Frauen gegen digitale Gewalt + ARD Porno-Bildungsauftrag + Fall Weinstein

Frauen wenden sich gegen digitale Gewalt – und weisen auch erst einmal darauf hin, dass es diese gibt: http://www.zeit.de/kultur/2017-10/digitale-gewalt-cyber-mobbing-sicherheit-internet-10nach8

Was ist digitale Gewalt? https://www.frauen-gegen-gewalt.de/digitale-gewalt-was-ist-das.html

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Es sieht ganz so aus, als würde die ARD mit ihrem letzten Tatort dem Bildungsauftrag gerecht werden: Zuschauer suchen auf Google nach unbekannten Sex-Begriffen: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/nach-tatort-hardcore-zuschauer-ueberschwemmen-google-mit-porno-suchbegriffen_id_7691380.html

So viel zum oben genannten Thema: Gewalt gegen Frauen.

Auch der Artikel verharmlost massiv. Klar: Frauen machen ja auch alles freiwillig mit.

Merken die Schreiber und Propagandisten dieser Praktiken nicht, was sie tun?

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Der Filmproduzent Weinstein wird beschuldigt, Frauen missbraucht zu haben – und zwar auch mit Blick auf die Karriere der Frauen sie sexuell ausgenutzt zu haben.  Eine Frau (Designerin Donna Karan) hatte eingeworfen, dass sich Frauen auch fragen müssten:

„wie präsentieren wir uns, wie fragen wir, bitten wir darum, in dem wir unsere Sinnlichkeit und Sexualität zeigen?“

Das kam bei Frauen nicht gut an und sie wurde sogar als „Abschaum im schicken Kostüm“ bezeichnet. http://www.spiegel.de/panorama/leute/donna-karan-irritiert-mit-aussagen-ueber-harvey-weinstein-a-1172242.html

Jeder Fall muss sicher eigenständig behandelt werden. Aber die Aggression, mit der diese Aussage bedacht wird, zeigt: Man will das Thema nicht thematisieren, man will das Thema nicht grundsätzlich anpacken. Er muss ja damit Erfolg gehabt haben, sonst hätte er es nicht gemacht. Und man muss sich doch fragen: Warum hat er es so lange gemacht? Warum wurde nicht vorher dagegen protestiert?

Aber: Es ist auch ein Fehler im System, gegen das man nicht angehen kann, wenn man eine Hälfte ausblendet. Damit soll freilich das mögliche Verhalten von W. nicht bagatellisiert werden. Er hat Frauen als Objekt seiner Begierde gesehen und nicht als Menschen und damit erniedrigt. Solche erniedrigenden Erfahrungen haben Auswirkungen auf die Psyche und damit auf das Lebensgefühl. (Es stehen auch Vorwürfe im Raum, vergewaltigt zu haben – was die Sache noch verschärft.)

Was aber auch im Raum steht: Die Verteidigungen: Viele wussten es und haben nur gesagt – und damit gedeckt -: So ist er nun mal.

Das finden wir immer wieder, dass erfolgreiche Männer damit durchkommen  http://www.tagesschau.de/ausland/weinstein-vorwuerfe-101.html

Nachtrag: Man lese einmal diesen Beitrag! Man fragt sich: Warum machen so viele mit? Eine sagte: wegen der Kariere… http://www.focus.de/kultur/vermischtes/asia-argento-harvey-weinstein-soll-sie-vergewaltigt-haben_id_7698509.html

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