Klimaziel nicht erreicht + Smartphone-Generation + Droge der Zukunft: Elektroden im Hirn + Psychisch kranke Gesellschaft + Bitte lächeln!

Deutschland wird vermutlich das Klimaziel nicht erreichen. Woran liegt das? Kann es nicht auch daran liegen, dass man sich Ziele erträumt hat, die von vorneherein mit der Realität nichts zu tun hatten? Ich kann ja auch das Ziel stecken: Nächsten Monat laufe 100m in 5 Sekunden. Und? Werde ich es erreichen? Dafür, dass die Relevanz der Ziele sowieso nur Pi mal Daumen errechnet wurden, ist man mit Druck auf die Bevölkerung schon weit gekommen (z.B. Zwang zur Dämmung – und mit allen damit zusammenhängenden Problemen) http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/umweltpolitik-warum-deutschland-seine-klimaziele-verfehlt-a-1155366.html

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Auch die Smartphone-Generation muss lernen, Verantwortung zu tragen – und dazu gehört es auch: „nein“ sagen zu können. Der folgende Beitrag gibt im Grunde eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Strömungen unter Psychologen wieder: Smartphone schadet – schadet nicht – lernen, mit ihm umzugehen: http://www.sueddeutsche.de/digital/jugend-und-technik-die-generation-smartphone-ist-stabiler-als-die-apokalyptiker-behaupten-1.3621797

Sonderbar fand ich den Satz:

Und dass Privatsphäre nicht primär heißt, dass Mama und Papa nicht mitlesen dürfen, sondern dass man seine Daten nicht ominösen Datenhändlern im Internet überlassen darf und sich gegen staatliche Überwachung wehren muss, weil man sonst irgendwann die Möglichkeit zur informationellen Selbstbestimmung aufgibt, die grundlegend ist für eine psychisch gesunde Gesellschaft.

Kann staatliche Überwachung die Psyche der Gesellschaft krank machen? Hat die Gesellschaft eine Psyche?

Sonderbar finde ich auch diese Aussage:

Der Berliner Psychiater Mazda Adli, der kürzlich ein bemerkenswertes Buch über die Auswirkungen des Stadtlebens auf die Gesundheit veröffentlichte, brachte das in einem Gespräch auf den Punkt: Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen der Moderne. Im Zentrum der Untersuchung stehen aber letztendlich nicht die Metropolen oder einzelne neue Technologien wie das Fernsehen oder das Internet, sondern die Frage, was der Verlust von haltgebenden Traditionen und göttlich gegebenen Moralvorstellungen mit den Menschen macht.

Wo ist da der Unterschied? Wenn ich Auswirkungen auf den Menschen untersuche, geht es ja auch um Tradition, Werte – wie soll ich das sonst messen? Welchen Maßstab soll ich als Ausgangspunkt nehmen?

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Es lässt sich jetzt schon absehen, dass das die Droge der Zukunft sein wird: Man lässt sich Elektroden ins Hirn pflanzen, mit dem man bestimmte Bereiche stimulieren kann: http://www.deutschlandfunkkultur.de/designe-deine-gefuehle-bessere-laune-durch-elektroden-im.1008.de.html?dram:article_id=393150

Dann doch lieber dieser „Dünger fürs Gehirn“: Menschen am Arbeitsplatz mehr Verantwortung tragen lassen, selbst gestalten zu können, sie wichtiger nehmen…: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/hirnforschung-begeisterung-ist-wie-duenger-fuer-das-gehirn-15142152.html

Wobei ich allerdings befürchte, dass das sicher wichtig ist – aber mal wieder nur sehr begrenzt realisierbar. Ich stelle mir gerade eine Bibliothekarin oder einen -karen vor, der beginnt, die Büchertitel sehr kreativ aufzunehmen.

Aber für einen guten Arbeitsplatz spricht auch, dass die Menschen dann gerne lächeln. Zum Lächeln gezwungen werden, soll angeblich krank machen. Ob diese Untersuchung wirklich Überprüfungen standhält? Das, was da beschrieben wir, kann man alles logisch nachvollziehen, hätte man also auch ohne Untersuchungen schreiben können – nur: Stimmt das auch? Auch gequältes Lächeln ist sicher nicht echt, wenn menschen lächelnd über schlimme Erfahrungen berichten. Aber das ist ein anderes Lächeln – es hat eine andere Ursache als das Lächeln müssen. So sehe ich das: http://www.deutschlandfunkkultur.de/auf-der-schattenseite-der-servicegesellschaft-wenn-der.976.de.html?dram:article_id=392982