Nicht nur in Äthiopien – auch hier – klammern sich totkranke Menschen an jedes kleine Strohhälmchen, das sich ihnen bietet. Hier sind die Strohhälmchen freilich nicht Schlamm und Wasserfall, nicht dramaturgisch reife Auftritte. http://www.focus.de/panorama/reportage/tid-17011/focus-reportage-die-scharlatane-von-shenkora_aid_469284.html So manche Klinik lebt von ihnen, so mancher, der sich irgendwelcher Szenemedizin verschrieben hat. Freilich, so lange der Mensch Hoffnung hat, solange er in seinem Kampf gegen die Krankheit unterstützt wird – ist es gut. Nur meine ich, dass sich die innere Einstellung ändern muss. Dass sich die Angst vor dem Tod verändern muss zu einem gespannten Erwarten - und der christliche Glaube bietet hier so manche Hilfestellung: Das irdische Leben ist ein Samenkorn, das im Tod gelegt wird, um in die Ewigkeit Gottes hinüberzuwachsen – für Christen heißt das, sie wachsen in dem, den sie durch die Evangelien und durch ihr Leben schon kennen: Gott in Jesus Christus. Freilich gibt es sicher auch unter meinen Lesern den einen oder anderen, der das als Scharlatanerie ansieht, wenn man von Hoffnung über das Diesseits hinaus spricht. Seis drum – sie wissen es nicht besser. Jesus Christus als Auferstandener ist für mich die Gewähr dafür, dass Gott unser Leben will. Neben der inneren Einstellung müssen die Fortschritte der Schmerztherapie bis in die Dörfer hinein bekannt werden.
Übrigens: Es ist echt spannend zu sehen, was es in unserer Gesellschaft alles an Vorstellungen gibt, die ein Leben über das Sterben hinaus erwarten: Reinkarnation, ein Stern sein, im Wind… leben und den Angehörigen dadurch nahe sein usw.usw. Soweit ich bisher erfahren habe, gibt es kaum einen Menschen, der nicht irgendeiner Erwartung anhängt. Nicht nur von daher ist es nicht einsehbar, wenn gerade gegen das Christentum dessen Glaube in der Erfahrung des auferstandenen Jesus Christus verankert ist, polemisiert wird. Aber hinter vieler Polemik ist wohl auch die Sehnsucht nach so einem Glauben verborgen. Ich habe diesem Abschnitt die Überschrift “Heilung” gegeben. Heilung ist, soweit ich weiß, ein Wort, das nicht allein körperliches Gesunden im Blick hat, sondern “Heil-werden”, eine ganzheitliche Gesundung.
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