Der unartige Thilo, Teil 2: Darsteller: Papa Friedman, Mama Sevindim, Opa Dreßler und natürlich der unartige Sohn Thilo und sein Freund Arnulf Baring.
Papa Friedman sonnte sich darin, ja, er aalte sich darin, dem unartigen Sohn Thilo mal so richtig die Meinung geigen zu dürfen, wobei Sohn Thilo meinte, er selbst könne gar nicht geigen. Mama Sevindim war außer sich: So ein böser Sohn Thilo, der beleidigt, der macht alles falsch, der… sie konnte sich kaum einkriegen. Sie, ja, sie, sei das beste Beispiel dafür, dass alles falsch ist, was der unartige Thilo so geschrieben habe. Sie sei gebildete Türkin, alle Türken sind so - oder doch nicht? Sie sei Deutsche… Der unartige Thilo schaute sie nur mit einem großen Auge an, schüttelte manchmal den Kopf oder nickte ihn - und dachte sich so sein Ding, so zum Beispiel, dass er das auch alles gesagt habe: Muslime können lernen. Als Papa Friedman wieder mal etwas Sonniges sagte, wollte der unartige Thilo einen Scherz machen und meinte, wenn das stimme, was Papa Friedmann sagt, dann sei er nicht sehr intelligent - oh, oh, da wurde Papa Friedman aber sauer, weil er sicher noch nichts vom selektiven Lesen* gehört hatte. Sein Gesicht verzerrte sich, die Sonne war weg, das zufriedene Geigen - alles war dahin. Aber nur gemach - es kam wieder: Papa Friedman konnte sich dann in den Scheinwerfern wieder so richtig sonnen und aalen. Nun war da noch Opa Dreßler, der sagte auch das, was der unartige Thilo sagte, war auch einverstanden mit dem, was dessen Freund Arnulf hin und wieder mal einwarf, aber das Wie!, das Wie! - das lehnte er ab. Opa Dreßler erzählte von seinen Erfahrungen: das, was er integrationspolitisch vor Jahren gefordert habe, hätten die Parteien nicht nur nicht gemacht, sondern gar abgelehnt. Dann wollte der vom Sozialamt ARD gestellte Familienbegleiter Plasberg dem unartigen Thilo anhand von Filmchen zeigen, dass er unrecht hat - doch da er damit zeigte, dass Thilo recht hatte, sagte dieser nicht viel dazu, sondern dachte daran, dass er nicht geigen könne. Sohn Thilo war schweigsam, so schweigsam wie sein Freund Arnulf. Alle waren sie einer Meinung, der geigende Papa, die mit voller emotionalen Intelligenz ausflippende Mama, der Opa Dreßler - aber das Wie!, das Wie! Die Bevölkerung scheints weitgehend zufrieden gewesen zu sein, sie mag den unartigen Thilo, sie mag ihn auch dafür, dass er trotz Anfeindungen mutig seinen Mann steht, weil sie selbst ja nicht alles sagen darf - und da platzte Freund Arnulf aus sich heraus, es schrie förmlich aus ihm heraus: Die politischen Parteien versauen alles, sie haben alles versaut, und sie versauen es weiterhin. Wenn sie nicht endlich einmal Verantwortung übernehmen, dann wirds nichts mehr. Das sagte er freilich nicht wörtlich so, Freund Arnulf ist ein gebildeter Mann. Damit waren sie alle einverstanden und mit Wanderers Nachtruh von Goethe begeben sich alle ins Bett: Warte nur, balde ruhest du auch.
* selektives Lesen: Alle lesen dasselbe. Doch der eine versteht das Gelesene auf seine Weise, weil er sich - aggressiv gegen den Autor - nur das merkt, was ihm nicht passt, der andere liest nur wohlwollend und überfliegt, was ihm nicht passt…
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2.9.2010 bei 12:51
Ich musste schon ein bisschen schmunzeln wo ich das gelesen hab, aber ich habe die Sendung ähnlich gesehen
Das sah den Sarrazin-Kritikern wieder ähnlich. Die Leserbrieftante gestern sagte es ja schon, die kritischen Stimmen die sich gemeldet haben sind sehr haltlos und unsachlich. So ist es mit den ganzen Linken, Gutmenschen und auch den Politikern und Medienleuten die ihn angreifen.
Da wird sich dann an der “Nachtlied” Sache hochgezogen, die steht aber nur beispielhaft für die Deutsche Kultur an sich, hätte er mal Goethe im allgemeinen bezeichnet (was er ja beispielhaft damit meinte) hätte sich gar keine Angriffsfläche aufgetan. Und wo kann der zugekokste Friedmann denn bitte gut und geschliffen argumentieren wie so oft bahauptet?
Das die Intelligenzforscherin ihre eigenen Thesen abstreitet zeigt nicht, dass Zarrazin im Unrecht ist, sondern nur das sie Angst hat auch medial vergewaltigt zu werden, denn wie er sagte, viele würden das garnicht aushalten.
Seine Zahlen lächerlich zu machen war auch völliger Quatsch, so ist das mit Hochrechnungen - Weltkriege und Dinge wie die Babypille kann man nicht einplanen, der Prozentuale Anteil stimmte ja trotzdem. Aber da wird aufgeschrien, bei CO2 Diskussionen ist es aber in Ordnung Vorrausrechnung für die nächsten 1000 Jahre zu machen.
Und dann dieses aufgeschreckte türkische Huhn in der Mitte, so unsachlich und bescheuert wie nur Frauen es fertig bringen sich selbst in einer Talkshow bloß zustellen. “Sein Buch würde Leute wie sie vergessen”, tut es nicht, schließlich redet er ja von Prozenten. Er sagt ja nicht 100% der Türken haben kein Abi, sondern 95% haben keins. Er verleugnet ja nicht die anderen 5%, oder?
“Ihre Elter…blblblablablub”. Die Fotos wurden eingeblendet, wo waren das denn bitte anatolische Bauern? Das war eine von Anfang an angepasst, völlig moderne und untypische türkische Familie wie ich sie noch nie gesehen hab.
Die Sendung hat sehr gut gezeigt wie recht Sarrazin hat, das passt vielen nicht. Aber bedenkt dabei ihr Leute die sich so gerne anpassen und dafür sorgen das Deutschland zum buckelnden Kriechervolk mutiert ist, die Mehrheit steht hinter ihm. Geht doch protestieren wenn es euch so wichtig ist Wind zumachen, aber wundert euch nicht wenn auch seine Anhänger es tun.
2.9.2010 bei 19:17
So ein Schritt weiter, die Bundesbank hat den Sarrazin entlassen, der Wulf wird ja nix dagegen einzuwenden haben. Jetzt ist der Gabriel am Zuge. Ich bin mal gespannt wie das bei der SPD jetzt vorangeht, denn der Gabriel hat sich ja am Wochende entsprechend geäussert.