Abtreibung

Wir haben uns so schön mit dieser Faustregel eingerichtet:

Wir sind frei – doch dürfen wir die Freiheit des anderen nicht einschränken.

So in etwa lautet unsere allseits beliebte und anerkannte Grundnorm. Das gilt nur nicht immer. So zum Beispiel nicht, wenn es um das Thema Abtreibung geht. https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/wenn-von-abtreibung-die-rede-ist-spricht-niemand-von-den-kindern

Und darum reagieren manche auch so gereizt, wenn das Thema aufkommt, weil dieser gesellschaftliche Grundsatz an dieser Stelle nicht geachtet wird.

Unsere Gesellschaft ist gespalten. Auch in dieser Frage. Nur merkt man die Spaltung nicht so sehr, weil die Gruppe der Abtreibungsbefürworter öffentlich sehr dominant ist.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

Eine Antwort auf „Abtreibung“

  1. Die ganze Schizophrenie unserer Gesellschaft im Bezug auf das Thema Abtreibung wurde gerade letzten Monat deutlich, als „das Netz“ Hanna (ein junges Mädchen mit Down-Syndrom) „#schwerinordnung“ fand. Tausende Likes fand die Geschichte der 14-Jährigen. Die Mehrheit der Likenden dürfte indes zu den Abtreibungsbefürwortern zählen, die eine solch „gelikte“ Menschengeschichte bereits pränatal mit einem „Dislike“ versehen hätten. (Zum Hintergrund: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Das-Netz-findet-Hannah-schwerinordnung,schwerinordnung100.html )

    Michael Klonovsky schreibt dazu passend:

    Menschen mit Down-Syndrom gehörten früher, wie gesagt, zum normalen Stadtbild, heute sind sie selten, und bald wird es sie in der westlichen Welt wohl nicht mehr geben. Dafür sorgt die Pränataldiagnostik. Trisomie 21 ist ein häufiger Abtreibungsgrund. In den sozialen Netzwerken ist das kein Thema (und ich gestehe frank und frei, dass ich kein Kind mit dieser Behinderung bekommen hätte). Nur in christlichen Milieus, wo Abtreibung, egal in welchem „Stadium“, als Todsünde gilt, werden solche Kinder geboren oder adoptiert. Besagte Milieus gelten bekanntlich als ewiggestrig und bekämpfenswert. Demonstrationen von „Lebensschützern“ rufen verlässlich die geschmacklosesten Proteste hervor. Desto mehr ist das Netz gerührt, wenn einigen Überlebenden der gängigen Praxis „Schwer-in-Ordnung-Ausweise“ ausgestellt werden.

    Wunderlich verlogene Welt. Und mittendrin Hannah, 14, Vertreterin einer aussterbenden Spezies.

    Siehe hier:
    https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/695-16-november-2017

    Ehrlich, aber nicht weniger fragwürdig ist sein persönlicher Einschub in diesen Text, der die ganze Tragik unserer Gesellschaft im Bezug auf Abtreibung koloriert. Er weiß aber wenigstens um die Problemstellung, während andere offenbar „Likes“ und „Dislikes“ setzen, wie es aufgrund ihrer Moral-Schizophrenie gerade opportun erscheint.

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