Akhwat Akwop

Mazyek meinte, dass die christliche Terrorgruppe Akhwat Akwop in Nigeria fünf Moscheen niedergebrannt habe und keiner darüber spreche. Ich hatte bis dahin auch noch nichts von der Gruppe gehört. Aber, wenn man sich einmal ein wenig umschaut, dann ist diese Gruppe genau das, was ich gestern angesprochen habe: Der Versuch von Christen, der Gewalt muslimischer Gruppen mit Gewalt zu begegnen. http://www.vanguardngr.com/2011/09/boko-haram-christian-extremist-group-akhwat-akwop-threatens-retaliation/  Wichtig ist auch diese Information: http://www.huhuonline.com/index.php?option=com_content&view=article&id=3543:akhwat-akwop-militant-group-surfaces-in-northern-nigeria-vow-to-stop-boko-harram&catid=103:more-news  Mazyek hier: http://www.tagesspiegel.de/politik/anschlaege-auf-kirchen-muslime-gewalt-ist-nicht-religioes/6001988.html Mazyek meint, dass man diese Gruppe ja auch nicht mit dem Christentum gleichsetzen würde und somit dürfe man Boko Haram auch nicht mit dem Islam gleichsetzen (wobei Akhwat Akwop nicht nur christliche Kämpfer hat). Das Problem, vor dem Muslime stehen ist, dass der Koran bei einer ganz normalen, unwissenschaftlichen Lektüre, ein massives Gewaltpotential in sich birgt. Das mögen alle islamistischen Gewalttäter falsch interpretieren – aber gerade dieses fehlt den Hauptschriften des Neuen Testament, diese gewalttätige Sprache (auch wenn manche immer wieder die Peitsche Jesu – seine prophetische Zeichenhandlung – hervorheben und die rätselhafte Frage: wer hat ein Schwert.). Von daher kann man leichter vom Koran – und von Mohammed – ausgehend sagen, dass die gewalttätigen Gruppen zum Islam dazu gehören als vom Neuen Testament – und von Jesus – ausgehend zu sagen, dass gewalttätige Christen zum Christentum dazugehören. Zum anderen: Was ist, wenn diese Gruppe Recht hat und Boko Haram gar nicht so eine isolierte gewalttätige Gruppe ist, wie sie uns immer wieder dargestellt wird, sondern ihre Wurzeln wirklich in Saudi Arabien, Iran, Somalia, Sudan, Mauretanien und co. hat? Interessant ist auch die Information, dass im Wesentlichen die Hausa Fulani im Hintergrund der Boko Haram gesehen wird. Die Hausa Fulanis haben zurzeit ihr Hauptgebiet im Sudan – kommen aber ursprünglich aus Nordnigeria – und wollen wohl wieder ihr altes Gebiet zurückerobern? Von daher kann es sein, dass es auch zum Teil um Stammeskämpfe geht, die die Hausa Fulani den Stämmen Nigerias aufzwingen wollen. Da müssen sich dann die islamischen Gruppen eben mit den islamischen Hausa solidarisieren – so ist sicher deren Erwartung. Zumindest müssen wir beide Gruppen intensiver beobachten.

Dennoch möchte ich (von meinem sicheren Schreibtisch aus) nicht der Gewalt das Wort reden. Denn das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche – und das Blut, das die gewalttätigen Muslime vergießen, treiben nachdenklichere Muslime in die Arme des Gottes, den Christen Vater nennen, weil sie merken: Das kann doch kein richtiger Gottesglaube sein, der sich so gewalttätig mit dem Ruf Allahu Akbar äußert. Doch muss man andererseits für die bedrängten Christen sagen: Nicht jeder mag Märtyrer werden, dann doch lieber im Kampf sterben. Nicht jeder mag zusehen, wie Frauen, Kinder, Alte durch Bomben zerfetzt werden. Man kann sie verstehen – wenn auch der christliche Glaube in der Nachfolge Jesu sagt: Nein! (Freilich sagt das nichts darüber, was ich selbst in einer solchen Situation tun würde. Wahrscheinlich als Feigling grummelnd Muslim werden – und auf die Vergebung Jesu Christi hoffen.)

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