Thalers Nudging + Mutti darf nudgen

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft Richard Thaler passt in unsere Zeit. https://www.welt.de/wirtschaft/article169490204/Dieser-Nobelpreistraeger-brach-mit-allen-Heiligtuemern.html

Sein Nudging passt zu den Grünen wie zu Merkels Regierungsstil: Man muss die Menschen sanft dazu bringen das zu tun, was man von ihnen getan haben möchte. Dazu gehören auch Obamas, Clintons und ihre einflussreicheren Fans: Es gibt eine links-grüne Elite, samt ihren Medienposaunen, die weiß, wo es langgehen muss – aber man zwingt die Leute nicht durch Umerziehungen wie die Kommunisten, sondern eben durch kluges Nudging – böse Leute nennen das: Manipulation:

Stattdessen plädiert Thaler für einen „Paternalismus ohne Zwang“, also dafür, dass Menschen ohne Verbote und auch ohne Gebote aus freien Stücken wählen können, ob sie sich freiwillig in die gut meinenden Hände anderer begeben wollen.

Im Mai 2016 habe ich schon meine Bedenken gegen diese Art der Menschenführung ausgesprochen: http://blog.wolfgangfenske.de/2016/05/30/risikokompetenz-integration-muss-gelingen/

Ich habe allerdings schon etwas dagegen angesprochen:

Ich bin nicht besonders begeistert davon, auch wenn es zum Wohl der Gesellschaft beitragen soll, denn das bedeutet immer, dass eine Elite meint zu wissen, was der Gesellschaft gut tut. Ob transparentes Nudging besser ist, ist mir die Frage. Das, was vor dem paternalistischen System schützt, ist, dass nun alle gesellschaftlichen Gruppen beginnen zu nudgen. Und dann gleicht es sich ja auf Dauer wieder aus.

Also: Nudgen wir mal alle munter darauf los. Denn wer sagt denn, dass es nur die links-grüne Elite kann? Andere Gruppen dürfen das nicht, weil es übergriffig ist? Nun, gleiches Recht für alle. Übrigens: Bei Obama/Clinton hat es nicht geklappt, viele fühlten sich verschaukelt und wählten den direkt polternden Trump. Grünen wurden durch die Hurrikanes, die zur rechten Zeit kamen, wieder Stimmen zugeweht – aber auch sie müssen aufpassen. Und Merkel? Mutti darf nudgen.

Dass allerdings dieses elitäre Manipulieren durch einen Nobelpreis geadelt wird, macht stutzig.

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