Sandwinter mit Vivaldi:
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Welches Menschen? Sind sich da alle Religionen und Atheisten einig? Ist die Würde des Daliths, des Kastenlosen, Unberührbaren für Hindus unantastbar? Ist für Muslime die Würde des Nichtmuslims und dessen, der gegen Koran / Scharia handelt, unantastbar? Sind in China und den USA Kapitalverbrecher unantastbar? Ist die Würde Behinderter unantastbar? Oder ist für unsere Gesellschaft die Würde der Noch-Nichtgeborenen unantastbar? Ab wann beginnt der Mensch, dass seine Würde unantastbar wird? Seit seiner Zeugung, seinem 4. Monat, mit der Geburt, mit 6 Jahren, mit 12? Was ist das eigentlich “Würde”? Hat die Zeugung eines Kindes außerhalb des Körpers mit Würde zu tun – oder wenn es vor seiner Geburt auf Gesundheit hin untersucht wird? Hat ein gesunder Mensch mehr Würde als ein Kranker? Entspricht es der Würde, gegenwärtige Menschen um der erhofften guten Zukunft Willen zu benachteiligen – oder umgekehrt: die kommenden Generationen um der gegenwärtigen Willen zu benachteiligen? Gibt es Beispiele, in denen die Würde des jeweiligen Menschen gegenüber der Würde eines anderen zurückstehen muss? (Darf ein Verbrecher ent-würdigt werden, um ein von ihm bedrohtes Menschenleben zu schützen?) Gibt es feste Maßstäbe und Wertungen von Menschenwürde, Prinzipien für Menschenwürde oder gelten Einzelfallregelungen? (Hat der Einfluss-Reiche mehr Würde als der No-Name – oder der No-Name mehr Würde als der Einflussreiche?) Ist meine Würde wichtiger als die Würde des anderen? (Darf einer auf Kosten des anderen leben – überleben wollen?) Ist die Entscheidung dafür, ob ein Mensch Würde hat, von der jeweiligen Gruppe abhängig, die das Sagen hat – oder ist sie unabhängig von zeitbedingten Mehrheiten – eine eigene Größe? Empfängt der Mensch seine Würde aus der Gruppe, in der er lebt – hat er sie unabhängig von seiner Gruppe? Oder ist der Mensch Würde-los, weil er sich gegenüber dem Umgang mit Tieren und seinesgleichen disqualifiziert hat? Ist jeder Mensch würde-los, der Tiere nicht achtet? Ist die Würde auf andere Tiere (Menschenaffen) auszuweiten? Ist die Frage nach der Würde biologisch, philosophisch, psychologisch, jüdisch-christlich / buddhistisch / hinduistisch-theologisch, technisch, kulturell zu lösen?
Fragen über Fragen – die aber allesamt Themen in unserer Gesellschaft aufgreifen: manchmal werden sie offen diskutiert, manchmal schwelen sie im Hintergrund.
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Geh arbeiten! Sagte die Verkäuferin und warf der Frau, die sie mit einem Revolver bedrohte ein Brot an den Kopf. Die Frau flüchtete: http://www.focus.de/panorama/welt/das_letzte/tid-21109/das-letzte-aus-kw-4-verkaeuferin-befiehlt-raeuberin-geh-arbeiten_aid_593265.html
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Eskandari-Grünberg reagiert auf Necla Keleks Kritik. Wie sie es macht – da bekommen wir eine Lektion über die Vorgehensweise politischer Funktionäre: http://www.pi-news.net/2011/01/mit-typisch-gruenen-methoden/#more-174212 Eskandari-Grünbergs Artikel habe ich nicht online gefunden (29.1.).
Ebenfalls befindet sich auf pi ein Artikel, der den Artikel von Oechslen, Islambeauftragter der Bayerischen Landeskirche, wiedergibt und kritisiert. Hier haben wir Dank pi den Artikel von Oechslen: http://www.pi-news.net/2011/01/mit-typisch-gruenen-methoden/#more-174212 Er beginnt: “Man kann sich darauf verlassen: Sobald der Landesbischof sich öffentlich zum Islam äußert, kommen Briefe, in denen der Bischof in aller Regel belehrt wird, er sei naiv und habe noch nicht verstanden, welche Gefahr der Islam darstelle…” Ich möchte hier nicht alles kommentieren – es ist das altbekannte Lied. Nur fand ich interessant, dass nicht nur ich den Landesbischof in seinen Äußerungen als naiv ansehe (http://blog.wolfgangfenske.de/2011/01/24/munchen-in-moscheehand/) Es wäre schön, wenn dieser in künftigen Äußerungen zeigen würde, dass er es nicht ist. Zu Oechslens Kritik gegen Islamkritiker – es ist ein altes rhetorisches Mittel, dem Gegner Unkenntnis vorzuwerfen, darum darf er es auch aus rhetorischen Gründen auch tun, muss freilich nur wissen, dass er damit die Lage nicht trifft, sondern allein für die wohlmeinenden Leser so etwas schreibt, um sie zu beeinflussen. Wichtig war für mich nur Folgendes: Fast am Schluss schreibt er: “Was den Islam betrifft, mag er in seinem jetzigen Zustand alles Mögliche sein, nur eines ist er meines Erachtens gewiss nicht: Er ist nicht mächtig. Er ist im Gegenteil schwer erkrankt und befindet sich sowohl kulturell als auch gesellschaftlich auf dem Rückzug. Die religiös motivierte Gewalt, die zunehmende Islamisierung des öffentlichen Raums und das krampfhafte Beharren auf Sichtbarkeit der islamischen Symbole sind nervöse Reaktionen dieses Rückzugs…”. Damit zitiert er Hamed Abdel-Samad. Nun, das mag alles sein – aber bevor der Gegner nicht seine Aggression verloren hat, darf man ihn nicht unterschätzen. Aber schön ist, dass Oechslen diese Sicht einnimmt. Denn Angst vor dem Islam muss man als Ganzes nicht haben – nur um die vielen Einzelnen, die unter seine Füße kommen (Christen, Atheisten, Muslime selbst, Frauen, Schwule… in: Pakistan… – aber auch in Europa). Übrigens: Man muss nur dann keine Angst vor dem Islam haben, wenn man tapfer allen Zumutungen standhält, die Zumutungen nicht relativiert, sie zu verstehen sucht, sie nicht verteidigt, ihnen nicht nachgibt, ihnen keinen Raum schenkt… Sondern wenn man munter und stark für die Menschenrechte, die Freiheit auf den unterschiedlichsten Ebenen, für die Demokratie eintritt – kurz für alles, was unserer Kultur wichtig ist. Dann wird er zurückweichen und fallen – ansonsten wird er sich aufplustern und wie ein Luftballon alles Lebens-Wasser aus dem Glas verdrängen.
Ich bewundere Menschen, die in finstere Staaten ein wenig Licht bringen wollen, wie das getötete Paar mit seinen vier Kindern: http://www.focus.de/panorama/vermischtes/afghanistan-vizegouverneur-von-kandahar-getoetet_aid_594911.html
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“Weder den Vorwurf des Antisemitismus noch den Vorwurf der Duldung antisemitischer Äußerungen… werden wir unwidersprochen hinnehmen. Die Hetzkampagne gegen Bündnispartner_innen und Unterstützer_innen des Bündnisses auf `politically incorrect´ sowie den Versuch diese in die `extremistische´ Ecke zu stellen… ” Dirk Stegemann, Sprecher des Bündnisses “Rechtspopulismus stoppen”, schreibt das auf der Seite der DKP http://www.dkp-berlin.info/index.php?option=com_content&view=article&id=317%3Ape-antisemitusmusv-bleibt-nichtunwidersprochen&catid=5&Itemid=5 Ich wusste doch schon immer, dass die DKP nicht extremistisch ist. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Ich interpretiere: Die DKP ist die Partei der Mitte, mittiger als die DKP geht es gar nicht. Nichts Extremistisches – nein, war sie nie gewesen, sie war immer die Partei der Mitte. Auch das Kungeln mit der SED – alles Mitte, Mitte, Mitte – nicht extremistisch http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kommunistische_Partei
Übrigens: Antisemitismus ist auch gar nicht Sache der DKP: http://www.haolam.de/?site=artikeldetail&id=1642 das findet auch das kommunistische Forum: http://www.okf-sued.org/sites/nahost/uz0402.html - und Googelt mal ein wenig weiter. DKP – Antisemitisch? Niemals!
Oh, Mann, was für Schlauberger es gibt: Jemanden anzuzeigen – und das über ein solches DKP Medium kundzutun.
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Da mag der Gül noch so viel Kreide fressen http://blog.wolfgangfenske.de/2011/01/29/gul/: In der Türkei wird gegen Christen geholzt, was das Zeug hält. Das uralte Kloster Mor Gabriel (4. Jh.) hat vor Gericht verloren. Man wollte an sein Land – und kann es nun auch plündern. http://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten.html?&news[action]=detail&news[id]=3622 Gül hat ja doch gerade die Situation der Christen in seinem Land beklagt! Ja, sicher. Und? Man kann viel im Leben lauthals beklagen. Dann hat man es halt beklagt. Heißt das denn, dass man auch etwas gegen die Missstände tun muss? Manchmal wird man dieses Geschwätz solcher Leute so satt.
Erdogan ist empfindlich gegenüber Kritik – wie alle diese Herrschaften und solchen, die es werden wollen: http://www.dradio.de/kulturnachrichten/2011011416/4/ Was hat Mohammed in dieser Situation gemacht? Mohammed war nämlich empfindlicher: So mochte er zwei Spottsängerinnen überhaupt nicht. Jeder darf mal raten, was er mit ihnen machen ließ, der große Prophet? (Apropos Prophet: In jüdisch-christlicher Tradition wurden die Propheten umgebracht, weil sie Gottes Stimme in einer verwahrlosten Welt waren.) Außerdem mögen manche Herrscher nicht, dass es Kultur gibt, die ihnen nicht passt. So ließen sie alte Bauten niederreißen und errichteten bombastische Gebäude. Auch Erdogan mag ein Kunstwerk nicht – er will dort lieber einen Park sehen – der seinen Namen trägt? Erdogan der Große – Park, vielleicht? http://www.fr-online.de/politik/meinung/liebe-tuerkische-nationalisten-/-/1472602/7133232/-/view/asFirstTeaser/-/index.html (gefunden über pi)
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Auch das mag man gar nicht hören: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE70S0AI20110129 Auf einmal wird Westerwelle bewusst, dass es in Ägypten gar nicht so demokratisch zugeht? Jetzt droht er mit Kürzungen von Geldern? Meine Güte – und morgen wird er wieder zahlen, weil er weiß, dass an Mubarak kein Weg vorbeigeht. Doch warum sagt er dann so´n Zeugs. Aber vielleicht bin ich ja pessimistischer als Westerwelle, was die Situation betrifft – und er setzt schon mal auf die Demonstranten.
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Das Vater unser, das Gebet: Ich wünsche Segen allen, die es beten – und versuchen, es zu beten.
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Das Christentum hat als “-tum” Anteil an allen Religionen. Es hat Riten, Gebete und Gesänge, eine Heilige Schrift und spirituell, theologisch weiterführende Werke, es hat Hierarchien und Lehrer, besondere Treffpunkte. Es durchdringt die jeweilige Kultur mit seiner Kunst, seiner Moral, seiner Politik. Daneben hat es auch Anteil an allem Negativen das die Religionen – aber nicht nur die Religionen – mit sich bringt: Ab-, Ausgrenzung und Überhebung, Versuche, andere mehr oder weniger radikal zu überzeugen und zu bestimmen. Und die Mittel dazu, die kennen alle Gruppen, weil sie zu den sozialen Komponenten gehören. Was gibt es also Positives über das Christentum zu sagen? Es ist dann positiv, wenn es sich auf das Neue Testament – mit Betonung der Lehre Jesu – besinnt bzw. wenn sie sich ihrem Glauben gemäß von dem auferstandenen Jesus Christus bestimmen lässt. Und dazu gehört dann: Liebe – bis hin zur Aufopferung; Vergebung bis dahin, dass man sich vor allen lächerlich macht; Feindesliebe, die unverständlich ist, wie ein Alien in unserer Welt; dazu gehört Furchtlosigkeit vor dem Tod in dem Sinn, dass man weiß, derjenige, in dessen Hand wir auf der Erde leben, in dessen Hand werden wir auch ewig sein. Das aber nicht, indem man meint, andere zu töten, würde Gott näher bringen. Das ist christlich gesehen Irrglaube, sondern: für seinen Glauben, sein Vertrauen zu Gott in Jesus Christus, einzustehen, auch wenn andere drohen und einschüchtern. Zum Positiven gehört die Gemeinschaft von Männer – Frauen – Kinder, welcher Rasse, welcher Klasse, welcher Tradition auch immer. Man sieht ehrlichen Christen ihre Einbettung in Jesus Christus vielfach an, man spürt es an ihnen, der Heilige Geist ist wie ein unsichtbares Band, das uns zusammenführt, uns zusammenbindet, uns glücklich macht. An dem Gesagten ist erkennbar, dass das Positive am christlichen Glauben vielfach das ist, was der normale Mensch in seiner Welt nicht akzeptieren kann. Mohammed genauso wenig wie die europäischen und amerikanischen Zeitgenossen, die sich als Aufgeklärte ansehen.
Ich sprach oben an, dass Christentum vieles mit anderen Religionen und sonstigen Menschengruppen gemeinsam hat. Aber in diesen Gemeinsamkeiten hat es jedoch auch seine besondere Ausprägung. Nehmen wir die Kunst – bis hin zu den Ikonen, nehmen wir die Moral und Tugenden. Warum gerade diese Auswahl – und nicht andere? Weil die Auswahl – wie bei allen anderen Gruppen auch – von dem Weltbild, dem Menschenbild abhängig ist. Im christlichen Glauben ist jedoch das Eine spannend: Die Befreiung durch Gott führt zum Handeln – zu einem ganz bestimmten Handeln. Nicht das: Du musst. Gott liebt dich – also liebst du. Dass das Christentum diese Botschaft des Neuen Testaments gefließentlich überhörte, hat viele Gründe, gesellschaftspolitische Gründe. Aber selbst das gesetzliche Handeln, dieser Irrweg, brachte Völker dazu, Tugenden anzunehmen, zu übernehmen.
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Faszinierend finde ich das Christentum dann, wenn deutlich wird, dass es immer wieder den Weg zurück findet. Es geht Irrwege noch und nöcher – aber die Irrwege führen doch alle wieder auf den Weg Gottes zurück. Damit sind freilich auch die Irrwege immer Wege zum Hauptweg - das ärgerliche an ihnen ist jedoch, dass es sie gibt. Das gehört zum Menschen – und das Faszinierende: Wir glauben, dass Gott den Menschen in seiner Liebe und seiner Vergebung diese Irrwege, die der Mensch wählt, gehen lässt, den Menschen dann aber doch immer wieder auf seinen Weg zurückholt. So gab es in den schlimmsten Zeiten – in denen Christen unmenschlich und somit unchristlich bis zum Geht-nicht-mehr handelten – immer auch Menschen, die das Licht Gottes in sich trugen. Und dass sie das Licht in sich getragen haben, bedeutet nicht, dass sie selbst kontinuierlich licht, hell waren, sondern häufig eigentümlich zerrissen. Das ist das Faszinierende: Das Licht Gottes scheint durch uns Dunkelmänner und -frauen – und lässt sich einfach nicht auslöschen. Und das Licht Gottes erobert auch manchmal Menschen, die davon nichts wissen (wollen) – die dann aber der Kirche indirekt große Dienste geleistet haben. Freilich waren auch sie keine Lichtgestalten, aber sie haben doch deutlich gemacht, wo die Christen Irrwege gehen. Die Größe unseres Glaubens besteht darin, den Menschen unruhig zu machen, in ihm ein Licht anzuzünden, das ihn immer wieder herausfordert, in ihm eine Hoffnung weckt, der er nachstrebt, ein Ideal der Liebe vor Augen malt, das er nie erreicht, aber immer zu erreichen trachtet. Und das ist der Grund, warum Jesus Christus und der Heilige Geist Menschen ergreift, die von ihm eigentlich nichts wissen wollen.
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