Sie befinden sich aktuell in den Blog Blog-Archiven für den folgenden Tag 21.10.2009.
21.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Was mag ich am anderen nicht - und finde es in mir?
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Geschrieben in Fragen | Keine Kommentare »
21.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Der Artikel über die Christenverfolgung in islamischen Staaten ist interessant: http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Der-Hass-der-Muslime-auf-den-Westen/story/30738284 - noch interessanter sind freilich die Kommentare dazu.
Vor allem finde ich es spanned,
- dass die kommentierenden Atheisten kaum zu differenzieren in der Lage sind (alle Religionen sind gleich schlimm - nur der Atheismus nicht) und ein wenig mehr Selbsterkenntnis fehlt ebenso,
- dass Menschen sagen: wie der Islam ist, so war das Christentum auch - und sie merken nicht, dass es a) nicht um die Vergangenheit geht, sondern um die Gegenwart und b) dass die Beurteilung der christlichen Vergangenheit ja auch im ideologischen Griff steht (Kreuzzüge = schlimm… - sie waren schlimm, aber es ging ja zum Teil um militärische Auseinandersetzungen, darum den islamischen Expansionsdrang zurückzuweisen);
- dass gesagt wird: Muslime sind nicht alle so schlimm! Und das ist auch sehr gut so, wir kennen sicherlich alle freundliche, fröhliche Muslime. Das Problem für einen Nichtmuslim in solchen Ländern und Ländern, die der Islam für sich reklamieren will, ist halt immer nur: Er weiß nicht, an wen er gerät;
- dass der Islam von der Gewalt des Islamismus getrennt wird - dazu gehört auch die Aussage: auch Christen sind gewalttätig. Dabei wird aber vergessen, dass das Neue Testament Christen nicht zu Gewalttaten aufruft, der Koran es jedoch tut, darum wenden sich gewalttätige Christen gegen neutestamentliche Aussagen (gegen Gott selbst) - gewalttätige Muslime wenden sich nicht gegen Allah, im Gegenteil;
- dass westliche Staaten mit dem Christentum gleichgesetzt werden. Damit wird automatisch die muslimische Sichtweise aufgenommen: Staat = Religion und die bei uns vorhandene Individualisierung wird vollkommen übergangen. Das mag sicherlich auch den Atheisten nicht besonders gefallen, dass ihnen gesagt wird: Ihr seid Christen, weil ihr in einem traditionell christlichen Staat wohnt;
- dass auch andere morden… So neu ist die Erkenntnis nicht, spricht doch auch der christliche Glaube in der Tradition des Judentums seit alters davon, dass alle Menschen Sünder sind; die Frage ist nur: Wie geht eine Gesellschaft damit um?
- dass Muslime selbst ein anderes Bild vom Islam haben können, das eines friedfertigen, freundlichen Islam. Das ist auch schön - doch warum setzen sich sowenig gegen ihre andersdenkenden gewalttätigen Glaubensbrüder und -schwestern ein? Warum kuscht man letztendlich doch? Warum agiert man nur anonym? Warum protestiert man nicht gegen die ständig fordernden Funktionäre? Weil man selbst Angst hat, das ist verständlich. Die wenigen Muslime und Muslima, die öffentlich für einen anderen Islam eintreten - was müssen die nicht alles ausstehen! Das heißt, dass der Islam auch gegenüber seinen eigenen Leuten eine starke diktatorische Intention hat. (Es gibt soweit ich sehe kein Land, in dem der Islam die Mehrheit hat oder sehr stark ist, in dem nicht diese Tendenzen herrschen. Selbst in Großbritannien, Frankreich usw., bei uns gibt es schon solche Gewaltträumer.)
- dass sich manche Europäer gar nicht vorstellen können, dass es Menschen gibt, die eine andere Weltsicht haben als sie. Und jeder, der ihnen sagt: Die ticken aber anders, wird automatisch zu einem Gegner, weil man sich das nicht vorstellen kann oder möchte. Man liebt das Bild, das man sich selbst vom anderen macht. Dass man ihn dabei aber gar nicht ernst nimmt - denn was ist ein Muslim ohne ernst genommenen Koran - das kommt ihnen nicht in den Sinn.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Geschrieben in menschenrechte, Glaube, Gesellschaft | 1 Kommentar »
21.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Hindu-Aktivisten sind nicht besonders begeistert über die Menschen, die zum Christlichen Glauben konvertieren bzw. über Missionare: http://www.hindujagruti.org/news/category/christians/conversions und http://www.hindujagruti.org/news/category/christians/attack (bitte auch zwischen den Zeilen lesen!) Manche Aussagen sind sehr schlimm: Leider habe ich keine Möglichkeiten, sie zu überprüfen: http://www.hindujagruti.org/news/8091.html. Sie seien hier genannt, weil ich auch schlimme Taten, die Christen verüben und verüben können, nicht verschweigen möchte.
Ich sehe es schon als Problem an, dass es viele Gemeinden gibt, die ihre eigenen Wege gehen. Das ist zu vergleichen mit den ersten Jahrhunderten des Christentums. Da gab es auch sehr viele selbst ernannte Gemeindeleiter - die eine Fülle von Schandtaten getan haben. Auch darum, um dieses zu verhindern, hat sich ja die Kirche als Institution langsam entwickelt: Christliche Maßstäbe lassen sich dann leichter gegenüber den eigenen Leuten durchsetzen. Und das fehlt heute vielen Gemeinden in asiatischen und afrikanischen Ländern: Es gibt Millionen von Menschen, die zur Gemeinde stoßen - es gibt aber kaum richtige Gemeindeleiter, Menschen, die sie in das, was christlicher Glaube ist, unterweisen können. Es gibt zu wenig Bibeln, zu wenig Einführung in christliche Schwerpunkte und Traditionen. Es ist schon ein Dilemma.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Geschrieben in religionen2, Glaube | Keine Kommentare »
21.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Ich hoffe, Seyran Ates gibt nicht auf, zieht sich nur für eine Weile zurück: http://www.pro-medienmagazin.de/buecher.html?&news[action]=detail&news[id]=2488 Wenn sie aufgäbe, dann können sich die muslimischen Verbände zurücklehnen, freudig grinsend sagen: Bei uns ist alles in Butter - ihr seid an allem Schuld. Seyran Ates ist eine der wenigen Menschen, die den Islam von innen her kennen, an seine Schwachstellen rühren, ich vermute: Um ihn in seiner Selbstherrlichkeit und seiner Selbstverherrlichung zu ändern. Sie rührt auch an die Schwachstelle derer, die sich den Islam schönreden und lauter Nebelkerzen werfen. Sie mögen Seyran Ates ebensowenig, denn sie zeigt mit klaren Worten: Es ist nicht alles schön, was so tut.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Geschrieben in Religionen4 | Keine Kommentare »
21.10.2009 von Wolfgang Fenske.
Schon wieder ein faules Ei: Erst werden Sparlampen mit aller Gewalt eingeführt - und dann wird deutlich gesagt: Sie sind umwelt- und sozialschädlich. Dann wird besonderer Biosprit mit Gewalt eingeführt - und dann wird deutlich gesagt: Sie sind umwelt- und sozialschädlich: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2009-10/oekobilanz-biokraftstoffe
Statt die Untersuchungen abzuwarten, statt auch Gegenstimmen zu hören und zu gewichten - nein, wie blinde Hühner rennt man im Aktionismus von hier nach dort und von dort nach hier. Ach ja, ist der verantwortliche Renn-Mensch nicht ein führender SPDler geworden? Falsche Birnen kann man rückgängig machen - falsche SPD-Politik nicht.
Ich habe vor Jahren mal ein Gedicht geschrieben, das dazu passt:
Noahs hier,
Noahs da,
eifrig tönt der Hammerschlag.
Neue Archen glänzen auf,
alte Archen stehen leer –
Meilensteine unserer Angst.
Gottes Auftrag waren sie nicht.
Der verhallt im Hämmern.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Geschrieben in politik | 1 Kommentar »