Eine neue Familientherapiesitzung, nach der Sitzung mit Beckmann, Plasberg, Illner. Auch diese Sendung hatte für den Beobachter so seine Reize. Heute waren anwesend: Papa Wowereit, Mama Göring-Eckhardt, Tochter Kelek und Sohn Bolz sowie Onkel Bosbach.
Papa Wowereit redete und redete, Tochter Kelek in Grund und Boden. Er sprach davon, dass er durch seinen Kiez spaziert - und dann sieht er, es ist doch alles schön: der Gemüsehändler, nur die (deutschen) Alkoholiker sind nicht schön. Da wagt es, Tochter Kelek einzuwerfen: man muss aber hinter die Kulisse sehen - und dann redete Papa Wowereit und redete und ließ Töchterchen gar nicht mehr ausreden. Er schloss seinen Worterguss: Da sind wir doch einer Meinung. Und seit diesem Augenblick weiß man: Wenn Muslimpapa Muslimmama nicht ausreden lässt, ist er wie Papa Wowereit. Papa Wowereit sagte auch, man sei mit den bösen Zuwanderern ganz streng, doch dann sagte er: Das ist nicht leicht mit ihnen streng zu sein, weil wir in einem Rechtsstaat leben würden, also können wir nicht so streng sein wie wir wollen. Auch Sohn Bolz durfte nur sehr wenig reden, er war ja auch noch kein Politiker wie Papa Wowereit und Mama Göring-Eckardt. Er redete präzise, brachte kurz und knapp das Wesentliche an, so zum Beispiel, dass sich die Leute sich nicht mehr durch die Politiker belügen lassen. (Kurz, er sagte das, was ich im Blog zu dieser Angelegenheit auch immer schreibe.) Mama Göring-Eckardt - auch sie redete und redete, sie redete alles so schön. Natürlich läuft alles nicht so, aber der Mensch, der Mensch, der einzelne integrierte Mensch, das ist doch so schön! Nein, Mama, die Strukturen muss man aber auch sehen, wagte Söhnchen Bolz einzuwerfen. Mama Göring-Eckardt ließ sich davon nicht beirren, und hat allen Leuten ganz freundlich gezeigt, dass sie vom Islam, vom Koran, von Mohammed, von islamischer Geschichte überhaupt keine Ahnung hat. Bush - man höre und staune - Bush habe von dem friedlichen Islam gesprochen. Na, wenn Bush das sagt, dann findet die grüne Mama, muss das wohl stimmen. Und dann ist sie Christin, warum sie das sagte, war nicht so ganz ersichtlich, dennoch: Wir freuen uns darüber mit ihr. Aber dass sie den unartigen Thilo vorwirft, er habe alle Muslime über einen Kamm geschert, das fand auch Onkel Bosbach nicht so gut. Er meinte, man müsse nicht über die vielen reden, die integriert seien, sondern über diejenigen, die sich verweigern und das sagt auch der unartige Thilo. Onkel Bosbach sprach auch viel, ist ja auch Politiker. Und er lächelte, als die Familientherapeutin Will ihn fragte, ob er auch gelacht habe, als die Tante Merkel von ihrem Respekt vor der Entscheidung der Bundesbank gesprochen habe. Er hat auch dem Papa Wowereit eine ganz böse Frage nach Reusch gestellt, der auch klar gesagt habe, was Sache ist und dann von der Politik kalt gestellt wurde. Da wurden die Augen klein, von Papa Wowereit, sein Gesicht spannte sich noch mehr an - aber er fand eine klare Antwort, die keine war: Und die berliner CDU - was macht sie mit Stadtkewitz? Er nannte diesen bösen Namen nicht, den darf ein so großer Papa Politiker nicht in den sauberen Mund nehmen. Pfui. Und dann brach es unvermittelt ab. Familientherapeutin Will hatte ihre Arbeit getan, die Stundensitzung war vorüber - ab zur anderen Familientante, die von den Tagesthemen, die gerne die Zuschauer therapiert und ihnen sagt, was sie glauben sollen.
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