Toyohiko Kagawa

Toyohiko Kagawa (1888-1960) faszinierte mich schon als Jugendlicher. Ich las damals ein Büchlein über ihn (Carl Heinz Kurz: Toyohiko Kagawa: Der Samurai Jesu Christi). Kagawa war ein Shinto, der Christ geworden ist und den christlichen Glauben radikal in der Nachfolge Jesu umgesetzt hat: Er lebte in Slums wie die Slumbewohner, bedroht von Alkoholisierten, bedroht von Krankheiten. Dann setzte er sich für Arbeiterrechte ein, vernetzte die Bauernschaft. Als Pazifist – geprägt und in Kontakt mit Tolstoi und Gandhi – wandte er sich gegen den Militarismus Japans, wurde vielfach verhaftet. Es kann hier gar nicht alles aufgezählt werden, was er an Taten leistete und dann aber auch wissenschaftlich und als Prediger wirkte, war Kirchenkritiker. Er wollte die Gesellschaft und die Wirtschaft aus christlicher Perspektive ordnen. Er war 2x für den Friedensnobelpreis und 2x für den Literaturnobelpreis nominiert. Seine Vernetzungen der Arbeiter und der Bauern wurden dann von Kommunisten übernommen – zumindest bestand der Versuch. Als das Büchlein 1951 geschrieben wurde, war noch nicht sichtbar, wie es weitergehen würde. Leider weiß ich nicht, ob er eine nachhaltige Wirkung hatte.

Auf mich hatte er es, denn ich habe das Büchlein über ihn wieder zur Hand genommen – und war erstaunt.

Nach dem Krieg hielt er in Hiroshima an dem ersten Jahrestag des Atombombenabwurfes einen eindrücklichen Gottesdienst.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com Der Blog wird in den nächsten Wochen nur sehr unregelmäßig bestückt werden können.