Kosmopolitisches Weltbild contra kulturelle Modernisierungsverlierer + Transmann bleibt Mutter + Kirchen und AfD + Nestbeschmutzer

Ich stimme dem Beitrag zu, weil ich auch der Meinung bin, dass der Riss in der Gesellschaft nicht zwischen rechts und links, zwischen reich und arm usw. geht. Er geht tiefer. Der Soziologe Holger Lengfeld spricht von denen mit kosmopolitischem Weltbild und den kulturellen Modernisierungsverlierern. http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl_2017/partei-drittstaerkste-kraft-fluechtlingspolitik-nur-spitze-des-eisbergs-soziologe-erklaert-grund-fuer-afd-erfolg_id_7632752.html

Diese Bezeichnungen würde ich allerdings nicht übernehmen. Ich suchte immer wieder nach Begriffen für dieses Phänomen, fand keine. Diese hier helfen auch nicht weiter. Sie sind nicht neutral – und das ist Wissenschaft?

Ich habe immer noch keinen Begriff – sehe die Situation richtig beschrieben – aber die Terminologie trifft die Sache nicht. Wenn man sie negativ benamsen möchte, dann fehlt dem Hinweis auf den Euphemismus „kosmopolitisches Weltbild“ der Hinweis auf „Realitätsverlust und Kontrollwut aufgrund europäischer und nordamerikanischer Zentralisation“. Wenn man beide jedoch positiv bezeichnen möchte, dann fehlt der zweiten Bezeichnung, das Festhalten an guten Werten/Traditionen.

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Transmann bleibt Mutter. In seinem Leben als Frau hat er ein Kind geboren – und wollte nun in diesem Leben als Mann nicht die Mutter, sondern der Vater sein. Das wurde abgelehnt: http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl_2017/partei-drittstaerkste-kraft-fluechtlingspolitik-nur-spitze-des-eisbergs-soziologe-erklaert-grund-fuer-afd-erfolg_id_7632752.html

Das wäre auch das erste Kind gewesen, das ohne Mutter geboren worden wäre. Wäre also auch mal was Neues.

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Ein differenzierterer Blick der Kirchen wäre sehr wünschenswert. Denn der einseitige Blick hilft nicht weiter, wie man an den vielen Stimmen der AfD sieht. Einseitig? Ja, denn wer davon spricht, dass undemokratisch gehandelt wurde, darf nicht allein die CDU im Blick haben, die niedergebrüllt wurde, sondern sollte auch die AfD im Blick haben, der Entsprechendes geschah. Die Demokratie ist zu wertvoll, als dass man die Schuld einseitig verteilt.

Und: Die AfD ist nicht am Rassimus Schuld. Wer das meint, hat Wesentliches nicht kapiert. Die AfD hat rassistisch Denkenden möglicherweise Unterschlupf geboten – die gab es schon – und zwar vermehrt durch eine falsche Politik der Regierungsparteien. Diese hat den schlummernden Rassismus geweckt. Man mag die AfD bekämpfen – wichtiger ist es aber, die falsche Politik zu bekämpfen. Wenn die AfD verschwindet, ist der Rassismus nicht weg, wenn man die falsche Politik bekämpft verstummt der Rassismus wieder. Hoffe ich.

Man muss sich um die Menschen bemühen und nicht mit Holzhammermethoden auf sie rumkloppen. Das hat Merkel am Wahlabend erkannt. Ob sie das immer noch so sieht, weiß ich nicht. Aber anders geht es in einer Demokratie nicht. Und so etwas wie das Folgende halte ich für absolut daneben – undemokratisch. Solche emotionalen Bomben schaden der Kirche, weil sie ohne Verstand einer Empörung Luft machen. Die Kirche ist kein politisch-weltanschaulicher Privatverein (anders als Ditfurth mit ihrem Dresdenbashing): http://www.bild.de/regional/koeln/koeln/aufregung-um-tweet-von-bistumssprecher-53336588.bild.html

Man darf Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Man macht es sich auch als Kirche und andere Gruppen in der Gesellschaft zu einfach, wenn man die Fehler allein in der AfD sieht. Sie stecken tiefer in der Gesellschaft. Die AfD ist nur der Pilzkörper. Die Myzelien sind vielfältig. Wenn der Pilzkörper weg ist, dann sind die Myzelien noch da. Und das verkennen alle Naiven und Oberflächlichen. https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/09/25/afd-ergebnis-ist-schock/

Ich vermute, Kardinal Marx weiß, was ich meine: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/gegen-die-afd-ist-laudato-si-chancenlos

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Vielleicht hilft auch das ein wenig, um die mit kosmopolitischem Weltbild zu verstehen. Sie haben ein Hang dazu, andere Meinungen zu zensieren und mundtot zu machen: http://www.kath.net/news/61089

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Nun denn – das Wort Nestbeschmutzer ist nicht besonders beliebt – aber es gibt doch wieder wie Menschen Menschen behandeln, die nicht ihrer Meinung huldigen.

Stromlinienförmig Angepasste sind begehrt. Gegen den Strom schwimmen ist gefährlich.

Wissenschaft ist auch nicht von emotionalen Blindflecken befreit – das sieht man eben daran, dass sie Menschen rauskatalputieren, die nicht ins politisch und weltanschaulich korrekte Horn blasen.

Ein neues Beispiel: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/09/27/vom-atheistischen-wissenschaftler-zum-glaeubigen-evolutionskritiker/

Spannend ist auch, was mit dem Atheisten Kutschera passieren wird: http://www.kath.net/news/60351

Was zählt an einer Uni? Der Mensch als Wissenschaftler oder seine stromlinienförmige Anpassung? Wieweit darf sich Politik in diese Belange einmischen? Wird die Freiheit der Universität nicht eingeschränkt? Meinungsfreiheit?  http://www.hessenschau.de/gesellschaft/wissenschaftsminister-empoert-ueber-kasseler-biologie-professor,prof-ehe-reaktionen-100.html

Dass ich als Christ mit Kutschera Hühnchen zu rupfen habe, habe ich wiederholt deutlich gemacht. Aber: Auch dann, wenn Gegner gegängelt werden sollen – in einer Demokratie – muss man sich für ihn einsetzen, zumindest den Protagonisten Fragen stellen. Kutschera auch. Aber jetzt sind die anderen im Blick.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf Expelled. Intelligenz streng verboten hinweisen (gibt es auch auf deutsch). Auch der Wissenschaftsbetrieb hat so seine ideologischen Animositäten. Wissenschaft wird von Menschen gemacht – und Menschen sind selten objektiv:

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

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