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Archive für 20.1.2010

Denk-Snack

Die Sehnsucht nach Gott ist Heimweh und Fernweh zugleich.

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Ballett

Wieder ein spannendes Ballett-Lichtspiel? Ein Tanz-Lichtspiel: http://www.youtube.com/watch?v=I_9iXFeu5ZA&feature=fvw

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Atheisten wollen auch helfen

Ist doch schön, das so zu sagen ;-) : http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/atheisten-wollen-religionsfrei-in-haiti-helfen.html .

An  M.: Man sollte sich über alle Hilfen freuen - und nicht sauertöpfisch die Hilfen anderer nieder machen. Auch nicht die der Christen. Den Hungernden ist es wohl gleichgültig, woher sie ihr Brot bekommen, den Kranken ist gleichgültig, wer ihren Körpern hilft. Warum dieses Beckmessern? Schauen wir auf uns - und wirken, was wir können.

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So siehts auch aus

So sieht es auch in unserem Lande aus: http://www.pi-news.net/2010/01/revierkaempfe/#more-113088 und weil es so so schön ist, wenn die Gäste sich prügeln, darum dürfen sie auch rufen: http://www.pi-news.net/2010/01/rendsburg-woechentlich-reicht-nicht/

Und dieser Artikel - ist der nicht gut? http://www.welt.de/politik/deutschland/article5906693/Islamkritik-als-Schlachtgesang-der-Gehaessigen.html#vote_5374795 Nein. Der arme Mohammed, er musste Karawanen angreifen, sonst wäre er verhungert, aber sonst war er sicher so friedliebend, freundlich und nett, konnte niemandem etwas zu Leide tun… Auch ich habe etwas gegen manche gehässigen Worte in den Foren, aber man kann denen doch nicht mit so einem Larifari begegnen, wie es dieser Artikel tut. So dumm  sind Islamkritiker heute nicht mehr, dass man ihnen so einen Stuss vorsetzen kann. Z.B. das Argument, dass die Ehrenmörder nur 0,01% der hier lebenden Muslime ausmacht. Mit solcher Zahl kann man einen Islamkritiker doch nicht mehr beeindrucken, weil er längst weiß, dass es nicht um den Einzelnen geht, sondern um die dahinter stehende Weltanschauung. Und diese ist doch das riesen Problem. Es geht nicht um das einzelne Kopftuch und sonstwas, sondern um das dahinterstehende Menschenbild, das andere unterordnet. Islamkritiker kennen zum Teil den Koran besser als mancher Mohammed-Verehrer. Da kann man nicht mehr mit rosaroten Malereien kommen. Die muslimischen Machtspielchen durch all die Jahrhunderte hindurch sind inzwischen recht bekannt, ebenso das Traditionsbewusstsein von Muslimen - und da kann man nicht mehr damit kommen und sagen: Die meinen es heute gar nicht so. Islamkritiker suchen kompetente Gesprächspartner, Gesprächspartner, die Ahnung haben. Leider lassen die Zeitungen immer solche Larifari-Redner zum Zuge kommen. Was bewirken die? Wenn einer gelb zu rot uminterpretieren will, dann sagt derjenige, der weiß, dass gelb nicht rot ist, dass der Redner ein Schwätzer ist und nimmt ihn nicht mehr ernst. Das haben wohl manche noch nicht begriffen. Vor ein paar Jahren hat man noch viele für dumm verkaufen können. Das geht heute zum Glück zu diesem Thema nicht mehr ganz so leicht. 

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Kopten

Kopten, die hier gegen die unhaltbaren Zustände in Ägypten protestieren, sind nach diesen Beobachtungen unerwünscht: http://www.kybeline.com/2010/01/18/mageres-pressebericht-zu-den-bewegenden-demos-der-kopten-in-deutschland/#more-10681

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EuroIslam

Insgesamt habe ich gehofft, es würde auf lange Sicht so etwas geben wie einen europäisierten Islam, einen Islam, der den Koran als historisches Werk ansieht, der Mohammeds, entschuldigung: Allahs Worte im Zweifelsfall übergehen kann… Aber derjenige, der sich so dafür einsetzt, kann es eigentlich selbst nicht mehr so richtig: http://www.pi-news.net/2010/01/der-professor-und-der-reformierbare-islam/#more-112945 und das erschreckt.

Es wäre doch was, wenn sie mit dem Koran ganz so umgehen könnten, wie wir mit der Bibel umgehen: Aber wir Christen können das, weil für uns das Neue Testament kein Gesetz ist, sondern der Geist Gottes wirkt in Glaubenden, somit können sie auch situationsangepasster leben; wir habens gut, dass Jesus als Grund für unsere europäische Menschlichkeit gilt (liebe atheistische Freunde: ich weiß, ich weiß - da sind wir nicht einer Meinung). Aber ein wenig Hoffnung war für den Islam zumindest noch da. Vielleicht gibt es einmal eine Reformbewegung, die alle freien Muslime ergreift, in ihnen die Sehnsucht nach Freiheit weckt - na ja, hoffen kann man ja. 

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Doppelpack

Ich werde Euch heute noch einen Doppelpack abliefern, weil ich mich durch eine Frage genötigt sah, Stellung zu beziehen. Die Antworten sind recht ausführlich. Sie sind grundsätzlich.

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Appeasement

Eine Leserin fragte mich, wo stehst du eigentlich, was den Islam betrifft. Bist du für oder gegen ihn? Man wird aus deinem Blog nicht schlau. Als Christ der ich als Wolfgang Fenske bin, lehne ich den Islam in seinem Widerspruch gegen christlichen Glauben ab. Warum? Weil er dem christlichen Glauben in wesentlichen Punkten widerspricht. Warum sollte ich jemanden hofieren, der in meinen Augen etwas sagt, das nicht stimmt und sich gegen mich wendet? Das machen andere Gruppen ja auch nicht. Genauso wenig wie ein Atheist den Christen hofiert und ich ihn hofiere, kann man auch nicht erwarten, dass der Islam von mir hofiert wird.

Aber: Das bedeutet nicht, dass ich den Muslim als Menschen ablehne. Er hat seine Religion - und entsprechend verhalte ich mich ihm als Menschen gegenüber - wie auch einem Buddhisten, Hindu, Atheisten gegenüber. Er will leben, lieben, essen, trinken, Kinder zeugen und begleiten, wie jeder Mensch. Ich muss ihm respektvoll begegnen - aber ohne Unterwürfigkeit. Ich bin ein Mensch, der kommunikationsorientiert ist - und auch von anderen verlangt, dass sie offen und ehrlich mit mir kommunizieren. Von daher sind alle Abschottungstendenzen gegen unsere offene Gesellschaft gerichtet. Ebenso alle Tendenzen, Menschenrechte außer Kraft zu setzen. Und dagegen habe ich massiv etwas - und sage es auch. Z.B.: Unsere offene Gesellschaft lacht im Grunde über alle, die eingeschnappt sind, wenn etwas gesagt wird, das ihnen nicht passt. Und daran muss sich jeder gewöhnen, statt ständig zu verlangen, dass man auf seine Gefühligkeit Rücksicht nimmt. Und damit beginnen im Grunde schon die Einschüchterungen der Mitmenschen. Man mag niemanden beleidigen, darum fühlt man sich schuldig, falls sich jemanden beleidigt fühlt. Wenn aber jemand Beleidigtsein als Trick anwendet, um Diskussionen abzuwürgen, dann macht er sich lächerlich. Damit habe ich nur einen gering scheinenden Punkt aufgenommen.

Meine Hoffnung ist - neulich klang es schon an - dass der Islam sich ebenfalls öffnen kann, auf Dauer öffnen kann. Je mehr Kontakte er mit uns hat und wir mit ihm, desto freier, so hoffe ich, werden die engeren Muslime. Freilich ist Eile geboten. Warum? Weil ich sehe, dass die Tendenzen, sich abzuschotten, arrogant die Frömmigkeitsgenossen von anderen Menschen fern zu halten, immer stärker werden. Und darum stehe ich auch den großen Moscheebauten skeptisch bis ablehnend gegenüber. Nicht den kleinen Moscheechen, in denen man sich zum Gebet usw. trifft, sondern den großen, die alles beinhalten, von der Bibliothek bis hin zum Bäcker, von der Schule und dem Kindergarten bis hin zum Kleidermarkt. Diese lehne ich als Mensch dieses Staates mit seiner Gesellschaftsordnung ab, weil sie die Abschottungstendenzen fördern und damit den Staat untergraben. Ich sehe, dass der türkische Staat immer stärker in die Religionspolitik und das alltägliche Leben unseres Landes durch die DITIB eingreift und damit für unser Land unheilvolle Wege geht. Das heißt: Wenn das gelingt, dann sehe ich unsere Gesellschaft als sehr gefährdet an. Im Augenblick kann es noch geändert werden, wenn der Staat sich nur nicht immer solche Extrem-Gesprächspartner aussuchen würde, ihnen nicht mehr Rechte einräumen, sie nicht auch noch finanzieren und Plattformen bieten würde. Liberale Muslime sollten gestärkt werden, nicht die Extremen. Extreme sollten auch in der Türkei bleiben und Lehrer usw. sollten hier ausgebildet werden. Und da sehe ich überhaupt kein Konzept der Politiker. Man angelt sich irgendwelche konservativen islamischen Knochen, die den Mund am weitesten aufreißen und auch vor Drohungen nicht zurückschrecken und versucht mit denen irgendwas auf die Reihe zu bringen. Und das ist für unsere Gesellschaft von größtem Übel.

Ich habe noch die Hoffnung, dass Muslime nicht beleidigt sind, weil man irgendwas über Mohammed und seinen Koran sagt, sondern dass sie beleidigt sind angesichts des Unrechts, das im Namen Allahs begangen wird. Ich zensiere im Blog, ich biete schlimmste Nachrichten gar nicht. Nachrichten, die Untaten im Namen der Scharia nennen. Manchmal könnte sich einem der Magen umdrehen. Das sind Beleidigungen Gottes, der den Menschen als sein Ebenbild erschaffen hat. (Und wenn ich so etwas gelesen habe, bin ich in den Artikeln manchmal recht sarkastisch.) Und ich hoffe sehr, dass Muslime das einmal erkennen und massiv religiös gegen solche Blasphemien in ihren Reihen vorgehen. Es gibt schon manche, die es tun. Und diese geben Hoffnung - auch wenn sie von ihren Genossen stark angefeindet werden und sehr gefährdet sind.

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Mohammedaner - Muslim

Warum finde ich die Bezeichnung Mohammedaner nicht falsch? Muslime mögen nicht, wenn man sie Mohammedaner nennt, weil sie, so die Begründung, Mohammed nicht anbeten. Ich denke, die Bezeichnung ist nicht falsch, weil sie Mohammed verehren, ihm und seinem Koran/den Hadithen als Leitstern folgen. Das Anbeten ist nicht das Kriterium. Christen heißen ja nicht unbedingt Christen, weil sie Jesus Christus anbeten, sondern ihm nachfolgen. Da wird einfach diese Definition gegeben: Christen beten Christus an, also wollen wir nicht Mohammedaner genannt werden, weil wir nicht Mohammed anbeten. Und wir sollen dieses Kriterium einfach so schlucken?

Aber das ist nicht der eigentliche Grund dafür, dass ich die Bezeichnung nicht falsch finde. Der eigentliche Grund besteht darin, dass Muslim bedeutet: Ein sich Gott Ergebender. Aber ich sehe mich als Christ selbst als einen an, der sich Gott ergeben hat. Und wenn ich den Islam als Gottesoffenbarung ablehne, kann ich den Muslim nicht als einen bezeichnen, der sich Gott ergeben hat. Im Gegenteil: Mohammed hat - so sehe ich es, wenn ich seine Theologie mit den Aussagen von Jesus Christus vergleiche - seine Meinung zu Worten Gottes /Allahs gemacht und sie dadurch hermetisch von Kritik abgeschlossen. Wie würden wir heute einen beurteilen, der irgendetwas sagt - und dann sagt: das darf keiner kritisieren, weil es Wort Gottes ist… - und sollte Mohammed von dieser Kritik ausgeschlossen werden, nur weil er viele Anhänger hat? Das sehe ich als Christ nicht ein.

Ich bin dagegen, dass wir uns einfach Begriffe aufoktroieren lassen sollen oder Definitionen, wenn wir mit ihnen nicht einverstanden sind. Das betrifft auch die vielen Versuche, den Gott, den Jesus Christus und wir als Vater anreden, einfach so vereinnahmen zu lassen, indem man sagt, das ist alles eh ein Gott. Nein, das Gottesbild Mohammeds unterscheidet sich von dem Gott, wie wir ihn durch Jesus Christus und unserem Leben kennen, massivst. Unser Gottesverständnis einfach so dem islamischen oder einem Allerweltsverständnis auszuliefern, so dem Reden von den Abrahamitischen Religionen, das kann ich nicht akzeptieren. Ich empfinde es als im höchsten Maße unehrlich. Und das geht bekanntlich dann nicht allein um Gott, denn mit dem Gottesverständnis ist ja auch das Menschenbild verbunden. Jesus nennt Gott Vater: Und wir können ihm wie einem liebenden Vater begegnen. Mohammed will, dass der Mensch sich Allah unterwirft. Darum auch die Füße küssende Gebetshaltung. Wir stehen unserem Gott stehend, hoch erhobenen Hauptes gegenüber (auch wenn wir ihn neigen sollten). Nicht, weil wir so arrogant sind, sondern weil er es so möchte. Darum können wir in den Spuren Jesu auch nur die Freiheit, die Unversehrtheit des Menschen fordern und fördern und nicht die Unfreiheit, die Erniedrigung von anderen. (Ich weiß: Jetzt denkt so mancher wieder: Und die Kirchen? Ja, die Kirchen haben sich schon häufig verirrt und müssen immer wieder zurückgeholt werden: Reformbestrebungen in den Klöstern, in den Hierarchien, Reformationen… Menschen, auch Kirchen haben die Tendenzen, sich zu verirren. Aber darum auch die ständigen Mahner, die versuchen, die Institution zur Botschaft Jesu zurückzubringen.) Mit dem Gottesbild hängt das Zusammenleben mit den Menschen zusammen. Und von daher bedeutet für mich, unseren Gott anderen Gottesvorstellungen zu opfern, auch die Freiheit und die Liebe des Menschen zu opfern. Und es wäre schön, wenn sich im Dialog dieses Gottesbild, besser: Gott gegen alle menschlichen Widerstände schneller durchsetzen könnte. Auf lange Sicht wird er es sowieso tun.

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