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Archive für 19.8.2009

Frage der Woche

Gestern hörte ich einen Mann angesichts einer Urne sagen: Wenn ich eine Urne sehe, dann denke ich immer: Das ist alles, was von mir übrigbleibt. — Ist das wirklich alles, was von mir übrigbleibt?

(Paulus schreibt: Der Leib ist ein Samen - Gott gibt dem Samen seinen eigenen Leib: das heißt: Gott macht aus dem gesäten Leib eine neue Kreatur - Neuschöpfung findet statt (2. Kor 15).)

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Jesus - Mohammed

Bei pi wird auf einen youtube-Film hingewiesen, in der Zitate von Jesus und Mohammed einander gegenübergestellt werden. www.pi-news.net/2009/08/jesus-oder-mohammed/#more-77932 Nun, mit Zitaten kann man alles machen: Darum mein Tipp: Koran und Evangelien lesen. Vergleichen, abwägen. Es sind Welten dazwischen.

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Religion

Religion ist nicht nur Glaube, sondern ein kulturelles System - ein sehr interessanter Artikel: Der Islam und die Zivilreligion: http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100050972&Itemid=1

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Mut

Was kostet das für Mut, in Afghanistan zu wählen! http://www.welt.de/politik/ausland/article4337678/Taliban-wollen-den-Waehlern-Finger-abschneiden.html Und wenn man mutig war, kann es passieren, dass man solchen Taliban-Feiglingen in die Hände fällt. Feiglinge darum, weil ich mir vorstellen kann, dass sie wieder nur in Gruppe, dann auch noch bewaffnet über Wehrlose herfallen - wie über die Schülerinnen, die es wagen zur Schule zu gehen. Ich kann für solche Feiglinge kein einziges positives Gefühlsfleckchen in mir finden - ich gestehe es mir als Christ nur schwer ein: dass es in mir auch Seiten gibt, die nur pure Verachtung empfinden können. Aber wahrscheinlich haben viele junge Männer Angst vor diesen Taliban-Gruppen und lassen sich dann aus Angst in die Horde reinziehen, bleiben aus Angst drin - und können darum nur Angst und Schrecken verbreiten. Aber dieser Versuch zu verstehen, kann mein Gefühl der Verachtung nicht übertönen.

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Gespannt

Da bin ich doch mal gespannt, was diese Handreichung uns bescheren wird - eine Handreichung, die Lehrern helfen soll, mit muslimischen Schülern umzugehen. http://www.tagesspiegel.de/berlin/familie/schule/Integration-Bildung;art295,2874978 (gefunden über pi). Muss man mit muslimischen Schülern anders umgehen als mit nichtmuslimischen Schülern - zum Beispiel aus dem hinduistisch-buddhistischen, aus dem animistischen, aus dem konfuziuanistischen, dem schintoistischen, dem christlichen Kulturkreis? Oder kommen für diese Schüler noch spezielle Handreichungen? Und wenn sie kämen - wer sollte das alles lesen und berücksichtigen können? Sind diese irgendwie verbindlich? Das hat zum Beispiel zur Folge: Heute darf XY keine Arbeit mitschreiben, weil er fastet; morgen darf AZ keine Arbeit mitschreiben, weil er fastet, dann darf RJ keine Arbeit mitschreiben, weil er fastet… - dann darf GH keine Arbeit mitschreiben, weil er allergisch ist gegen Arbeiten. Extrabrötchen, Extrabrötchen…

Ups! So ähnlich soeben auch bei Kewil gefunden. http://fact-fiction.net/?p=2739 .

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Gadaffi

Gadaffi, der lybische Diktator, macht der Schweiz das Leben schwer - er will sie unter die Füße treten. http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/africa/article6797693.ece Wenn sich so ein Typ schon international auf diese Weise lächerlich macht - wie tritt der erst in Libyen bzw. in seinem Haushalt auf? Und das Problem: Wir haben es mit hunderten kleineren Gadaffis zu tun, die freilich so nicht heißen. Und die USA damals ist fest gegen diesen Typen aufgetreten - und er suchte Anerkennung. Nun rächt er sich an der Schweiz - und die suchen das Gespräch. Ich vermute mal: Er will kein Gespräch - sondern tapfere Gegner. Damit ist die Schweiz unter dieser Außenministerin wahrscheinlich überfordert, die überall nur Bücklinge macht. Ich vermute mal, er versteht diese Sprache einfach nicht. Wir lernen im Alltag achtsam darauf zu sein: Bei welchen Worten, Zeichen, Gesten kann es zu zwischenmenschlichen Misstverständnissen der Kulturen kommen? Wie gehen wir damit um? Freundlichkeit kommt bei diesem wohl missverständlich rüber - also müssen andere Wege des Miteinanders gefunden werden. Er will aber die Unterwerfung, sonst hätte er die Geschäftsleute nicht als Geißeln genommen. Nachdem er Europa mit den bulgarischen Krankenschwestern abgezockt hat, sind nun die Schweizer dran. Mit solchen sollte man kein Geschäft machen - liebe Wüsten-Solar-Freunde. Aber auch ein Gadaffi lebt nicht ewig - ist das die Hoffnung?

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Christenheit 8

Ich finde zu unserem Thema hat Kybeline einen schönen Artikel verfasst: http://www.kybeline.com/2009/08/18/ein-japaner-konvertiert-zum-katholizismus/#more-6631. Besonders schön finde ich den von ihr zitierten Satz - den ich freilich auf unseren Glauben hin ausdehne: “Wenn man kein Katholik ist, wandert man oberflächlich über ein Meer genannt Gaudi. Wenn man Katholik ist, kann man in diesem Meer bis auf den Grund tauchen.” (zu Antoní Gaudi: http://de.wikipedia.org/wiki/Antoni_Gaud%C3%AD) - So ist es: Kann man Bach wirklich verstehen, wenn man nur auf der Oberfläche des Nichtglaubens bleibt? Da rührt Bach allein Emotion. Taucht man tiefer, rührt Bach den Glauben an Gott. Und so ist es mit vielen kulturellen Errungenschaften der Christen. Denken wir allein auch an Rembrandt, der sich in seinem Alter wieder als Verlorenen Sohn ansah, und das Gleichnis von Jesus in kaum beschreibbarer Weise dargestellt hat.

Christliche Mystik hat ebenfalls der Welt Neues gebracht, eine Tiefe, die weiter geht als die Tiefe, die der Mensch in sich selbst sucht - und sie ist sozial gebundene Mystik. Aber angesichts der Selbstvergessenheit, ist all das aus den Herzen und Hirnen so mancher Zeitgenossen verschwunden, und so manche suchen diese Mystik beim Buddhismus. Aber sie finden nur die Tiefe des Menschen - von ganz besonders “tiefgründigen” Menschen wird sie als Tiefe des Kosmos bezeichnet. Manche ahnen ein wenig von der Tiefe christlicher Mystik, wenn sie heute in den Klöstern Ruhe und Geborgenheit suchen. Paulus schreibt: “Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.” (1Korintherbrief 2) Ich weiß, manche mögen keine Bibelzitate, dafür Zitate von Buddha oder Konfuzius. Aber hier wird schon ein wenig von dem Weg sichtbar, den christliche Mystik gewiesen bekommt: Ein Geschenk von Gott auszupacken…  

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