Archive for Juli 27th, 2011

Wieder da

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Ich bin wieder da.

An diesem Tag steht bei mir – auch wenn es durch die Abwesenheit bedingt schon länger zurückliegt – das Ereignis in Norwegen im Mittelpunkt.

Man kann sich kaum eine schlimmere Tat vorstellen: Wehrlose, in Urlaubsstimmung lebende Menschen werden ermordet. Sie sind jung, hätten das Leben noch vor sich gehabt, sind im Grunde ahnungslos, was politische Auseinandersetzungen der Gegenwart betrifft, sie wiegen sich in Sicherheit, ihre Eltern und Freunde wähnen sie in Sicherheit. Sie werden in einer idyllischen Landschaft ermordet, weil ein Mensch von ideologischem Wahnsinn beherrscht wird. Und: Er hat jahrelang damit gelebt, ohne dass es – wie es zurzeit aussieht – jemandem aufgefallen ist. Dieser Mensch mordet in einem Umfang, den man vorher so nicht kannte: Es ist kein Affekt, sondern zieht sich über einen langen Zeitraum hin. Wie der Anwalt sagte, der Mörder meine, er lebe im Krieg, darum dürfe er das. Er will Europa retten – und hat noch nichts davon gehört, dass gerade Europa sich dafür stark macht, dass in einem Krieg Unschuldige möglichst verschont werden müssen?  Doch, er hat sicher davon gehört. Wenn ich einen faz-online Beitrag folge, so war er klug, hat sich mit philosophischen Traditionen beschäftigt. Aber in seinem Wahn hat er nichts von dem Ringen der Philosophen nach einer gerechteren Welt verstanden. Das alles ist wahnsinnig – auch gerade, weil der Wahnsinn so rational kalt durchgeführt wurde.

Mehr als ein paar Gedankenfetzen und Beobachtungen dazu kann ich nicht in den Blog stellen.

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Mord 1

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Wie kann ein Mensch ein überzeugter Europäer sein und europäische Werte – Menschenrechte – so mit Füßen treten?

Wenn sich die erste Aussage des Polizeipräsidenten bestätigen sollte, dass der Mörder auch christlicher Fundamentalist sei: Wie kann sich einer auf christliche Werte berufen und sich so teuflisch verhalten?

Wie kann ein Mensch, der sich als konservativ bezeichnet, die konservativen Werte so verachten?

Dieses Rätsel “Mensch” macht im Grunde fassungslos und keiner weiß so recht, wie er damit umgehen kann. Und darum sind auch unbedachte Reaktionen, einfache Schuldzuweisungen, kopfloses agieren verständlich.

Was ich denke, das ist: Wir dürfen uns von einem solchen Mörder nicht unsere Meinung vorgeben lassen. Er darf nicht vorgeben, was wir zu denken haben oder nicht, was wir zu wünschen haben oder nicht, welche Gesellschaft wir erstreben dürfen, welche nicht.

Der Mörder beruft sich auf sein Bild von Europa. Weil ein Mörder sich auf Europa beruft, können wir doch nicht den Gedanken der Europäischen Einheit, des europäischen Traums von einem kriegslosen und vereinten Europa aufgeben. Dass wäre doch irre. Wie ein Mörder nicht unser Europabild bestimmen darf, darf er nicht die Diskussion um das Thema Migration bestimmen, darf er nicht das Thema christlichen Glauben bestimmen. Ich zumindest möchte kein Handlanger eines Verrückten sein, und von ihm bestimmen lassen, was ich denke, von ihm bestimmen lassen, welche Gesellschaft ich erstrebe.

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Mord 2

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Ich hoffe, dass diese Tat einige von uns Kritikern der gesellschaftlichen Zustände zügeln wird: Deutliche Worte ja – aber nicht martialische Worte. Sagen, was einem nicht passt – aber nicht Menschen verachtend. Was ist, nicht verschweigen – aber auf das “Wie” der Informationsweitergabe achten. Auseinandersetzungen nicht scheuen – aber den anderen respektieren. Worte sind auch Spiegel des inneren Menschen – von daher muss man, eine schwere und langwierige Übung, sich im Inneren menschlicher machen. Als Christ sage ich: menschlicher machen lassen. Sicher, der christliche Zugang zur Auseinandersetzung wird von vielen als schwächlich und schädlich verpönt und verhöhnt. Gibt es einen anderen sinnvollen Weg ohne Gewalttätigkeiten?

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Mord 3

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Es wäre schön, wenn dieser Mörder nicht von Menschen für propagandistische Zwecke gegen Andersdenkende verwendet werden würde. Sie tun ihm damit zu viel Ehre an. So wie Report Mainz: http://livingscoop.com/watch.php?v=MTYxOQ== All diese und ähnliche Propaganda wird keinen Erfolg haben, weil die Realität sie als Propaganda entlarvt.

Es ist unfair, Menschen mit einem Mörder in Verbindung zu bringen, nur weil dieser deren Namen nennt. Und: Wenn einer etwas Richtiges sagt, und ein Mörder das als Argument für seine irre Tat nimmt – wie kann das Richtige damit falsch werden? Ist es richtig, nur Kritiker (im Beitrag Experten genannt!) zu interviewen, nicht aber die Beschuldigten? Warum wird die Partei “Die Freiheit” mit dem Mörder in Verbindung gebracht? Warum werden Leserkommentare von pi herangezogen und nicht die Artikel? Ich habe viele schlimmere Kommentare in Leserbriefzuschriften von online Zeitungen gelesen – das soll die Leserkommentare auf pi nicht rechtfertigen. Aber: Soll man vor dem, was Menschen denken, die Augen und Ohren verschließen? Es brodelt im Volk – man will es nicht hören und macht diejenigen dafür verantwortlich, die dieses Brodeln laut werden lassen. Dieser ganze Report-Clip ist nichts anderes als meinungsmachende Rhetorik. Unwürdig für eine seriöse journalistische Sendung.

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Hoffnung

Mittwoch, Juli 27th, 2011

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Jesus schrie am Kreuz: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?”

Dieser Schrei wurde in den Jahrtausenden vor ihm von vielen, vielen Menschen geschrien.

In seinem Leiden nimmt er ihr Leiden, in seinem Schrei heiligt er ihren Schrei.

Der Schrei der Leidenden bis in die Gegenwart ist Echo des Schreis Jesu: Warum, Gott?

Gott reichte seine Hand bis in das Grab und holte Jesus heraus.

Unsere Hoffnung für die Ermordeten gründet in dieser Tat, ist Echo dieser Tat:

Gott reicht den Ermordeten seine Hand und führt sie in seine Welt.

Gott möge auch den Verwirrten, den Tränenverschleierten, denen, die um einen ihnen lieben Menschen trauern  seine Hand reichen und Kraft schenken.

Und uns die Kraft zu einem Einsatz für eine bessere Welt, eine Welt nach seinem liebenden Willen.

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Sünde

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Christen wissen viel über Sünde zu sagen – über eigene, über die anderer, über den Menschen als Sünder – das heißt den Menschen als einen, der sich von Gott entfernt hat und dadurch den Menschen schadet. Wir Christen reden nicht einfach so hin vom Menschen als Sünder, sondern darin spiegeln sich Erfahrungen vieler Generationen wieder. In Zeiten wie die unsre, in denen doch alles verhältnismäßig geordnet zugeht – zumindest in großen Teilen unseres Landes – hört man solche Worte gar nicht gern. Sünde wird verharmlost. Man will nicht ein so negatives Menschenbild. Aber unsere Generationen vor uns – und man täusche sich nicht: viele Zeitgenossen auch in unserem Land, haben den Menschen in seiner ganzen Fratze der Sünde kennen gelernt (Frauen, Kinder, Alte, Behinderte, Menschen, die sich nicht wehren können) – wieviel mehr Menschen anderer Länder, mein Blog weist immer wieder in kleinen Bröckchen darauf hin. Der Mensch ist durch und durch Lebensfeindlich eingestellt. Wir sahen an Deutschen Nazikollaborateuren, an Menschenschändern in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, an Kriegsverbrechen wie dünn die Schicht der Menschlichkeit ist, wie schnell diese zerreißen kann. All unser Stolz über die zivilisatorischen Errungenschaften – ist in einem Nu weggeflogen. Wir könnten es sehen, wenn wir uns nicht ständig wieder selbst betrügen und uns selbst rosarot zeichnen. Wobei mir bewusst ist, dass ein Mensch, der keinen Umgang mit Sünde kennt, sie lieber ignoriert oder zum Zyniker wird. Der Mensch als von Gott und Mensch Entfremdeter ist sich und anderen immer eine Gefahr – Gott kann er zum Glück keine Gefahr sein. (Der Hochmut des Menschen gegenüber Gott wird Gott nicht gefährlich, sondern zeigt nur die Armseligkeit, die Begrenztheit des Hochmütigen.) Und weil wir die Tiefe der Sünde nicht mehr kennen wollen, sind wir ihr hilflos ausgeliefert, wenn sie sich in ihrer Brutalität zeigt. Und diese Hilflosigkeit der Sünde gegenüber kann sich in unterschiedlichen Reaktionen äußern: Wie konnte ein Mensch bloß diese Tat tun, er war doch immer so friedlich? (Können friedliche Menschen nicht Böses tun?) Wer ist dafür verantwortlich? (Warum nicht er selbst?) Warum wurde seine Tat nicht verhindert? (Andere sind Schuld: Polizei… – warum nicht der Täter?) Christen, die den Menschen als Sünder kennen, wissen, dass mitmenschliches Handeln immer mit Mühe der Unmenschlichkeit abgerungen werden muss – vor allem gesellschaftspolitisch gesehen. Der Täter darf nicht vorschnell ent-schuldet werden. Er ist für seine Untat verantwortlich. Er allein. Freilich kann man bei manchen Taten nach der gewalttätigen Struktur der Gesellschaft und ihrer Grundlage fragen, muss sie auch benennen – aber verantwortlich ist zunächst einmal der Täter. Der Mensch hat Sehnsucht nach dem friedlichen Zusammenleben, nach Harmonie, nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Gleichgesinntheit. Und diese Sehnsucht muss immer wieder Mühsam in die Tat umgesetzt werden – und man darf sich dabei nicht auf Dauer durch Sünder (und die eigene Sünde) entmutigen lassen. Das gilt auch angesichts “struktureller Schuld” – aber die bekommen viele ja gar nicht mit, sonst würde der eine oder andere schlaflose Nächte bekommen.

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Somalia

Mittwoch, Juli 27th, 2011

In Somalia möchte man den Hunger bekämpfen und nimmt dabei in Kauf, dass man die islamistischen Banden füttert und stärkt. Bekommen am Ende die Hungernden wirklich etwas? Erst die Kämpfer, der Rest wird von ihnen für viel Geld den Hungernden verkauft oder zu Propagandazwecken, zur Rekrutierung verwendet. Warum bringt man nicht das Essen nur nach Äthiopien oder Kenia? Mir ist bewusst, dass die Hungrigen zu hungrig sein können, auch noch dahin zu fliehen. Aber wenn sie doch sowieso nichts bekommen, sondern nur die gewalttätigen Banden? Vor allem: Die Hungersnot war vorhersehbar, sie lag schon seit Monaten deutlich vor Augen. Diese somalischen Herrschercliquen, diese Menschenschinder lassen das Land seit Jahren verloddern. Sie hungern das Volk aus, sie morden und schänden das gesamte Land, so dass zum Teil kein Hälmchen mehr angebaut werden konnte. Die islamischen Staaten müssten sich zusammentun und diesen Banden das Handwerk legen, um ein Gebilde zu schaffen, das wenigstens zivilen Anschein hat. Alles andere ist sinnlos.

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