Vergeben, verzeihen heißt das Zauberwort, das die Eierschale sprengt, den Kokon zerreißt. Verzeihen, vergeben aus Liebe ist das Höchste. Wenn wir nicht so weit sind, dann wenigstens aus Vernunftgründen: Damit wir leben können, frei leben! Um Energien zu haben für unser Leben, damit wir nicht am Vergangenen kleben, sondern befreit in die Zukunft hineingehen können – und froh, die Befreiung geschafft zu haben.

Gedenktage

Gedenktage: Tage des Sieges und der Niederlage, der Freude und des Erschreckens – und häufig beides gleichzeitig. 6. August: Tag der Verklärung Jesu (Mk 9,2-10) – 1457 als Festtag übernommen, wegen dem Sieg über die Türken bei Belgrad; Bombenabwurf in Hieroshima 1945 – baldiges Ende des 2. Weltkrieges; Tag der Heimat – 1950 Charta der deutschen Heimatvertriebenen; 1965 Neues Bürgerrechtsgesetz in den USA, das das Wahlrecht Farbiger garantierte.

Trotz der Gedenktage: Wind weht über Felder wie eh und je, Bäume spenden Schatten, Kinder weinen und lachen, Vögel flattern eifrig hin und her, gurren, singen, zwitschern, Grillen zirpen – wie eh und je. 

Übrigens ist auch am 6.8.1926 die Schriftstellerin Christa Reinig in der ehemaligen DDR geboren. „Vor der Abfahrt“ heißt das Gedicht: „Sie kamen und suchten / unter der Bank, im Gepäcknetz / suchten sie jemand. / Danke, sagten sie zu mir. // Auf dem Dach, zwischen den Rädern / suchten sie jemand. / Unter meiner Mütze / suchten sie nicht. // Starr war die Erde. / Da nahm ich den Schnee. / In meiner Manteltasche / nahm ich den Schnee mit.“ (Gedichte, Frankfurt 1963)

Menschenrechte

Man kann Menschenrechte irgendwie rein global betrachten.

Man kann Menschenrechte ordnungspolitisch betrachten.

Man kann Menschenrechte – wie die Kairoer Erklärung islamischer Staaten – islamisch-religiös betrachten.

Doch wenn man die Menschenrechte aus dem Blickwinkel des einzelnen, des geschundenen Menschen betrachtet, dann erweisen sich alle diese genannten – und andere – als Schande für die Menschheit.

(Infos dazu geben die Links auf meiner Haupthomepage unter: Impressum, Links, Termine.)

Ängste

Es gibt so viele Ängste, die uns plagen – immer wieder oder immer wieder einmal. Ängste gehören zum Leben. Aber auch: Zu versuchen, sie zu überwinden, gehört auch zum Leben. Sie lähmen nicht nur, sondern entfesseln auch Energien. Jede überwundene Angst stärkt. Wer sich deutlich macht, aus wie viel Ängsten er befreit worden ist – der achtet mehr auf die Wege aus ihnen heraus als auf die (scheinbar) unüberwindbaren Berge.

Zum Sonntag

Ich wünsche Segen allen, die mutig Fragen stellen.

Ich wünsche Segen allen, die mit Mühe ihren Lebensweg gehn.

Ich wünsche Segen allen, die sich nach Begegnung in der Stille sehnen.

Nichts Neues unter der Sonne

Themen einer Zeitschrift, die mir wieder in die Finger gekommen ist: Tierseuchen … Wenn es einen Gott gibt … Antisemitische Übergriffe … Christenverfolgung in Pakistan … Terroristische Herausforderung: Osama Bin Laden … Abtreibungen …

Die Zeitschrift ist von – 2001! Das kann uns resignieren lassen, weil sich nichts geändert hat – das kann uns aber auch herausfordern. Vieles wird sich so schnell nicht ändern, weil es das alles seit Menschengedenken gibt.

Aber in unserem Umfeld kann sich was zum Guten ändern. Somit doch Neues unter der Sonne?

Mut

Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung

Den Artikel aus dem Grundgesetz kennen wir alle. Es ist jedoch wichtig, immer wieder mal daran zu erinnern. Hier und da merkt auch der an gesellschaftspolitischen Ereignissen uninteressierte Mensch, dass man manches nicht sagen sollte, um nicht Unannehmlichkeiten zu bekommen. Das heißt: Ein Klima der Vorsicht, der Anpassung – vielleicht sogar der Angst – herrscht hier und da. Es wird erkennbar nicht mehr ernsthaft diskutiert, sondern totgeschrieen oder totgeschwiegen. Was das für einen Staat bedeutet, muss nicht gesagt werden. Nur Mut! Damit dieses Klima nicht irgendwann vorherrscht. 

Schnell

Schnell duschen, schnell frühstücken, schnell auf die Toilette, schnell meditieren/Stille Zeit, schnell … Wenn wir auf die Zukunft hin leben, geht die Gegenwart verloren. Wenn die Zukunft uns in Wallung, Hektik, Stress brachte, dann sind wir auch noch danach in Wallung, Hektik, Stress. Wenn wir das merken: Durchatmen, Gegenwart erleben. Dankbar das Wasser spüren, wie es den Körper hinunterläuft, froh das Brot schmecken, weil ich noch essen will und kann, begeistert sein darüber, dass die Verdauung keine Probleme macht, ruhig nach Innen lauschen beim Meditieren und nach Außen beim Beten. Und dann – dann kann ich ganz anders zügig arbeiten.

Während ich mir unter der Dusche diese Zeilen ausdachte: unachtsames Duschen, schnelles Essen-Schlingen und Kaffee-Schlürfen, auf die Toilette gehüpft … Ruhig, Junge, durchatmen …

Beruhigung

Es ist schon gut – besser: zweckmäßig – eingerichtet: Kleinere Schmerzen sind die Trainer für Größere; wir müssen sie nur bewusster wahrnehmen und nicht gleich zu betäuben suchen. Wenn man beim Zahnarzt kleinere Dinge zu erwarten hat, dann kann man schon zu üben beginnen. Wenn wir Angst haben oder etwas befürchten, geht der Atem flacher. Wenn wir bewusst tief einatmen, ausatmen, dann hat der Körper schon einmal bessere Voraussetzungen, kleine Dinge gut zu überstehen. Wenn wir dann noch auf der Zahnarztliege mit den Augen einen Punkt fixieren, der für die Augen angenehm zu erreichen ist – und dann noch an etwas Schönes denken (an ein Gedicht vielleicht, einen Spaziergang über eine Sommerwiese), dann ist der Schmerz nicht mehr so stark. Und immer wieder, wenn wir merken: Atem wird flacher, Augen wandern weg, Gedanken wandern zum Schmerz – sich ruhig zurückholen: zum ruhigen Atmen, zum Schauen, zum Schönen.